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8.Tag (01.März 2013)

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Mittlerweile werde ich zu ganz normalen Zeiten wach morgens, erst um halb 6 Uhr öffne ich die Äuglein und lasse den Tag ganz gemütlich angehen. Das Frühstück im noch recht neuen Comfort Inn&Suites ist recht gut, und somit verbringe ich mehr Zeit mit heissen Würstchen umd Omelettes als ich vorher eingeplant hatte. Aber was soll's, es ist ja eh nicht wirklich was geplant für heute. Sicher, ich hätte schon um vier Uhr aufstehen und zum Sunrise an den Waheap Hoodoos sein können, aber darauf hatte ich nicht wirklich Lust. So mache ich mich gemütlich auf in Richtung Staudamm, ich hatte gestern im vorbeifahren aus dem Augenwinkel einen Arch gesehen der mir noch nie aufgefallen war bisher. Eigentlich sieht man ihn auch NUR am äußersten Zipfel der Brücke, quasi dort wo der Zaun links aufhört wenn man von Page kommend in Richtung Visitor Center des Damms fährt. Die Lichtverhältnisse sind aber SO blöde hier morgens das man ihn so gut wie nicht vernünftig ablichten kann. Das geht im Prinzip nur Nachmittags, wenn die Canyonwand dahinter von der Sonne erleuchtet ist und man somit auch das Loch des Archs erkennen kann. Egal ...

 

Als nächstes fahre ich wenige Meter weiter zum "Strand", zumindest suggeriert das Holzschild diesen ja, wenn man oberhalb des Damms in eine Schotterpiste abbiegt. Ich war dort schon einmal irgendwann, wusste also das mich nicht unbedingt DAS erwarten würde was man sich allgemein hin unter einem Strand auch vorstellt. Vielmehr kraxelt man auf den weissen oder roten Felsen am Wasser entlang und hat an diversen Stellen die Möglichkeit auch dort hinein zu gehen. Ein kurzer Test mit dem Finger reicht aber um zu wissen das das heute eine blöde Idee wäre. Damals stand ich wenigstens noch bis zu den Knien hier drin. Fast zwei Stunden laufe ich hier herum, immer in der Hoffnung irgendeine tolle Formation zu entdecken die vielleicht noch niemand entdeckt hat bisher. Leider war meine Suche erfolglos, es gibt hier eigentlich nichts weltbewegendes … bis auf das man immer wieder tolle Motive mit Wasser und Felsen unterschiedlichen Farben bekommt.

 

Lake Powell ... mal ganz nah

 

Page "Beach"

 

Page "Beach"

 

Am späten Vormittag entschließe ich mich dann noch einmal den Lower Antelope Canyon zu besuchen. Der Kerl am Kassenhäuschen meint ich hätte das passend Equipment um die Selfguided Fototour zu machen … na okay, wenn er meint – mir soll es recht sein. So eine Fototour hat Vor – und Nachteile. Vorteil: Man hat zwei Stunden Zeit um ganz alleine durch den Slot zu laufen, niemand stört einen! Nachteil: Man muss sämtliche Motive selber suchen! Das ist mitunter gar nicht so einfach und mit Sicherheit habe ich (obwohl ich ja schon einmal hier gewesen bin 2009) etliche übersehen. Trotzdem würde ich es nicht anders machen wollen im Nachhinein, die Möglichkeit sich völlig unabhängig hier drin auszutoben ist einfach toll! Ich nutze logischerweise die kompletten zwei Stunden komplett aus, in der ganzen Zeit ist mir nur einmal ein Guide mit zwei Asiaten über den Weg gelaufen … hätte ich vorher wetten müssen OB und WEN ich hier drin treffe hätte ich also gewonnen *hust* Da ich keine Ahnung habe was ich noch großartig zu diesem Juwel der Natur schreiben soll, ohne das es nicht schon irgendwo anders bereits steht, lasse ich einfach mal Bilder sprechen ...

 

The weird corner

 

Lower Butte

 

 

Die Fotos sind dieses Mal allesamt mit einem 10-24mm Weitwinkel gemacht worden - wobei es meist 10mm sind. Wenn ich überlege das ich beim ersten mal hier noch mit 18mm unterwegs gewesen bin ... der Unterschied ist schon gewaltig. Wer hier noch nicht gewesen ist für den ist vielleicht überhaupt erst einmal der "Eingang" interessant. Hier durch diesen engen Spalt muss man nämlich runter ...

 

HIer geht es zu Beginn hinunter ...

 

HIer geht es zu Beginn hinunter ...

 

Den Photo Pass bekommt übrigens so ziemlich jeder der das - zumindest in Navajoaugen - richtige Foto-Equipment für den Slot Canyon dabei hat. Wie GENAU hier "richtig" definiert wird weiss ich nicht wirklich, eventuell spielt aber auch ein bisschen Sympathie eine Rolle.

 

Passt ihnen die Nase des Besuchers oder nicht ... aber ich hab nix gesagt *flöt*

 

Aber zurück zur Definition von "richtig" ... ich vermute mal es sollte mindestens eine halbwegs vernünftige DSLR-Kamera sein, Bridge-Cams gehen angeblich definitiv nicht.

 

DANN ist auch das Stativ von entscheidender Bedeutung. Ministative oder billig aussehende Tripods fallen angeblich durch.

 

Was mit Monopods, also Einbeinstativen ist, kann ich nicht genau sagen.

 

Zwei Stunden hat man mit dem Pass Zeit, DIE braucht man aber auch um wirklich jeden Winkel abzulichten wenn man sich nicht wirklich in so einem Slot auskennt und weiss wo welche Formationen sind!

 

Überschreitet man übrigens seine vorgegebene Zeit muss man nachzahlen, mir wurde zwar gesagt wieviel das ist - ich hab es aber vergessen. Wozu gibt es Uhren !?

 

Lower Antelope Canyon ...

 

Lower Antelope Canyon ...

 

Lower Antelope Canyon ...

 

Lower Antelope Canyon ...

 

Lower Antelope Canyon ...

 

Lower Antelope Canyon ...

 

Immer wieder werde ich angeschrieben und mir wird die Frage gestellt welchen der beiden Slots ich mehr empfehlen würde, den Lower oder den Upper. Ich war inzwischen mehrmals in beiden und finde das kann man nur schwer miteinander vergleichen. Obwohl beide quasi in Wurfweite zueinander liegen und ähnlich heißen sind sie doch völlig unterschiedlich. Beide sind völlig faszinierend, wobei man beim Upper leider definitiv sagen muss das dort seit mehreren Jahren bereits die Touristenmassen regelrecht durchgeschleust werden. In Ruhe ein paar Aufnahmen machen ohne Menschen ist quasi ein Ding der Unmöglichkeit! Auch die buchbaren Foto-Touren haben keine Ruhe. Die Navajo-Guides blockieren lediglich für wenige Minuten diverse Spots, damit die Fotografen schnell mal ein paar Bilder ohne Menschen drauf machen können. Die Faszination von vor 10 oder 15 Jahren ist daher deutlich getrübt. Allerdings muss man sagen das auch die Jahreszeit eine entscheidene Rolle spielt. Bei meinem Besuch hier im Februar und März war ich 2 Stunden fast völlig alleine im Lower Antelop, trotzdem standen am Upper wieder zahlreiche Autos. Letztlich fällt es mir schwer einen halbwegs vernünftigen Ratschlag zu erteilen, es lohnen sich halt beide auf ihre ganz eigen Art.

 

Mehr Fotos vom Aufenthalt hier wird es irgendwann einmal noch in der Lower Antelope Bildergalerie geben, an keinem anderen Tag, mit Ausnahme vom Valley of fire, habe ich nämlich in nur zwei Stunden mehr Bilder gemacht als hier!

 

Zurück am Auto fahre ich noch kurz zum Navajo Point, hier laufen anscheinend die Vorbereitungen auf die kommende Saison … überall wird gebohrt, gehämmert und geschliffen. Die Hausboote werden auf Vordermann gebracht. Ansonsten ist hier aber rein gar nichts los, der einzige Tourist vor Ort bin ICH. Da ich null Ahnung habe was ich als nächstes anstellen soll fahre ich einfach nochmal zum Horseshoe Bend - mal gucken ob der tagsüber anders aussieht *hust*

 

Nochmal Horseshoe Bend

 

So, was nun? Ich mache mich auf in Richtung BLM-Office, dort gegenüber soll ein kleiner, kaum ersichtlicher Parkplatz sein von wo ein Trail zu den Rimrock Hoodoos startet. Den Parkplatz habe ich schnell gefunden, das ist aber auch das einzige. Ich bin fast 2 Stunden durch's Gelände gelaufen, ohne auch nur annähernd etwas von den Hoodoos zu sehen die ich mir vorher auf Bildern angeschaut habe. Stattdessen sehe ich ein paar andere Steinformationen ...

 

... Unterwegs ...

 

... und habe wenigstens von einem Plateau aus eine schöne Aussicht auf die Gegend.

 

Tolle Aussicht ...

 

Als ich merke das ich vermutlich ein Seitental zu früh abgebogen bin passiert mir allerdings etwas, was mir bis dato auch noch nie passiert ist! Ich muss auf's Klo! Und zwar "richtig", na klasse. Und das mitten in der Pampa, mindestens 30 Minuten oder mehr weg vom Auto. Meine Begeisterung hält sich gerade in Grenzen und ich lote einige Optionen aus … merke jedoch schnell das es eigentlich gar keine gibt. Also mache ich mich zurück auf den Weg zum Parkplatz, unterwegs bekomme ich langsam aber sicher Magenkrämpfe und frage mich, WIE weit ich eigentlich gelaufen bin … so lange kam mir das vorhin noch gar nicht vor. Endlich am Auto angekommen packe ich den Bleifuss aus (soweit das für USA-Verhältnisse überhaupt möglich ist) und mache mich auf den Weg zurück in Richtung Page. Unterwegs kommt ja eigentlich nicht viel wo man mal auf Toilette gehen könnte, in Gedanken sehe ich mich also schon in Page im McDonalds oder vielleicht auch direkt im Hotel – das ist ja quasi gleich gegenüber, je nachdem was der Magen so sagt. Doch plötzlich, irgendwo auf der US89, geht hinter mir eine Weihnachtsbaumbeleuchtung an … irgendein Cop (oder war es ein Sheriff?) hält mich an. Boah, das darf echt nicht wahr sein. Immer wenn man es mal eilig hat. Ich bin immer schön penibel 5 mp/h über der Geschwindigkeit geblieben im Urlaub, aber jetzt wo im Prinzip die Kacke am dampfen ist wird man auch noch angehalten … grmpf! Sekunden werden zu Minuten, die 17 Grad draußen kommen mir vor wie 30 - ich schwitze und habe feuchte Hände! Wann steigt der blöde Kerl endlich mal aus seinem Auto aus ??? Fast meint man, der Typ weiss was los ist und lässt mich extra schmoren … eventuell steht er drauf, was weiss ich - Page liegt mitten in der Pampa und komische Kauze gibt es überall. Irgendwann steigt er endlich aus, wir führen einen kurzen Smalltalk in welchem ich versuche mir nichts anmerken zu lassen - die Wahrheit würde er mir eh nicht glauben. Anschließend fragt er mich noch ob ich Drogen oder illegale Sache im Auto habe. Klar, ich schmuggle Kokain, die Karre ist geklaut, ich bin ein illegaler Einwanderer, geheimer Chef des Ku-Klux-Clans und überhaupt habe ich noch 'ne Leiche im Kofferraum die ich gleich noch unbemerkt irgendwo vergraben muss nachdem ich die Extremitäten vorher abgehackt und in einem Weber One Touch Premium Kugelgrill mit 57cm Durchmesser gegrillt habe. Die passenden Briketts dazu habe ich eben bereits im Wal Mart besorgt! Lülülülülü … Ich denk mir meinen Teil und will einfach nur noch weiterfahren, bevor ich noch "Besuch" aus der Wurstabteilung bekomme. Mit einem Dauerblick in den Rückspiegel fahre ich schließlich weiter nach Page und erlebe den genialsten Toilettenbesuch aller Zeiten danach. WAS für ein scheiß Thema *lach*

 

Da der Tag sich inzwischen wieder dem Ende neigt und ich nicht genau weiss WO ich mir heute den Sonnenuntergang ansehen soll beschließe ich 2kg erleichtert zum selben Punkt zu fahren wie im letzten Jahr … der "personal golden Wall" unten am Staudamm. Da die original Fotos von diesem Abend dem Festplattencrash letztens zum Opfer gefallen sind müssen hier welche aus dem alten Reisebericht her halten.

 

Page Wall

 

Die Farben der Steine leuchten wieder einmal in fast unbeschreiblichen Farben.

 

 

Morgen verlasse ich dann Page wieder und es geht in Richtung St.George, ich könnte wetten das ich unterwegs aber noch an einigen interessanten Orten halten werde. Der Bryce Canyon ist ja in Wurfweite, und den würde ich unheimlich gerne mal mit Schnee erleben! Aber auch einen gepuderzuckerten Zion fände ich ganz schön.

 

Mal sehen ...

 

 


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