15.Tag Yellow Rock - Toadstool Hoodoos - Stud Horse Point
Der Parkplatz vor der Rangerstation war gerammelt voll als wir zur Lotterie eintrudeln, da es innendrin nicht anders aussieht darf von jeder Losnummer nur EINE Person drin bleiben - alle anderen werden nach draußen gebeten und müssen warten. Und um es kurz zu machen - wir haben KEIN Glück gehabt, der große Wave-Gott hatte leider kein Einsehen mit uns und hat andere Leute beglückt. Naja, was soll's ... VERDAMMT :-D Ein Alternativplan für morgen muss also her, uns fällt bestimmt bis Morgen noch was ein. Wie wäre es aber HEUTE zum Beispiel mit den Wahweap Hoodoos? Kennen wir noch nicht, außerdem gar nicht weit weg. Und eigentlich verläuft die ersten Meilen alles ganz gut, auch die weggebrochene Stelle an einem Wash umfahren wir problemlos - bis wir zu einer Senke an einem weiteren Wash kommen wo unser Escape nicht durchkommt ohne das er Schaden nehmen würde. Die Front-Gummilippe vorne unten am Auto ist schon völlig verbogen und wir sind noch lange nicht am tiefsten Punkt angekommen. Hinter uns hält plötzlich noch ein weiteres Auto und es steigt ein deutsches Pärchen aus das wir eben noch bei der Wave-Lotterie gesehen haben. Da sie ebenfalls mit einem Ford Escape unterwegs sind suchen wir gemeinsam nach einer Lösung. Unsere einzige Idee, die Mulde mit großen Steinplatten aus der Umgebung aufzufüllen um so den Winkel zu verringern scheitert jedoch nach einer halben Ewigkeit - wir setzen immer noch satt auf vorne. Soviel hätte man niemals auffüllen können :-( ... Schräg ansetzen, rückwärts runter und rein in den Wash, drehen und vorwärts wieder hoch klappt auch nicht, selbst dazu ist der Winkel bzw. die Steigung zu groß. Das ist doch echt zum bekloppt werden! Irgendwann geben wir auf, es ist einige Zeit ins Land verstrichen und wir wollten den Urlaub ja nicht damit verbringen hier die Straßen auszubessern. Etwas bedröppelt machen wir also kehrt und überlegen was wir nun machen könnten. Spontan beschließen wir zum Yellow Rock zu fahren. Eine knapp 14 Meilen lange Fahrt über die Cottonwood Canyon Road steht uns dafür bevor. Der Straßenzustand ist ... öhm ... verbesserungsfähig, selten hab ich mich so konzentrieren müssen wie hier. Hinter jeder Kurve lauern neue Überraschungen und bis wir am Ziel sind vergehen rund 50 Minuten. Einen erkennbaren Parkplatz sucht man vergebens, entweder stellt man sein Auto am Abzweig zu Brigham Plains Road ab, die fast parallel zu Yellow Rock rechts von der CCR abzweigt (es gibt ein paar erkennbare Reifenspuren die darauf schließen lassen das hier öfter geparkt wird) oder aber man fährt ein Stück weiter bis kurz vorm Cottonwood Wash, hier befindet sich linke Hand auch eine kleiner Parkplatz - eigentlich der Start für den Lower Hackberry Canyon Trailhead. Wir entscheiden uns für die zweite Variante beim parken und sind froh das wir die CCR nicht weiterfahren müssen, der Wash ist - obwohl er staubtrocken ist - in einem üblen Zustand und ihn müssten wir mit dem Auto durchqueren!
Na danke für den Hinweis, das haben wir zwar vorher schon im Internet lesen können aber es hier vor Ort gleich noch einmal zu erfahren steigert die Motivation ja ungemein! Der Beginn der Wanderung durch ein ausgetrocknetes Flussbett ist eher gemütlich, geregnet scheint es hier auf jeden Fall schon länger nicht mehr zu haben. Nach knapp 350m zweigt der Trail dann nach rechts ab und es fängt an bergauf zu gehen ... steil bergauf ... sehr steil bergauf! Ein sicheres Zeichen das man sich auf dem Yellow Rock Trail befindet!
Ein Blick zurück hinab ins Tal lohnt zwischendurch auch ... jetzt wird einem auch schnell klar wie der Cockscomb zu seinem Namen kam. Plötzlich sieht man dann hinter einer Kuppe die ersten gelblichen Verfärbungen ... und DA ist er dann plötzlich - unwirklich, völlig deplaziert wirkt er hier inmitten von graubraun und grünen Farben eigentlich! In Verbindung mit dem fast stahlblauen Himmel heute ein Kontrast der absolut irre aussieht!
Etwas über eine halbe Stunde haben wir für den ersten Aufstieg benötigt und dabei einige Höhenmeter überwunden. Bis man schließlich vor dem gelben Felsmassiv steht vergehen noch einmal knapp 15 Minuten, irgendwie scheint der nicht näher zu kommen wenn man sich auf ihn zu bewegt. Aber irgendwann ist man dann natürlich doch da.
Der Weg hinauf auf die höchste Stelle lohnt ungemein, es erwartet einen ein 360°-Panorama was seinesgleichen sucht. Im Norden kann man Castle Rock und Hackberry Canyon erkennen, im Süden das Yellow Rock Valley und im Osten die Bringham Plains Road.
Es scheint eine unglaubliche Laune der Natur zu sein und die Farben sind so grell das sie einem fast schon in den Augen weh tun. Was der liebe Gott sich damals hierbei gedacht hat weiss wohl auch nur er selbst. Ich persönlich hätte eigentlich niemals damit gerechnet das ein schlichter gelber Fels mich in irgendeiner Form begeistern könnte ... es ist aber dann tatsächlich DOCH passiert. Die Zeit vergeht irgendwie viel zu schnell und ehe man sich versieht sind einige Stunden vergangen. Und es wartet dann ja auch immerhin noch ein übel steiler Abstieg auf uns.
Ein letztes Panorama-Foto noch ...
... dann machen wir uns wieder auf den Rückweg und gehen exrem vorsichtig den steilen Abhang wieder hinunter den wir auch gekommen sind. Eine alternative Route scheint es nicht zu geben, was wiederum den Vorteil hat das hier nie wirklich viele Menschen hinkommen werden und man dieses Stück Natur wohl weitestgehend für sich alleine hat wenn man hier ist. Auf dem Rückweg überlegen wir uns, das wir ja eigentlich auch noch einmal bei den Toadstool Hoodoos halten könnten. Damals bei unserem ersten Besuch war ja irgendwie grottiges Wetter und wir haben glaube ich einen völlig falschen Eindruck bekommen. Den Parkplatz für die Hoodoos finden wir schnell wieder, inzwischen ist sogar eine Infotafel aufgestellt worden auf denen man einiges über die Entstehung und den Namen nachlesen kann. Den Trail pflastern inzwischen auch unzählige Steinmännchen, verlaufen ist also unmöglich! Und tatsächlich sieht das bei Sonne heute alles schon ganz anders aus ...
Dieses Mal macht es wesentlich mehr Spaß hier zwischen den ganzen lustigen Gebilden herumzulaufen als beim letzten Mal ... da waren wir ja kaum 30 Minuten hier. Ein riesengroßer Fehler wie sich heute herausstellen sollte. Natürlich gehen wir dieses Mal auch noch ein Tal weiter. Vom Trail aus rechts gesehen lohnt jeder weitere Versuch nicht irgendwo hinzukommen, hier ist absolute Sackgasse. Geht man jedoch linke Hand am eigentlichen Toadstool Hoodoo weiter gelangt man zu einer Ansammlung weisser Hoodoos. Auch hier laufen wir eine ganze zeitlang herum bis wir immer wieder vor Stellen stehen wo es leider nicht mehr weiter geht.
Der reizvolle obere Abschnitt des Plateaus, wo sich eine ganze Ansammlung großer Hoodoos zu befinden scheint, ist wohl leider nicht zugänglich, zumindest hab ich auch nach langem suchen keine Möglichkeit gefunden dort irgendwie hin zu kommen. Da es mittlerweile später Nachmittag ist suchen wir wieder eine geeignete Sonnenuntergangs-Location. Unseren erste Gedanke zur Golden Wall zu fahren verwerfen wir als wir die Schilder am Tor sehen. "No Trespassing! Private Property!" ... Na toll. Da es uns zu riskant ist den Wagen einfach hier an der Straße zu parken und vielleicht wiederzukommen nach einer Stunde und dann ohne Fahrzeug dort zu stehen fahren wir wieder und suchen etwas anderes - und finden es auch, und zwar beim sogenannten Stud Horse Point. Von dieser Stelle hab ich zum ersten Mal überhaupt bei Silke gelesen und fand sie auf Anhieb toll. Auf dem Hinweg haben wir uns allerdings trotz recht guter Beschreibung, Bilder und GPS verfahren und sind irgendwann an einer alten Pumpe gelandet. Nachdem wir den Weg wieder zurückgefahren sind bis zu einer Stelle die aber definitiv richtig sein MUSSTE haben wir dann doch den richtigen Weg eingeschlagen und sind zu guter letzt am richtigen Punkt gelandet. Fahrbar ist der Weg für alle 4WD Fahrzeuge, 2x musste man etwas vorsichtiger fahren ... einmal bei einer Senke und einmal beim Abzweig auf das letzte Teilstück. Alles in allem aber eine kurze Anfahrt die sich lohnt! Aber seht selbst ...
Aber nicht nur die Hoodoos hier oben sind sehr schön ... auch die Aussicht begeistert uns wieder einmal! Und das schöne: Man ist völlig alleine! Im Hintergrund zu erkennen, wenn man etwas genauer hinsieht: Der Lone Rock
Jetzt haben wir heute tatsächlich ganz vergessen diesen komischen Arch von gestern zu suchen. Aber vermutlich bleiben wir morgen ja auch noch hier und finden ihn dann, mal schauen. Der Wetterbericht sieht ganz nett aus und sagt weiterhin gutes Wetter für diese Gegend vorraus - nur sehr windig soll es werden. Na mal schauen ... Bis moin ...
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