2.Tag (17.Januar 2009) Einschiffung Miami
Recht früh werden wir aus den Träumen gerissen, allerdings nicht vom Fluglärm sondern von unserem Wecker der auf 6 Uhr gestellt gewesen ist. Jetzt kann der Urlaub also anfangen. Wir frühstücken eine Kleinigkeit im Hotel (war im Preis mit inbegriffen) und fahren schnurstracks runter in den Art Deco District. Da heute Samstag ist sind die Straßen zu dieser frühen Stunde noch recht leer, normalerweise hätte man wohl jetzt mit dem üblichen Berufsverkehr zu kämpfen. Erster Stop: Die erste Ausfahrt auf dem Causeway, von hier aus kann man nämlich sämtliche im Hafen liegenden Kreuzfahrtschiffe sehen. Und oh Wunder - unseres ist auch bereits hier! Die schiere Größe dieses "Kahns" haut uns förmlich von den Socken, alles anderen im Umkreis - Häuser, Schiffe - sehen dagegen aus wie Miniatur-Modelle.
Das wir heute Nachmittag wirklich DORT drauf sein sollen können wir noch gar nicht so richtig realisieren. Aber es soll wohl tatsächlich so sein. Wir fahren nach kurzer Zeit weiter, parken fast ganz am Ende des Ocean Drive's und schauen uns die Mole an der Hafenausfahrt und den Strand hier ganz am Ende an. Aus irgendeinem Grund sind wir hier nämlich noch nie gewesen bisher. Der warme Seewind weht uns um die Nasen und ein bisschen Schadenfreude macht sich breit ... zu Hause in Deutschland sind schließlich genau in dem Moment alle am frieren und warten auf den Frühling - darüber kann man hier bei geschätzten 20°C und strahlend blauem Himmel nur müde lächeln.
Nach einem ausgedehnten Strandspaziergang fallen uns dann bei einem Blick in Richtung Ozean Drive einige hübsche alte Autos auf die dort alle nebeneinander geparkt sind. Ein zweiter Blick offenbart dann: Genau an diesem Wochenende ist hier Art Deco - Weekend. Der Ocean Drive ist zur Hälfte abgesperrt für den Durchgangsverkehr und neben einigen Buden, Ständen und Künstlern werden eben auch jede Menge alte Liebhaberfahrzeuge zur Schau gestellt. Darunter befinden sich wirklich Autos, die wir so eigentlich bisher nur aus Filmen kennen und niemals zuvor "in echt" gesehen haben. Chevys, Cobras, Thunderbirds, Duesenbergs, alte Porsche, 60'er Jahre Buicks und andere auf Hochglanz polierte Oldtimer sorgen für einen ersten unerwarteten Höhepunkt in diesem Urlaub - so kann es gerne weitergehen. Zu Beginn das Auto was mir persönlich am besten gefallen hat, ein 1938er CORD 810 Phaeton ... eigentlich kein Auto sondern ein Mythos !! Er existiert wirklich !!
Hier unten mal ein 1956er Thunderbird ...
... ein 1931er Ford und ein Buick ...
... und noch mehr Buicks ... und unten links im Hintergrund der alter Porsche Speedster von James Dean ;-)
Falls irgendjemand wissen sollte um welche beiden Autos es sich unten auf den Fotos handelt ... bitte eine kurze Info an mich. Eigentlich könnte ich eine separate Bildergalerie nur von den Autos online stellen, vielleicht mache ich das IRGEDNWANN einmal (dann aber mit sämtlichen in den USA gesichteten Oldtimern, Hot Rods etc.) Wir halten uns den ganzen Vormittag hier auf und fahren gegen Mittag zurück, so dass wir gegen 12 Uhr wieder an der Alamo-Mietwagenstation sind. Letztendlich sind wir froh uns so entschieden zu haben und nicht die Zeit bis zur Einschiffung nur im Hotel verbracht haben weil wir kein Auto hatten. Kaum haben wir den Wagen wieder abgegeben kommt auch schon der Shuttle-Bus zum Hafen. Er hat eine Ladung Passagiere der Disney Cruise an Board, was man unschwer an den ganzen Amis mit aufgesetzten Mickey Mouse - Ohren und den riesigen Disney-Tüten erkennen kann. Das Aussteigen zieht sich eine ganze Weile hin, etliche Gepäckstücke wollen schließlich erst einmal entladen werden. Als das Chaos sich lichtet sind wir einige der Ersten die einsteigen können und freuen uns wie kleine Kinder auf der knapp 20-minütigen Fahrt zum Hafen. Als wir dann endlich ankommen und aussteigen stehen wir zum ersten Mal unmittelbar neben dem Schiff, was einem beim Anblick nach oben eher wie ein Hochhaus vorkommt. Die Eincheck-Prozedur geht schnell und unproblematisch, eigentlich läuft alles genauso wie am Flughafen ab. Handgepäck und Taschen werden durchleuchtet, die Sicherheitskontrolle sucht nach Stahlplatten im Kopf, Ausweisepapiere und der von uns bereits im Vorfeld ausgedruckte Set&Sail - Pass werden gecheckt und für okay befunden. Auch die Zuweisung der Kabinen geht superschnell, innerhalb einer halben Stunden lassen wir alles hinter uns und sind bereit für den Schritt auf Deck 4 - hier befindet sich die Gangway.
Dieser fungiert nicht nur als Fernseher, über ihn kann man immer und zu jeder Zeit seinen aktuellen Boardkontostand abrufen, Ausflüge buchen, sich Videos zu den nächsten Häfen ansehen, über die Schiffkameras das Treiben an Board beobachten usw. Für solche Späße ist aber in den nächsten Tagen noch genug Zeit, jetzt wollen wir natürlich erst einmal ein wenig das Schiff erkunden und laufen - wie so viele andere auch - ein wenig planlos und staunend durch die Gegend. Zwischendurch müssen wir natürlich noch die obligatorische Rettungsübung über uns ergehen lassen und zu unserer Sammelstelle auf Deck 5 gehen.
Danach geht unsere Erkundung weiter, irgendwann kommen wir auf Deck 11 an, das ist das obere Hauptdeck. Hier befinden sich das Buffetrestaurant, der Hauptpool und die meisten andere Dinge - dazu aber später mehr an einem anderen Tag. Als wir also so oben an Deck ankommen sehen wir plötzlich das wir bereits abgelegt haben - ohne das wir es in irgendeiner Weise bemerkt hätten. Natürlich waren wir noch nicht auf See, aber die Leinen waren bereits los und wir haben uns gaaaanz langsam und majestätisch am Causeway vorbei in Richtung Mole bewegt ... dort haben wir ja heute Morgen noch gestanden.
Einige Leute schauen schauen sich das Auslaufen gleich einmal vom Whirlpool aus an ...
Alleine die paar Minuten auf dem Weg aus dem Hafen heraus jagen einem eine Gänsehaut ein. In ungewohnter Höhe blickt man auf die Anwesen der Reichen und Möchtegernreichen auf Millionairs Island, viele der Autos die sich gerade auf dem Causeway befinden hupen im vorbeifahren und die Leute winken uns zu ... es ist ein Gefühl was sich schwer beschreiben lässt, es ist einfach toll !! Toll ist auch immer noch das Wetter, nicht auszudenken wenn es jetzt regnen würde. Dafür wird es aber langsam recht frisch und der stramme Fahrtwind treibt und fast die Tränen in die Augen.
Mit einem letzten Blick in Richtung Sonnenuntergang verabschieden wir uns erst einmal von Deck und gehen wieder nach unten in die Kabine zum umziehen, "Schiffs-Outfit" ist angesagt. Die Zeit bis zum Abendessen (wir haben uns im Vorfeld für die zweite Essenssitzung um 20.30 Uhr entschieden) verbringen wir wieder damit weiterhin das Schiff zu entdecken, außerdem besorgen wir uns noch jeder ein Softdrink-Paket. Mit diesem hat man für die gesamte Zeit der Kreuzfahrt sämtliche Softdrinks an jeder Bar des Schiffes umsonst. Das Paket kann man NUR am ersten Tag kaufen und kostet (je nach Umrechnungskurs) so um die 35€ pro Person und rechnet sich in aller Regel schon nach der Hälfte der Kreuzfahrt. Für 35€ insgesamt würde vermutlich sowieso jeder was trinken, außerdem bekommt man noch eine Iso-Bottle von Royal Caribbean dazu die man hinterher behalten kann. Diese Bottle kann man später auch käuflich im Souveniershop erwerben, sie kostet 20 US$. In Anbetracht dessen ist das Getränkepaket also eigentlich spottbillig ... ein Weinpaket könnte man zwar auch hinzukaufen, das nutzen wir aber nicht. Das erste Abendessen erfüllt unsere Erwartungen dann voll und ganz. Es gibt heute (wie jeden Abend in weiteren Verlauf) ein 4 - Gänge Menu wobei man bei jedem Gang aus bis zu 10 unterschiedlichen Speisen auswählen kann. Die Variationsmöglichkeiten sind also recht vielfältig. Der erste Tag neigt sich dann auch langsam wieder dem Ende, zum ersten Mal gehen wir in unsere Kabine zum schlafen. Und wir schlafen wieder einmal wie man sich es vorstellt ... nämlich ohne ein einziges Mal nachts aufzuwachen. Mal sehen was der morgige Tag so bringt, es wird ein Seetag sein und wir hoffen das uns da nicht langweilig wird. Warten wir es mal ab ... Gute Nacht ...
Aktuelles Wetter in Miami
|
© HOH |