Ein Roadtrip entlang der Ostküste Ägyptens - Auf zum Elba National Park

 

 

 

Ägypten ist ein interessantes Reiseziel, denn kaum in einem anderen Land finden sich so viele Gegensätze, die begeistern können. Vor etwa zwei Jahren, 2012 im Winter, fand ich mich also in diesen unendlichen Weiten ein und nahm mir ein interessantes Ziel vor. Den Nil bin ich schon einmal entlanggefahren. Damals gelangte ich bis nach Aswan und der Insel Elephantine und ich hatte Blut geleckt. Ich wollte mehr von diesem riesigen Land erleben und somit wählte ich ein eher unkonventionelles Ziel, den National Park Elba im Süden des östlichen Ägyptens.

Die Faszination Gebel-Elba-Nationalpark

Besonders interessant an diesem Vorhaben war für mich die Tatsache, dass der Gebel-Elba-Nationalpark nach dem Berg Elba benannt wurde und das wirklich einzige natürliche Waldgebiet des Landes besitzt. Gleichzeitig finden sich hier die unterschiedlichsten Tier- und Pflanzenarten, was für mich nach einem wahren Paradies in diesem sonst so trockenem Land klingt. Ich flog also nach Kairo und da von hier aus keine andere Art der Fortbewegung außer dem Auto möglich ist, sorgte ich für einen Pick-Up und begann meine Reise von der Hauptstadt aus Richtung Osten. Die Route ist über eine einzige Straße sehr einfach zu erschließen und führt 1.200 Kilometer und 13 Stunden in den Süden, entlang der gesamten Westküste, die interessanterweise in einem wunderschönen Blau erstrahlt, obwohl viele Handelsschiffe diese Passagen, besonders in Suez, kreuzen. Die Schönheit dieser Route von Kairo nach Ain Sokhna, welches die erste Stadt in den Süden darstellt, Zaafarana, Ras Ghareb, die Hauptstadt des Petroleums, dem Touristen-Paradies Hurghada, welches den besten Zwischenhalt in den Nationalpark darstellt und mit Hotels von ETI.de versorgt wird, Safaga und Quseer, liegt in der Einsamkeit, die sich zusammen mit der Sonne findet. Staus gibt es auf dieser Straße nicht, nur die Sonne, das Meer und seltener Busse, die mit schwitzenden Touristen gefüllt sind. Ich habe mein Auto mit Wasser, einer Karte, Sonnencreme und einem Funkgerät ausgerüstet, auch wenn es nur 13 Stunden in den Süden sind. Sicher ist sicher.

Hurghada im Akkord und zwei Nächte El Dahar

Hurghada gilt an der Ostküste als eines der attraktivsten Reiseziele für den Touristen, denn hier gibt es Tauschschulen, einen riesigen Strand und Hotels mit viel Komfort. Besonders El Dahar war einen Besuch wert, denn hier findet sich das klassische Leben der ägyptischen Bevölkerung mit Märkten und scharfem Essen. Moscheen durfte ich leider nicht betreten, was schade ist, denn diese Baukunst genieße ich immer gerne. Für alle Leser: Der Strand sollte in den frühen Morgenstunden besucht werden. Dort finden sich die kühlsten Temperaturen und nur wenige Touristen. Von Hurghada aus sind es nur noch fünf Stunden, die im Winter besonders angenehm erlebt werden. Je weiter ich Richtung Süden kam, desto rarer wurden die Busse und immer mehr Karawanen kreuzten meinen Weg. Bevor ich den Nationalpark erkunden konnte, führte mich der Weg zum Gebel Elba National Park Administrative Office, das an der Küste liegt und genügend Platz für Zelte bietet. Darauf hatte ich mich vorbereitet und konnte deshalb einige Tage zwischen Wüstensand, dem Roten Meer und den vielen Palmen und der Wüstenflora verbringen.

Das Highlight: Der Nationalpark

Vom Office aus konnte ich mir einige Tipps holen, die den Aufenthalt im Nationalpark erleichterten. Es ist ein Abenteuertrip, der nur für Abenteuerlustige zu empfehlen ist, da hier die Trockenheit sehr hoch ist und keine Touren angeboten werden. Ein Jeep ist hier die perfekte Wahl, denn die Kamele sind den ansässigen Beduinen zu heilig und auch zu teuer. Das Besondere an diesem Nationalpark ist die Weite. Überall Sand, dicht beieinander stehende Pflanzen und Säugetiere, was ja im Süden Afrikas kein häufiger Anblick ist. Bewaffnet mit einer Kamera und genügend Wasser machte ich mich auf den Weg in den Nationalpark, der über leicht vorgefertigte Wege einfach zu erschließen war. Neben den Beduinen, die hier überall zu sichten sind, können vor allem die großen Herden der Antilopen und afrikanischen Wildesel begeistern, die an den Flüssen und Wasserlöchern ihren Tag erleben. Der endemische Baum Biscutella elbensis ist ein besonderer Anblick, ebenso wie die Palmen, die sich an der Küste befinden. Hier bietet sich ein einzigartiges Erlebnis, denn das Rote Meer ist dort mit einem weiß-roten Sandstrand versehen, von Palmen gesäumt und mit der St.-Johannes-Insel im Vordergrund, die für Bilder perfekt ist. Die Mangroven können mit schattenspendenden Pflanzen begeistern.