13.Tag Monument Valley
Der heutige Tag beginnt wie der gestrige aufgehört hat, ... mit dem verkrüppelten Baum, nur in die andere Richtung fotografiert! Ausgerechnet HIER hat sich aber schon ein Ami samt Stativ so breit aufgebaut das es fast unmöglich scheint selber ein halbwegs brauchbares Foto zu knipsen. Wir kommen ins Gespräch und er erzählt mir das er nun seit 6 Jahren jedes Jahr einmal hier an dieses Stelle kommt - immer in der Hoffnung ein noch besseres Foto zu knipsen als beim letzten Mal. Komischer Kauz! Wer fährt schon 6 Mal hintereinander an den gleichen Ort *hüstel*
Nach einer knapp einstündigen Fotosession gehen wir uns erst einmal aufwärmen und frühstücken ... dabei fällt uns auf, das das Kassenhäuschen am Eingang zum Monument Valley bis zur Dämmerung nicht besetzt zu sein scheint. Ein Wunder? Oder sind die beiden Navajo-Damen einfach vor Langeweile im Häuschen eingeschlafen und umgekippt? Man weiss es nicht genau. Auch egal ... worum geht's? Ach so, frühstücken - genau! Wir gehen also erstmal frühstücken - wer hätte das gedacht !? Danach wollten wir eigentlich eine spontane Tour zum Teardrop Arch für den späten Nachmittag buchen, die herumstreunenden Navajos am Visitor Center ließen sich aber auf keine Verhandlungen ein und wollten 50$ pro Person haben für den kurzen Trip zum Arch ... und dabei wären wir noch mit unserem eigenem Auto gefahren und hätten den Winnetou hinten drin mitgenommen. Auf Nachfrage am Tourdesk der Gouldings Lodge schüttelte man auch nur den Kopf - heute sei kein Guide am arbeiten der den Weg zum Arch kennt ... ja ne, ist klar! Die Idee auf eigene Faust zum Arch zu fahren haben wir nach einigen Versuchen aufgegeben, wir haben ihn zwar von der Zufahrt zur Gouldings Lodge ausmachen können oben auf dem Felsmassiv (wenn man weiss wo er ist findet man ihn von der Straße aus ganz leicht), sämtliche Straßen die wir ausprobiert haben endeten aber irgendwo im Nirgendwo. Außerdem ist ja angeblich verboten OHNE Guide zum Arch zu wandern ... und da wir es nicht unbedingt drauf anlegen wollten haben wir uns letztendlich dem Arch geschlagen gegeben. Aber: Heute ist nicht aller Tage !! Nächste Idee für den Tag hier: Mystery Valley oder Hidden Valley. Beides kann man in verschieden Tourlängen buchen, angefangen von einer 2-stündigen Tour bis hin zum (fast) Tages-Event. Die Preise variieren dementsprechend. Aber auch hier sieht es schlecht aus, unsere Tourvorstellung scheint es nicht zu geben, oder aber die Navajos sind zu unflexibel oder größenwahnsinnig was die Vorstellung beim Preis angeht. Eigentlich wollten wir nur eine Tour buchen und nicht gleich das ganze Tal kaufen !! Also kommt wohl oder übel Plan C zum Einsatz - der Monument Valley Loop zum selber fahren. Es folgen ein paar über den Tag verteilte Eindrücke von einem ganzen Tag im Wunderland der Felsmonolithen, Westernkulissen - die meiste Zeit ist dabei mit warten draufgegangen. Warten, das sich endlich mal kein Auto, keine Person oder was weiss ich auf einem Fotomotiv befindet, warten auf gutes Licht, warten auf irgendetwas eben. Wir hoffen es ist was sinnvolles dabei rausgekommen, fangen wir mal an mit einer Wasserspiegelung ...
... und einem der wohl besten Plätze weltweit sein Zelt aufzuschlagen ...
Kommen wir nun zu ein paar verrückten Asiaten, die mit einem 60-Personen-Reisebus den Loop unsicher machen. Wär ich eine Comic-Figur, meine Augen wären vermutlich auf Sprungfedern aus den Aughöhlen herausgeschnellt !! Ich hab keine Ahnung wie die überhaupt mit dem Bus die erste Meile geschafft haben, die Serpentinen sind meiner Meinung nach völlig Busuntauglich und viel zu eng für ein Gefährt dieser Größe! Es gibt viel Möglichkeiten den Loop zu erleben ... wir haben Jogger gesehen, Motorradfahrer - und auch IHN hier !!
Ich wusste gar nicht das es sowas wie eine Tour de Valley gibt, aber man lernt ja nie aus. Das wär auf jeden Fall mal definitiv nix für mich. Wir sind an dem Tag 3x den Loop gefahren, immer bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen. Ich kann trotzdem gar nicht präzise sagen wann genau es uns hier am besten gefallen hat ... irgendwie hat jede Tageszeit und jedes Licht seinen ganz eigenen Reiz.
Und immer wieder Bäume, tote Bäume ... Der Sonnenuntergang ist heute übrigens ausgefallen, dafür gab es einen perfekt schönen Sandsturm. So etwas haben wir bisher auch nur in Filmen gesehen. Der Horizont wurde gelb und nur wenige Minuten später wurde es dermassen windig das wir es kaum noch zurück ins Auto geschafft haben. Man hat wirklich NICHTS mehr gesehen und orientieren war völlig unmöglich. Kurze Zeit später ist das Spektakel auch schon wieder vorbei ... es bleibt allerdings bewölkt :-( ... Schade, so müssen wir uns mit dem Sunset von gestern zufrieden geben. Morgen geht es dann endlich nach Page, schon komisch wie diese kleine Stadt am Lake Powell sich in die Herzen vieler USA-Reisende geschlichen hat inzwischen. Wir sind irgendwie gerne dort. Also, freut Euch mit uns ...
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