17.Tag Lee's Ferry - Grand Canyon North Rim
Die heutige Wegstrecke von gerade einmal 140 Meilen berechnet googlemaps mit sage und schreibe 5 Std. 30min. ... Hallo? Was ist denn da los? Vielleicht liegt es an den vielen Stopps unterwegs die wir machen wollen, bzw. "viel" ist eigentlich übertrieben. Aber lest am besten selbst. Erster Halt ist folgender Aussichtspunkt ...
... bevor wir uns auf in Richtung Lee's Ferry machen. Aus irgendeinem Grund sind wir hier ja auch noch niemals gewesen, obwohl es eigentlich recht nah bei Page liegt. Auf dem Weg kommen wir an der sehenswerten Navajo Bridge vorbei ...
Eigentlich sind es ja zwei Brücken, die rechte ältere von beiden wird heute nur noch von Fußgängern benutzt und war bei Ihrer Fertigstellung im Jahre 1929 mit 254m Länge und 142m Höhe die größte Brücke Ihrer Art weltweit. Der ganze Auto - und Schwerlastverkehr bewegt sich heutzutage über die linke Brücke. Sie sieht identisch aus, ist jedoch für deutlich mehr Maximallast ausgelegt. Bei der Weiterfahrt nach Lee's Ferry kommen wir als nächstes an den Cliff Dwellers vorbei, auch die tauchen von Zeit zu Zeit ja immer gerne in Musik-Videos auf, so zum Beispiel auch in Rednex' Spirit of the Hawk. Wobei das ja eh komplett in der Gegend von Page spielt. Von den vielen Steinkugeln hier hat der Marbel Canyon letztendlich auch seinen Namen bekommen.
Unten bei Lee's Ferry beobachten wir jede Menge Schlauchboote die für mehrtägige Rafting-Touren vorbereitet werden. Der Ausblick auf die umliegenden Gebirgsketten ist wirklich den kleinen Abstecher wert, außerdem kommt man dem Colorado ja selten so nah wie hier.
Fast eine Stunde bleiben wir hier und stecken auch einmal nseren kleinen Zeh in den Colorado ... ist eigentlich gar nicht so kalt wie man meint. Wir frühstücken kurz in Ruhe, dann machen wir uns auf in Richtung North Rim. Unterwegs kommen wir erneut an einigen Steinformationn vorbei ... Am frühen Nachmittag, gegen halb Zwei, kommen wir schließlich am ersten Holzschild vorbei was auf's North Rim hinweist. Die Fahrt bis hierher verläuft eher unspektakulär und selbst der Kaibab National Forest und der Coconino National Forest sind auf diesem Streckenabschnitt eher langweilig. Pünktlich um 14 Uhr sind wir schließlich am Visitor Center wo wir uns erst einmal orientieren. Knapp 40 Meilen ist alleine die Anfahrt von Abzweig des Highway 67 vom Highway 89 lang ... kein Wunder also, das der North Rim wesentlich weniger von Besuchern frequentiert wird ist als der völlig überlaufene South Rim.
Zugänglich für Besucher ist der North Rim auf Grund seiner kühlen Temperaturen, seiner Höhenlage und den damit verbundenen Schneefällen in der Regel nur von Mitte Mai bis Mitte Oktober, das Visitor Center selber hat dabei immer täglich zwischen 8.00 - 17.00 Uhr geöffnet. Der Nordrand des Canyons ist hier an dieser Stelle 300m höher als der South Rim und die Luft ist in der Regel zwar diesig aber absolut sauber. Im Prinzip dürften sich die meisten Besucher darauf beschränken die Scenic Points hier abzulaufen am Visitor Center und ein Teilstück des North Kaibab Trails oder des Bright Angel Piont Trails zu gehen, will man andere Scenic Points als am Visitor Center sehen ist dafür erst eine recht lange Anfahrt auf's Walhalla Plateau notwendig an dessen Ende der Walhalla Overlook auf einen wartet. Wir machen es heute nicht anders, laufen einen Teil des Trails, klappern die Scenic Points ab und fahren zum Schluss zum mit 2653m Höhe höchsten Aussichtspunkt des North Rims, dem Point Imperial. Dieser befindet sich auf dem Walhalla Plateau und soll angeblich ein guter Sunrise-Spot sein. Den Sonnenuntergang hingegen schaut man sich am besten von der Terrasse der Grand Canyon Lodge an. Auf den ersten Blick schaut der Canyon vom Nordrand gar nicht so viel anders aus wie von der anderen Seite und am Anfang ist man vielleicht etwas enttäuscht das man nach einer solch doch recht langen Anfahrt "nur" etwas sieht was man ja eigentlich schon kennt. So ging es mir zumindest. Nach einiger Zeit waren wir aber beide doch fasziniert von dieser Ecke hier, obwohl ...
... es irgendwie keine großartigen Aha-Effekte mehr gibt. Grand Canyon eben, zwar immer wieder toll ... aber kennst du eine Ecke kennst du alle könnte man fast sagen. Hier am North Rim schaut mal allerdings immer erst in lange Seitenarme des Canyons bevor man de Colorado River erspähen kann - etwas anders also als am South Rim, dort gibt es so gut wie keine dieser Seitenarme. Kleine Anekdote am Rande und sehr lustig zu beobachten (zumindest für UNS die wir keine Probleme damit haben) war auch das Training einer Gruppe Amis die versucht haben, am Canyonrand Ihre Höhenangst zu überwinden. Selten hab ich Leute die Arme von anderen Leuten so extrem umklammern sehen wie hier.
Eine gute Karte im pdf-Format vom North Rim mit Wanderwegen und Straßen findet man hier. Da bereits bei der Buchung von zu Hause aus weder in der altehrwürdigen Grand Canyon Lodge, noch in den dazugehörigen Cabins Zimmer frei waren checken wir in einer Cabin in Jacob Lake ein. So schnuckelig haben wir bis dato auch noch nie gewohnt und jedes noch so kleine Hotelzimmer kommt uns dagegen auf einmal rieeeeesig vor in der Erinnerung *lach*
Auf morgen freuen wir uns beide auch wieder ganz besonders, es geht in Richtung Zion NP. Den haben wir zwar bereits 2x besucht, dieses Mal wollen wir aber etwas länger hier bleiben und auch ein bischen wandern. Lasst Euch überraschen ...
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