10.Tag Canyonlands NP - Shafer Trail - Potash Road
*gähn* ... Um kurz von 5h machen wir uns auf den Weg zu einer DER Traumlocations für viele - dem Sonnenaufgang am Mesa Arch. Das besondere hierbei: Der Arch wird von unten von der aufgehenden Sonne angestrahlt und fängt dabei auf der Unterseite rötlich an zu glühen! Zu allererst steht jedoch die knapp einstündige Anfahrt durch stockdüstere Nacht und durch einen menschenleeren Canyonlands Nationalpark. Zumindest bis wir zum Parkplatz des Mesa Arch kommen, hier stehen in der Tat schon 3 Autos und mit uns kommen noch 2 weitere ...
Da wir eigentlich knapp 30 Minuten zu früh hier sind beginnen aber eh irgendwann ALLE herumzulaufen und ihren eben noch perfekten Platz gegen einen anderen noch perfekteren Platz für die Fotos auszutauschen. Das ist prima, denn so bekommt jeder irgendwie einen wirklich perfekten Platz - mehr oder weniger. Ein Foto zu bekommen wo man allerdings mal alleine vorm Arch sitzt ist fast ein Ding der Unmöglichkeit da man ständig zur Seite gewunken wird von irgendjemanden, das folgende Bild ist also unter Einsatz meines Lebens entstanden ... *hust* ...
Ein kurzer Moment, dann muss Mel auch schon wieder weichen und irgendeiner Pappnase Platz machen die genau in DEM Moment meint unbedingt von DER Stelle ein Bild machen zu müssen. Bekloppt, ehrlich! Aber auch ohne "Dame" im Vordergrund macht sich der Arch natürlich gut - sehr gut sogar - besser sogar noch als MIT Dame ... *AUA* ...
Damit die Bilder nicht so dicht aneinandergequetscht sind wollte ich eigentlich ein paar langweilige Zahlen wie Spannweite usw. vom Mesa Arch niederschreiben, ich hab aber keine Daten darüber finden können im Netz. Deshalb erfinde ich heute mal die geschätzte Spannweite von 10m ... so! Wieso ständig auch jemand auf dem Arch rumhüpfen muss wird mir an dieser Stelle auch immer ein Rätsel bleiben, irgendwie ist es ein Wunder das noch keiner mal abgerutscht ist. Ist doch nicht, oder? Es folgen zu Abwechslung mal keine Panoramen, dafür aber nach Sichtung und etlichem hin - und her überlegen welche Bilder man nun für den Reisebericht verwenden könnte DIE beiden Fotos von denen wir beide glauben das sie ganz brauchbar geworden sind ...
Die Bilder sehen jetzt zwar nicht anders aus als man es schon x-Mal vorher auf anderen Seiten gesehen hat, trotzdem ist es einfach ein toller Moment das ganze selber mitzuerleben. Dafür steht man gerne früh auf, lange schlafen kann ich noch im Grab! Interessant ist auch die Sicht von links oben AUF den Arch, hierbei glüht ja nicht der Arch sondern die Felswand dahinter ... okay, die Felswand glüht ja eigentlich auch immer, aber man sieht es halt nicht wenn man unten vorm Arch rumrobbt. Ein beeindruckender Anblick auf jeden Fall !!
Nach einer guten Stunde die wir hier am Arch verweilt haben ist das Schauspiel wieder vorbei und wir fahren erst einmal gemütlich zum Green River Overlook. Da am frühem Morgen hier die besten Lichtverhältnisse herrschen frühstücken wir hier in aller Ruhe unsere mitgebrachten Baguettes samt Käffchen, bevor wir uns auf zum Upheavel Dome machen. Den kennen wir zwar schon, allerdings waren wir damals nur am unteren und nicht am oberen Aussichtspunkt. Von dort schaut das ganze dann - mit Infrarotfilter - folgendermaßen aus ... Beim berühren mit der Maus sieht man dann wie es in Natura aussieht. Die Aussicht ist irgendwie auch nicht wirklich anders als vom unteren Scenic Point finde ich, aber gut - es gibt halt zwei, also was soll's !? Was der Upheavel Dome genau ist muss ich glaube ich nicht extra noch einmal erwähnen, ob es nun ein Meteoriteneinschlag oder ein zusammengestürzter Salzstollen ist der das Gebilde hier ausgelöst hat ... dazu habe ich glaube ich beim letzten Mal schon was geschrieben und es soll ja weitergehen hier *hüstel* Wir fahren also weiter zum Grand View
Vernünftige Lichtverhältnisse hat man hier im übrigen erst ab Mittag, bis dahin ist das hier absolute Gegenlicht-Fraktion. Für den kompletten Weg bis zum Ende benötigen wir mit den zahlreichen Fotopausen eine knappe Stunde, mehr Zeit als wir ursprünglich geplant hatten. Aber es hat sich gelohnt, uns erwartet ein 180° Panorama was sich gewaschen hat ...
Rechts kann man schon wieder Bereiche des Green River Overlooks erkennen, bei guter Fernsicht soll man hier - wie am gesamten Bereich des Grand View Point Overlook übrigens - bis über 100km weit gucken können. Angesichts der extrem klaren Luft heute glaub ich das gerne ... Zurück am Auto beschließen wir dann etwas, wovon wir vorher nicht ganz sicher waren ob wir es machen würden oder nicht - wir wollen den Shafer Trail hinunter fahren und dann via Potash Road zurück nach Moab.
Bis zum Abzweig auf die Potash Road kommen uns lediglich 3 Jeeps einer geführten Tour entgegen und ein einzelner Wrangler mit einem älteren Pärchen, alle wollen aber den Shafer Trail hinauf und nicht hinunter wie wir. Welche Richtung nun das größere Erlebnis ist wage ich nicht zu beurteilen, ich denke ja immer etwas runter zu fahren ist aufregender als hinauf ... aber das kann auch ein subjektiver Eindruck sein. Naja, wie gesagt - bis zum Abzweig auf die Potash Road ging alles ganz easy eigentlich, trotz starkem Gefälle hier und da und einigen Waschbrett-Abschnitten war alles leicht zu fahren, ABER DANN ... wurde es dafür am Beginn der Potash Road verhältnismäßig ... öhm ... sagen wir mal "gewöhnungsbedürftig". Schneller als Schrittgeschwindigkeit war nicht mehr drin, wäre ich noch langsamer gefahren hätten wir vermutlich 'nen Parkschein ziehen müssen oder wären in der Zeit zurück gereist! DAS war keine Straße mehr, das war eine Zumutung (im stammtisch ist ein nettes Foto von Doris zu bewundern) an dessen unterem Ende ein Wash wartete von dem die Kante weggebrochen war. Na prima! Ohne zu wissen was der Ford Edge so hergibt hab ich ihn Zentimeter für Zentimeter so schräg wie möglich diese "Stufe" hinunter manövriert ... und siehe da, es hat in der Tat geklappt. Wir waren beide glaube ich zu angespannt um von der Stelle in dem Moment ein Foto zu machen, im Nachhinien ist das recht schade wie ich finde, das hätte man gut irgendwo in einem Werbeclip für den Wagen verwenden können *lach* ... Wer auf solche Abenteuer und Routen steht, der schaut einfach mal auf der Homepage von Rolf vorbei.
Sehr interessant finde ich übrigens, das unser TomTom-Navi sowohl den Shafer Trail als auch die Potash Road fast vollständig angezeigt hat während der Tour. Okay, letztere ist während einigen Abschnitten auf dem Navi nicht vorhanden und man fährt querfeldein, die meiste Zeit befindet man sich aber in der Tat laut Navi auch auf einer Straße ... damit hätte ich eigentlich vorher nicht gerechnet. Generell muss ich sagen scheint die aktuelle USA-Karte recht genau zu sein, selbst kleinste Straßen werden dargestellt ...
Schönster Abschnitt der gesamten Strecke war für uns beide der Bereich um den Gooseneck Overlook, das ist DIE Flußschleife auf welche man oben vom Dead Horse Point State Park blickt. Ein Panorama gibt es dieses Mal davon nicht, viel besser sieht man die Schleife eh oben vom State Park aus. Ein Flußfoto muss deshalb reichen - im Prinzip aus dem Auto oben linke Hand ausgestiegen und da steht man dann und blickt ehrfürchtig auf den Colorado River hinab ....
Eine Quad-Tour hat sich ebenfalls hier an diesem Punkt versammelt und scheint Pause zu machen, nach ein paar Minuten finden sich noch zwei weitere SUV's ein welche anscheinend die Potash Road in Richtung Shafer Trail hinauf wollen ... na viel Spaß dann noch. Wir machen ebenfalls eine kurze Pause und fahren dann - auf einer inzwischen wieder relativ gut befahrbaren Piste - weiter in Richtung Potash-Anlage. Und hier gelingt Mel ein Foto wobei ich mir am liebsten gleich die Badehose anziehen würde ...
Und auch wenn die Temperaturen es hier heute nicht tun, der Schein trügt natürlich, Pottashe eignet sich nicht wirklich gut zum baden. Und für alle die es nicht schon irgendwo auf einer anderen Seite mal gelesen haben: Pottashe ist nichts anderes als Kaliumsalz der normalen Kohlensäure. Es bildet ein weißes, hygroskopisches Pulver mit einer Schmelztemperatur von 891 °C und einer Dichte von 2,428 g·cm hoch−3. Der Name Pottasche stammt von der alten Methode der Anreicherung von Kaliumcarbonat aus Holzasche mittels Lösung der Salze durch Auswaschen mit Wasser und anschließendem Eindampfen in Töpfen. . .Klar soweit? Muss man nicht wissen, wird noch nichtmals bei Wer wird Millionär bei der 1 Mio.EURO-Frage gefragt.
Kurz bevor man wieder den Asphalt erreicht kommt man noch an ein paar netten Balanced Rocks vorbei ... einen Abstecher zum Colorado hinunter machen wir auch noch zu der Stelle wo normalerweise die Schlauchboote zu Wasser gelassen werden, hier kommt man direkt an den Fluß heran. Als nächstes erwartet uns noch der Jughandle Arch unmittelbar neben der Straße, bevor es für uns zum letzten Mal für diesen Urlaub wieder in den Arches NP geht - wir wollen hoch zum Delicate Arch.
Am Parkplatz angekommen rüsten wir uns für den Marsch zum Arch, für den wir letztes Mal gut und gerne etwas über eine Stunde gebraucht haben. Und wieder einmal scheint sich zu bestätigen, das man Strecken schneller geht wenn man sie schon einmal gelaufen ist irgendwann. Nach gerade einmal einer halben Stunde und 147 erklommenen Höhenmetern stehen wir wieder oben vor einem der schönsten freistehenden und am meisten fotografierten Naturbögen der gesamten USA. Und selbstverständlich denke ich dieses Mal auch daran, den Arch durch die kleine Öffnung in der Felswand kurz vor Ende des Trails abzulichten ...
Und auch in den Kessel klettere ich dieses Mal hinab ...
Gerade einmal um die zwanzig Leute haben sich um diese Zeit heute hier hoch verirrt, kein Vergleich zu gestern Morgen, wo wir vom 2km entfernten Farview Point aus zig kleine schwarze Punkte gesehen haben hier oben.
Heute ist es deshalb auch kein Problem das man den Arch ohne Menschenmassen ablichten kann, ein Zustand der SO nicht immer gegeben ist! Der ein oder andere mag sich vielleicht fragen, wie ein solch großer Bogen einfach so mitten im Raum stehen kann ... zur Verdeutlichung habe ich mir einmal erlaubt eine Grafik samt Text von Wikipedia auszuleihen.
1) Durch den Einbruch der Antiklinalen brachen die durch Hebung entstandenen Risse im Sandstein auf. 2) Durch Erosion vergrößerte sich die Oberfläche der Risse, wodurch die Erosion noch rascher fortschreiten konnte, so dass lange, rippenartige Strukturen entstanden. 3) Felsen bröckeln ab und durchbrechen die Rippen, in wenigen Fällen entstanden Löcher in den Wällen. 4) Die so entstandenen Löcher werden durch Wind und Wetter weiter erodiert, Wasser dringt teilweise in den Sandstein ein und sprengt beim Gefrieren weitere Felsen heraus. Quelle: wikipedia.de Klar soweit? Aber auch das muss man vermutlich nicht wissen, außer man lernt das Internet auswendig oder ist Geologe. Pünktlich zum Sonnenuntergang verlassen wir den Arch wieder und wandern zurück zum Auto, wo wir uns auf den Heimweg nach Moab machen. Morgen geht es Richtung Torrey weiter, mal sehen was wir auf dem Weg dorthin so mitnehmen können. Bis denn dann ...
Aktuelles Wetter in Moab
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