Blogbeitrag

HowTo : Priceline Blind Booking

Wie funktioniert Priceline eigentlich? HowTo, Vorgehensweise & Erläuterungen

Gehört haben fast alle inzwischen davon, aber kaum jemand der sich nicht näher damit beschäftigt weiß wirklich, was es ist und wie es funktioniert. Priceline, die Internetplattform über welche man relativ günstig an gute Zimmer in noch besseren Hotels kommen kann. Grundprinzip: Du suchst dir eine Stadt bzw. einen Stadtteil aus, wählst dann die Sternekategorie des Hotels aus und Priceline teilt dir dann später ein Hotel zu das – wenn alles optimal läuft – deinen Wünschen entspricht. „Blind Booking“ nennt sich diese neuartige Art der Hotelbuchung, warum erklärt sich von selbst … man weiss vorher nicht hunderprozentig in welchem Hotel man landen wird. Vorteil: In aller Regel ist das gebuchte Hotel später besser als erwartet und man zahlt für ein 4*-Resort schonmal gerne nur soviel wie sonst für ein Motel 6. Kleiner Nachteil: Die Buchung ist entgültig und kann nicht storniert werden, außerdem wird die Kreditkarte sofort belastet. Ich buche deshalb in aller Regel erst vor Ort im Urlaub, wenn ich weiss, wo ich in den nächsten Tagen sein werde. Oder aber die Übernachtungen in der Nähe des Start/Zielflughafens, denn diese sind ja in aller Regel vom Datum her einfach fix.

Priceline funktioniert entgegen der allgemeinen Annahme im übrigen nicht nur in Amerika, sondern natürlich weltweit !!

no one deals like we do!

Was ist zu tun? Ich habe versucht eine verständliche Anleitung zu erstellen. Im Prinzip ist alles ganz einfach: Du klickst auf Priceline, wählst dort die Kategorie „Hotels“, gibst dann den Namen der Stadt, die An- und Abreisedaten sowie die Menge der Zimmer ein. Unser Beispiel hier ist eine Buchung für ein Zimmer in Phoenix im April 2012.

Eingabe des Ortes und des Zeitraums

Mit einem Klick auf den -Button geht es weiter …

Nach dem Klick beginnt Priceline mit der Suche nach einem Zimmer und listet alle verfügbaren Hotels auf. Du schaust dir nun zunächst die Angebote auf der Seite an, dabei bekommst du schon einmal ein Gefühl für die aktuellen Preise …

Auflistung der verfügbaren Hotels

Oben rechts auf der Seite befindet sich ein Fenster namens „Name Your Own Price“, hier klickst du nun den grünen GO-Button.

Es erscheint eine Seite, auf der die Stadt deiner Wünsche in verschiedene Bezirke aufgeteilt ist (Step 1). Du überlegst, wo du gerne wohnen möchtest und klickst auf eine der vorgeschlagenen Areas. Es geht – wie gesagt – nur um den Stadtteil in dem du wohnen möchtest.

Übersicht der Areas

Weiter unten folgt Step 2, du musst dich nun für Deine bevorzugte Sternekategorie entscheiden. Ein bestimmtes Hotel kannst du – wie weiter oben schon erwähnt – nicht „ordern“ …

Wahl des Sternelevels

In das freie Feld bei „Name Your Own Price“ gibst du die Summe ein, die du bezahlen möchtest. In unserem Beispiel hier probieren wir es mit 20 $ (Step 3)

Die Summe ist natürlich zu niedrig, deshalb erscheint ein rot-brauner Balken, auf dem steht: Based on recent data, your price has almost no chance of being accepted. Du erhöhst die Summe jetzt in 5er oder 10er-Schritten, bis der Balken verschwindet. Dann senkst du in 1er Schritten, bis er wieder erscheint und du hast die Summe, für die du evtl. ein Zimmer bekommst.

Eingabe des Preisvorschlags

Du brauchst nicht zu warten, bis der Balken verschwindet, du kannst auch aufhören, wenn dort steht: Based on recent data,your price has only a small chance of being accepted, was schon etwas besser ist als der Versuch mit 20$.

Erhöhung des Preisvorschlags

Da auch in diesem Fall die Chance eher gering ist den Zuschlag zu erhalten ist es angebracht ein klein wenig mehr zu bieten als die Summe wo genau der braune Balken verschwindet. Hier ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt damit man nicht mehr als unbedingt nötig bietet.

Ich trage meinen Namen ein oder – falls ich bereits über einen Priceline-Account verfüge – logge mich auf der Priceline-Homepage ein. Letzteres ist auf lange Sicht gesehen definitiv einfacher weil man nicht jedes Mal händisch seine Daten eintragen muss.

Endgültiger Preisvorschlag

Wenn du nicht eingeloggt bist erscheint als nächstes diese Seite, in der du deine gebotene Summe nochmal eintragen mußt.

Erneute Eingabe des Preisvorschlags

Eine Auflistung deiner Wünsche erscheint sowie der gebotene Preis plus Steuern und Gebühren. Wenn du möchtest, kannst du für nur 5$ eine Trip Cancellation/Interruption Insurance abschließen, eine Reiserücktrittsversicherung. Ohne diese ist bei erfolgreichem Gebot das ganze NICHT mehr stornierbar! Die Rücktrittsversicherung greift jedoch eh nur bei triftigen Gründen, wie zB Krankheit, Verlust der Arbeit, Tod etc. Es ist KEINE Rücktrittsversicherung die man einsetzen kann bloss weil man es sich plötzlich anders überlegt hat und lieber ein anderes Hotel möchte oder es zum Beispiel nicht mehr auf der Reiseroute liegt.

Wenn alles deinen Wünschen entspricht, tippst du etwas weiter unten deine Initialen ein. Dafür gibt es ausnahmsweise mal kein eigenes Bild, das schaffst du auch so …

Zusammenfassung

Anschließend gibst du deinen Namen und deine Adresse ein, diese muss sich in den USA befinden und NICHT unbedingt real existieren. Im Beispiel unten heisse ich Max Mustermann – wie auch sonst. Ich habe eine deutsche Adresse und Telefonnummer und als Staat Delaware, Abkürzung DE – wie Deutschland, angegeben.

Wichtig: Die eMail Adresse MUSS allerdings stimmen da dorthin die Bestätigung gesendet wird falls Euer Gebot erfolgreich sein sollte!

Anschließend gibst du Deine Kreditkartennummer samt Gültigkeitsdatum ein sowie den Namen, auf den die Karte ausgestellt ist, ein. Der Security Code sind die letzten 3 Zahlen auf der Rückseite deiner Kreditkarte. Alternativ zu dieser Eingabe kann man sich auch einmalig bei Priceline registriere und seine Kontaktdaten dort bereits hinterlegen, dann muss man bei einem Gebot nicht jedesmal alles von Hand neu eingeben.

Kontaktinformationen

Wenn du anschließend den by my hotel room  now-Button drückst dauert es eine Weile, bis du entweder ein Zimmer zugewiesen bekommst oder eben nicht, weil dein vorgeschlagener Preis doch zu niedrig war.

What happens next

Priceline sucht nun ein Zimmer für Dich aus …

Searching . . .

Wenn der eingegebene Kurs war zu niedrig war, kannst du jetzt entweder einen weiteren Stadtteil angeben, oder auch mehrere und/oder das Sternelevel senken. Wenn du nichts ändern willst, schliesst du den Browser und versuchst es noch einmal. Das selbe Level und der selbe Stadtteil wird nur einmal pro Sitzung akzeptiert. Danach musst du 24 Stunden warten bis du wieder mit den selben Auswahlkriterien ein Gebot abgeben kannst.

Priceline schickt dir eine E-Mail mit der Ablehnung und schreibt evtl. wieviel mehr Du bieten sollst um ein Zimmer zu bekommen. Ich habe in so einem Fall bei einer Buchung um 6 $ erhöht und hatte ein Zimmer. Es kann vorkommen dass Priceline dir schreibt es wäre ein Hotel zu bekommen wenn du 20 $ mehr bietest. In diesem Fall mach das NICHT, biete stattdessen höchstens 5 $ mehr, dann bekommst du fast immer ein Zimmer.

Wenn keine Erhöhung angeboten wird bekommst du nach einiger Zeit eine Mail in der du aufgefordert wirst es ein weiteres Mal zu versuchen. Wenn du einen knappen Zeitrahmen hast, also schon für Morgen etwas suchst, schliesse deinen Browser und versuche es anschliessend sofort mit einer höheren Summe.

Wenn Dein Preis akzeptiert wird folgt kurz darauf eine Übersicht mit dem Hinweis „Your Hotel Deal is in the bag“, Dein Deal ist also quasi eingetütet! In diesem speziellen Fall unten hab ich das 3* Hyatt Place in Phoenix für 56$ zugewiesen bekommen, Übernachtungspreis auf der Homepage für diesen Zeitraum wären 209$ gewesen.

Your Deal is in the bag

Auf dieser Übersichtsseite gibt es nun einige Bilder zum Hotel und man findet nützliche Hinweise, beispielsweise die Adresse samt Anfahrtsbeschreibung, ob parken kostenlos ist, Frühstück enthalten ist, free WiFi vorhanden ist etc.

Oben rechts klickst Du jetzt auf deine gewünschte Bestätigungsart, Ausdruck oder per E-Mail und schon bist du fertig. Beim einchecken zeigst du jetzt deinen Pass und deine Kreditkarte vor, gebucht ist unter deinem angegeben Namen. Eine Übertragung des gebuchten Hotels auf eine andere Person, also ein Namenswechsel, ist NICHT möglich, ebensowenig eine Stornierung – es sei denn du hast die Rücktrittsversicherung für 5$ zu Beginn abgeschlossen oder solch eine ist bereits in den Leistungen deiner Kreditkarte vorhanden! Sollte dies beides nicht der Fall sein ist das Geld bei Nichterscheinen weg …

Print itinerary

Wenn du dir ansiehst welches Hotel dir zugewiesen wurde, es dir gefällt und du evtl. länger bleiben möchtest kannst du fast immer auf den „Add Nights for the same rate!“-Button drücken und weitere Nächte für das selbe Hotel bieten – meistens zum identischen Preis … diese Verlängerung ist übrigens auch vom Hotel aus möglich.
If you have already checked into your hotel and have added nights to your stay, please go to the front desk to check-in to your new reservation for the additional nights. Du kannst also vor Ort für einen weiteren Tag bieten und musst anschliessend nur an der Rezeption Bescheid sagen damit du das Zimmer nicht wechseln musst.

Was Dir noch passieren kann: Priceline bittet dich 15 Minuten zu warten. Es wird noch an deiner Anfrage gearbeitet. Ist mir bisher 2x passiert – und ich habe immer ein Zimmer bekommen, sogar in Hotels, die laut Auskunft an der Rezeption ausgebucht waren …

Thx 4 your Request

Speziell in größeren Städten lohnt es sich mit Priceline zu buchen. Man bekommt das Zimmer billiger und erspart sich die Sucherei nach einem Hotel. Im Vorfeld sollte man sich jedoch über eventuell anfallende Parkgebühren für’s Auto erkundigen, diese relativieren unter Umständen den günstigen Hotelpreis wieder ein wenig. Auf dem Land oder in kleinen Dörfern ist es meiner Meinung nach nicht notwendig, da bekommt man immer einen Platz in einem kleinen Motel. In Orten wie Mexican Hat, Hanksville oder Escalante zum Beispiel bietet Priceline erst gar keine Zimmer an weil dort nur wenige Übernachtungsmöglichkeiten existieren …

WICHTIG: Immer wieder werde ich angeschrieben und gefragt wie es sich bei Buchungen mit mehr als 2 Personen verhält, hat man bei erfolgreichem Gebot das Anrecht auf zwei Doppelbetten beispielsweise oder ein Zustellbett wenn man mit Kleinkind reist! Die einfache Antwort lautet: NEIN! Hat man nicht. Bei erfolgreichem Zuschlag für ein Zimmer hat man faktisch NUR ein Zimmer gebucht, alles andere muss dann beim Check-In vor Ort geklärt werden. Wir hatten bisher aber nie Probleme ein Zimmer nach Wunsch zu bekommen. „Nach Wunsch“ heisst bei uns: Zwei Doppelbetten wenn wir zu Viert unterwegs sind in den USA. Die Betten sind in aller Regel groß genug das man je zu Zweit darin schlafen kann … so kann man also bedenkenlos zwei Kids auf ein Bett verfrachten und schlafen lassen während man sich mit seinem Partner das andere Bett teilt. Auch der Wunsch nach einer weiteren Schlafcouch wurde bisher anstandslos erfüllt.

Wer sich nun trotzdem nicht traut Priceline zu nutzen sollte es mit Hotels combined versuchen. Hier gibt’s immer die aktuell günstigsten offiziellen Hotelpreise … die Seite vergleicht dabei die meisten gängigen Preisvergleich-Seiten, wie z.B dhr.com, hotels.com, booking.com, expedia.de usw.

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Priceline auf dem iPhone oder Android-Smartphones

Inzwischen ist Priceline auch beim iPhone und Android-Geräten als App (iOS/Android) verfügbar, der Vorgang ist ähnlich simpel wie an einem Desktop-PC oder vom Laptop aus. Einige Funktionen sind bei der App sogar praktischer als auf der eigentlichen Internetseite wie ich finde. An Hand der folgenden Beispielbuchung für ein Hotel in Tucson möchte ich kurz den Ablauf verdeutlichen …

Nachdem Capt.Kirk beim öffnen der App den Startbildschirm kaputt gehauen hat gibt man entweder in das dafür vorgesehene Feld die Stadt seiner Wünsche ein (in diesem Falle ist es Tucson), oder wählt aus dem Feld darunter unter einigen bereits vorgegebenen Städten in den USA eine aus.

Auf dem nächsten Bildschirm erscheint dann als erstes eine Übersicht der aktuellen „normalen“ Hotelpreise in deiner Stadt. Du hast nun die Möglichkeit, dein Wunschdatum oben anzugeben (rot umrandet) und zu schauen wie die Preise sich verändern. Dies dient auch hier eigentlich nur dazu um ein Gefühl dafür zu bekommen WIE die Hotelpreise an deinem Wunschtermin gerade sind.

Als nächstes wird es interessant … Du klickst unten links auf die Negotiate-Faust und gelangst eine Seite weiter. An dieser Stelle hat das App die Nase ganz klar vorne im Vergleich zur normalen Internetseite, denn es werden dir aktuell erfolgreiche Gebote angezeigt für die jeweiligen Sternekategorien und in den unterschiedlichen Bezirken – du weisst also schon ziemlich genau WAS du bieten musst um evtl.den Zuschlag zu erhalten!

Nachdem du jetzt ungefähr weisst worauf du dich preislich einzurichten hast klickst du auf die Sternekategorie im Bezirk deiner Wahl und kommst zur nächsten Seite. HIer hast du nun folgende Möglichkeiten: Du kannst erneut Dein Reisedatum eingeben, dir oben rechts auf dem Map-Symbol den Stadtteil ansehen in dem sich die Hotels befinden UND – am wichtigsten – unten mit dem Schieberegler den Preis verändern. Voreingestellt ist immer der Betrag zu welchem als letzten ein erfolgreiches Gebot angenommen wurde!

Ich versuche es in dem Fall mit 78$ (die 82$ oben auf dem Bild sind nur zum rumspielen gewesen) an Stelle der erfolgreichen 109$ und gebe auf der nächsten Seite meine eMail-Adresse und das Passwort ein (dafür benötigt es hier kein extra Foto). Auf der folgneden Seal-the-Deal Seite wird das ganze dann eingetütet und das Gebot angegeben.

Dazu werden noch drei Schritte benötigt.

Schritt 1: Tell us who’s stying. Hier müsst Ihr nur Euren Vor – und Nachnamen eingeben.

Schritt 2: Der Vertrag MUSS von Euch nach unten gescrollt werden, in das dafür vorgesehene Feld unten trag Ihr dann Eure Initialien ein … in meinem Falle wäre das dann AH.

Schritt 3: Die Kreditkartenverbindung muss angegeben werden.

Es hat sich als vorteilhaft für die App herausgestellt wenn man sich dann DOCH auch bei Priceline registriert bzw.einen Account erstellt, so ist man recht schnell durch diese drei Schritte durch – andernfalls muss man alles händisch eingeben, und am Handy ist das nicht gerade der Brüller.

Nach dem alle drei Schritte erfolgreich ereldigt worden sind erscheint im folgenden Fenster ein grüner BID NOW – Button, diesen drückt man – der Rest liegt jetzt nicht mehr in Eurer Hand. Entweder es erscheint wieder Capt.Kirk und teilt Euch mit das Euer Gebot nicht erfolgreich gewesen ist, oder aber Ihr habt den Zuschlag bekommen und erhaltet eine Übersicht ähnlich derer die es im Internet gibt wenn Ihr erfolgreich gewesen seid. In diesem Falle sollte man nun seine eMails checken, darin befindet sich die Bestätigung über den Zuschlag samt Optionen zum ausdrucken. That’s it … *daumen*

Helferlein für Priceline

Um sich bei der konventionellen Priceline Seite bereits im Vorfeld darüber zu informieren WIE überhaupt die Preise für die einzelnen Hotels in den unterschiedlichen Orten sind gibt es mehrere Foren im Internet, wie zum Beispiel biddingfortravel.com oder betterbidding.com. Beide Seiten sind zwar in englischer Sprache, aber das sollte man ja eh können wenn man in Amerika urlaubt. Hier wird aufgelistet wer wann wieviel für welches Hotel erfolgreich geboten hat.

Bidding for travel ... Übersicht der US-Bundesstatten und erfolgreiche Hotel-Gebote

Außerdem sehr hilfreich: Man findet eine Übersicht, welche Hotels in welcher Sternekategorie und in welcher Area von Priceline zugewiesen werden könnte. Auf diese Art und Weise kann man bereits im Vorfeld ein wenig eingrenzen in welches Hotel man kommen möchte.

Bidding for travel ... Hotel-Übersicht

Eine sehr gute Alternative zu den Foren bietet die Seite thebiddingtraveller.com. Hierbei handelt es sich um eine Art Bietagent für Priceline und man erhält ebenfalls Infos über bereits abgegebene Gebote – egal ob diese erfolgreich gewesen sind oder nicht.

Hinweis: Der ein oder andere Screenshot schaut inzwischen ein klein wenig verändert aus auf der Priceline-Homepage. In naher Zukunft werde ich noch eine aktuelle Version der Screenshots nachreichen. Der eigentliche Buchungsvorgang sollte aber dennoch auch in der Zwischenzeit verständlich nachzuvollziehen sein …