22.Tag
Escalante
Pünktlich zum Sonnenaufgang sind wir am Sunrise Point, die schönsten Fotos kann man aber zweifellos bereits machen BEVOR die Sonne über den Horizont blickt. Schon bei Dämmerlicht erwacht der Canyon hier zum Leben ...

Die Temperaturen sind wieder einmal eisig und der stramme Wind lässt einen regelrecht die Kamera in der Hand gefrieren. Trotzdem bleiben wir eine ganze zeitlang hier und geniessen den Augenblick ... Das es hier am Bryce Canyon auch einen Bach samt kleinem Wasserfall gibt wusste ich auch nicht, den findet man allerdings nur im unteren Bereich wenn man in Richtung Tropic fährt und den Trail zur Mossy Cave läuft.
Die Mossy Cave selber kann man eigentlich vernachlässigen, sie ist nicht recht sehenswert. Stattdessen sollte man lieber etwas den Bach entlang laufen, das lohnt sich IMHO mehr.
Nächster Stopp ist der Kodachrome Basin State Park bei Cannonville. Der kleine Park kostet 7 US$ Eintritt und wurde von uns bisher immer recht stiefmütterlich behandelt. Viel zu sehen gibt es ja eigentlich auch nicht wirklich, trotzdem lohnt ein Besuch wenn man hier eh entlang fährt - einen Umweg extra deshalb würde ich aber nicht in Kauf nehmen.

Die Zufahrtsstraße zum Park ist komplett asphaltiert, wenn man hier geradeaus weiterfahren würde befindet man sich auf der unasphaltierten Cottonwood Canyon Road.
Was gibt es hier? Einige Pinnacles, einen hübschen Campground und ein paar nicht allzu lange Trails, mit einer guten Stunde bis anderthalb hat man im Prinzip alles gesehen und kann sich wieder auf den Weg machen.
Links auf dem Bild ist der Shakespeare Arch zu sehen, wieso warum weshalb der so heisst weiss ich nicht. Ihn erreicht man über den Sentinel Trail, der ansonsten nicht viel sehenswertes zu bieten hat. Die alte Scheune rechts auf dem Foto hat mit dem Park gar nichts zu tun, an Ihr fährt man lediglich vorbei wenn man ZUM Park fährt. Man sieht also, ich verwende schon Motive von außerhalb weil mir die vom Park selber irgendwie ausgegangen sind *hüstel*
Nächster erwähnenswerter Stop auf dem Weg nach Escalante ist der Petrified Forest State Park. An der self registration bezahlen wir kurz, bevor wir uns auf den Trail durch die versteinerten Baumstämme machen ... dieser führt im ersten Abschnitt steil nach oben (wobei "steil" seit dem Yellow Rock - Trail ein relatives Wort für mich geworden ist) und bietet von oben einen sehr guten Blick auf das unten liegende, ausgetrocknete Wide Hollow Reservoir - ursprünglich ein See.

Die Self Guided Tour führt uns vorbei an einigen markanten Felsen und schließlich, nach einer guten halben Meile, zu den ersten versteinerten alten Baumresten. Im ersten Moment sieht man diese gar nicht, erst bei genauerem hinsehen wird einem klar das es früher einmal Bäume gewesen sein müssen. Fasst man sie an, sind sie auf jeden Fall in der Tat hart wie Stein ...
Die Färbung des Holzes entstand seinerzeit durch Oxidation und Spurenelementen ...


Nach einer guten Stunde haben wir den Trail hinter uns gelassen und sind wieder zurück am Auto, wo wir erst einmal Pause machen und essen ... bevor es dann weiter in Richtung Devils Garden geht. Der Abzweig von der Hole-in-the-Rock-Road kommt nach genau 12.5 Meilen, von hier aus geht es noch einmal 0.5 Meilen einen leichten Hang hinunter zum Parkplatz dieses Gebietes.

Die Zufahrt bis hierher war bei unserem Besuch problemlos machbar, die Straße war allerdings auch knochentrocken und hat anscheinend seit Wochen keinen Regentropfen mehr abbekommen. Bei Nässe gilt hier - wie für die meisten anderen nicht asphaltierten Straßen - Finger bzw. Auto weg, auch mit 4WD unterm Hintern!
Am Parkplatz angekommen steht nur ein weiteres Auto, wir sind also FAST ganz alleine. Feste Trails gibt es hier nicht, man läuft einfach querbeet durch die lustigen Gesteinsformationen und sucht sich seine Fotomotive ...
Ob es sich bei dem Herren hier rechts um eine Art King of Devils handelt weiss ich nicht genau, auf jeden Fall ist mir dieser Gedanke spontan in den Kopf gekommen beim betrachten der "Kopfbedeckung" ...
Da das Gebiet der komischen Sandsteinskulpturen hier recht überschaubar ist hat man sich schnell einen Überblick verschafft und man findet Spaß daran überall herumzulaufen und irgendwelche Figuren aus den Gesteinsformationen zu erkennen.
Für die hungrigen unter uns wurde sogar eine Picknick-Area errichtet, irgendwie ein merkwürdiger Anblick hier mitten im Nirgendwo.
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Ganz lustig anzuschauen ... und von mir "die 4 Lemminge" getauft - die Herren unten auf dem Foto, die alle hintereinander herzulaufen scheinen.

Der schönste Anblick im Teufels-Garten ... der Metate Arch.

Der Arch wird nur noch von einer sehr schmalen Felsnabe zusammengehalten (besser erkennbar allerdings von der anderen Seite) oben und es würde mich nicht wundern wenn selbst wir alle noch erleben das er irgendwann in sich zusammenfällt. Beste Fotozeit für den Metate Arch: Ab dem Nachmittag, vermutlich bis zur Golden Hour und zum Sunset. Bis Mittags liegt die fotogene Seite komplett im Schatten.

Knapp 2 Stunden laufen wir hier durch die Gegend und knipsen wieder einmal gefühlte eine Maximilliardenmillionen Bilder. Fantastisch, was alles so auf den neuen Speicherkarten Platz findet.

Den Rest des Tages verbringen wir damit die SR12 entlang zu fahren und nach Fotomotiven zu suchen ... derer gibt es schließlich hier genug, man braucht noch nichtmals lange danach zu suchen - außer nach den Moki Marbles, die haben wir selbst nach einigem hin und herfahren nicht ausfindig machen können *grübel*
Der Golden Hoodoo (rechts auf dem Bild) befindet sich quasi direkt am Wegesrand der SR12, man erkennt ihn im vorbeifahren nur nicht direkt ... genau wie soviele anderen Formationen, die sich teilweise im tristen Grau des GSENM zu verstecken scheinen.

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Der Kollege unten auf dem Bild - ich nenne ihn einfach mal The Worm - springt einen dagegen fast direkt ins Auge beim vorbeifahren, nur blöd das es keinen Parkplatz oder eine Möglichkeit zum halten in der Nähe gibt ... aber man ist ja nicht lauffaul.

Ich möchte gar nicht wissen, wieviel diese Gegend hier an natürlichen Sehenswürdigkeiten noch zu bieten hat, die SR12 ist ja bisher die einzige ausgebaute asphaltierte Straße hier in dieser Ecke und erschließt dieses riesige Areal nicht ansatzweise.

Immer wieder bieten einem Scenic Points fantastische Aussichten und eine grandiose Fernsicht, es ist fast völlig unmöglich hier durchzufahren ohne ständig anzuhalten ... auf dem Panoramafoto blickt man im übrigen in Richtung Calf Creek, hier wollen wir morgen die Wanderung zu den Wasserfällen in Angriff nehmen.
Heute gehen wir noch kurz in den Anasazi Indian State Park, der ist aber meiner Meinung nach nur bedingt sehenswert. Wer immer schonmal einen Blick IN die Behausungen der Indianer machen oder etwas mehr über das Leben damals wissen wollte - der ist hier aber genau richtig.
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Den Tag lassen wir bei einem gemütlichen Abendessen in Escalante ausklingen. Hier werden allerdings recht früh die Bordsteine hochgeklappt und man muss schauen das man frühzeitig von seinen Erkundungen zurück ist, ansonsten sieht es schlecht aus noch etwas zu finden was geöffnet hat. Obacht also, und die Uhr im Auge behalten ;-)
Aktuelles Wetter in Escalante
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