11.Tag (26.Januar 2009) Myakka River State Park - Sarasota Area - St.Petersburg
Heute gibt es viele Fotos zu sehen, das hätten wir wohl beide vorher auch nicht so wirklich geglaubt. Aber der Reihe nach ... Relativ zeitig sind wir heute wieder auf den Beinen, schließlich wollen wir um 6 Uhr bereits frühstücken und kurz darauf auf der Piste sein. Und das, obwohl der heutige Tag fahrtechnisch eher überschaubar ist. Unser Ziel ist es aber, schön früh im Myakka River State Park zu sein. Der Park liegt in der Nähe von Sarasota, ungefähr auf halber Fahrtstrecke von Ft.Myers nach St.Petersburg und soll ja (immer noch) so eine Art Geheimtipp sein. Im Frühstücksraum ist es wieder schön leer, kaum jemand sitzt mit uns dort und wir können sogar noch ein paar Dinge als Verpflegung für unterwegs unbemerkt 'mitgehen lassen' ... Muffins, Teilchen und so'n Kram. Der Vormittag ist also schon einmal gerettet. Kurz nach Sonnenaufgang befinden wir uns schließlich wieder auf der Interstate, wir könnten zwar auch einen etwas kürzeren Weg den Highway 41 entlang fahren, da es aber auf dem Teilstück bis nach Myakka so gut wie nichts wirklich sehenswertes gibt fahren wir die schnellere I-75 und sind bereits um halb 9 Uhr am Eingang zum State Park. Am Kassenhäuschen wartet bereits eine Rangerin auf uns und 5 US$ werden fällig - irgendwie scheinen alle Parks hier soviel zu kosten. Myakka ist allerdings einer der ältesten und größten Stateparks Floridas.
Diese Holzbrücke scheint fast zwischen den Bäumen zu schweben, zumindest wackelt es gehörig wenn man hinübergeht auf die andere Seite. Mehr als vier Personen oder acht Chinesen sind nicht zugelassen, sonst wird es zu schwer. Für den Aufstieg auf den knapp 23m hohen Turm sollte man vermutlich schwindelfrei sein, die Aussichtsplattform oben ist nicht wirklich soooo groß und wenn mehr als eine Großfamilie dort steht könnte es sehr eng werden. Oben angekommen scheint man am höchsten Punkt von ganz Florida zu sein, zumindest kann man fast endlos weit blicken ...
Daten, Fakten und Maße des Towers kann man in aller Ruhe hier nachlesen. Nachdem wir hier oben die Ruhe genossen und uns einen Überblick vom Park gemacht haben machen wir uns wieder an den Abstieg. Auf dem Rückweg nehmen wir noch den Abzweig zum Wiliam S.Boylston Nature Trail, eigentlich versprechen wir uns hiervon erst einmal nicht viel. Doch das war wohl ein Trugschluss, es sollte im Nachhinein der Trail sein der Mel am besten gefallen hat. Selten haben wir bisher in Florida solch eine Natur gesehen ...
Eigentlich sind DAS Eindrücke von Florida die wir bisher immer gesucht und nirgendwo gefunden haben ... ständig raschelt und wuselt irgendetwas durchs Dickicht, meist sind es die sehr scheuen Rebhühner - leider sind sie immer schneller als unsere Kamera und tauchen irgendwo im Wust der Bäume unter. Mel glaubt sogar einmal einen Affen oben in einer Palme gesehen zu haben, später vermuten wir aber das es eher ein sehr großer Squirrel gewesen sein muss. Gürteltiere soll man hier angeblich auch zu Gesicht bekommen, leider war uns dieses Vergnügen aber nicht vergönnt. Unterm Strich haben wir eher wenig Tiere hier unterwegs auf dem Weg gesehen, trotzdem ist es alleine die Pflanzenvielfalt hier UNBEDINGT wert diesen Weg zu laufen!
Im gesamten Park soll es übrigens an die 65 km Wanderwege geben, wo die alle sind weiss ich aber nicht genau. Einige Campgrounds sind ebenfalls für mehrtägige Wanderungen vorhanden. Wir machen uns nach unserer eher gemütlichen Wanderung auf zum nächsten sehenswerten Punkt, dem Upper Myakka Lake. Hier ist der Ausgangspunkt für Fahrten mit dem Kanu, Kayak oder dem Airboat (12 US$ p.Person, 4x täglich, 10:00 AM, 11:30 AM, 1:00 PM & 2:30 PM im Winter und 10:00 AM, 11:30 AM, & 1:00 PM im Sommer ... der geht hier vom 1.Juni bis zum 15.Dezember).
Dieser fette Alligator-Freund oben lag ganz gemütlich am Uferrand, nicht weit entfernt der Stelle an der einige Besucher gerade Ihr Kanu ins Wasser gelassen haben. Also so ganz wohl wäre mit vermutlich nicht bei dem Gedanken daran hier rumzurudern, man weiss ja nie wirklich was da so unter einem herumschwimmt im See ...
So gelassen wie die beiden hier oben würden wir vermutlich niemals in so einem kleinen Böötchen sitzen können ...
Wir fahren weiter, immer mit einem wachsamen Auge auf die Fahrradfahrer. Die Park Road wird zusehends fotogener und hat fast schon Südstaatenflair je weiter man sich vom Eingang weg bewegt - immer öfter halten wir zwischendurch an um einige Eindrücke festzuhalten ...
... bis wir es dann doch irgendwann schaffen am sogenannten Birdwalk anzukommen. Das ist ein hölzerner Boardwalk am oberen Ende des Upper Myakka Lake von dem aus man die Vogelwelt beobachten kann - sofern sie denn gerade vor Ort ist und weiß das man sie beobachten möchte. Der Boardwalk ist knappe 300m lang, am Ende hat sich ein Ranger samt stattlichem Stativ und einem beeindruckendem Fernrohr aufgebaut. Wir werden mit selbstgebackenen Cookies von ihm empfangen und er erklärt uns, das heute morgen noch zwei Bald Eagle hier waren - da sind wir wohl leider etwas zu spät dran.
Überhaupt sehen wir tiermäßig auch hier wieder nicht allzu viel, inzwischen ist aber auch später Vormittag und das ist ja bekannterweise keine gute Zeit für so etwas. Nach einiger Zeit wandern wir deshalb zurück zum Auto, wir fahren zwar noch ein Stückchen weiter in Richtung nördlichen Parkausgang, viel zu sehen gibt es hier allerdings nicht mehr und so drehen wir wenige Kilometer später um - schließlich wollen wir noch an zwei Stellen halten wo wir heute morgen nur kurz mal die Lage gepeilt haben. Eine der beiden (ein Picknick-Platz mit Zugang zum Fluß) gibt auch jetzt noch nicht mehr her, wir fahren deshalb weiter zum Trail der an der Brücke abgeht die den Myakka River überquert ...
Der Trail der hier anfängt führt auf zwei Arten vom Parkplatz weg ... entweder geht man durch den Wald oder aber direkt am Flußufer entlang - immer im Hinterkopf das überall und jederzeit eine Handtasche im Matsch liegen oder aus dem Wasser auftauchen könnte. Leichter Nervenkitzel also *g* ... Hier mal einige Eindrücke der Wanderung ...
Den Hinweg gehen wir am Ufer entlang, zurück wandern wir wieder durch das Dickicht des Waldes. Der Trail wird hier manchmal nur zum Trampelpfad und man kann nur erahnen wohin er führt - verlaufen ist aber unmöglich. Gegen High Noon sind wir zurück am Auto und verlassen Myakka wieder. Die beste Karte im Internet vom Park gibt es hier. Am Parkeingang erhält man aber eine detailliertere ... Unsere Weiterfahrt führt uns durch Sarasota nach Lido Key, Longbot Key und schließlich nach Bradenton Beach und Anna Maria Island ... Bei Holmes Beach stoppen wir wieder, der Strand hier soll angeblich recht sehenswert sein. Außerdem gibt es die historische Bridge Street samt ebenso historischem Bridge Pier etwas nördlicher in Bradenton Beach. Aber der Reihe nach, hier kommt erst einmal der Strand ... Achtung: Snowboard nicht vergessen! Weißer ist nur Schnee.
Irgendwann scheint hier am Strand auch mal eine Eisenbahn ins Wasser gefahren zu sein, zumindest sind die alten Überreste von Bahngleisen auszumachen ...
Da man sich hier im Gebiet des sogenannten Manatee Rivers befindet liegt ja die Vermutung nahe, das man hier auch Manatees sehen kann (wer hätte DAS gedacht?). Überall deuten Warnschilder für den Schiffsverkehr auf die Existenz dieser Tiere hin. Wir sehen stattdessen aber nur wenige Meter vom Ufer entfernt ein Delphin vorbeischwimmen ...
Keine Ahnung wieviele Delphine wir inzwischen in unseren Urlauben bereits in freier Natur gesehen haben, aber es ist jedes Mal wieder auf's neue faszinierend ihnen zuzusehen. Ein Stückchen weiter kommen wir zum eigentlichen Ort Bradenton Beach, erster Anlaufpunkt ist die historische Bridge Street. An ihrem Ende, kurz vorm Pier, gibt es noch eine dieser altertümlichen Wohnwagensiedlungen - man kommt sich vor wie 50 Jahre in der Zeit zurückversetzt.
Unmittelbar dahinter beginnt auch schon der Pier. Knappe 200m ragt er in in die Sarasota Bay hinein, am Ende gibt es eine nette Plattform wo sich - wie immer auf solchen Stegen eigentlich - jede Menge Vögel aufhalten.
Direkt vor dem Pier gibt es kostenlose Parkmöglichkeiten, ein Pier-Cafe bietet Gelegenheit sich einen Cappuccino oder ähnliches zu genehmigen. Über die Manatee Avenue verlassen wir die Sarasota vorgelagerte Inselkette wieder und fahren in Richtung Ellenton. Auf dem Weg dorthin kommen wir automatisch an der Gamble Plantation vorbei, welche unmittelbar an der Straße liegt ...
Erbaut im Jahre 1844 erstrahlt das eigentliche Herrenhaus in einem renoviertem Weiss und kann täglich auf einer Führung besichtigt werden. Die Durchfahrt durch diesen State Park ist kostenlos, lediglich die Führungen sind gebührenpflichtig. Bis zu 200 Sklaven mussten seinerzeit hier auf Robert Gambles' Zuckerrohrplantage Ihr Arbeit verrichten. Unter dem Motto 'Take a Break - take a Mall' sind die Prime Outlets bei Ellenton unser nächstes Ziel ... und obwohl wir hier letztes Jahr auch schon gewesen sind und diese unmittelbar an der Interstate liegen verpasse ich die Ausfahrt ... und die nächste Ausfahrt ist erst kurz vor der Sunshine Skyway Bridge - dumm gelaufen irgendwie. Hilft also alles nichts, drehen ist nach diesem unnötigen Umweg angesagt. Nach diesem weiteren kurzen Shopping-Break fahren wir erneut die Strecke von vorhin und halten am Parkplatz hinter der Toll Station- von hier aus hat man einen tollen Blick auf die Brücke. Und nicht nur das, zufällig steht ein Truck auf dem Rastplatz der wohl so ziemlich das Idealbild eines US-LKW's darstellt ... Xtreme Transport eben!
Wie gesagt, die Aussicht auf die Brücke bei Sonnenuntergang ist auch nicht zu verachten, alternativ könnte man noch auf den Fishing Pier fahren - der ist aber, soweit mir bekannt ist, gebührenpflichtig.
Auch hinter der Brücke nutzen wir wieder die Gelegenheit um auf die Rest Area zu fahren, schade das ich unseren Mietwagen nicht bei Autoscout24 verkaufen muss - mit solch einem Werbefoto wäre der wohl am gleichen Tag noch weg.
Unser Motel in St.Petersburg liegt dieses Mal nicht auf Treasure Island sondern fast im Zentrum, es sollte aber die schlechteste Unterkunft der Woche werden. Abgewohnt, laut ... und ringsherum nur riesige Autohäuser, nichts zu essen weit und breit in Sicht. Nach ein paar Meilen fahren finden wir schließlich doch noch ein Restaurant und sind zufriedengestellt. Morgen geht es dann weiter nach Orlando, spätestens hier wird alles noch vorhanden Geld wohl den Besitzer wechseln - zu viele Outlet Malls gibt es hier! Gute Nacht, wir lesen uns ...
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