2.Tag (31.Januar 2008) Everglades
Als wir wach werden ist es bereits kurz nach 5 Uhr ... eigentlich recht ungewöhnlich für uns, da wir am ersten Tag nach dem Flug immer mitten in der Nacht irgendwann aufwachen. Ist aber auch egal, wir machen uns frisch und fahren gemütlich los nach Miami. Erster Stopp ist das Holocaust Memorial, das sich in unmittelbarer Nähe des Convention Centers und des botanischen Gartens befindet. Kann man eigentlich nicht verfehlen. Weiter geht es ins nahe gelegene Art Deco Viertel, morgens früh hat das hier irgendwie einen ganz eigenen Flair und die Atmosphäre ist völlig unterschiedlich im Vergleich zu abends.
Ein ziemlich krasser Gegensatz zum total überlaufenen Strand als wir 2005 hier gewesen sind ... fast schon schön. Die umherfliegenden Möwen und der leichte Wind der uns um die Ohren weht runden die für uns eigentlich unerwartete und untypische Idylle ab. Ausser uns sind nur noch einige andere Leute mit Fotoapparaten unterwegs, die anscheinend die Gunst der Stunde ebenfalls ausnutzen wollen.
Doch so schön der Moment aber auch ist, wir wollen weiter ... die Everglades warten auf uns. Haben wir damals ja nur den Tamiami Trail durchkreuzt, so wollen wir an diesem Tag in den südlichen Teil des National Parks hineinfahren und ein paar der kurzen Trails wandern. Die Fahrt über die #1 zieht sich wie gewohnt, aber um kurz nach 10 Uhr sind wir dann schließlich am Eingang des Parks. Da dieses hier der einzige Nationalpark in diesem Urlaub sein soll lohnt sich für uns ein Kauf des Nationalpark Passes nicht wirklich, wir zahlen dementsprechend die 10 US$ (für ein Auto mit maximal 8 Personen, gültig für 7 aufeinanderfolgende Tage) und halten als erstes direkt beim Visitor Center um uns Infos über aktuelle Tiere vor Ort zu holen. Der Ranger hat uns dann erzählt, das aktuell auf dem Anhinga Trail mit 50 - 70 Alligatoren zu rechnen ist ... und das GARANTIERT! Das hört sich schon mal nicht schlecht an, bei unserer Fahrt damals mit dem Airboat konnte man die gesichteten Alligatoren an einer Hand abzählen.
Der Anhinga Trail ist vom Visitor Center schnell erreicht, bereits nach wenigen Metern zweigt die Strasse links ab und man ist dann auch fast schon da. Als wir ankommen ist gerade eine der Ranger-Lehrstunden, die man sich 2x täglich anhören kann. Schätzungsweise 30 - 35 Leute lauschen gebannt den Worten des Parkangestellten und warten auf die darauf folgende Führung. Da wir den Anfang verpasst haben und lieber alleine rumlaufen wollen gehen wir einfach drauf los, bereits nach einer Minute sehen wir dann auch den erste Alligator faul am Ufer rumliegen sowie einige Vertreter der Anhingas, von dem der Trail seinen Namen erhielt.
Wir wandern bis zu dem Punkt an dem dann ein Holzsteg links abzweigt und mitten durchs Gelände führt, ab hier wird es dann richtig interessant. Überall gibt es Stellen an denen wir die Tiere beobachten können, die wir zuvor noch auf dem Park-Plan als Skizze gesehen haben.
Wir sind zum Glück fast alleine, dank der Jahreszeit gibt es hier noch nicht einmal Mücken im Moment. Das Gebiet um den 0.5 Meilen langen Anhinga Trail - Loop ist im Winter Rückzugsgebiet für viele der in den Everglades heimischen Tiere, da hier im Gegensatz zu vielen anderen Stellen das Wasser nicht versiegt. So sehen wir hier zum Beispiel den recht häufig vorkommenden Ibis, den recht selten gewordenen Waldstorch, braune Pelikane, natürlich einige Anhingas (oder auch weisser Reiher), etliche Krokodile (können in der Tat 50 und mehr gewesen sein, genau wie der Ranger gesagt hat ... ich hab nicht mehr mitgezählt irgendwann) und zum krönenden Abschluss sogar einen Falken.
Die beste Stelle hier an diesem Punkt war definitiv das Ende des Holzsteges vom Anhinga Trail, dort wo der asphaltierte Weg wieder beginnt. Dort waren derart viele Tiere zugegen das man fast schon meint, jemand hat die so dahin gelegt. Ist aber natürlich nicht der Fall.
Wir sind ziemlich beeindruckt von dem Ort hier und laufen zum Abschluss noch den hier angrenzenden, kurzen Gumbo Limbo Trail ... der ist allerdings eher enttäuschend und wir gehen einfach nur schnell durch. Man wandert im Prinzip durch hohes Dickicht und sieht nur Bäume, Bäume und ... Bäume. Von allen an diesem Tag gesichteten Tieren hier ein Bild reinzusetzen auf dieser Seite ist übrigens ein Ding der Unmöglichkeit, deshalb werde ich vermutlich irgendwann einmal eine eigene Unterseite mit allen Tieren des Urlaubes hochladen. Das kann aber wirklich noch einige Zeit dauern ...
Der schwarze Balken oben am Bild ist so gewollt, das ist die Oberkante von dem Holzturm wo man drinsteht und rausschauen kann ... kommt nur leider nicht rüber auf dem Bild - schade eigentlich. Der nächste Stopp bevor wir wieder wenden ist der Mahogany Hammock, eigentlich auch recht wenig los hier zur Zeit ... ist eben alles ausgetrocknet. Wir verlassen deshalb diesen Ort nach ein paar Minuten wieder und machen uns auf den Rückweg, inzwischen ist es Nachmittag und wir wollen noch nach Miami in die Dolphin Mall.
Dabei fällt mir ein, wenn wir wieder Zuhause sind muss ich endlich mal über ein Fotobuch für die ganzen Fotos nachdenken die wir inzwischen so gemacht haben. Ist ja schade, wenn die nur auf meinem Rechner herum gammeln. Irgendwie kommt so etwas ja doch völlig anders rüber wenn man die Fotos selbst "in der Hand hält" als sie nur im Netz zu betrachten. Die besten suche ich aber ohnehin schon für unsere Homepage aus ... damit ihr auch etwas davon habt *flööt* Morgen wollen wir dann mal nach Ft.Lauderdale reinfahren ... hiking Las Olas Boulevard steht auf dem Plan. Gut's Nächtle ...
Aktuelles Wetter in den Everglades
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