Reisebericht Brasilien 2006 [Salvador de Bahia]
     
Zurück  
Weiter

Salvador heisst seit 1501 mit vollständigen Namen "Cidade do Salvador de Bahia de Todos os Santos", was soviel bedeutet wie "Stadt des Erlösers in der Allerheiligenbucht". Von den knapp 2,5 Millionen Einwohnern wird sie allerdings nur Bahia genannt - wahrscheinlich haben die alle keine Lust sich ewig die Zunge zu verknoten. Die Stadt wurde 1549 gegründet und blieb über 200 Jahre - nämlich bis 1763 - Brasiliens Hauptstadt. Eine halbwegs detaillierte Karte von Salvador gibt es hier ...

Largo Pelourinho
 
Pelourinho Gasse

Salvador selbst ist unterteilt in Ober - und Unterstadt. Der weltbekannte Pelourinho - ein Teil der Oberstadt - wurde vor einigen Jahren aufwendig restauriert und zählt heute zum UNESCO Weltkulturerbe. Seinen Namen verdankt das Viertel dem Platz "Largo Pelourinho", dem ehemaligen Ort des Sklavenhandels. Heute ist dieser Bereich, der zu den größten noch erhaltenen Barockkomplexen der Welt gehört, die Hauptattraktion wenn man Salvador einen Besuch abstatten möchte.

Überall findet man enge, schnuckelige Gassen mit Kopfsteinpflaster und kleinen Läden, Klöstern, Kirchen, Cafes und pastellfarbenen Häusern ... teilweise erinnern sie farblich eher an die Karibik.

Mittendrin findet sich auch ein Shop der bekannten Percussion-Gruppe Olodum, welche unter anderem schon gemeinsam mit Paul Simon und sogar Michael Jackson musiziert hat.

Das bekannte Video von "They don't care abut us", wo ein Gruppe Trommler durch die engen Pflasterstein-Gassen zieht wurde dann auch praktischerweise gleich hier im Pelourinho gedreht. Zu dieser Zeit war Salvador im Ausnahmezustand wie man hören kann ... ich wette, alle Kinder waren das auch *grins*

Jeden Dienstag kann man Olodum im übrigen beim proben zusehen/zuhören ... eine Vorabreservierung ist jedoch von Vorteil, da jedesmal ein ziemlicher Andrang herrscht!

Shop Olodum

Wenn man die Oberstadt verlassen will und hinunter zur Unterstadt möchte, so kann man dies auf zwei verschiedene Arten machen: Entweder man fährt ganz normal mit dem Auto, oder aber man nimmt den eigens dafür gebauten Aufzug, den Elevador Lacerda. Eine Fahrt kostet 10 centavos, das ist selbst für hiesige Verhältnisse nicht wirklich viel. Oben am Aufzug befindet sich das Rathaus mit einem vorgelagerten Platz, von wo aus man einen ziemlich guten Blick auf den Hafen, den Mercado Modelo und Teile der Unterstadt hat.

Savador - Blick auf die Unterstadt

An einem Panorama (4 x hochkant) haben wir uns beide dann auch noch versucht, ob es gelungen ist könnt Ihr ja selbst entscheiden ...

Savador - Blick auf die Unterstadt mit Hafen und Mercado Modelo

Auf vielen Seiten kann man lesen, dass der Mercado Modelo (das dunkelgelbe Gebäude mit dem braunen Dach und dem weissen Rand ziemlich in der Mitte des Bildes oben) ein MUSS ist für jeden Touristen der nach Salvador kommt. Nun, ich sehe das allerdings völlig anders und würde beim nächsten Mal eher einen riesengrossen Bogen um diese Stätte machen. Im Prinzip handelt es sich hierbei um DIE Touristenfalle Nummer 1.

Mercado Modelo ... innen

Mercado Modelo ... außen

Als Basar angepriesen entpuppt sich das ganze als Abzockerei vom Feinsten. Will man wirklich vernünftige Souvenirs kaufen so sollte man dies am besten oben im Pelourinho in einem der zahlreichen urigen Shops machen.

Beim verlassen der Halle hatten wir sogar noch Glück, das wir von ein paar - sogenannten - Capoeira Freaks keins aufs Maul bekommen haben ... und warum? Bloss weil wir eine Kamera in der Hand hatten (Objektivdeckel war wohlgemerkt NICHT von der Linse entfernt!) und mal neugierig in Ihre Richtung geschaut haben. Urplötzlich kam einer der Bekloppten auf uns zugerannt und wollte Geld haben dafür, das wir ein Foto gemacht haben - was ja nicht der Fall gewesen ist. Wild gestikulierend UND auch drohend zog er irgendwann wieder von dannen ... SO EIN SPINNER !! Wenn ich vernünftigen Capoeira sehen will dann bestimmt nicht dort !!! Das ganze diente lediglich der Touristenabzocke und ist eine Masche an Geld zu kommen - mehr nicht. Den eigentlichen Sinn der hinter Capoeira steckt sucht man bei diesen Gesellen vergebens !! Das für bestimmte Dinge beim fotografieren ein kleiner Obulus fällig wird ist ja nichts neues, den geben wir sogar gerne, wenn man die Situation der Leute in diesem und auch vielen anderen besuchten Reiseländern bisher bedenkt ... aber - der Ton macht die Musik !!

Capoeira - was ist das überhaupt? Nun, ursprünglich war es eine Art der Kampfkunst zur Verteidigung, die von den Sklaven entwickelt wurde. Da kämpfen seinerzeit allerdings untersagt war und hohe Strafen nach sich zog, haben die Jungens eine Methode entwickelt, einfach zu verschleiern das sie kämpfen. Sie machten aus dem Kampf eine Art Tanz ... was letztendlich in einer Art Tanzkampf endete - dem heutigen Capoeira.

Capoeira

Begleitet wird Capoeira immer von mehreren Instrumenten ... hauptsächlich Trommeln (den Atabaque), Pandeiro und dem Berimbau. Wer nur Bahnhof versteht - keine Panik, geht mir auch gerade so *grins*

Im Pelourinho kann man fast immer einzelne Gruppen antreffen die Ihr Können zum Besten geben ... Schow-Capoeira für die Touris eben. Wesentlich beeindruckender fand ich allerdings die Capoeira-Verrenkungen eines Mannes, den wir auf dem Weg nach Praia do Forte am Strand gesehen haben. Er stand mit den Füssen im Wasser und hat verschiedene Übungen gemacht ... zwischendrin schien er immer wieder zu meditieren oder so ähnlich; die ganze Situation zog einen irgendwie in einen Bann und hat mich an Szenen aus diversen Karatefilmen erinnert, wo ein einzelner Kämpfer an einem einsamen Ort nur für sich selbst trainiert und meditiert. DAS hat mich wesentlich mehr beeindruckt als das Capoeira in Salvador!

Ein sehenswertes Rathaus gibt es hier im übrigen auch, großartig suchen braucht man das nicht wirklich, es befindet sich direkt am gleichen Platz wie der Aufzug zur Unterstadt ...

Open Air Friseur

Ein sehr lustiges Bild (unten links) bot sich uns im übrigen am Largo do Pelourinho, wo sich ein Friseur unter freiem Himmel an einem Kunden zu schaffen machte ... der hatte allerdings eh nicht wirklich viele Haare, ich frage mich was der da noch zu schnibbeln hatte ?!?

Leider hab ich den Namen des Friseursalons gerade nicht parat, sonst hätte ich mal einen Link hier rein gesetzt ... *rofl*

Open Air Friseur

Nana und ich

Dafür hab ich aber hier den Link eines T-Shirt-Shops im Pelourinho, wo man halbwegs vernünftige Souvenirs und gratis Getränke bekommt. Auch ein Foto mit einer Nana ist hier möglich, ohne das man dafür etwas bezahlen muss ... und das ist hier eine echte Ausnahme, leider!!

Die Homepage des Shops befand sich noch im Aufbau als ich diese Zeilen schreibe, also nicht wundern falls es dort nicht viel zu sehen gibt. Einen identischen Shop findet man übrigens auch in Praia do Forte und am Flughafen.

Weiter geht es auf der nächsten Seite mit ein paar Kirchen ... an denen führt nämlich speziell in Salvador KEIN Weg vorbei!

 

Zurück
Weiter

Top
© HOH
Top