14 Tage Jamaica – Hotel RIU Negril

We don’t like Reggae, we love it! Unter diesem Motto sind wir fröhlich gelaunt im September 2005 mit LTU Richtung Jamaica ins RIU Negril Hotel gestartet. Sie ist die drittgrößte der westindischen Inseln und geprägt von ihrer Berglandschaft und einem gleichmäßig warmen Klima. Da es von Deutschland aus – soweit mir bekannt ist – keine Nonstop-Flüge nach Jamaica gibt, haben wir eine Zwischenlandung auf der Dominikanischen Republik gemacht, wo die meisten Leute bereits die Maschine verlassen haben. Nach dem erneuten Start war es dann dementsprechend auch FAST schon eine familiäre Atmosphäre an Board – schließlich waren wir nur noch knapp 50 Leute … in einem Flugzeug, was eigentlich für 330 Personen ausgelegt ist. Es herrschte jetzt freie Platzwahl und irgendwie verging die letzte Flugstunde rasend schnell.

 

Jamaica von oben

 

Aber Moment mal !! Aus der Luft sieht es im ersten Moment irgendwie nicht wirklich anders aus als andere Karibikinseln. Das sollte sich jedoch bald als Trugschluss herausstellen. Und zwar genau am ersten Tag um kurz vor 6 Uhr morgens. Der Jetlag hatte uns eingeholt … und da an Schlaf eh nicht mehr zu denken war, hatten wir beschlossen ein wenig den Strand bis zum nächsten Hotel entlang zu wandern.

 

Strand beim Hotel

 

Kaum los gezogen, erreichte auch schon ein recht süßlicher, man möchte fast sagen, „betäubender“ Duft unsere beiden Nasen. Da man dieses typische „Ganjakiffende“ Bild eines Jamaikaners irgendwie doch von zu Hause hierher mitbringt, wunderten wir uns auch nicht wirklich über DAS, was wir dann erlebten: Erst hörte man nur derbe Hammerbässe eines Reggaeliedes, welche irgendwo aus dem Palmendschungel links vom Strand kamen … kurze Zeit später war dann auch der dazugehörige VW-Käfer sichtbar … allerdings nicht der Fahrer, der war im Fahrzeuginneren hinter Nebelschwaden nur schemenhaft zu erkennen.

Mit einem freundlichen „Yo‘ Mon, welcome 2 Jamaica“ winkte er zu uns rüber und deutet auf die … nennen wir es der Einfachheit halber mal „Zigarette“. Wie sich herausstellte wollte er uns einladen eine mit ihm zu rauchen, was wir aber dankend ablehnten.

Wie wir im weiteren Verlauf des Urlaubes bemerken, kiffen die Jammis‘ (wie wir sie liebevoll nennen) ausschließlich Ihr eigenes Zeugs. Mitgebrachte „normale“ Zigaretten – Pfui Deibel !! Nein Danke, die würden sie niemals annehmen bzw. in den Mund nehmen. Ob es nun ausgerechnet DARAN liegt, das sie ständig und immer so freundlich und „gut drauf“ sind – wer weiß das schon. Wir haben auf jeden Fall selten ein offeneres und freundlicheres Völkchen bis jetzt kennenlernen dürfen.

Entgegen unserer Gewohnheit haben wir uns dieses Mal NICHT für ein Iberostar-Hotel entschieden, was aber wohl lediglich daran gelegen hat, das das Rose Hall – Hotel noch nicht eröffnet war damals. Deswegen haben wir uns für das RIU Negril entschieden. Es liegt ca. 10km von Negril , 7km von Margaritaville und knapp 17km vom weltbekannten Rick’s Cafe (siehe Bilder unten) entfernt . Letzteres wurde zum Glück wieder komplett aufgebaut und hergestellt, nachdem ein Hurricane es im Jahr 2004 fast völlig zerstört hatte. Hier gibt es leckere und preisgünstige Cocktails und durch die einmalige Lage wird man fast jeden Abend mit einem wahnsinnigen Sonnenuntergang belohnt. Ein Souvenirladen darf natürlich auch nicht fehlen. T-Shirt kaufen war also wieder angesagt *händereib*

 

 

Hier gibt es – neben einer wirklich gute Reggae Liveband – auch ziemlich wagemutige Klippenspringer … und einen, der sie alle in den Schatten stellt. Nur alleine von den Klippen 14m in die Tiefe zu springen reicht ihm wohl anscheinend nicht. Er kraxelt auch noch gut gelaunt einen Baum hoch (s. Bild unten) und springt von einem Brett, was er wohl irgendwie irgendwann einmal mit Kaugummi und vier Nägeln McGyvermässig dort oben angetackert hat. Nicht übel … und ganz schön mutig.

 

 

 

Einer der Höhepunkte hier ist aber zweifellos der Sonnenuntergang, der jeden Abend – ähnlich wie auf Key West – euphorisch gefeiert wird … und das zurecht!

 

Sonnenuntergang im Ricks Cafe

 

Sonnenuntergang im Ricks Cafe

 

Eine Karte von Negril könnt Ihr hier finden. Sonstige Things to do in Negril kann man hier nachlesen, es gibt einige nette Dinge anzusehen. Eine Karte von Jamaica gibt es natürlich auch, und zwar hier. So etwas ist immer ganz sinnvoll damit man überhaupt mal einen Einblick hat wo sich überhaupt was genau befindet.
Doch zurück zum RIU Hotel. Dieses lies natürlich keine Wünsche offen, so wie wir uns das vorher auch erhofft hatten. Internet und vielen Reiseberichten sei Dank, hatten wir also wohl die richtige Entscheidung getroffen. Das Essen erfüllte rundum die Erwartungen, ganz gleich ob es ums Frühstück , Mittag – oder Abendessen ging – es war immer absolut fantastisch.

Mittags wurde zusätzlich noch am Strand Jerk Chicken zubereitet … ein jamaikanisches Nationalgericht, welches wirklich köstlich schmeckt. Wer das auch mal zubereiten möchte, für den gibt es hier das Rezept als pdf-Datei. Oder hier als Videodatei.

 

Pool

 

Am Strand

 

Hotelstrand RIU Negril

 

Man beachte die Tische im Pool oben links im Bild. Nicht schlecht, um dort gemütlich einen der echt leckeren Cocktails zu sich zu nehmen. Diese wurden übrigens immer frisch zubereitet und es wurden stets Originalflaschen verwendet, man bekam also nicht solch ein gepunschtes Zeugs, wie man das ab und an ja auch mal erleben darf. Das Mischungsverhältnis Alkohol:Saft stellte sich jedoch rasch als etwas „anders“ als bei uns in Deutschland heraus. Bekommt man bei uns vielleicht ein Viertel Alkohol und 3 Viertel Saft, so ist das hier genau andersherum. Falls main schraipstieehl alzo etvas komich wirt, … NICHT WUNDERN! – Alloholeinfluss *grins*

 

Brunnen im RIU Negril ... mit Blick auf den Poolbereich

 

Da ja „alles inklusive“ war, traf das natürlich auch für die ganzen sportlichen Aktivitäten zu (ausgenommen motorisierter Wassersport). So war das Ausleihen eines Katamarans, einer Segeljolle oder die Teilnahme an der wirklich guten und breit gefächerten Animation jederzeit problemlos möglich und auch immer gern gesehen!

 

Animation am Strand

 

Animation am Strand

 

Sämtliche Zahlen und Fakten zum Hotel gibt es hier als pdf-Datei.

Direkt neben dem Hoteleigenen Strand gibt es dann noch eine kleine Anzahl von privaten Anbietern für diverse motorisierte Wassersportmöglichkeiten, wie z.B Jetski etc. Die Preise kann man durchweg als human bezeichnen und es lohnt sich durchaus, auch darum zu feilschen. So macht das den Jammis‘ auch erst richtig Spaß.

 

Jet Ski

 

So war es z.B auch möglich, einen kleinen Kutter (in unserem Fall ein Glasbodenboot) mitsamt zwei Jamaikanern zu mieten , um eine kleine Bootstour zum vorgelagerten Riff zu unternehmen. Die Preise hierbei sind ebenfalls Verhandlungssache und stehen immer in keiner Relation zu den Preisen die man bezahlt, wenn man das ganze übers Hotel abwickeln würde! Das wäre um ein vielfaches teurer. Ruhig mal auf die Leute zugehen und einfach ansprechen, schon hat man ein paar Dollars gespart und ist um ein paar „Freunde“ reicher 😉

 

Glasbodenboot

 

Jo Man ...

 

Außerhalb des Hotels erlebt man dann Jamaica wie es leibt und lebt … jeder ist cool, hat ohne Ende Zeit, alles ist „No problem“ und sowieso ist jeder mit jedem befreundet. Konnte man ohne weiteres ein Glasbodenboot für sich mieten, so ist das gleiche auch mit einem Taxi problemlos möglich. Preis aushandeln, Abholzeit für den nächsten Tag (oder wann auch immer) ausmachen … und schon kann man dem Fahrer sagen, wohin auf Jamaica man gerne mal möchte. Diese Art zu reisen und die Insel zu erkunden ist wesentlich angenehmer, als einen geführten Ausflug vom Reiseveranstalter zu buchen. Erstens ist es wesentlich billiger … und zweitens erfährt man von einem Einheimischen immer noch interessantere Dinge als von einem dt.Reiseführer, der jeden Tag den selben auswendig gelernten Text runter betet.

 

Impression

 

Negril

 

Zudem ist man natürlich nicht an den vorgefertigten Routen gebunden. Wenn der Reisebus einmal fährt, dann fährt er. Ganz gleich, ob man gerade eine tolle Stelle zum fotografieren entdeckt hat. Das ist mit dem gemieteten Taxi natürlich um einiges schöner!

Einer unserer Trips brachte uns zum Beispiel etwas weiter nach Süden zu einer Floßfahrt auf dem Black River

 

 

Dort hatten wir dann das wirklich einmalige Erlebnis, mit einem Bambusfloß durch den Dschungel zu schippern. Der „Kapitän“ solch eines Floßes hat selbiges immer auch selbst zusammengeschustert. Gesteuert wird das Floß lediglich durch ein zusätzliches Bambusrohr. Natürlich kennt der Guide den Fluß wie seine Westentasche und weiß genau, an welchen Stellen er mal kurz anlegen muss um seinen Passagieren mal ein paar interessante Dinge zu zeigen. So konnten wir eine nicht gerade kleine Riesengarnele in die Hände nehmen, die er unter einem Stein hervor gefischt hatte; wir konnten uns an einer Pediküre erfreuen, welche mit flusseigenem Bimsstein durchgeführt wurde und natürlich wachsen im Dschungel ja auch seltene Pflanzen und Blumen, die er ganz unverdrossen mal eben mir nichts Dir nichts irgendwo aus dem Gebüsch hervor gezaubert hatte.

 

Flossfahrt auf dem Black Riber ... bei gefühlten 35°C im Schatten

 

Etwas schmunzeln mußten wir dann, als uns ein etwas schnelleres Floß – quasi ein „Turbobambus“ – rechts überholte und uns gekühlte Getränke und Snacks aus einer Kühlbox anbot. Keine schlechte Geschäftsidee, bei diesen tropischen Temperaturen um die Mittagszeit!

 

Alles in Allem ein wirklich toller Ausflug, bei dem man auch mal in die Tiefen des reichlich vorhandenen Dschungels abtaucht und mit dem Guide und den Leuten ins Gespräch kommt – sofern man sie versteht.

Denn, die Landessprache ist ja eigentlich englisch; meistens sprechen die Jammis aber Patois (ausgeprochen: Pathwah), das ist englisch vermischt mit verschiedenen Slangs, Dialekten und diversen Eigenwörtern. Da muss man schon sehr genau hinhören, da auch Wörter einfach rückwärts gesprochen werden. Verbunden mit den verschiedenen Dialekten ist das ein ziemlicher Sprachwirrwarr, den man als Nicht-Jamaikaner nur schwer nachvollziehen und verstehen kann. Eine Übersicht über diese coole, aber doch recht merkwürdige Sprache und ihre Wörter gibt es hier. Zum Glück sprechen aber auch (fast) alle normales englisch, sobald mal als Tourist geoutet ist – was in der Regel mangels dunkler Hautfärbung ja recht schnell gehen dürfte!

Einer der Must-See-Trips, wenn man schon mal auf Jamaica ist, sollte auf jeden Fall der zu den Dunns River Wasserfällen bei Ocho Rios sein. Wobei mittlerweile die YS-Falls auch immer mehr an touristischer Bedeutung erlangen. Diese sind im Vergleich zu den Dunns River Fällen auch (noch!) nicht so überlaufen. Ein geführter Ausflug dorthin wird übrigens meist immer in Verbindung mit dem Besuch einer Rumfabrik angeboten.

Im wesentlichen besteht der Kick darin, die Wasserfälle einmal komplett von unten nach oben zu durchwandern. Rutschfestes Schuhwerk ist da Pflicht. Man sollte sich hier auf jeden Fall einen Guide nehmen, der mit einem zusammen die Strecke geht. Vorteil: Man muss nicht erst umständlich nach möglichen Wegen nach oben suchen … und er nimmt die Fotokamera an sich (geschützt in einer Plastiktüte), damit man zwischendurch immer wieder mal anhalten kann, um diese netten Erinnerungen festzuhalten.

Beste Zeit für die Besteigung der Wasserfälle ist meiner Meinung nach kurz vor Schließen des Parks, in dem sie sich befinden. Das hat nämlich DEN Vorteil, das wesentlich weniger los ist als zu den überfüllten Morgen – und Mittagsstunden

 

 

 

 

Einkaufen kann man in Ocho Rios übrigens auch ganz gut, es gibt diverse Shopping-Komplexe, wie zum Beispiel Soni’s Plaza oder das Tajmahal Shopping Center. Eine kleine Übersichtskarte von Ocho Rios gibt es hier. Things to do findet man hier.

Wie immer geht solch ein Urlaub ja vieeeeel zu schnell zu Ende. Was bleibt hängen diesmal? Ohne Frage: Die ungeheure Freundlichkeit, mit der einem begegnet wird, 1A-Sahnesonnenuntergänge, leckere Cocktails, spiegelglattes Meer … und die Gewissheit, das wir bestimmt NICHT zum letzten Mal hier gewesen sind. There’s so much more 2 see !!!

 

 

 

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Jamaica Sonnenuntergang

 

Kurz vor Abflug kann man am Flughafen noch den Original Bob des Jamaikanischen Olympiateams bewundern. Die werden halt dort immer noch wie echte Helden gefeiert, was wir nach diesem kurzen Einblick in diese Kultur gut und gerne nachvollziehen können.

 

Jamaika Bob

 

Und wir greifen hier schon einmal etwas vor. Denn wir konnten nicht von ihnen lassen, von den Karibik Reisen, meine ich. Jamaica hat uns so super gefallen, wir haben uns dort so gut erholt, dass wir gaaanz „zufällig“ zwar, aber doch wieder hierher zurückgekehrt sind. „Schuld“ daran war ein günstiger Fluge, bei dem wir einfach zugreifen mussten …

So kam es dann, das wir Im Februar 2008 im Rahmen einer Karibik-Kreuzfahrt wieder nach Jamaica zurückgekehrt sind – zwar nur für einen eintägigen Aufenthalt, aber besser als nichts.

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