Zurück
Weiter

 


9.Tag (02.März 2013)

Toadstool Hoodoos, Coral Pink Sand Dunes, Zion NP, Red Cliffs, Snow Canyon

 

 

 

Fast freue mich mich schon auf's Frühstück heute, es scheint also gestern einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben bei mir. Gut gestärkt und mit Schmuggelware (ich habe tatsächlich einen Apfel, eine Banane UND einen Joghurt mitgehen lassen aus dem Frühstücksraum!) mache ich mich wieder auf den Weg. Erster Stopp heute sind die Toadstool Hoodoos, 4 oder 5x war ich schon hier, keine Ahnung warum ich immer wieder hier hin gehen muss wenn ich in der Nähe bin. Vielleicht ist das so eine Art Toadstoolmagnetismus? Keine Ahnung.

 

Toadstool Hoodoos

 

Toadstool Hoodoos

 

Die Sonne ist gerade erst über einen Bergkamm gekrochen als ich bereits vor Ort ankomme. Der Trail ist schnell erledigt, es ist menschenleer und mucksmäuschenstill. Früh morgens war ich bisher noch nicht hier und bei diesem völlig anderen Licht sieht alles wieder gleicht total anders aus irgendwie.

 

 

 

 

 

 

 

 

Einige Hoodoo-Hütchen sind seit dem letzten Mal wo ich hier gewesen bin leider runter gefallen, gerade in dem Seitental linke Hand vom eigentlichen Toadstool hat es fast den Anschein als habe jemand wild um sich geschossen oder irgend etwas in der Art.

 

Tote Hoodoos

 

Treibt hier etwas ein geheimnisvoller Hoodookiller sein Unwesen? Nichts genaues weiss man nicht, es könnte sich auch einfach nur um Wind und Wettereinflüsse handeln.

 

Nach einer guten Stunde bin ich zurück am Auto, selbst jetzt bin ich immer noch alleine.

Die Fahrt geht weiter, vorbei an der House Rock Valley Road und dem Abzweig zur Wave in Richtung Kanab. Hier muss ich mich langsam entscheiden, Bryce Canyon oder nicht. Ich logge mich kurz mit dem iPad auf dem Parkplatz von McDonalds ins hiesige WiFi-Netz ein und schaue mir Live Webcams vom Bryce Canyon bzw.Rubys Inn an. Ernüchterung macht sich breit, es sind nur noch letzte Schneefitzelchen auf der Wiese zu sehen. Da mir das zu unsicher ist um 100 Meilen Umweg in Kauf zu nehmen (nur um evtl.dann DOCH keine Schneehäubchen auf den Bryce-Hoodoos zu sehen), beschließe ich zähneknirschend stattdessen die Coral Pink Sand Dunes zu besuchen und anschließend zum Zion NP zu fahren. Eine mehr als gute Entscheidung wie sich später herausstellen sollte! Zugegeben, die Sand Dunes hätte ich mir dieses mal auf klemmen können, hier war ich ja bereits schon einmal und Schnee lag leider auch nicht mehr – der einzige Grund warum ich den Mini-Abstecher überhaupt noch gemacht habe. Schade, hätte aber im Zweifelsfalle bestimmt klasse ausgesehen ... Sanddünen mit Schnee, ein Traum!

 

Coral Pink Sand Dunes ... leider ohne Schnee

 

Coral Pink Sand Dunes ... leider ohne Schnee

 

Coral Pink Sand Dunes ... leider ohne Schnee

 

SO fahre ich zügig weiter, es geht in Richtung Bibelpark bzw.Zion. Unterwegs gibt es immer wieder tolle Motive die mich zum anhalten nötigen ...

 

Ranch

 

Old Car

 

Bereits am östlichen Parkeingang lässt sich erahnen was mich erwartet – wenigstens HIER liegen noch Schneereste! Ich hatte mir den Schneebericht vor einer Woche von hier zu Hause mal angesehen, da hat anscheinend noch bedeutend mehr Schnee gelegen. Aber eine Woche Knallsonne reicht anscheinend aus um große Teile weg zu tauen!

 

Zion

 

Zion

 

Zum ersten Mal in diesem Urlaub sehe ich wieder Wohnmobile, es ist als wenn hier irgendwo ein Nest ist. Zum ersten Mal sehe ich auch Fotografen mit Objektiven groß wie Radioteleskope. Es scheint, als wenn ich richtig bin hier *lach* Ich kann mir nur entfernt vorstellen WIE unfassbar schön es hier mit noch etwas mehr Schnee und bei strahlendem Sonnenschein sein muss. Aber selbst hier und heute fahre ich fast schon mit einer Dauergänsehaut weil ich es so toll finde durch die Gegend!

 

Zion

 

Als ich durch den Tunnel fahre und auf der anderen Seite ankomme ändert sich das Bild plötzlich – Schnee gibt es hier so gut wie nicht mehr, aber überall tropft es um einen herum. Der Schnee hat hier also leider ein paar Tage zu früh den Rückzug angetreten.

 

Zion

 

Ich hab meine Gedanken gerade neu sortiert als ich an dem sonst nur für Shuttle-Busse zugänglichen Scenic Drive in Richtung Narrows ankomme. Heute ist diese Strasse für den Allgemeinverkehr geöffnet … und grinsend über beide Backen fahre ich ihn gemütlich durch bis zum Ende. Fast eine Stunde brauche ich für die Strecke oneway. Ständig MUSS man quasi anhalten und aus dem Auto springen um Fotos zu machen. Eigentlich ist es unfassbar was man normalerweise hier verpasst wenn man nur im Shuttle-Bus durch die Gegend chauffiert wird. Der Scenic Drive wird ein richtiges kleines Highlight für mich. Aber, Bilder sagen mehr als Worte …

 

Zion

 

Zion Scenic Road

 

Aussichten am Straßenrand ...

 

Die Verlockung ist natürlich riesengroß heute nochmal "kurz" nach Angels Landing hoch zu gehen, und wer weiss … HÄTTE ich einen Parkplatz bekommen … aber das was leider nicht der Fall, es war restlos überfüllt und die Hiker muteten fast wie eine Ameisenstrasse an auf dem hoch zu Walters Wigglers.

 

Zion

 

Zion Scenic Road

 

Vor Angels Länding

 

So etwas hätte ich mir dann vermutlich sogar MIT vorhandenem Parkplatz noch einmal gründlich überlegt. Im unteren Bereich geht das ja noch alles, aber oben ist es definitiv nach dem „Step of faith“ nicht mehr wirklich schön wenn man auch noch anstehen muss ständig um weiter nach oben zu kommen. So bleibt es heute beim Drive-Through durch den Park, was sich aber trotz alledem mehr als gelohnt hat! Durch Hurricane und vorbei am Hollow Reservoir ...

 

Sand Hollow Reservoir

 

... mache ich mich schließlich auf den Weg in Richtung Red Cliffs Recreation Area. Die Zufahrt hinter der Interstate wird von drei Guides geregelt, sämtliche Parking Lots sind nämlich voll als ich ankomme und so bleibt mir nichts anderes übrig als zu warten bis jemand raus fährt. Warten … wie ich das hasse! Egal ob im Urlaub oder anderswo! Sinnlos verplemperte Zeit die man immer besser nutzen könnte eigentlich. Aber egal. Irgendwann erbarmt sich jemand und fährt nah Hause, in der Zwischenzeit hätte ich gemütlich ein paar Socken stricken oder mir Gedanken darüber machen können wieso die Erde eigentlich nicht bananenförmig ist. Das hätte bestimmt viele Vorteile, mir fällt gerade nur keiner ein. Am Parkplatz angekommen stoppe ich kurz an der Selfpay Station und suche den einzigen freien Parkplatz – es ist natürlich DER der am weitesten weg vom Trail ist. War irgendwie ja klar *grins*

 

Der kurze Trail querfeldein bis dort hin wo es eigentlich interessant wird ist schnell zurückgelegt, die Menschenmassen (leider muss man es fast so ausdrücken) lassen allerdings nichts gutes ahnen. Ich knipse aber erst einmal ein bisschen durch die Gegend …

 

 

 

Ein kleiner Wasserfall

 

…. bevor ich dann weiter gehe. Allerdings vergeht mir die Lust schon bevor ich überhaupt den ersten "Pool" hinter mir gelassen habe. Von oben machen einige Leute gerade abseiling (heisst wirklich so) und unten gucken gefühlte 30 Leute gebannt zu! Hallo? Leicht angenervt verharre ich hier eine ganze Zeit und gucke mir ebenfalls das Schauspiel an, an ein vorankommen war ja eh nicht mehr zu denken.

 

 

 

Keine Ahnung was das war, man könnte es vielleicht Gafferstau nennen, ich weiss es nicht genau. Nach einiger Zeit gehe ich zurück, ich habe genug gesehen! Zurück am Auto bin ICH dieses Mal derjenige auf den die Leute draußen im Auto sitzend warten das endlich mal ein Parkplatz frei wird. Na ja, viel Spaß wünsche ich jedenfalls bei dem ganzen Trubel da drin …

 

Im Vorfeld hatte ich bei St.George in den Pine Valley Mountains noch eine für Deutsche seinerzeit relativ neue Location entdeckt, im geheimen wird gemunkelt das es sich dabei um den schönsten Ort Utah's handeln soll ... da KANN man ja schonmal hellhörig werden! Der Ort hört auf den Namen Yant Flat, und nicht - wie vermutlich per google leider in Zukunft öfters zu lesen sein wird - auf den total sinnfreien Namen Candy Cliffs. Da ich von Yant Flat leider nur wusste wie ich hinkomme und ansonsten keine Plan hatte wie ich dort was finde und mit wieviel Zeitaufwand ich zu rechnen habe, war mir das für heute zu heikel. Vermutlich hätte es sich nicht wirklich mehr gelohnt, inzwischen war es schon nach 15 Uhr und drei Stunden später wird es ja schon dunkel. Aber der Ort ist jedenfalls im Hinterkopf, zusammen mit dem wunderschönen Kanarra Creek und dem Canaan Mountain könnte man hier also gut und gerne noch einmal zwei Tage verbringen. Heute ist nicht aller Tage. Für Interessierte gibt es hier eine Karte vom Gebiet um Yant Flat.

 

Da mein Hotel direkt an den St.George Outlets und somit quasi auf dem Weg zum Snow Canyon liegt ist das mein nächstes und auch letztes Ziel für heute.

 

Der State Park gefiel mir beim letzten Mal schon richtig gut und wird eindeutig total unterschätzt … was vermutlich einfach daran liegt das kaum einer mal länger hier bleibt und einfach nur durch prescht.

 

Mein erster Stopp ist Jennys Canyon, ein Slot Canyon mit Dead End, er hat also keinen "Ausgang" hinten wie sonst üblich.

 

Trotzdem ist er nicht weniger fotogen dadurch! Bedingt durch den total ebenerdigen Trail ist der Spot recht überlaufen an dem Tag.

 

Familien mit Kindern und Hunden sind an der Tagesordnung hier anscheinend und so bin ich froh das ich rein zufällig am Slot vorne ankomme und er total leer ist - das hätte ich gar nicht vermutlich bei der Völkerwanderung vorne auf dem Trail.

 

Zurück am Auto kommen nach wenigen Metern theoretisch schon die Sanddünen des Parks.

Jennys Canyon

 

Die Sand Dunes klemme ich mir heute jedoch, Sand habe ich heute morgen schon genug gesehen. Ich fahre also weiter zum Petrified Dunes Trail, der für mich eindeutig einer der fotogensten im ganzen Park ist. Ich kannte ihn noch von damals, wusste also wo ich den Arch und auch die Moki Marbles finden würde … nur dieses Mal lasse ich mir ausgiebig Zeit für alles!

 

Petrified Dunes Trail

 

 

Petrified Dunes Trail

 

Petrified Dunes Trail

 

 

Petrified Dunes Trail

 

Der Ausblick von hier oben ist einfach wunderschön, genauso wie vom Scenic Point oberhalb des Parks. Die 200m vom Asphalt zum Rim sind zwar geradezu eine Zumutung vom Zustand her, der Weg lohnt sich aber definitiv.

 

Scenic Point

 

Allerdings lohnt er sich morgens definitiv mehr als Nachmittags oder zum Sunset, da dann die Sonne gegenüber hinter den Bergen steht und man quasi genau hinein fotografiert! Zum Abschluss fahre ich noch zu den White Rocks am nördlichen Parkausgang und wandere dort zum Amphitheater. Wow, wieso war ich hier noch nie!?

 

White Rocks

 

White Rocks

 

White Rocks Amphitheatre

 

Leider war es jetzt wiederum hier für schon etwas zu spät, große Teile lagen bereits im Schatten. Hätte ich also lieber vorgezogen oder aber gleich als erstes machen sollen als ich zum Park hier gefahren bin. Aber nächstes Mal bin ich dann schlauer.

 

Morgen ist viel Fahrerei angesagt, obwohl das Tagesziel eigentlich nur Vegas lautet. Lasst Euch überraschen *zwinker*

 

 


Zurück
Weiter