Unsere Reise beginnt dieses Mal für uns bereits in Wuppertal, schließlich ist es schon eine Ewigkeit her, das wir das letzte Mal mit der Bahn gefahren sind. Um kurz nach 6h in der Früh besteigen wir also einen IC nach Köln, wo wir in den Zubringer - ICE zum Frankfurter Flughafen umsteigen. Die Fahrt von Köln aus beträgt gerade einmal knapp eine Stunde; auch wenn es draussen noch dunkel ist bzw. gerade anfängt zu dämmern, können wir nur über die ungeheure Geschwindigkeit staunen, mit denen sich der Zug fortbewegt. In einem Tunnel bekommt man richtig Druck auf die Ohren, bei mir wirkt sich das sogar mehr aus als beim Start eines Flugzeuges. Noch ein wenig schlaftrunken kommen wir in Frankfurt an, wo der Zug ja quasi direkt in den Flughafen hineinfährt. Nach einer kurzen Orientierung führt uns der Weg auch zügig zum Condor Check-In, wo uns mitgeteilt wurde, das sich der eigentliche Abflug um 10.15h um circa 45 Minuten verzögern wird. Naja, könnte weitaus schlimmer kommen, das sitzen wir auf einer Backe ab würd ich meinen. Wir wandern deshalb ein wenig umher, stöbern durch die ganzen Dutyfree-Läden und wundern uns ein wenig - irgendwie haben wir uns diesen Flughafen, der ja eigentlich als Tor zur Welt bekannt ist (von hier aus kann man FAST überall hin reisen), viel grösser und imposanter vorgestellt. Irgendwie gefällt uns Düsseldorf da besser ... ist aber natürlich ein rein subjektiver Eindruck. Irgendwann machen wir uns auf den Weg zur Handgepäckskontrolle. Zu Hause haben wir uns ja dieses Mal zum ersten Mal diese lustigen, durchsichtigen Zip-Beutel für Flüssigkeiten besorgen müssen. Umso gespannter sind wir, ob wir auch alles korrekt vorbereitet haben. Die erste Kontrolle verläuft reibungslos, die Beamtin ist anscheinend sogar so verwirrt über unsere sorgfältig verpackten Beutel, das sie uns in die Warteschlange für die 1.Klasse weiterlotst. Blöderweise steht am Ende der Schlange aber nochmal ein Beamter, der sich vergewissert, ob man auch WIRKLICH 1.Klasse-Tickets besitzt. Da wir die natürlich nicht haben, verweist er uns in die normale Warteschlange - schade, damit wäre uns sonst locker 15 Minuten Warterei erspart geblieben. Aber was soll's ... wir haben eh noch mehr als genug Zeit totzuschlagen bis es los geht.
Das ist schon irgendwie komisch: Ganz egal wo wir sitzen - unsere Reihe wird immer zum Schluss aufgerufen. Wir sind "das letzte" sozusagen. Da die übrigen Passagiere bereits wie die Berserker alle vorhandenen Zeitungen geplündert haben, bleibt für uns nur noch Luft übrig. Wow, besser als gar nix. Wir sitzen in Reihe 11, unmittelbar vor der Tragfläche. Das Wetter ist die ganze Zeit über leider nicht so berauschend, so daß wir fast den ganzen Flug über nur auf eine dicke Wolkendecke blicken. Als wir nach knapp 8 Stunden die südamerikanische Küste bei Fortalezza erreichen, dämmert es bereits schon wieder langsam. Unter uns sind kleine wolkenfreie Bereiche, wir können einen Fluss und etwas vom Dschungelartigen Umland erkennen. Erst dachten wir, das der Fluss da unten der Amazonas sei, ein Blick auf die Landkarte später zeigte aber schnell das Gegenteil - dazu befanden wir uns nämlich viel zu weit rechts. Der Flug von der nördlichen Küste zu unserem Zielort Salvador dauert nun noch etwa 2 Stunden. Die Wolkentürme sind mittlerweile kilometerhoch aufgetürmt auf unserer Seite des Flugzeuges und man kann immer wieder Blitze hindurch zucken sehen. Das ist ein ziemlich beeindruckendes Schauspiel und wir sind froh, das ganze aus sicherer Entfernung beobachten zu können ... da drin wäre es bestimmt jetzt nicht wirklich so toll in einem Flieger. Am frühen Abend erreichen wir nach knapp 10.30h Flugzeit den Flughafen in Salvador. Wir hatten eigentlich mit dem schlimmsten gerechnet, umso überraschter waren wir, das uns ein eigentlich recht moderner Airport erwartete. Anscheinend war unsere Maschine auch die einzige die gerade gelandet war, dementsprechend zügig gingen die Einreiseformalitäten auch vonstatten. Die nötigen Formulare dafür bekommt man ja - wie eigentlich immer - bereits während des Fluges ausgehändigt zum ausfüllen. Ruckizucki standen wir also am Gepäckband - nur unsere Koffer liessen ein wenig auf sich warten ... genauer gesagt eigentlich nur meiner. Als ich eigentlich schon die Hoffnung aufgegeben hatte, ist er plötzlich aber doch noch auf dem Gepäckband aufgetaucht. Ein wenig erleichtert verlassen wir die Ankunftshalle und machen uns auf den Weg zu unserem Shuttlebus. Der ist wenigstens klimatisiert, 28°C draussen um 20h abends sind schon ein Hammer wenn man morgens bei 2°C Deutschland verlassen hat *schwitz* Aber Moment mal, ... Salvador? Wo genau liegt das überhaupt?
Praia do Forte - unser Urlaubsort - liegt nur ein Stückchen nördlich an der Küste entlang von Salvador aus gesehen. Wer es etwas detaillierter haben möchte guckt hier auf der Karte nach. Etwas erschlagen von der Hitze sitzen wir also nun im Shuttle-Bus und als dieser sich in Bewegung setzt, bekommen wir einen ersten Eindruck von diesem Land, welches wir vorher eigentlich nur aus dem Fernsehen kannten. Irgendwie hat man ja jedes Mal eine bestimmte Vorstellung wenn man irgendwo hinkommt wo man vorher noch nicht gewesen ist. Hier allerdings wussten wir beide nicht so richtig, was uns erwarten würde.
Wir verlassen das Flughafengelände und fahren auf den Highway - zumindest heisst die Strasse hierauf dem Papier und auch auf dem Schild so, die Wirklichkeit weicht allerdings ein klitzekleines bisschen von DEM ab, was wir uns so unter einem Highway vorstellen. Eigentlich ist hier eine Geschwindigkeit von 80 km/h erlaubt. Das interessiert allerdings nicht wirklich jemanden wie es scheint. Hier wird von 40 km/h bis 140 km/h die komplette Geschwindigkeitspalette ausgereizt; es ist ein kurioses Bild was sich uns bietet - vom Eselskarren über den Jogger und Fahrradfahrer bis hin zum dicken Daimler Benz ist hier jedes nur vorstellbare Fortbewegungsmittel vertreten. Es grenzt an ein Wunder, das hier nicht ständig Unfälle passieren. Ein weiteres kurioses Bild stellt für uns die Weihnachtsbeleuchtung dar, die man allerorts sehen kann. Mal mehr, mal weniger pompös, auf jeden Fall aber allgegenwärtig. Irgendwann schlafen wir beide auf der Busfahrt ein, der lange Flugtag hinterlässt seine Spuren. Wir werden erst wieder kurz vor unserem Hotel wach, insgesamt dauert die Fahrt knapp 90 Minuten. Wir checken ein und machen uns auf den Weg ins Zimmer - wo uns nach dem öffnen der Türe erstmal der Atem stockt und wir uns ungläubig die Augen reiben ... versteckte Kamera konnte nicht sein, Halluzinationen auch nicht. Mel brabbelte was von: "Du, hier wohnt schon einer" ... und nachdem ich mehrmals auf die Zimmernummer geguckt hatte, wanderte ich zurück in die Lobby zum Check-In. Da gab es wohl ein kleines Missverständnis. Problemlos bekamen wir eine neues Zimmer einen Block weiter in der obersten Etage. Wir stellen erstmal das Gepäck in die Ecke und machen uns auf den Weg zum Buffetrestaurant, wo unsere leeren Mägen uns automatisch hinlotsen. Viel ist eigentlich dann nicht mehr passiert, wir sind beide hundemüde und fallen irgendwann- nach einem ersten Cocktail an der Bar - ins Bett.
Ich war jetzt am überlegen, ob ich den Reisebericht im weiteren Verlauf lieber chronologisch fortsetze oder doch eher in einer allgemeinen Form. Ich habe mich aber nun für letzteres entscheiden, da ein chronologischer Bericht für einen Badeurlaub 1) irgendwie nicht ganz einfach und 2) bestimmt auch nicht wirklich soooo spannend ist. Schließlich ist es ein Urlaub, in dem man - im Gegensatz zu Rundreisen in den USA zum Beispiel - nicht jeden Tag was neues sieht und in dem es nicht ständig irgendwelche Naturwunder zu fotografieren und darüber zu berichten gibt. Ich hoffe trotzdem, das er deshalb nicht minder informativ wird. Lasst Euch einfach überraschen ...
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