Reisebericht Utah - Arizona - Nevada 2009

 

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7.Tag

Blue Canyon - Canyon de Chelly

 

Auf der Tag heute freuen wir uns beide ganz besonders, immerhin haben wir uns vorgenommen eine DER Orte zu besuchen über die es in letzter Zeit ja immer wieder im Internet diverses Gerede gab - ob zu Recht oder Unrecht, darüber lässt sich wohl streiten. Es ist also leicht zu erraten wohin uns unser Weg heute führen wird - nämlich zum überhaupt gar nicht blauen Blue Canyon. Dieser ist eigentlich "nur" ein Seitenarm des Coalmine Canyon.

Zwei Zufahrtsmöglichkeiten gibt es, wir entscheiden uns heute für die östliche. Im nachhinein möchte ich meinen, eine bessere Gravelroad wird man wohl kaum irgendwo finden um zu einem solchen Ort zu kommen, der immer noch recht abseits der üblichen Touristenströme liegt. Man fährt teilweise jenseits der 40 mp/h, Gegenverkehr sieht man bereits von weitem und eigentlich gibt es - selbst bei schlechtem Wetter am Vortag - nur eine wirklich haarige Stelle auf den gesamten 13 Meilen ... nämlich ein Gefälle auf der letzten Meile und einen kurz dahinter nicht zu unterschätzenden Wash. Das Gefälle kann man inzwischen auf einer flacheren und alternativen Piste seitlich "umfahren", bei dem Wash sieht das schon schlechter aus. Hier sollte man den Wagen dann vorher besser irgendwo parken und den Rest zu Fuß laufen, es ist noch eine knappe Meile zu laufen bis zum Ziel ...

Links auf dem unteren Foto sieht man in einiger Entfernung bereits das rot-weiße Band des Blue Canyons, rechts erkennt man das Gefälle mit einigen sandigen Stellen an dessen Ende der Wash wartet ...

Blue Canyon Area

Anfahrt zum Blue Canyon

Zum Glück war die komplette Strecke inklusive Gefälle und Wash aber furztrocken bei unserem Besuch, die wenigen sandigen Abschnitte stellen somit kein Problem dar. Da es auch noch recht früh ist als wir eintreffen sind wir mutterseelen alleine hier - wie schon so oft wenn man früh losfährt und zeitig irgendwo ankommt.

Blue Canyon

Einziger Nachteil bei einem Besuch am frühen Morgen: Die bekannteste Formation hier, die Five Padres, liegen im totalen Gegenlicht. Da haben wir nun schon fast perfektes Fotowetter und dann so etwas. Naja, man kan ja nicht alles haben und irgendwann könnte man ja auch noch einmal zum Sonnenauf - oder Untergang hierher kommen. Das tut dem ganzen aber keinen Abbruch, das zu erkundene Gebiet ist groß genug für reichlich Bildmaterial, die Five Padres sind nur ein winziger Bruchteil davon.

Die Five Padres im Gegenlicht des frühen Morgen

Immer wieder ist davon die Rede das für das Gebiet hier eine Permit benötigt wird, so richtig präzise Infos kann einem jedoch nicht wirklich jemand geben - weder das ach so schlaue Internet, noch irgendjemand vor Ort. Wir haben keine gehabt, auch wenn wir aus Deutschland kommen und das Permitgeschwafel ja eine rein deutsche Untugend für diesen Ort hier zu sein scheint ... wir haben den Tag ohne Fluch irgendeines Indianer-Häuptlings, ohne Strafzettel an der Windschutzscheibe irgendeines Officers und ohne Kratzer an der Türe irgendeines Kommunisten überlebt. Scheint also alles seine Ordnung gehabt zu haben. Selbstverständlich haben wir auch keinen Fuß auf die Erde gesetzt, sondern sind wie alle anderen die hier hinkommen über den Boden geschwebt! Wie DAS geht? Nun, frag doch Mr.Google oder Community-Leute, die wissen das bestimmt !

Im Blue Canyon

Gesteinsformation

Der Zeitaufwand für den Blue Canyon beträgt - je nach Fotolaune und Wetterverhältnisse, gut und gerne zwischen 1 und 5 Stunden, ich denke aber, das man sich unter Garantie auch einen ganzen Tag hier aufhalten kann.

In Sichtweite rechts neben den Blue Canyon ist zudem noch ein weisses Felsgebiet sichtbar, welches unter Umständen ebenfalls noch darauf wartet entdeckt zu werden. Wer also unterwegs vom Grand Canyon zum Canyon de Chelly oder umgekehrt ist sollte den Abstecher zum Blue UND Coalmine Canyon nicht scheuen, beide sind im Prinzip recht gut zu erreichen, die genaue Anfahrt dürfte inzwischen zwar kein Geheimnis mehr sein, ich kläre aber gerne diesbezüglich auch per eMail auf.

Blue Canyon Panorama

Ich persönlich kann den Hype um diesen Ort hier nicht ganz nachvollziehen, rückbetrachtend gefallen mir die Fotos eigentlich sogar besser als der Ort selber. Sicherlich macht es Spaß hier herum zu laufen und die "Zipfelmützen" abzulichten, woher DER Name wieder kommt ist mir allerdings ein größeres Mysterium als der Ort selber ... wären die Steine blau und hätten weisse Kappen auf, DANN kämen wir dem schon näher, aber DANN wären wir auch in Schlumpfhausen und nicht im Blue Canyon. Egal! Just my 2 cents ...

Die Fahrt über die Dirt Road zurück zur asphaltierten Straße dauert knapp 30 Minuten und fast schon in Dirt-Road-Lichtgewschwindigkeit sind wir wieder zurück in der Zivilisation.

Unsere Fahrt geht nonstop weiter über die US191 nach Chinle, wo wir direkt schonmal im Hotel einchecken und einen heftig einsetzenden Regenschauer aussitzen. Schon komisch, davon war im Wetterbericht eigentlich keine Rede ... naja.

Entering Canyon de Chelly ... "nur" ein National Momument

Kurze Zeit später hat der Wettergott sich beruhigt, die Wolken werden heller und hier und da blinzelt sogar die Sonne durch. Zeit sich auf den Weg zum Eingang des National Monuments zu machen. Dieses teilt sich eigentlich in zwei Bereiche auf, biegt man hinterm Eingang links ab gelangt man auf die North Rim Road entlang des Canyon del Muerto zu den einzelnen Overlooks der diversen Caves, fährt man geradeaus weiter kommt man auf die oneway Park Road des South Rim Drive an deren Ende sich auch der bekannteste Felsen hier, der Spider Rock, befindet. Nach einem kurzen Abstecher im Visitor Center entscheiden wir uns heute für letztere Variante.

Den etwas merkwürdig anmutenden Namen hat der Park im übrigen den Navajos zu verdanken, "Chelly" wurde nämlich in deren Sprache vom Wort "Segi" abgeleitet was soviel wie Felsschlucht bedeutet. Davon gibt's hier derer zwei. Genau genommen sind es eigentlich vier, allerdings sind nur zwei für die Öffentlichkeit zugänglich. An der tiefsten Stelle gräbt sie sich bis zu 300m ins Colorado Plateau hinein.

Auf dem South Rim Drive erwarten einen sieben Scenic Points, allesamt mehr oder weniger sehenswert. Im Grunde genommen bekommt man immer wieder Einblicke in die einzelnen Felsenschluchten und auf diverse Ruinen.

Scenic Point

Als schönste Ruine hier im National Monument gilt die White House Ruin, zu Ihr kann man auch als einziges ohne einen indianischen Führer gelangen. Der Trail dorhin ist 2.5 Meilen lang (oneway) und führt hinunter auf den Canyonboden bis kurz vor die Ruine. Mangels Sonne, Zeit und einem geschätzten Zeitaufwand von 3 Stunden klemmen wir uns das aber für heute ...

Stattdessen fahren wir recht zügig weiter bis zum Ende der Park Road, hier befindet sich der 244m hohe Spider Rock. Mit 300m befindet man sich hier zudem am höchsten Overlook des gesamten Parks. Natürlich ist das dann auch der überlaufendste Punkt, nirgendwo sonst waren mehr Leute geichzeitig anzutreffen wie hier. Trotzdem wirkt es nie so wirklich überfüllt, irgendwie verläuft sich das alles recht schnell.

Spider Rock

Gut eine Stunde haben wir darauf gewartet das die Sonne sich einmal zeigt und die beiden Felsnadeln evtl. einen fotogenen Schatten werfen, leider wurden wir aber an der Nase herumgeführt. Die meiste Zeit war es bewölkt, obwohl es ständig so ausgesehen hat als wenn es jede Minute aufklaren müsste. Aber Fehlanzeige, die einzigen Sonnenstrahlen, die auch nur ETWAS in die Nähe des Felsnadeln gekommen sind zeigt das Panorama oben. Kurz darauf war der Spaß allerdings auch schon wieder vorbei. Schade eigentlich, dabei soll eigentlich der späte Nachmittag die optimale Zeit sein für ein Foto hier, früh morgens kann man ganz vergessen - totales Gegenlicht. Eine gute Karte im pdf-Format von National Monument gibt es hier.

Naja, mal schauen wie es morgen früh ausschaut, der Wetterbericht sieht ganz gut aus und in Richtung Moab trübt eigentlich auf der Wetterkarte kein Wölkchen den Himmel ... evtl. machen wir einen kurzen Abstecher über 4 Corners nach Mesa Verde, fahrtechnisch ist das kein großer Umweg. Lassen wir uns überraschen. Bis denn!

 

 

Aktuelles Wetter in Chinle

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