15.Tag (02.Oktober 2008) Caversham Wildlife Park - Fremantle - Perth
Wow, heute herrscht strahlender Sonnenschein und anstelle des Hyundai fahren wir mit einer Corvette Cabrio durch die Gegend. Im Radio läuft "Land Down Under" von Men at work, das passt ja wie die Faust aufs Auge. Die Straßen sind absolut leer und ich kann fahren wie ich möchte ... als plötzlich ... *Möp - Möp - Möp - Möp* ...der Wecker klingelt. Träume können ja so fies sein !! Natürlich ist das Wetter eher durchwachsen, natürlich steht in der Garage unser inzwischen lieb gewonnener Hyundai und natürlich sind wir nicht alleine unterwegs ... unterwegs zum Caversham Wildlife Park etwas nördlich von Perth. Den hatten wir uns zu Hause bereits ausgeguckt.
Der Eintritt ist mit 20 Au$ eigentlich human wenn man das mit anderen Parks vergleicht, bereits um kurz vor 9 Uhr sind wir dann auch vor Ort. Außer einer Schulklasse und den obligatorischen asiatischen Reisegruppen ist es recht leer, vermutlich hält das schlechte Wetter im Moment noch die Leute ab hierher zu kommen. An die 200 Tiere beheimatet der Park, alle mehr oder weniger typisch australischer Herkunft. Dingos, Echidnas, Tasmanische Teufel, Possums, Wombats und die obligatorischen Kängurus kann man hier ebenso sehen wie die drolligen Koalas und andere endemische Tierarten.
Zugegeben, das Känguru hatte es vermutlich eher mit einer Droh - als Balzgebärde des Pfaus zu tun ... aber auch wir haben später noch Glück gehabt und eines der Tiere hat sich bilderbuchmäßig in Pose für uns gestellt.
Nach diesem Augenschmaus gehen wir schließlich weiter ins Känguru-Gehege. Das Areal ist schön groß und keines der Tiere ist eigentlich gezwungen in die Nähe der Menschen zu kommen da genügend Rückzugmöglichkeiten vorhanden sind. Zwar kommen die lustigen Gesellen auch so schon zu einem hingehöppelt um sich kraulen zu lassen, es gibt aber auch einen kleinen Trog mit Futter welches man den Tieren geben darf. Kaum hat man etwas davon in der Hand, vergrößert sich die Anzahl der Känguru-Freunde innerhalb weniger Minuten um ein vielfaches.
Und spätestens wenn die ersten der Tiere mit ihren Pfoten die eigenen Hände umgrabschen ist es vorbei und man ist ihnen verfallen ...
Die beiden "Bilder des Tages" für uns waren dementsprechend auch wieder zwei Kängurus. Darf ich vorstellen: Zum einen auf dem linken Bild ein lustiger Geselle der von uns ganz spontan AL getauft wurde. Jeder der Al Bundy kennt kann sich vorstellen warum. Und zu anderen - auf dem rechten Bild - ein Känguru was die ganze Zeit versucht hat IN unsere Kamera hinein zu kriechen. Sehr komische Angewohnheit, vielleicht wollte es auf diese Art versuchen sich aus dem Park zu schmuggeln !?
Nachdem wir uns hier irgendwann wieder buchstäblich "losgerissen" haben gehen wir weiter zu den Wombats und den Koalas. Beide darf man mittlerweile NICHT mehr selber auf den Schoß oder in den Arm nehmen, aber genau DESHALB haben wir uns den Park auch ausgesucht. Dieses typisch touristische "von-Besucher-zu-Besucher-reichen" der Tiere kotzt mich persönlich einfach nur an. Hier ist es so, das ein Mitarbeiter des Parks den Wombat auf dem Schoß hält und man ihn lediglich mal auf eine für ihn angenehme Art streicheln darf ... bei den Koalas geht man sogar noch ein bisschen weiter und darf sie nur streicheln während sie irgendwo auf dem Baum sitzen. Außerdem darf man nur bestimmte Tiere streicheln und sie nicht in irgendeiner Art und Weise stören.
Zum Schutz der Tiere darf immer nur eine bestimmte Anzahl Leute gleichzeitig in eine der interaktiven Zonen wo man die Tiere aus nächster Nähe beobachten kann. Da eines der Koala-Weibchen gerade Nachwuchs bekommen hat ist zusätzlich immer ein Ranger mehr als üblich anwesend um die Besucher im Auge zu behalten.
Kurios im übrigen: Eigentlich gibt es hier in West Australien gar keine wild lebenden Koalas, sämtliche Tiere die man hier irgendwo in Parks findet sind aus anderen Bereichen des Kontinents eingeflogen worden. Im Yanchep NP etwas nördlich von Perth gibt es aber einen sogenannten Koala Boardwalk in dem sie ausgewildert worden sind und sich dort gut in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten lassen. Dort wollen wir dann morgen auch noch hin, dann werde ich auch ein wenig mehr über diese Tiere zu berichten wissen. Jetzt statten wir noch kurz dem restlichen Tierbestand einen Besuch ab, zu dem auch ein Tasmanischer Teufel gehört. Diese kleinen Kerle sehen zwar süß aus, sobald sie ihr Maul aufreißen ist aber Schluss mit lustig. Es heißt ja, die Beißkraft solch eines putzigen Kerlchens ist 9x kräftiger als die eines Hundes und die stärkste überhaupt aller Säugetiere ... na dann Prost Mahlzeit. Den abwertenden Namen hat er sich übrigens selbst zuzuschreiben. Die Tiere verhalten sich in freier Wildbahn (wo sie nur noch in Tasmanien vorkommen) aggressiv gegen fast alles was ihnen begegnet. Zudem haben seine Augen die Angewohnheit sich während eines Kampfes oder vor Erregung rot zu färben. Hinzu kommt, dass er dann einen ekligen Körpergeruch entwickelt. Das tiefschwarze Fell in Verbindung mit einem Gekreische was einem durch Mark und Bein geht, tun ihr übriges dazu.
Niedliches Kerlchen, oder? Der Park hier hat täglich von 8.30 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet und ein halber Tag sollte dafür eingeplant werden. Alternativen zu diesem Park gibt es in der Umgebung von Perth zwar einige, bei der Vorab-Recherche zu Hause im Internet hat uns dieser hier aber am meisten zugesagt. Wir haben den Besuch auf jeden Fall nicht bereut. Am frühen Nachmittag machen wir uns dann auf den Weg nach Freo. Freo ist hier bei den Aussies die gängige Bezeichnung für Fremantle, einem Vorort knapp 20 km entfernt von Perth der für seine gut erhaltenen alten Gebäude aus den 1890er Jahre bekannt ist. Ein Abstecher hierher zählt zum Pflichtbesuch eines jeden Perth-Besuchers. Die meisten Gebäude wurden restauriert als 1987 hier der America's Cup ausgetragen wurde und . Wir parken unser Auto kostenlos in der Ord Street am Fremantle Park, oberhalb des Boccia-Clubs und links vom Monument Hill, von hier aus ist man zu Fuß in 5 Minuten an der ersten sehenswerten Kirche, der Saint Patricks Church (47 Adelaide Street) ...
... sowie an der Railway Station, die man erreicht wenn man die Queen Street nach rechts weiter durchgeht.
Die beiden nächsten Stopps nach der Railway Station sind das Maritime Museum sowie das Round House.
Oben von Round Hose hat man zur einen Seite einen guten Blick auf den Hafen und auf der entgegengesetzten Seite zur High Street. Diese Straße vereint zahlreiche Shops und Cafes und wird am Ende von der Town Hall begrenzt.
Die Town Hall stammt aus dem Jahr 1887 und ist heutzutage Rathaus und Touristeninformation zugleich. Auf dem Weg dorthin läuft man in der High Street an vielen herausgeputzten Gebäuden vorbei die teilweise stark an die Bauten in New Orleans erinnern.
Die Parkanlage überqueren wir schließlich und befinden uns nun am oben erwähnten Strip. Eigentlich handelt es sich hierbei um den Hafen mit extra angelegtem hölzernem Boardwalk an dem sich einige Cafes, Restaurants (angeblich gibt es hier die besten Fish'n'Chips von ganz Australien) und Shops befinden.
Knapp zwei Stunden sind wir jetzt hier unterwegs in Fremantle, langsam wird es Zeit wieder zum Auto zu wandern. Auf dem Rückweg kommen wir noch am Fremantle Oval, dem örtlichen Football-Stadion, und dem 1850 von Sträflingen erbauten Fremantle Prison vorbei. Hier gibt es unter anderem Nachttouren und Besichtigungen des unterirdischen Ganglabyrinthes.
Vom Gefängnis aus sind es nur noch wenige Minuten bis zu unserem Parkplatz. Auf der Karte unten hab ich mal versucht den Rundgang halbwegs authentisch darzustellen ...
Nachdem es sich nun vollends aufgeklart hat und strahlender Sonnenschein herrscht, beschließen wir nach unserer Rückkehr in Perth erst einmal der Innenstadt und dann wieder dem Kings Park einen Besuch abzustatten. Einen sehr guten Blick aus der Nähe auf die Skyline hat man von der Grünfläche Ecke Barrack St/Riverside Drive.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite findet man den Bell Tower. Seine 18 Glocken stammen teilweise aus dem 14.Jahrhundert und haben schon am Trafalgar Square in London ihren Dienst verrichtet. Sie wiegen zusammen über 9 Tonnen. Der Turm musste deshalb nachträglich mit Beton verstärkt werden damit er nicht zusammenbricht. Die auffällige Form des Tower soll an ein Segelschiff erinnern, das erkennt man allerdings NUR wenn man seitlich drauf schaut ... wie unten links auf dem Foto. Das Bild rechts zeigt den Bell Tower aus einiger Entfernung und ist vom Kings Park aus aufgenommen, dorthin sind wir nämlich als nächstes gefahren ...
Mittlerweile kennen wir uns im Kings Park ja aus und fühlen uns fast schon heimisch. Bei schönem Wetter sieht das auch gleich alles viel sympathischer aus hier. Der Blick auf den Verkehrsknoten vor der Skyline offenbart uns das alltägliche Gewusel zur Rush Hour.
Die Rush Hour hier ist irgendwie ziemlich komisch, man kann nämlich fast die Uhr danach stellen. Jeden Tag zwischen 16 und 18 Uhr geht auf dem Highway nichts mehr, danach löst sich der Stau innerhalb kürzester Zeit auf und es scheint als wäre er nie vorhanden gewesen. Das haben wir an drei Tage so beobachten können, jedes mal war es genau das gleiche. Wir schauen uns noch einmal das State War Memorial an ...
... statten dem botanischen Garten erneut einen Besuch ab ...
... und schauen uns die örtliche Doppelhelix an, den DNA-Tower.
Den Abend verbringen wir mit spazieren gehen und später Koffer bzw. Tasche packen, das muss ja dummerweise auch irgendwann noch sein. Für den Rückflug reservieren wir kurz noch in einem Internetcafe unsere Sitzplätze, ... zumindest hatten wir das vor, sie waren nämlich bereits von Singapore Airlines für uns reserviert worden. Für beide Flüge haben wir die Sitzreihe am Notausgang bekommen ... Langstrecken-Fliegerherz was willst du mehr? Zufrieden und fast schon mit einer gewissen Vorfreude auf den Flug schlummern wir schließlich ein. Gut's Nächtle ...
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