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10.Tag (27.August 2013)

Theatre of the Seas - Key West

 

 

 

Heute war frühes aufstehen angesagt, es sollte schließlich einer der längsten Fahrtage werden in diesem Urlaub. Unser Ziel lautet Key West und dazu müssen wir erst einmal quer durch Florida von der Golfküste zum südöstlichsten Zipfel der Atlantikküste. Zwei Möglichkeiten dahin zu kommen gibt es, einmal via Interstate oder einmal via Tamiami Trail quer durch die Everglades. Da unsere Ausbeute an Alligatoren-Sichtungen bisher eher mau gewesen ist und Danielle & Co.bisher somit nur einen einzigen Lederkumpanen in freier Natur gesehen haben (das war vorgestern im Six Mile Cypress Slough) fällt die Wahl auf den Tamiami Trail. Meine Hoffnung war einfach, das sich am Boardwalk des Big Cypress Visitor Center der ein oder andere rumtreibt. Die Fahrt bis dahin geht flott vorran, die Everglades liegen heute Morgen im Frühnebel und somit passt das schonmal wunderbar zur Stimmung hier.

 

Am Visitor Center angekommen haben wir Glück, alles ist menschenleer und wir sind vollkommen alleine auf dem Parkplatz! Gute Chancen also das sich der ein oder andere Alligator hier aufhält! Und in der Tat, drei von ihnen ziehen Ihre Bahnen im angrenzenden Gewässer, darunter auch ein recht stattliches Exemplar von schätzungsweise 4m Länge! Na also, geht doch! Trotzdem ist es natürlich kein Vergleich zu den Wintermonaten wo die Viecher hier alle Nase lang rumliegen, man hat zu dieser Jahreszeit jetzt anscheinend wirklich schon Glück wenn man überhaupt welche findet!

 

Alligator

 

Nach diesem Glücksmoment (ich hätte nicht für möglich gedacht das es mal so toll sein könnte einen Alligator zu sehen) machen wir uns weiter auf den Weg in Richtung Florida City. Dort kreuzt die Straße den Highway nach Key West und es sind schätzungsweise noch gute 3.5 Stunden Fahrt. Die letzten Meilen über den Tamiami Trail ziehen sich übrigens dieses Mal wie ein ausgelutschtes Kaugummi, alle paar Meter ist durch Wanderbaustellen eine Spur gesperrt und der Verkehr wird durch Flagmen geregelt. Bei der einzigen Straße weit und breit von der Westküste Floridas zur Ostküste und weiter nach Key West kann das dann gerne scho einmal länger dauern da sich jede Menge Autos sammeln vor den einzelnen Baustellen. Irgendwann haben wir es aber geschafft, die dunklen Wolken allerdings auch und so fahren wir immer am Rande des heutigen Regengebietes weiter in Richtung Süden nach Key West.

 

Auf Islamorada gibt es schließlich einen Zwischenstopp, hier ist nämlich das Theatre of the seas. Ursprünglich wollte ich Danielle noch einmal schwimmen mit Delphinen schenken (sie hatte das ja damals in Dubai bereits gemacht) und sie damit überraschen, da ich aber nicht hinterm Zaun halten konnte damit haben wir gemeinsam beschlossen es einfach Laura zu schenken. Nichtsahnend steigt sie also aus dem Auto als wir auf den Parkplatz fahren, die ganze Zeit ohne blassen Schimmer zu haben was wir hier eigentlich nun machen. Ich gehe schonmal rein und kläre die Formalitäten, besorge die Bändchen welche man bekommt als Teilnehmer und "Beobachter" und packe ihr einfach eines ans Handgelenk. Immer noch scheint sie rein gar nichts zu ahnen ... so etwas zu schenken kann echt Spaß machen ;-)

Bis es mit dem schwimmen los geht dauert es jetzt noch eine gute Stunde, so lange gehen wir ein bisschen herum und gucken uns unter anderem die Papageienshow an. Hier sagen wir ihr dann auch das sie gleich zu den Delphinen ins Wasser darf. Die Reaktion ist im ersten Moment verhalten und ich glaube sie hatte mehr Schiss als es nach außen hin den Anschein hatte. Aus ihrem Mund quollen jedenfalls Worte wie "Nein", "mach ich nicht", "echt?" und "scheiße", ich gehe einfach mal davon aus das auch alles so gemeint gewesen ist *lach*

 

Das schwimmen selber ist heute geprägt von Deutschen Teilnehmern, im gesamten befinden sich in der Gruppe 5 Personen ... ein deutsches Pärchen, eine Deutsche die einen Amerikaner geheiratet hat und ein US-Kid von schätzungsweise 10 Jahren - und halt Laura noch. Der Ablauf ist im Prinzip wie überall sonst auch wo so etwas angeboten wird. Es gibt eine 20-30 minütige Einweisung und dann ist man nochmal circa 30 Minuten im Wasser mit den Tieren. Der Unterschied HIER und mit ein Grund warum die Wahl auf's Theatre of the Seas gefallen ist: HIER werden die Tiere nicht extra für's Publikum gefangen. Alle Tiere die hier sind waren mal krank oder ähnliches und können nicht mehr ausgewildert werden weil sie draußen nicht überleben würden. Ein Aspekt der für mich nicht unerheblich gewesen ist, solche künstlich auf den Publikumsverkehr ausgerichteten Shows bzw.Möglichkeiten für die Interaktion mit Delphinen mag ich nicht besonders und das Delphinschwimmen damals in Dubai war im Prinzip schon grenzwertig und nicht wirklich natürlich!

 

 

 

 

Heute sollte das jedoch anders sein, Laura ist nach anfänglicher Skepsis kaum mehr aus dem Wasser rauszubekommen und hätte "ihren" Delphin glaube ich am liebsten in den Koffer gepackt und zu Hause in der Wanne gehalten *patsch* Jedenfalls war die Überraschung ein voller Erfolg und wir können jedem nur empfehlen das einmal im Leben zu machen!

 

 

Bis nach Key West sind es von hier aus jetzt noch gute 2 Stunden Fahrt, mittlerweile haben wir aber auch schon 15 Uhr und wollen ja wenigstens noch ein bisschen was von Key West sehen heute. Die von mir sorgfältig ausgesuchten State Parks entlang der Strecke werden also auf die Rückfahrt verschoben und wir fahren nonstop durch ins Mekka der Aussteiger und leicht Durchgeknallten (im positiven Sinne gesehen!). Als Hotel hatte ich lange im Vorfeld bereits das Blu Marlin auserkoren, gute Erfahrungen von Stammtischmitgliedern und die recht gute Lage am Ende der Duval Street in Nähe des Southernmost Point haben die Auswahl recht leicht gemacht. Zudem ist es eines der wenigen Hotels in dieser Lage die überhaupt erschwinglich sind! Da die Sonne um ca.19.30h unter geht und wir nicht genau wissen wie lange wir zu Fuß zum Sunset Pier unterwegs sein werden gehen wir nach dem einchecken einfach direkt los. Spätestens heute macht sich der zwischendurch gekauft Buggy für Finley bezahlt, der hätte uns vermutlich 'nen Vogel gezeigt wenn er mitbekommen hätte das wir hier unten mehrmals die komplette Duval Street hoch und runter laufen wollen.

 

Früh genug sind wir schließlich am Mallory Square und in den Gesichtern der anderen finden sich Ausdrücke wie "schon nicht schlecht hier" oder "hä?" wieder! Key West hat es auf Anhieb geschafft allen zu gefallen, das ist ja fast schon ein Ritterschlag für das kleine Örtchen. Und dabei sind wir erst ein paar Stunden hier. Da wir noch nicht wirklich etwas gegessen haben heute gehen wir ins Sunset Cafe unten am Pier und warten dort auf den Sonnenuntergang.

 

 

Der Sunset macht seinem Ruf von Key West heute alle Ehre und zeigt sich von seiner besten Seite, nach gestern Abend also gleich der zweite unglaublich schöne Sonnenuntergang ... aber seht selbst. Was langsam irgendwann anfing gipfelte in einer Farbexlposion wie ich sie bisher nur selten - vielleicht aber auch überhaupt noch gar nicht - gesehen habe auf Reisen. Einfach nur WOW !!

 

Sunset

 

Sunset

 

Wir schauen uns danach noch ein bisschen die Schausteller und "Künstler" am Mallory Square an und machen uns irgendwann langsam auf den Rückweg zum Hotel. Unterwegs treffen wir auf Finley's neuen Freund ... es ist Spiderman, bzw.jemand der in einem Spiderman-Kostüm herum gelaufen ist. Fin findet ihn aber nicht nur doof, er hat fast schon Angst vor ihm - muss ein toller Held sein *grins* Seit diesem Abend ist Spiderman auf jeden Fall erklärtes Fin-Feindbild und für mich eine Art Geheimwaffe geworden. Immer wenn Finley nämlich irgendetwas blödes macht oder nicht hört fällt mir ein das ich "Spiderman gleich mal anrufen könnte damit er vorbeikommt" ... danach ist wieder Ruhe und Finley ganz lieb! Faszinierend wie das klappt, der Kerl ist also DOCH ein Superheld - nämlich meiner *lach* Es gab schon Androhungen das Weihnachten nicht der Weihnachtsmann sondern Spiderman zu uns nach Hause kommt, und das will der nicht wirklich :-)

 

Bei Sloppy Joes gibt es heute auch endlich mein lang ersehntes T-Shirt, 8 Jahre hab ich jetzt da drauf gewartet weil ich es beim letzten Mal einfach vergessen habe am letzten Abend hier!

 

Sloppy Joes

 

Als letzte Aktion heute gehen wir noch zum Southernmost Point, nachmittags macht das ja nicht wirklich Spaß sich da anzustellen nur um ein Foto zu knipsen. Aber selbst jetzt am Abend gegen 23 Uhr sind wir nicht alleine und das Teil wird von Menschen umlagert ... verstehe es wer will !?

 

Southernmost Point

 

Jeder der drüben von Einheimischen schon einmal angesprochen wurde wegen einem Foto wird jetzt verstehen was ich gleich schreibe, denn ganz "Ami-Like" schaffe ich es ganz geschickt ein Bild ohne Füße vom Stativ aus zu knipsen, das muss man auch erstmal nachmachen ... *grins*

 

Hundemüde fallen wir schließlich nach dem obligatorischen Foto ins Bett, zum Glück ist das Hotel nur wenige Meter entfernt. Mal gucken was wir morgen hier so anstellen, geplant ist nämlich wieder einmal ... nix. WAS für ein Urlaub, man könnte fast meinen es WÄRE Urlaub.

 

 

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