11.Tag Crystal Geysir - Goblin Valley - Capitol Reef NP
Im Morgengrauen verlassen wir Moab, wir kaufen uns im City Market noch Proviant für unterwegs und machen uns auf in Richtung Green River. Hier befindet sich in der Nähe der Interstate und unweit des Green River State Parks der sogenannte Crystal Geysir ... auf googlemaps ist der inzwischen perfekt zu lokalisieren! Von der Ausfahrt Green River aus folgt man einfach der Little Valley Road bis ganz zum Schluss und steht quasi unmittelbar vor dem Objekt der Begierde ...
"Nicht natürlich", weil er eigentlich das Produkt einer Bohrung in den 1930er Jahren ist. Damals wurde hier knapp 800m tief nach Erdöl gebohrt. Das heute sichtbare rostrote Rohr hat nichts mit der Bohrung von damals zu tun, sondern soll lediglich dazu dienen das niemand hineinfällt ... KEIN SCHERZ! Warum aber sprudelt es hier überhaupt? Schuld daran ist Kohlendioxid, welches durch vulkanische Vorgänge ins Grundwasser abgegeben wird und dort in gelöster Form vorliegt. Nun reichert sich das Grundwasser solange mit Kohlendioxid an bis es keines mehr aufnehmen kann, am Ende des Prozesses steht ein Aufperleffekt der vergleichbar ist mit einer aufschäumenden Sprudelflasche. Der überschüssige Druck muss irgendwo hin und sucht sich seinen Weg an die Oberfläche ... begünstigt durch die an dieser Stelle vorgenommene Bohrung und den somit vorhandenen engen Aufstiegskanal den ein Geysir benötigt entsteht so ein Kaltwassergeysir. Aber wovon reden wir hier überhaupt wenn keiner weiss wie so ein Ding überhaupt aussieht !? Guckst Du hier ...
Hier einen Ausbruch mitzuerleben ist allerdings schon so etwas wie ein sechser im Lotto ... okay, zwar ohne Zusatzzahl, aber man muss schon VERDAMMTES Glück haben das das Ding auch genau dann gerade ausbricht wenn man zufällig gerade hier ist. Die Intervallzeit wird unterschiedlich angegeben, einige sprechen von 14 Stunden, andere von bis zu 30 Stunden. Auch bei der Dauer eines Ausbruchs schwanken die Aussagen. Einige sprechen von 5 Minuten, andere von zwei Stunden. Wir waren eine gute Stunde hier, fast während der gesamten Zeit stand der Geysir nicht still. Zwischendurch hat er zwar mehrere Ruhephasen gehabt in denen nur ein leises geblubbere zu hören war, kurze Zeit später folgte aber daraufhin immer wieder ein Ausbruch. Auch bei der Höhe der Fontäne ist man sich uneinig, irgendwo meine ich etwas von bis zu 20m gelesen zu haben, ich würde mal vermuten das die höchste bei unserem Aufenthalt so um die 10m gewesen ist ... das ist allerdings wirklich nur sehr schwierig zu schätzen. NACH einem Ausbruch gibt es dann auch noch recht hübsche Sinterterrassen, die denen im Yellowstone gar nicht mal so unähnlich sind ...
Lohnt sich ein Abstecher hierher? Nun, uns hat es gut gefallen, was natürlich definitiv auch an dem unaufhörlichen Ausbruch des Geysirs gelegen hat. Kommt man her und hat vor auf einen Ausbruch zu warten kann das eine zeitraubende Sache werden, wie man wunderbar in Isa's Blog nachlesen kann. Unser nächstes Ziel nach diesem verheissungsvollen Start in den Tag: Goblin Valley !! Irgendwie mögen wir das kleine Kobold-Tal ja ganz besonders, wieso kann ich gar nicht genau sagen ?! Inzwischen gibt es ein fast fertiges Rangerhäuschen am Parkeingang, es scheint als wenn die Fertigstellung kurz bevor steht. Mittlerweile ist das Tal ja auch kein Geheimtipp mehr und man findet unzählige Bilder und Berichte dazu im Netz, selbst Musikvideos werden ja inzwischen hier anscheinend sehr gerne gedreht ... Zum Glück sind WIR aber heute fast alleine hier, lediglich noch zwei andere Autos stehen auf dem Parkplatz. Eine vorgegeben Route durch die mitunter kuriosen Sandsteingebilde besteht nicht, man kann überall frei herumlaufen. Natürlich sollte man aber auch hier darauf achten nichts zu zerstören, der Sandstein ist sehr weich und kann schnell zerbröseln oder nachgeben. Da schon so viele Fotos von hier gemacht wurden ist es natürlich schwierig immer noch etwas "anderes" abzulichten als die Masse der Leute, vielleicht haben wir aber doch das ein oder andere unverbrauchte Motiv gefunden - wie zum Beispiel den Wild Horse Butte, den man durch eine Öffnung im Gestein sehen kann ...
Überhaupt bieten die verschiedenen "Mini-Arche" in den Kobolden immer wieder gute Gelegenheiten für Fotos, sie stellen sozusagen hervorragende "Rahmenbedingungen" dar! Und auch zwei Bewohner des Tals haben wir dieses Mal gefunden ...
Man kann mit etwas Phantasie sicher alle möglichen Gebilde aus den kuriosen Formen der Steine erkennen, einiges ist aber wirklich so offensichtlich das es manchmal schon sehr schwer zu glauben ist das so etwas durch Mutter Natur entstanden ist. Im zweiten Tal hinter den sieben Bergen bei den sieben ... ach ne! Im zweiten Tal hinter dem grünen Hügel den man vom parkplatz aus erkennen kan irren wir auch noch eine ganz zeitlang herum und machen das ein oder andere Panorama ...
... bevor wir uns auf einen kurzen Abstecher zum knapp 5 Meilen entferneten Little Wild Horse Canyon machen. Die Zufahrt über die Dirt Road ist - zumindest an unserem Besuchstag - auch für 2WD gut zu fahren und stellt bis auf eine kleine sandige Passage keine Schwierigkeiten dar. Vom Parkplatz aus läuft man etwa eine halbe Stunde bis zum eigentlich Slot Canyon, den man allerdings nicht mit dem Antelope Canyon bei Page vergleichen kann. Die bekannten Beams sucht man hier vergebens, trotzdem übt der Canyon seinen ganz eigenen Reiz auf uns aus ...
Da ich schlauerweise das Stativ im Auto gelassen habe und viele Fotos leider unscharf geworden sind gibt es leider nur zwei Bilder die nicht wirklich spannend sind bzw. den Canyon nicht wirklich wiederspiegeln können. Wer näheres und vor allem Dingen bessere Bilder hierzu sehen möchte schaut einfach mal bei Steffen vorbei. Über Hanksville und vorbei an den Überresten des historischen Dörfchen's Giles ...
... fahren wir weiter zum Capitol Reef NP. Der wurde von uns beim letzten Besuch ja recht stiefmütterlich behandelt und auch heute haben wir kaum ausreichend Zeit um wirklich etwas längeres zu planen. Irgendwie müssen wir das irgendwann noch einmal nachholen. Wir machen deshalb zwar etwas mehr als beim letzten Mal, trotzdem bleibt nur ein fader 08/15-Touribesuch-Geschmack. Sehenswert ist auf jeden Fall die alte Scheune bei Fruita ...
... sowie der Scenic Drive entlang der Slickrock Divide, an dessen Ende man vor den gewaltigen Felswänden der Capitol Gorge steht. Hier beginnt auch der 2 Meilen lange Trail durch den Capitol Gorge Wash, für den man an die 1.5 Stunden rechnen muss.
Der Rest des Nachmittages verfliegt irgendwie rasend schnell und wir entschließen uns nur die Standard-Scenic-Point abzugrasen, beim nächsten Mal wir aber hier definitiv auch mal ein bischen gewandert oder hinein ins Cathedral Valley gefahren. Zwischenzeitlich checken wir im Motel in Torrey ein, bevor wir zum Sunset zurück zum Gooseneck-Overlook Point fahren und den Sonnenuntergang am Panorama Point mit einem Panorama-Foto geniessen ... womit auch sonst an dieser Stelle? *lach*
Der Tag Morgen wird uns in Richtung Monument Valley bringen ... und zwar über die US95 vorbei an Bullfrog Marina und dem Natural Bridges NM. Wenn das Wetter gut bleibt (und davon gehen wir mal aus, denn das linke Auge juckt heute gar nicht) wollen wir dieses Mal auch endlich zum Muley Point und über den Moki Dugway fahren. Warten wir's ab, wir sind guter Dinge ...
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