Porto Allegro in Brasilien

 

 

 

Wir wollten schon immer einmal nach Brasilien reisen, aber nicht nach dahin, wo es die meisten Touristen hinzieht, nach Rio oder Sao Paulo. Wir suchten uns die weit im Süden gelegene Stadt Porto Alegre aus. Die Stadt hat circa 1,4 Millionen Einwohner und ist die Hauptstadt des Bundesstaates Rio Grande do Sul. Die Stadt liegt in einem Flussdelta, das von mehreren Flüssen gebildet wird. Der größte Fluss, der Rio Guaiba mündet in die 250 km lange und 60 km breite Lagune Lagoa dos Patos. Porto Alegre liegt bis zu 1500 km entfernt von den anderen großen Städten Brasiliens, wobei die Entfernung nach Montevideo oder Buenes Aires wesentlich kürzer ist. Wir hatten uns natürlich schon Zu Hause am Computer vorab online über Porto Alegre informiert, was den Aufenthalt in um diese Metropole erleichterte.

Da Porto Alegre im Fußballstadium des SC Internacional Estádio Beira-Rio Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 austrägt, wird die Stadt sicher auch ein Reiseziel vieler Touristen. Die UNO hat die Lebensqualität mehrerer Großstädte Lateinamerikas studiert und hat Porto Alegre an erster Stelle gesetzt. Diese Stadt ist vergleichsweise ziemlich jung, sie wurde erst 1772 von Portugiesen gegründet. Im 19. Jahrhundert wanderten andere Europäer wie Polen, Italiener und Deutsche ein. Das ist ein kurzer Beitrag zur Geschichte, die vielleicht die Reisende interessiert. Was wir als interessierte Touristen merkten, das ist der Einfluss von Argentinien und Uruguay, der sich mit dem Brasilianischen mischt.

Natürlich gibt es in dieser Stadt auch einige Sehenswürdigkeiten, die wir uns unbedingt anschauen wollten. Das quirlige historische Zentrum Mercado Público zieht Einheimische wie Besucher immer wieder an. Interessant ist die Architektur des Usina do Gasometro, ein Gasometer, das als Stromerzeuger ausgedient hat und heute in ein Kulturzentrum mit Theatern und Ausstellungsräumen umgewandelt wurde. Ein anderes Kulturzentrum ist die Casa de Cultura Mário Quintana, das im einstmaligen Hotel Majestic untergebracht wurde. Das sind nur zwei von vielen Kulturstätten in Porto Alegre, die sich zu besuchen lohnen. Ein Wochenende im Parque Farroupilha hatten wir uns natürlich auch gegönnt, um sich das Treiben anzuschauen, das aus einer Mischung aus Kunsthandwerk, Floh- und Biomarkt besteht. Wer sich für Museen interessiert, findet in Porto Alegre eine große Auswahl aus den verschiedenen Kategorien. Kunst findet der Besucher an vielen Stellen der Stadt wie ein Skulpturengarten eines berühmten Bildhauers. Ein sehenswertes Gebäude ist der Porto Alegre Tempel, der zu den wenigen Tempeln der Mormonen gehört. Dieser Tempel steht auf einem Hügel über der Stadt und gewährt einen weiten Blick über die Stadt, den Hafen und den breiten Fluss. Das Bauwerk ist mit weißem Granit verkleidet und wird durch den Engel Moroni auf der Spitze des Turmes verziert.

Auch eine Hafenrundfahrt ist ein absolutes Muss in dieser Stadt, die vom südlichen Ende des Hafens losgeht. Die Touristenboote fahren die Lagune entlang, vorbei an den vielen kleinen Inseln mit Blick auf die Skyline Porto Alegres. Die schönste Zeit für diese Tour ist der Abend, wenn der Sonnenuntergang die Ansicht der Stadt vergoldet. Da die ganze Region Porto Alegre aus über 30 kleineren und größeren Städten besteht, ist die Infrastruktur einmalig. Wir fuhren mit der Metro aus dem Zentrum in verschiedene Richtungen und besuchten dabei die schönen Vororte wie beispielsweise Canoas, das seinen Namen von der Herstellung der Kanus verdankt, die früher hier gebaut wurden. Eine andere interessante Stadt im Einzugsgebiet Porto Alegre ist Sao Leopoldo, eine Stadt mit vielen interessanten Bauwerken, vor allem Kirchen.

Das Nachtleben in der Metropole Porto Alegre darf der Besucher ebenfalls nicht verpassen, dass sich auf drei unterschiedliche Bezirke verteilt. Einer dieser Orte sind die Klubs und Bars der Flanierstraßen der Cidade Baixa. In diesem Viertel verkehren viele Studenten, was zu erschwinglichen Preisen führt. Ein weiteres Viertel mit Bars und Klubs liegt im Stadtteil Santana, das sich entgegengesetzt der Cidade Baixa befindet. Dieses Amüsierviertel wird von künstlerischen Lokalitäten beherrscht, was das Vergnügen etwas teurer macht. Noch nobler und dementsprechend teurer ist der Stadtteil Moinhos de Ventos, in dem es ziemlich europäisch zugeht. Hier fanden wir schicke Cafés und populäre Pubs, die immer gut besucht waren. Wir durchstreiften ebenfalls andere Stadtteile, die ebenso über interessante Bars oder Klubs verfügten, wie beispielsweise an der Avenida Venancio Aires oder der Avenida Independicia.

Das Hafenviertel wird für die WM 2014 ebenfalls für die Touristen verschönert, wie zum Beispiel der Aufbau der alten Kais. Das war ein kleiner Einblick in diese interessante Stadt Brasiliens.