Island 2016 – Die Ringstraße

“Natur! Wir sind von ihr umgeben und umschlungen – unvermögend, aus ihr herauszutreten, und unvermögend, tiefer in sie hineinzukommen. Ungebeten und ungewarnt nimmt sie uns in den Kreislauf ihres Tanzes auf und treibt sich mit uns fort, bis wir ermüdet ihrem Arm entfallen.” … Johann Wolfgang von Goethe

Zu welchem Reiseziel könnte dieser Satz von Goethe besser passen als zu Island !? Spätestens seit der Fußball-EM 2016 ist die Insel in aller Munde und seit dem Sieg gegen England im Achtelfinale ist das isländische Team unsterblich geworden … nicht nur bei den Isländern selbst, sondern auch in ganz Europa. So ziemlich jeder kennt inzwischen das obligatorische „Huh!“ nach einem Spiel und Trikots der isländischen Mannschaft waren über Wochen hinweg komplett ausverkauft! Diese „Entwicklung“ der Popularität war für mich damals natürlich noch überhaupt gar nicht absehbar als ich 2014 zum ersten Mal und ganz alleine den Süden der Insel bereist habe. 2015 folgte ein gemeinsamer Urlaub mit Burckhard in den Norden. Und nun ging es im September 2016 zu fünft auf die Insel gehen. Zusammen mit Michaela & Burckhard sowie Ingrid & Bernd (allesamt Freunde vom USA-Stammtisch) war der Plan gereift, in 10 Tagen einmal die Insel entgegen dem Uhrzeigersinn zu umrunden. Mit den gesammelten Erfahrungen der beiden letzten Reisen habe ich gehofft, das wir gemeinsam einen halbwegs brauchbaren 360°-Trip auf die Beine stellen der uns alle von den Socken haut – inklusive Euch im besten Falle. Kurz was zum 360°-Titel … ich bin vereinzelt darauf angesprochen worden das man ja gar keine 360°-Aufnahmen in dem Bericht finden würde. NATÜRLICH nicht, die 360° beziehen sich ja auch lediglich darauf das man die Insel einmal 360° umrundet hat 😉

Hätte mir mal vor 3 Jahren jemand gesagt das ich innerhalb so kurzer Zeit so oft hier sein würde, ich hätte ihn wohl für vollkommen verrückt erklärt. Island war zwar eines meiner fotografischen Traumziele seit langer Zeit, ich dachte aber immer das ich irgendwann einmal hier her kommen würde und damit sei die Sache für mich dann quasi abgehakt. Weit gefehlt anscheinend … und DAS, obwohl bei mir der Funke während der ersten Reise damals überhaupt nicht so richtig überspringen wollte. Buchstäblich „gecatched“ hat mich das ganze eigentlich erst im Nachhinein, als ich alles aufgearbeitet und den Reisebericht damals geschrieben habe. Island war für mich kein „Liebe-auf-den-ersten-Blick“ Land, zu ernüchternd war das Wetter, die Leere, die Preise und gesundheitlich war ich zudem noch angeschlagen. Auf den zweiten Blick jedoch offenbarte sich mir etwas was ich in dieser Form noch nicht erlebt hatte in all den Jahren … es hat eine Art „Nachhaltigkeit“ stattgefunden und ich ertappte mich immer öfter dabei wie ich von der Insel zu erzählen und schwärmen begann obwohl ich gar nicht danach gefragt wurde. Rückbetrachtend kann ich selber nicht verstehen warum das alles erst viel später stattgefunden hat, aber ich bin dankbar das es so ist.

Ausgearbeitet waren die einzelnen Tage dieser Reise zwar, es gab aber für alle erdenklichen Wetterkapriolen die eintreten könnten Ausweichpläne, so dass wir deutlich mehr Ziele auf der Bucket List hatten als es überhaupt möglich gewesen ist anzusteuern. Das die Katla – einer der aktivsten Vulkane Islands – 10 Tage vor Reisebeginn stärker also üblich Erdbebenstöße von sich lässt und auch der Bardabunga wieder etwas vor sich hin gebrummelt hat … wen interessiert das schon, wir mussten es im Fall der Fälle nehmen wie es kommt. Auf jeden Fall haben wir versucht die fotografischen Highlights abzulichten und dabei auch einigen Orten, die auf den ersten beiden Trips zu kurz gekommen sind, etwas mehr Beachtung zu schenken. Ob es funktioniert hat könnt ihr im Laufe des Berichtes dann sehen. Auch auf Snaefellsness hatte ich inzwischen einige unbekanntere Ziele ausfindig machen können, leider sind diese alle dem Wetter und der Zeitknappheit zum Opfer gefallen. Aber schließlich braucht man ja auch noch etwas fürs nächste Mal.

Unsere Unterkünfte waren bunt gemixt via booking.com und airbnb, am meisten hatte ich mich dabei wieder auf zwei Übernachtungen bei Martina & Jon in Vik gefreut … alleine dafür lohnt der Flug schon! Um neue Pensionen kennenzulernen ist die Wahl ansonsten auf für mich neue Unterkünfte gefallen, wie zB dem Hali Country Hotel nur wenige Kilometer von der Gletscherlagune entfernt. Kat von usa-unpauschal sowie Stefan von wernthaler.de sind letztes Jahr ebenfalls dort gewesen und waren sehr zufrieden und auch wir können nichts Negatives darüber berichten. Was den Mietwagen angeht waren wir anfangs etwas ratlos. Lieber ein großer 7-Sitzer, oder gar einer dieser lustigen Minivans!? Letztlich haben wir aber nun zwei normales SUVs gebucht, 4×4 könnte im September so oder so schon mal ganz hilfreich sein wenn man sich das Wetter um diese Jahreszeit so ansieht und diverse Reiseberichte der letzten Jahre liest … wolkenloser Himmel und angenehme Temperaturen können genauso vorhanden sein wie die gefürchteten Herbststürme, bei denen man gerne auch schon einmal ein oder zwei Tage einfach an einem Ort festsitzt. Aber was wäre Island schon ohne solche Wetterkapriolen, es wäre dann schlicht und ergreifend nicht dasselbe.

Eine weitere Reise zur Winterzeit (Stichwort: Icecaves) ist bereits geschehen und auch ein Trip im Sommer ins Hochland der Insel ist angedacht. Über den genauen Zeitpunkt werde ich dann noch rechtzeitig ein paar Worte fallen lassen.

Noch ein paar Worte zur Ausrüstung dieses Mal. Nachdem ich 2015 bei der Reise Pech hatte und mein Tokina 11-16mm Objektiv quasi ausnahmslos unsaubere Ergebnisse geliefert hat, ging es dieses Mal für mich mit komplett neuem Kamera-Equipment auf die Insel gehen. Die gute alte Canon 70D ist einer 6D Vollformatkamera gewichen. Sämtliche weißen L-Objektive wurden verkauft, vom Erlös habe ich mir einen zusätzlichen Body (Sony alpha 7 II) gegönnt sowie eines der absoluten Referenz-Objektive im Weitwinkelbereich zugelegt, das Tamron 15-30mm 2.8. Letzteres hat sich zu meinem neuen Lieblingsobjektiv gemausert. Diese Kombination ist daher hauptsächlich zu Einsatz kommen, zusammen mit einem Set 150er Haida und Formatt Hitech ND-Filtern. Alleine die Filter und der passende Halter für diese Objektiv-Monster kosten schon locker an die 400 EUR. Das 70-200er 2.8 II L von Canon wurde gegen ein nur halb so teures mit identischer Brennweite von Sigma ersetzt – das bringt vor allem eines: Eine deutliche Gewichtsersparnis und mehr Geld im Portemonnaie. Mein altes Sirui-Aluminium Stativ ist einem wesentlich leichteren (und leider auch deutlich teureren) aus Carbon gewichen, allerdings ebenfalls von Sirui. Da es immer populärer wird habe ich mich inzwischen auch zwangsläufig einmal mit dem Thema Drohne (bzw.korrekt heißt es ja „Kopter“) auseinander gesetzt. Über eine Bebop 2 bin ich dann letztlich bei der Yuneec Typhoon 500 4K gelandet und habe vor der Aufgabe gestanden, Fotoequipment UND Drohne halbwegs logistisch mit in den Flieger zu bekommen ohne eine der beiden Dinge aufgeben zu müssen. Eine gar nicht so leichte Aufgabe, die mit viel kreativer rumprobiererei aber letzten Endes dann doch eine für mich halbwegs akzeptable Lösung hervorgebracht hat. Aber das nur am Rande. Was ich jedenfalls festgestellt habe: Die Bildkomposition aus der Luft ist etwas völlig anderes als wenn man Fotos vom Stativ am Boden aus macht. Ihr merkt, es war einiges im Umbruch in letzter Zeit was die Ausrüstung angeht aber es ist ja auch einige Zeit verstrichen seit dem letzten Urlaub … so lange wie jetzt war ich seit über 15 Jahren nicht mehr am Stück zu Hause, es waren tatsächlich knapp anderthalb Jahre.

Eine kleine Neuerung gibt es innerhalb des Berichtes ab sofort. Ich hatte nämlich kurz überlegt zwei getrennte Berichte online zu stellen. Einer von beiden hätte dann NUR Fotos beinhaltet die ich nebenbei mit dem iphone 6+ gemacht habe. Letztlich habe ich mich aber doch für nur einen Bericht entschieden, es wird allerdings dieses Mal recht viele Bilder geben die NICHT mit einer der beiden großen Cams gemacht wurden, sondern tatsächlich nur mit Smartphone. Es gibt ja bereits einige wenige Fotostrecken im Internet von Island mit dem iphone, ich möchte mich daher dort gerne einreihen und zeigen das hier auch ohne teures Equipment durchaus tolle Ergebnisse zu erzielen sind was die Bilder angeht. Die Fotos sind unten links mit ‚iphone 6+‘ gekennzeichnet, so das es auch keine Missverständnisse gibt. Auch für zukünftige Berichte werde ich dies vermutlich beibehalten.

Bis zur Fertigstellung des Berichtes wird es noch ein wenig dauern, zum anwärmen gibt es hier aber einen kurzen Trailer der Reise, zwischendurch wurde auch immer mal ein wenig gefilmt. Enjoy …

Reiseverlauf
Wizards Hat – Gunnuhver Geothermal Area – Krysuvik / Seltun – Gjáin – Sigöldugljúfur Canyon – Seljalandsfoss – Gljúfrabúi – Skógafoss – Kvernufoss – Kap Dyrhólaey – Reynisdrangar – Vik – Þakgil Canyon – Fjaðrárgljúfur Canyon – Stjornafoss – Basaltsäulen bei Dverghamrar – Foss à Sidu – Núpsstaður – Svínafellsjökull – Fjallsárlón – Jökulsárlón – Stokksnes – Höfn – Skutafoss – Sænautasel – Dettifoss – Viti – Myvatn Area – Aldayarfoss – Goðafoss – Víðimýrarkirkja Church – Hvitsekur – The Hobbit Hole – Kirkjufell – Budir – Arnastapi / Gatklettur – Lóndrangar – Hraunfossar – BruarfossHlauptungufoss – Gullfoss – Geysir – Reykjavik – Rückflug

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