Reisebericht Brasilien 2006
     
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So machen wir uns also eines morgens auf den Weg Richtung Süden (respektive rechts vom Hotel aus gesehen) auf den Weg zum nächstgelegenen Ort ... Praia do Forte. "Ort" ist eigentlich übertrieben ausgedrückt, da es sich genaugenommen nur um ein kleines Fischerdorf handelt. 1972 hat ein Deutscher eben genau DIESES Dorf mitsamt seinem knapp 7000ha umfassenden Urwald, allen Einwohnern und der Burgruine des Castelo Garcia D`Avila gekauft. Um den ursprünglichen Charme zu bewahren, wurden einige - recht sinnvolle - Gesetze erlassen. So darf zum Beispiel kein Haus gebaut werden, was höher ist als die höchste Kokospalme in der Umgebung. Ausserdem kann man als Nicht-Dorfeinwohner hier keinen Besitz kaufen, weder Grund noch Immobilie. Asphaltierte Strassen gibt es nicht, meistens findet man Kopfsteinpflaster vor. Und will man eine Palme fällen, muss man sich dafür vorher eine schriftliche Genehmigung einholen. Es wird also viel dafür getan, alles möglichst ursprünglich zu lassen.

Strandabschnitt bei Praia do Forte

Kleiner Hafen in Praia do Forte

Das funktioniert im "Ortskern" natürlich nur periphär, da sich die kleinen Läden entlang der mittlerweile entstandenen Einkaufsstrasse wohl zunehmend auf den immer grösser werdenden Schwung Touristen eingestellt haben, die von den Hotels in der Umgebung hier vorbeikommen. Es gibt hier vom Supermarkt übers Internetcafe und dem Souvenierladen bis hin zum Klamottengeschäft ein breit gefächertes Angebot für den Schnäppchenjäger. Und - die Preise sind durchweg human.

Einkaufsstrasse in Praia do Forte
 
Kirche in Praia do Forte

Von unserem Hotel bis zum Ort sind es - zu Fuß am Strand entlang - übrigens knapp etwas über 2km gewesen, durch das ständige Wandern durch den Sand zieht sich die Strecke allerdings ganz schön. Nach circa einer Stunde und einigen ausgeschwitzten Kilos erreichen wir dann aber doch endlich den Ort ... und stehen quasi unmittelbar vor dem TAMAR-Projekt, weswegen wir unter anderem auch hier sind. Man kann es auch eigentlich nicht verfehlen, da es sich direkt am Leuchtturm befindet.

Leuchtturm bei Praia do Forte

TAMAR-Projekt ... Was ist das eigentlich ?! Nun, das ist eine Einrichtung die sich gänzlich dem Schutz und der Erforschung der Meeresschildkröten gewidmet hat. TAMAR ist die Abkürzung von TArtaruga MARinha, was übersetzt bedeutet ... !? Na, wer weiss es? GENAU - Meeresschildkröte. Das Projekt wurde 1980 von der brasilianischen Umweltschutzorganisation IBAMA ins Leben gerufen und ist seitdem sehr erfolgreich verlaufen. Aktuell werden dort im Durchschnitt bis zu 300.000 Krötenbabys pro Jahr ausgebrütet.

Tamar Schild
 
Tamar - Schildkrötennester

Wir beschließen, die Einrichtung zu besichtigen und bezahlen dafür umgerechnet knapp 2 US$ pro Person. Ob der Preis letzendlich auch wirklich DER gewesen ist, der normalerweise üblich wäre, wird uns wohl immer ein Geheimnis bleiben. Das lag letztendlich einfach daran, das wir beide schlicht und ergreifend die junge Dame an dem Kassenhäuschen nicht verstanden haben. Ebensowenig, wie sie UNS vermutlich verstanden und sich wahrscheinlich gefragt hat, wieso wir uns so dämlich anstellen. Das Problem ist ganz einfach, das hier jeder NUR Portugiesisch spricht - sonst nichts. Mit englisch kommt man nicht viel weiter, spricht man deutsch wird man angeschaut als wenn man vom Mond kommt ... selbst spanisch wird nur wenig oder kaum verstanden - vom Hotelpersonal mal abgesehen.

Schildkröte im Tamar - Project

Wie auch immer, wir schauen uns also ein wenig im TAMAR-Projekt an den Schildkröten und anderen Meeresbewohnern satt, bevor wir noch ein wenig durch die Gassen von Praia do Forte schlendern. Eine T-Shirt Kaufempfehlung hab ich auch gefunden, Studio 8 ...

Sehr kurios fanden wir hier übrigens die Weihnachtsdekoration ... unter anderem bestehend aus einem sitzenden Santa Claus auf einer Laterne, daneben huschen wilde Affen in den Palmwipfeln herum - das ist ein Bild für die Ewigkeit, welches uns auch heute noch ein schmunzeln ins Gesicht treibt.
Xmas Impression
Wilde Affen im Baum
Die Affen in den Bäumen hab ich erst gar nicht so richtig wahrgenommen ... und als ich Mel anstupste und sagte, sie solle doch mal nach oben schauen, dort wären Affen - DEN Blick werd ich so schnell auch nicht vergessen. Frauen und freilebende Tiere ... "och, wie süüüüüs", man kennt das ja (hoffe ich !?) *grins*

Unser Weg endet an der Lagoa Timeantube, welche wie ein Bild aus einem Reiseführer plötzlich vor uns liegt. Im Ort und im Hotel kann man Ausflüge buchen, auf denen man selbige mit einem Kanu durchquert. Da man hierbei allerdings selber paddeln muss und es immerhin durchweg 35°C jeden Tag sind, verzichten wir dankend auf diese Tour. Viel mehr als einige Vögel kann man diversen Angaben nach eh nicht bestaunen. Will man die Tour trotzdem buchen, so kommt man IM Ort immer günstiger weg als im Hotel!

Lagoa Timeantube
 
Affenbrotbaum

Zurück geht es dann entweder wieder am Strand entlang oder mit dem Taxi, was mit 20US$ zu Buche schlägt. Der Fahrtweg ist streckenmässig zwar mit knapp 7km etwas länger, dafür benötigt man aber auch nur 10 Minuten bis man wieder im Hotel ist. Ausserdem sollte man bedenken, das Ebbe und Flut eine wichtige Rolle spielen wenn man sich wirklich entschließt, den Weg zu Fuß zurückzulegen. Bei Ebbe lässt sich das ganze Stück eigentlich prima laufen, bei Flut allerdings steigt das Wasser so hoch das man zwangsweise an die höher gelegenen Stellen am Strand ausweichen muss - und diese verlaufen nicht gerade bzw. eben, sondern sind alle recht schräg, so das man quasi die ganze Zeit schief und mit abgeknickten Füssen laufen muss. Das kann auf die Dauern ganz schön schlauchen !!

Dafür ist der Weg natürlich um ein vielfaches interessanter und sehenswerter, als das mit dem Taxi der Fall wäre ... hier mal ein paar Beispiele ...

Strand von Bahia

Strandkrebs

Den Krebs haben wir eine ganze zeitlang beobachtet wie er versucht hat, die Makrele (ist es überhaupt eine, ich hab keine Ahnung !?) in seine Höhle zu zerren. Das sah schon sehr skuril aus irgendwie ...

Alone ...

Feeling free ...

Letztendlich bleibt es jedem selbst überlassen, für welchen Weg er sich entscheidet.

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