Auserkoren haben wir die Churrascaria Rincao Gaucho, ein Restaurant mittlerer Grösse. Das ganze läuft folgendermassen ab: Man geht rein, setzt sich an irgendeinen Tisch und wartet dann bis der Kellner kommt ... soweit alles ganz normal. Hat man dann seine Getränkebestellung aufgegeben kann der Spass beginnen.
Erst geht man ans wirklich umfangreiche Buffet, hier gibt es von allem etwas. Warme Speisen, kalte Speisen, Salate, Beilagen, Dessert etc. ... Hat man sich den Teller gut voll gemacht geht man zurück an seinen Platz und dann geht's los - alle paar Minuten kommt eine Bedienung mit einem Fleischspiess von Tisch zu Tisch und man sagt dann, ob man von dem Fleisch etwas haben möchte oder nicht. Auf Wunsch wird dann live vor der Nase quasi mit einem langem Säbel ... oder war es doch noch ein Messer? ... das Fleisch vom Spiess abgeschnitten und auf dem Teller serviert. Die Fleischsorten reichen von Rind über Schwein und Huhn bis hin zu einigen mir unbekannten Tieren, die ich mir gar nicht im Mund vorstellen mag. Man muss übrigens nicht immer zwingend der Bedienung SAGEN ob man was möchte oder nicht, theoretisch kann man das auch einfacher haben. Neben dem Teller hat man 2 Plaketten, eine grüne und eine rote. Diese funktionieren eigentlich wie eine Ampel - grün bedeutet: Jo, ich will Fleisch. Rot heisst dementsprechend: Nein Danke, ich möchte im Moment nicht mehr. Wobei man dazu sagen muss, das Brasilianer ein NEIN nicht zu kennen scheinen ... gefragt wird man nämlich doch meistens ob man was vom aktuellen Spiess möchte. Ein Sättigungsgefühl kommt dabei irgendwie leider recht schnell, irgendwie kennt man das ja vom Fondue oder Racklette - man ißt zwar nicht wirklich viel, satt ist man aber relativ flott. Lustig fand ich allgemein die Atmosphäre in dem Lokal. Ich schätze mal, das rund 150 Leute in dem grossen Raum am speisen waren. Der Lärmpegel glich allerdings in etwa dem eines Fussballstadions. Ausserdem hab ich vereinzelt immer wieder Einheimische beobachtet, die echt Tischmanieren wie anno 1201 gehabt haben. Irgendwie hat mich das ganze dann an ein Festmahl bei Asterix und Obelix erinnert. Alle gröhlen rum, beschmeissen sich gegenseitig mit Schweinshaxen und fesseln den Koch am nächstbesten Baum. A propos Koch, einen Blick in die Küche hab ich dann auch mal "gewagt" ...
Nach diesem Einblick werd ich bestimmt nie wieder sagen, deutsche Restaurantküchen sind eklig ... Nachdem wir uns sattgegessen haben besuchen wir den größten Diamantenvertrieb in Salvador. Eigentlich war es eine Verkaufsveranstaltung in einer etwas abgeschwächten Form, da wir aber gerade nicht so flüssig sind um Klunker im 6-stelligen Bereich zu kaufen verzichten wir dankend und beschränken uns auf neidisch gucken. Was mir ganz gut gefiel war dann aber die Aussicht beim verlassen des Gebäudes - hat sich also doch irgendwie gelohnt.
Auf der nächsten Seite geht's dann weiter mit ein paar Forts die Salvador umgeben. Das bekannteste ist glaube ich - wenn ich mich recht erinnere - das Santo Antônio da Barra ...
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