Florida Themeparks – Genie oder Wahnsinn?

Dies sollte endlich unser erster USA-Urlaub werden. 2x hatten wir eigentlich schon eine Rundreise zusammengestellt und Florida bzw. den Südosten gebucht, beide Male mussten wir das allerdings buchstäblich in letzter Sekunde – einmal wegen einem Hurrican und einmal wegen plötzlicher Krankheit – stornieren. Dieses Mal wollten wir auf Nummer sicher gehen und haben vorsichtshalber schonmal die Sturmsaison abgewartet. So kam es, das wir es uns im Dezember/Januar 2003 in der Weihnachtszeit im Großraum Orlando mal so richtig gutgehen lassen wollten. Statt einer Rundreise hatten wir einen Fun-Urlaub in den Florida Themeparks ins Auge gefasst. Schuld daran war ich eigentlich selber, da ich immer schon einmal nach Disney World wollte … eine Art Jugendtraum sozusagen.

Wir orderten also schon zu Hause einen Fun in the Sun – Pass, mit dem man eine zeitlang freien und unbegrenzten Zutritt zu allen möglichen Disneyparks und anderen Attraktionen in Florida hat. Namentlich wären das Magic Kingdom, Animal Kingdom, EPCOT, die MGM-Studios, die beiden Wasserparks Blizzard Beach und Typhoon Lagoon sowie ein paar Sachen in Downtown Disney bzw. Pleasure Island, wie z.B Disney Quest (eine Art „interaktiver Themepark“), sowie das Kennedy Space Center … diesen Pass gibt es leider heutzutage in dieser Form nicht mehr. Es gibt jetzt allerdings ähnliche Pässe, welche aber allesamt nicht an die Inklusivleistungen des damaligen heran kommen. Am erwähnenswertesten ist wohl das Disney Parkhopperticket (auch Flexticket genannt) oder Magic your Way – Ticket. Hier kann man innerhalb von 10 Tage in alle Disney Parks gehen, einzige Beschrängung hierbei: Pro Tag nur ein Park.

If you are looking for the most affordable Disney Theme Park ticket, purchase the Magic Your Way Base Ticket. This option provides admission to the four main Walt Disney World Theme Parks, and it allows entry to one Disney Theme Park per day. Purchase Magic Your Way Base Tickets for as many days as you like: 1-10 days. Weitere von uns besuchte Themeparks im Rahmen dieses Urlaubs waren noch die Universal Studios, Island of Adventure, Sea World … einzig Busch Gardens in Tampa haben wir damals noch nicht besucht, das haben wir aber Anfang 2008 nachgeholt. Den Bericht dazu könnt Ihr hier nachlesen.

 

Tretet also ein in die Zauberwelt der Florida Themeparks …

25. Dezember 2003, Ankunft Orlando. Da wir in der erste Woche keinen Mietwagen hatten werden wir vom Flughafen mit einem Transfershuttle abgeholt, welches uns zu unserem Hotel Comfort Inn Lake Buena Vista gebracht hat. Einen Lageplan des Hotels mit Informationen der einzelnen Entfernungen zu den Attraktionen findet Ihr hier. Natürlich hatten wir im Vorfeld auch überlegt, in einem der wirklich fantastischen Themenhotels von Disney zu übernachten (z.B dem Swan & Dolphin), auf Grund teilweise wirklich heftiger Preise in der Weihnachtszeit haben wir uns dann aber dagegen entschieden.

Fun, Fun, Fun war also jetzt angesagt. Morgens ging es immer mit dem Gratis-Shuttlebus vom Hotel zu einem der Parks. Als erstes haben wir Animal Kingdom besucht, welches im Prinzip eine Mischung aus riesigem Zoo und Themepark ist. Unterteilt ist der Park in sechs verschiedene Bereiche, als da wären Africa, Asia, DinoLand U.S.A, Camp Minnie-Mickey, Rafiki’s Planet Watch und Discovery Island. Animal Kingdom war damals der neueste und letzte der großen vier Disney-Themeparks in Orlando, eröffnet hat er nämlich erst 1998. Auch wenn es einem nicht so vorkommt wenn man ihn besucht, es ist tatsächlich mit rund 250ha der flächenmässig größte aller Parks hier.

 

Eingang vom Animal Kingdom, einer von Florida Themeparks

 

Auch wenn es einem nicht so vorkommt wenn man ihn besucht, es ist tatsächlich mit rund 250ha der flächenmässig größte aller Parks hier. Einen Großteil nimmt dabei die Savanneh ein, in der viele Tierarten ein zu Hause gefunden haben und die man auch auf einer Art „Pirschfahrt“ im offenen Gelände-Jeep erleben kann. Diese Kilimanjaro Safari ist auch eine der Hauptattraktionen hier. Hier laufen alle Tiere frei herum, die „Big 5“ ebenso wie unzählige andere Savannenbewohner. Immer wieder hält man kurz für Fotostops an, aus dem Lautsprecher im Auto wird zusätzlich noch der Eindruck vermittelt, man sei auf einer Grosswildjagd. Schon ziemlich gut gemacht muss ich sagen.
Das zentrale Thema, welches sich durch den gesamten Park zieht, ist hier Afrika. Der Mittelpunkt des gesamten Areals bildet der Tree of Life, ein riesiger Baum mit Schnitzerein in seinem dicken Stamm … allerdings ist er auch der einzige unechte Baum im Park. Im inneren des Baum findet sich ein 4-D Kino wieder, It’s tough to be a bug wird hier vorgeführt. Man bekommt eine 3-D Brille auf und setzt sich auf ziemlich fiesen Stühlen hin, um den Film zu geniessen. Fies deshalb, weil es die Stühle ziemlich in sich haben. Man kann mit Wasser vollgespritzt werden, es sind überall Luftdüsen angebracht, sie können vibrieren und Teile des Stuhls können sich bewegen. Hier ist man wirklich mittendrin im Film, echt gut gemacht.

 

Tree of life

 

Es gibt natürlich noch eine Vielzahl anderer Attraktionen, so z.B Dinosaur (ein Darkride der besonderen Art) und die Kali River Rapids, eine Fahrt mit einem riesigen Reifen, in dem man mit bis zu 12 anderen „Mitreisenden“ durch einen Wildwasserkanal fährt. Regencape anziehen ist hier Pflicht, da man garantiert (!) nicht trocken wieder unten ankommt. Im Sommer ist so eine Erfrischung bestimmt ganz angenehm, aber hey – es war Dezember. Zwar nicht wirklich kalt hier in Orlando, aber warm ist auch etwas anderes. Eine zum damaligen Zeitpunkt noch nicht eröffnete Attraktionen ist Expedition Everest, mit Baukosten von 100 Mio.US$ eine der seinerzeit teuersten Achterbahnen der Welt. Bilder (unter anderem vom Bau) gibt es hier.

In Animal Kingdom haben wir dann auch unseren im Flexticket enthaltenen Gutschein für’s Charakter Dining, einem Frühstück mit den Disnyfiguren, eingelöst. Das ist ganz witzig. Man geht quasi an ein riesiges Buffet, und mittendrin laufen die ganzen Disneycharaktere um einen herum und setzen sich mitunter auch zu einen an den Tisch. Diesen Gutschein kann man in jedem der Parks einlösen, wir haben uns halt für Animal Kingdom entschieden.

Einen Parkplan könnt Ihr Euch auch ansehen, und zwar hier! Einzurechnender Zeitaufwand für einen Besuch des Parks: 1 Tag

 

Charakter-Breakfast ... Gruppenfoto mit Hund

 

Cinderellas Castle

 

Der nächste Park, den wir dann mal antesten wollten, war Magic Kingdom. Irgendwie ist es ja genau DIESER Park den man immer mit Mickey Mouse in Verbindung bringt. Hin kommt man allerdings nur mit der Monorail oder mit einem Raddampfer, der über einen grossen Teich, der Seven Seas Lagoon, hin – und her pendelt.

Zentraler Mittelpunkt im Park ist natürlich Cinderella’s Castle, welches man von fast überall im Park sehen kann und was in allen anderen Disneyparks dieser Welt ebenfalls nachgebaut worden ist. Hier am Schloss laufen alle Strassen und Rundwege wieder zusammen und enden auf der Main Street, auf der auch immer die grosse Share-a-Dream-come-true-Parade startet. Wenn man sich diese ansehen will sollte man bereits knapp eine Stunde vorher auf der Suche nach einem geeigneten Platz gehen, da der Straßenrand sich schon lange vor Beginn mit Schaulustigen füllt.

Es gibt natürlich hierin Magic Kingdom auch wieder unzählige Attraktionen, einige von ihnen sind die unterschiedlichen „Mountains“.
So gibt es z.B Splash Mountain, Big Thunder Mountain oder auch Space Mountain. Jeder einzelne von ihnen befindet sich jeweils in einem eigenen Themenland. Magic Kingdom ist in sieben solcher Themenländer unterteilt: Die Main Street, U.S.A., Fantasyland, Adventureland, das Westernland Frontierland, Tomorrowland, Mickey’s Toontown Fair, in dem die Besucher u.a. das Haus von Mickey Mouse besichtigen können und Liberty Square.

 

Big Thunder Mountain

 

Eine Haupattraktion ist aber natürlich auch noch das allabendliche Feuerwerk Wishes, welche über dem Cinderellaschloss stattfindet. Das Wort „Spektakel“ wäre wohl besser dafür geeignet. Synchron zur Musik abgeschossen macht das ganze schon irre Eindruck auf einen. Getoppt wird das nur noch vom Epcot-Feuerwerk, doch dazu später mehr

Was auf jeden Fall auch noch sehenswert ist und man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen darf: Mickey’s PhilharMagic im Fantasyland. Ein 3D-Show mit Gänsehauteffekt. DIE bekommt man allerdings auch , wenn die US-Flagge zur Dämmerung eingeholt wird und spontan alle Amis im Umkreis stehenbleiben und patriotisch Ihre Hand auf’s Herz legen. So etwas macht mich echt sprachlos …

 

Flaggenzeremonie

 

Disney Parade

 

Den Parkplan von Magic Kingdom könnt Ihr Euch hier ansehen, dieser ist ganz praktisch um sich vorher bereits ein bisschen zu orientieren. Einzurechnender Zeitaufwand für einen Besuch des Parks: 1 Tag

Weiter geht’s nach EPCOT, was soviel bedeutet wie „Experimental Prototype Community Of Tomorrow“ (Experimentelle Prototyp-Gemeinschaft von Morgen). Im Nachhinein glaube ich allerdings, die inoffizielle Übersetzung passt besser. Die lautet nämlich „Every Person Comes Out Tired“, wegen dem vielen Umherlaufen im Park. Dieser teilt sich übrigens überraschenderweise nur in zwei Bereiche auf, Future World und World Showcase. Letzterer besteht aus elf Themenländern, die verschiedene Staaten der Erde nachstellen: Die USA (natürlich), Mexiko, Japan, China, Frankreich, Marokko das vereinigte Königreich, Norwegen, Kanada, Italien und auch Deutschland, in dem man durch eine im bayrischen Stil nachempfundene Kulisse wandert. Hier gibt es sogar Weisswürschtl und Weizenbier.

Aber so hat jedes einzelne Land seine Spezialitäten, die hier nachgebaut wurden und einem präsentiert werden. In Japan kann man Sushi essen, beim Italiener halt Pizza, es existiert sogar die Rialto Brücke mit einer Gondel. Zwar alles natürlich in einem etwas kleinerem Format im Vergleich zum original, aber immerhin. Den Parkplan von EPCOT findet Ihr hier. Nach der Wanderung durch elf verschiedene Länder, die alle um die „World Showcase Lagoon“ angelegt sind, haben wir uns dann auf nach Future World gemacht.

 

EPCOT

 

Unübersehbar hier ist dabei Spaceship Earth, die riesige Kugel in deren innern man mit einem Endlosgefährt die Geschichte der Kommunikation miterleben darf. Zwar nicht wirklich aufregend, dafür aber recht informativ wenn man versteht, was aus den teilweise doch recht kratzigen Lautsprechern kommt. Jeder der schonmal am McDonalds Drive-In Schalter was bestellen wollte, kennt das *knirsch* … ansonsten ist diese Attraktion eher was zum einschlafen … äääh, sry … zum entspannen natürlich. Man merkt halt, das es eines der ersten Fahrgeschäfte überhaupt hier im Park gewesen ist.

Einige andere Attraktionen sind da schon wesentlich spektakulärer und nervenaufreibender, so zum Beispiel Testtrack oder das neuere Mission:Space, eine Marsmission auf der man selber seines Glückes Schmied ist. Letzteres musste vor einiger Zeit vorrübergehend wegen einem Unfall sogar geschlossen werden, ist aber mittlerweile wieder in Betrieb. Ein kleiner Junge hatte wohl Probleme mit dem Herzen bekommen während des „Trips“ zum Mars. Neu, und leider bei unserem Aufenthalt damals noch nicht eröffnet, ist Soarin.

 

Die Monorail fährt auch durch EPCOT

 

Unbestrittener Höhepunkt ist aber das allabendliche IllumiNations: Reflection of Earth !! Eine Licht-Laser-Feuerwerksshow die Ihresgleichen sucht. Wir hatten das Glück, das wir an zwei Tagen in EPCOT waren. Einmal an einem normalen Tag und einmal am Sylvesterabend. An diesem Abend war die Show gleich auch noch um einiges länger, da jedes einzelne Themenland um den See herum mit involviert wurde. Das ganze lief so ab, das erst jedes Land nacheinander für sich ein Feuerwerk gemacht hat. Anschliessend gab es dann die Illuminations-Show, die mit einem Countdown endete. Unter riesigem Jubel fing dann um 12h das eigentliche Neujahrsfeuerwerk erst an. Das war einfach insgesamt ein unglaubliches Erlebnis. Fremde Menschen liegen sich in der Armen und schmeissen ihre Hüte in die Luft, wir wurden von Leuten gedrückt die wir gar nicht kannten. Das war glaube ich so ziemlich mit das schönste Sylvester was wir beide je erleben durften. Danke dafür nochmal im nachhinein!

Den Parkplan findet Ihr hier … Zeitaufwand für einen Besuch hier: Ebenfalls 1 Tag. Der vierte und letzte der „grossen“ Disney Parks sind die MGM Studios. Hier dreht sich alles um das Thema Film und Kino. Es gibt unzählige bekannte Filmkulissen und Shows, so z.B die Indiana Jones Adventure Show, in welcher der damalige Stuntman von Harrison Ford die Rolle des Indy übernimmt.

 

Indiana Jones Show

 

Natürlich darf ein Star Wars – Bereich hier auch nicht fehlen, immerhin zählen die Filme zu den bekanntesten und erfolgreichsten aller Zeiten. Seinen überschüssigen Adrenalin kann man dann noch auf dem Tower of Terror oder bei der Aerosmith-Achterbahn Rock’n’Rollercoaster loswerden. Bei letzterem handelt es sich um eine Indoorachterbahn, bei der während der Fahrt ein satter Aerosmith-Sound aus Lautsprechern in jedem Wagen ertönt.

 

Ein unscharfes Darth Vader Bild :-)

 

Star Wars Walker

 

Tower of Terror

 

Wenn man das alles heil überstanden hat, muss man sich natürlich noch die Parade und die Backlot Tour ansehen, bei der man mit einem langen Wagen durch verschiedene Specialeffekt-Szenarien fährt und mal hinter die Kulissen schauen darf. Abends ist dann auf jeden Fall noch Fantasmic ein Must-See! Dabei handelt es sich um eine Licht/Laser/Wassershow, auf der zwischendurch immer wieder auf riesigen Vorhängen aus Wasserfontänen eine Geschichte weitererzählt wird, die gerade im Hintergrund durch die ganzen Disneycharaktere nachgespielt wird. Irre gemacht und durch die passende hammer Musik sträuben sich einem echt die Nackenhaare – natürlich im positiven Sinn!

 

Parade in den MGM Studios

 

Den Parkplan könnt Ihr Euch wieder hier ansehen … zu rechnender Zeitaufwand: Auch hier wieder 1 Tag !!

Kleiner Tipp am Rande, der übrigsens für alle Disney – und Universal – Themeparks gilt: Um lange Wartezeiten VOR den Attraktionen zu vermeiden, hat man sich das FastPass – System ausgedacht. Hierbei kann man sich an mehreren Stellen im Park an dort jeweils aufgestellten Automaten ein „Ticket“ zu seiner Wunschattraktion ziehen, auf dem ein gewisser Zeitraum angegeben ist. Kommt man dann mit dem Ticket in eben diesem Zeitraum zur Attraktion, so umgeht man fast völlig jede Warterei. Die Warteschlange ist meist nur sehr kurz und so kommt man fast ohne anzustehen zu seinem Ride. Einen guten Link mit einer Übersicht zu den Attraktionen bei denen FastPass gilt findet man hier !

Nach so vielen aufregenden Tagen stand dann irgendwann auch einmal ein Erholungstag in einem der Wasserparks auf dem Tagesprogramm. Wir haben uns für Blizzard Beach entschieden, einen Funpark mit Rutschen und Reifen im Wasser, der komplett in einer Winterkulisse aufgebaut wurde. Selbst hier gibt es einige Nervenkitzel-Attraktionen, wie z.B Summit Plummet, bei der man mit bis zu 97km/h – mir kam es fast senkrecht vor – nach unten rutscht. Dann gibt es z.B auch noch den Slush Gusher, oder den Downhill Double Dipper. Ich frage mich gerade, wer sich eigentlich immer solche Namen für Rutschen ausdenkt !?

 

Blizzard Beach Eingang

 

Fun auf der Rutsche

 

Summit Plummet

 

Insgesamt ein recht entspannender Tag, auch wenn das Wetter leider nicht so mitgespielt hatte wie wir uns das für einen „Strandtag“ eigentlich gewünscht hätten. Egal, warm ist es trotz Sonnenmangel doch irgendwie gewesen.

Abends kann man dann das Disney-Erlebnis vervollständigen und nach Downtown Disney fahren, einem offenen Shoppingkomplex mit vielen Geschäften, Restaurants und dem angrenzenden Pleasure Island, auf dem man bis spät in die Nacht in diversen Clubs abfeiern kann. Neben „PI“ geht’s weiter nach Downtown Disney WestSide, wo es u.a. das Planet Hollywood, eine Cirque de Soleil – Show und die Disney Quest gibt, in der wir dank Flexticket auch freien Eintritt hatten. Zum Abendessen sind wir meistens im Rainforest Cafe gelandet … warum muss das Essen auch so verdammt lecker dort sein !?

 

Planet Hollywood

 

Downtown Disney Westside

 

Natürlich gibt es neben den ganzen Disneyattraktionen aber auch noch andere Dinge die man in Orlando und Umgebung unternehmen kann, wie zum Beispiel ein Besuch der Universal Studios. Ein weiterer grosser Themepark, der Disney zwar von der Grösse her keine Konkurrenz machen kann, das aber eigentlich auch gar nicht nötig hat. Universal kann mit ganz anderen Dingen punkten, wie zum Beispiel den ganzen bekannten Filmen, zu denen natürlich auch viele Fahrgeschäfte vorhanden sind. Zum Universal Orlando Resort gehört übrigens auch noch das größte arbeitende Filmstudio außerhalb Hollywoods. Bis 2005 wurden hier alle Fernsehshows des Kindersenders Nickelodeon aufgezeichnet. Ausserdem werden hier zahlreiche Werbespots abgedreht.

 

Universal Orlando

 

Universal Studios ... Men in black

 

Universal Studios ... Jaws

 

Men in Black, E.T, Back to the future, Twister, Terminator2 oder Shrek 4-D sind nur einige davon, um mal ein paar Namen zu nennen. Revenge of the Mummy war leider zu der Zeit noch im Bau als wir dort waren, allerdings sollten wir ein Jahr später in L.A. das Vergnügen haben, diesen Dark-Ride miterleben zu dürfen. *Update* Back to future musste am 30.März 2008 dem Simpsons – Ride weichen.

Die Studios an sich üben schon eine ganz eigene Faszination auf einen aus. Man bekommt viel gezeigt, was man immer schon einmal wissen wollte wenn man sich einen Film ansieht und sich fragt „Wie geht das eigentlich?“ Must-Do ist auf jeden Fall die „Weisse Hai“ – Tour Jaws, bei der man mit einem kleinen Boot auf einem See entlangschippert und erst vom Hai gejagt wird, diesem später dann aber selber versucht zu jagen. Immer wenn man nicht damit rechnet, schnellt neben dem Boot dann eben jenes Ungetüm aus dem Wasser.

Das war schon recht spannend, und obwohl man das ja schon eigentlich in unzähligen Berichten gelesen oder auch gesehen hat, erschreckt man sich trotzdem! Hier gibt es eine Karte vom Park und eine Liste sämtlicher Attraktionen.

Wenn einem die Universal Studios alleine nicht reichen, der kann nach „nebenan“ zu einem weiteren, ganz eigenständigem Park gehen. Er gehört zwar auch zu Universal, befindet sich aber auf der anderen Seite des City Walks. Die Rede ist vom Island of Adventure. Der Name ist Programm, nirgendwo wird man glaube ich einen spektakuläreren Park in der Umgebung finden. Angefangen bei der irren Achterbahn Hulk Coaster, mit der man blitzschnell nach oben geschossen wird, nur um dann wieder Richtung Wasser nach unten zu rasen, über das – in meinen Augen unübertroffene – Amazing Adventures of Spiderman (für mich die geilste Attraktion der Welt – kann man nicht beschreiben, muss man einfach erleben!) bis hin zur Wildwasserbahn Dudley Do-Right’s Ripsaw Falls, welche dermassen schnell ist und man SO nass wird, das wir Leute gesehen haben, die sich nach der Fahrt fast vollständig ausgezogen haben um Ihre Kleider zu trocknen. Hier ist einfach alles irre.

 

Duelling Dragons

 

Alleine die Pappmaschebauten sind teilweise schon der absolute Hammer und bringen eine unglaubliche Atmosphäre in das jeweilige Parkthema. So wurde z.B im Jurassic Park – Bereich eine ganze Filmkulisse nachgebaut und man kann sogar Dino-Eier in die Hand nehmen. Der Fantasy – Bereich „Lost Continent“ übertrifft thematisch dann aber alles. Man kommt sich wirklich vor wie im Film, so genial sind die Bauten gemacht. Die Attraktionen Duelling Dragons und Poseidons Fury tun dann noch das übrige dazu! Selten hat man soviel Aufregung an einem Tag! Wobei das durchweg POSITIV gemeint ist!

 

Islands of Adventure ... Hulk Coaster

 

Ich muss sagen, ich hatte im Vorfeld nicht gedacht das mich ein Park mehr beeindrucken würde als DisneyWorld. Ich hatte mich getäuscht. Die fehlende Grösse wird hier ganz klar durch die Originalität der Attraktionen und viel Liebe zum Detail wieder wett gemacht.

 

Herr der Ringe ??

 

Poseidons Fury

 

Eine Karte vom Park samt Übersicht aller Attraktionen gibt es hier. Einzuplanender Zeitaufwand: trotz der geringen Grösse beider Parks sollte man ruhig jeweils einen vollen Tag rechnen. Beide Universal-Themeparks auf einmal an nur einem einzigen Tag schafft man eh nicht, ohne das es in Stress ausartet.

Wenn man genug von den beiden Parks hat kann man sich noch eine ganze zeitlang im Universal City Walk aufhalten, das ist eine Art Paralelle zu Downtown Disney. Hier befinden sich unter anderem das Margaritaville sowie das weltgrößte Hardrock Cafe. Auch sonst gibt es hier viel zu entdecken, wie zum Beispiel das Nascar Cafe oder das NBA Cafe. Einige Nachtclubs, diverse Bars, Restaurants und Shops runden das Angebot hier ab. Seit einiger Zeit tritt die Blue Man Group hier auch in einem neu erbauten Theater auf. Wer nur abends mal den City Walk besichtigen will konnte damals ab 18h gratis das angrenzende Universal – Parkhaus benutzen, ob das aktuell immer noch der Fall ist kann ich leider nicht sagen

 

Panorama vom Universal City Walk

 

Natürlich darf ein Besuch bei SeaWorld bei keinem Orlando-Aufenthalt fehlen und so machten wir uns einen Tag auf den Weg dorthin. Mittlerweile hatten wir auch einen Mietwagen für die zweite Woche und somit stand dem auch nichts mehr im Weg, obwohl das Ganze vermutlich auch ohne Wagen bis hierher reibungslos funktioniert hätte. Auf dem Weg dorthin sind wir an Discovery Cove vorbeigekommen, was wir allerdings nicht besucht haben. Mit Delphinen ist Mel schon damals in Xcaret in Mexiko geschwommen und somit musste das diesmal nicht zwingend auch noch sein … obwohl der Park an sich ja schon traumhaft sein soll. Ausserdem schreckt der leider doch recht hohe Preis von 215$ einen schon ein wenig ab. Dafür hat man dann aber auch immer nur maximal 1000 Personen im Park, da pro Tag nur diese Anzahl Karten verkauft wird. So wird es nie zu voll! Eine Vorabreservierung (möglich via Telefon, Internet, beim Sea World – Besuch oder direkt vor Ort) ist deshalb zwingend erforderlich.

 

Shamu Show

 

Klarer Höhepunkt in SeaWorld ist natürlich die Shamu Show, in der ein paar doch recht stattliche Exemplare der Gattung Orca eine Show darbieten. Untermalt mit einer passenden Musik, wird man in der Soak Zone richtig schön nass gespritzt. Wer lesen kann ist klar im Vorteil und setzt sich ja nun nicht wirklich freiwillig dorthin. Wir haben uns deshalb weiter nach oben verkrümelt … und sind trotzdem noch nass geworden. Keine Ahnung wieviel Meter das vom Beckenrand waren, Shamu und seiner Gang schien das egal zu sein. Wir würden uns eh nicht wehren. Die Show heißt seit Mai 2006 übrigens „Believe“ und ist komplett „überarbeitet“.

*Update* … Am 25.Februar 2010 war SeaWorld Orlando durch einen Zwischenfall weltweit in den Medien. Der größte hier lebende Orca, er hört auf den Namen Tilikum was in der Sprache der frühen Eingeborenen soviel wie „Freund“ heisst“, hat bei einem tragischen Zwischenfall seine Trainerin Dawn Brancheau unter Wasser gezogen und getötet. So wird ein Traumberuf zum Albtraumberuf … Ich persönlich frage mich, wie man einen Killerwal (wie passend der Name auf einmal erscheint) weiterhin in die Nähe von Menschen lassen kann, wenn er bereits 2x zuvor Menschenleben gekostet hat. Denn bereits 1991 und 1999 hat Tilikum getötet, beide Mal sind die „Opfer“ aus Dummheit oder durch Zufall aus Versehen ins Wasser gefallen und sind – vermutlich – dem natürlichen Beutetrieb der Orcas zum Opfer gefallen. Aber das nur am Rande.

Gute Fahrgeschäfte in Sea World sind der Coaster Kraken, Wild Arctic und die Wasserbahn Journey to Atlantis, auf der mal wieder duschen angesagt ist. Nichtsdestotrotz steht das Fahrvergnügen hier im Park eher an zweiter Stelle, Priorität haben ganz klar die Tiere. Das ganze jetzt als Zoo abstempeln kann man allerdings auch nicht. Lohnenswert ist ein Besuch hier aber allemal, wenn man allerdings einen der anderen Sea World Parks (zum Beispiel in San Diego) bereits kennt würde ich mir den Besuch hier 2x überlegen.

 

Journey to Atlantis

 

Einen interaktiven Parkplan von Sea World findet Ihr hier. Einzuplanender Zeitaufwand: einen knappen halben Tag, besser aber etwas mehr. Sea World und Discovery Cove gehören übrigens beide zu den Anheuser-Busch Adventure Parks, zu denen unter anderem auch noch Busch Gardens zählt. Der Park befindet sich in Tampa Bay und bietet eine weitere Alternative zu Disney und Universal. Im Februar 2008 und auch einige Jahre später haben wir diesem Park ebenfalls einen Besuch abgestattet, was wir dort so erlebt haben kannst Du hier nachlesen.

Weiter geht es, knapp 80km und eine Autostunde den Highway entlang zum Kennedy Space Center in Cape Canaveral. Raketen gucken war angesagt. 1969 startete von hier aus Neil Amstrong mit seiner Crew Richtung Mond. Kurz nach dem Betreten des „Parks“ befindet man sich im Visitors Complex. Von hier aus gelangt man unmittelbar in den Rocket Garden, in dem sich diversen Trägerraketen und der Explorer, ein 1:1 Originalnachbau des Space Shuttles, befinden. Dieses Modell hier war allerdings noch nie im All, man kann es aber trotzdem – oder gerade deswegen – auch begehen und mal von innen besichtigen. Schon recht merkwürdig so etwas mal zu sehen! Ein Stück weiter befindet sich das Astronaut Memorial. Dabei handel es sich um einen schwarzer Granitstein mit den eingravierten Namen aller Astronauten die beim Einsatz Ihr Leben liessen. Der Stein besteht teilweise aus Reflektoren, welche das Licht der Sonne auf die Namen reflektieren sollen. Ein Computer richtet das Monument ständig in Richtung Sonne aus, so dass die Strahlen darauf fallen.

 

Abschussrampe

 

Nachdem man sich hier ausgiebig umgesehen hat, kann man sich noch einen IMAX-Film ansehen, oder aber direkt die Bustour zur Launch-Station LC-39machen. Auf dem Weg dorthin fährt man auch an dem riesigen quaderförmigen Gebäude vorbei, dem Vehicle Assembly Building. Hier werden die Shuttles für Ihre Flüge ins All vorbereitet. Obwohl das Gebäude zu den größten der Welt zählt, kommt es einem gar nicht so vor wenn man kurz davor steht, bzw. vorbeifährt. Aussteigen darf man hier natürlich nicht! Sicherheitsstufe 1 !!

 

Vehicle Assembly Building

 

Hier mal einige Fakten zum Gebäude: Gebaut und fertiggestellt wurde es 1965. Es ist 160,3m hoch, 218,2 Meter lang und 157,9 Meter breit. Mit einem Rauminhalt von 3.664.883 Kubikmetern zählt es (immer noch) zu den größten Hallenbauten der Welt. Ausserdem besitzt es mit 139 Metern die höchsten Tore der Welt. Diese benötigen 45 Minuten um sich vollständig zu öffnen. Aufgrund seiner quaderartigen Bauweise kann das Gebäude Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h widerstehen.

Durch die Höhe des Gebäudes konnten sich in der Anfangszeit Wolken unter der Decke bilden, die zu Niederschlägen führten (KEIN Scherz!) … um dem entgegenzuwirken wurden in das Dach Hochleistungs-Ventilatoren eingebaut. Zutritt hier hat man übrigens nur als hochautorisierter NASA-Mitarbeiter oder US-Regierungsvertreter. Auf dem Rückweg kommt man dann am Apollo / Saturn V Center vorbei, in dem sich die 111 m lange Saturn-V-Rakete befindet.

 

Triebwerke

 

Rocket Garden

 

Hier im Apollo-Center gibt es natürlich auch einen Souvenirladen, in dem man eine Menge an mehr oder weniger sinnvollem Zeugs kaufen kann. Das obligatorische T-Shirt, diesmal aus dem Space Shop, durfte da für unsere Sammlung natürlich nicht fehlen! Wer Lust hat, kann beim Lunch with an astronaut mit selbigen zu Abend essen. Vorabreservierung erforderlich. Einen Übersichtsplan des gesamten Geländes gibt es übrigens hier. Hier findet Ihr den Anfahrtsweg. Und hier findet Ihr eine Bericht von Frank, der am 23.Oktober 2007 bei einem Shuttle-Start live vor Ort gewesen ist.

Nach dem KSC ging es dann für uns noch weiter nach Cocoa Beach, wo wir nach einem kurzen Strandaufenthalt noch eine Stopp im Ron Jon machten, um uns mal ein wenig mit neuen Klamotten einzudecken. Allgemein kann man hier in Florida ja shoppen bis zum umfallen. Es gibt ohne Ende Outlet Malls (z.B die Festival Bay Mall von Belz oder die Lake Buena Vista Factory Stores), in denen man Ware teilweise zu Spottpreisen bekommt. Was man generell gut hier drüben kaufen und auch ruhig empfehlen kann: Turnschuhe (Nike und Puma-Outlets gibt’s es genügend), Fossiluhren – und Schmuck, Kosmetik und alles was unter den Überbegriff „Surfklamotten“ fällt. In der Regel kann man damit nichts verkehrt machen und man spart schon einiges im Vergleich zu Deutschland.

 

Festival Bay Outlet Mall ... mit dem Ron Jon - Shop

 

Hat man alles abgeklappert hier in Orlando kann man noch nach Downtown reinfahren … hier gibt es zum Beispiel die Church Street Station, wo man auch alte Loks sehen kann. Der gesamte Bereich um den historischen Bahnhof wurde neu renoviert und man findet nun jede Menge Lokale, Restaurants und sonstige Shops hier um sich die Zeit zu vertreiben.

 

Church Street Station

 

Viele Attraktionen bzw. Sehenswürdigkeiten haben wir aber – trotz fast 3-wöchigem Aufenthalt hier – gar nicht geschafft noch „mitzunehmen“. So waren wir zum Beispiel gar nicht in Skull Kingdom oder Wet’n’Wild. Seit März 2008 gibt es den neuen Aquatica-Wasserpark von Sea World. 2009 baute Universal dann einen eigenen Harry Potter – Park innerhalb des Island of Adventures. Ferner hat Universal Pläne zum Bau einer neuen Achterbahn namens Hollywood Rip, Ride, Rockit bekannt gegeben, welche eine Revolution der Sinne sein soll was Achterbahnen angeht. Während der Fahrt soll es unter anderem möglich sein, sich seine eigene Musik durch die Lautsprecher in der Kopflehne anzuhören! Aktuelle Bilder vom Bau der Bahn gibt es auch. Es wird also hier nie langweilig … There’s so much more to see !!

Neuerdings gibt es auch für Deutsche Orlando-Besucher die Möglichkeit, eine kostenlose Orlando Magicard® zu erwerben. Diese gilt für die beliebten Freizeitattraktionen ebenso wie für Verkehrsmittel, Gastronomie und Einkäufe. Nähere Infos dazu gibt es hier. Über viele Ausflugsmöglichkeiten und Attraktionen im Großraum Orlando kann man sich übrigens schon VOR Reiseantritt auch im Internet informieren, z.B hier, hier und hier … oder auch hier. Aktuelle Infos über das Wetter in Orlando findet Ihr hier.

 

 

FAZIT

Dies war unser erster USA – Aufenthalt, wie wir mittlerweile ja wissen, sollte es nicht der letzte bleiben. Rückbetrachtend würde ich meinen, Orlando ist ein guter Einstieg wenn man noch nie drüben war und mal ein wenig USA-Luft schnuppern möchte. Da in Orlando selbst alles auf Tourismus eingestellt ist, kommt man ganz gut zurecht und hat keine größeren Probleme, wenn man sich nicht allzu ungeschickt anstellt. Auch das Autofahren ist recht problemlos hier. Aber das ist es ja in Amerika sowieso. Generell können wir jedem nur empfehlen, wenigstens einmal im Leben noch solch einen Themeparkurlaub zu machen. Man wird es bestimmt nicht bereuen. Okay, ist zwar nicht ganz günstig (die Preise für die Parks sind ja mittlerweile doch recht heftig) , aber man gönnt sich ja sonst nichts. Und wer will nicht mal wieder zurückversetzt werden und sich vorkommen wie ein kleines Kind !?

Was übrigens interessant ist: Mögen die Parks auch recht teuer sein, der Hotelpreisindex von Hotels.com zeichnet Orlando als preiswerteste Destination weltweit aus USA-Smilie Kleiner Tipp: Auf undercovertourist.com kann man Tickets auch online von Deutschland aus ordern, genauso wie auf greatorlandodiscounts.com oder auf mousesavers.com. Mit etwas Glück erwischt man Vergünstigungen oder Sondertarife für seinen Reisezeitraum, die man vor Ort evtl. nicht unbedingt bekommt. Dort zählt dafür wiederrum der AAA-Rabatt, den man eigentlich – außer bei Disney – in jedem Themepark an der Kasse erhält. Man muss halt abwägen, was im Endeffekt günstiger wäre … auch wenn sich das natürlich nicht immer im Vorfeld so ohne weiteres ausrechnen lässt.

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