Im Hotel hatten wir einem Flyer gesehen von einem Park mit dem geheimnisvollen Namen Xcaret. Der Ort war den Mayas heilig, heute ist es eine Art Naturpark, für dessen Besuch man einen ganzen Tag einplanen sollte.
Da wir gelesen hatten, das man dort unter anderem auch mit Delphinen schwimmen kann, konnten wir es natürlich kaum erwarten endlich hin zu kommen.
Wir fuhren also mit einem Taxi zum etwa 20km vom Hotel entfernt liegenden Park. Der Eintritt heute beträgt lt. Intenet 59$ p.P. , was durchaus ein gerechtfertigter Preis ist wie ich finde. Übers Jahr verteilt kommen hierher angeblich über eine halbe Millionen Besucher. Aber selbst wenn es voll ist, man merkt die Anzahl der Menschen nicht wirklich - dafür ist das gesamte Areal einfach zu riesig. Eine der Hauptattraktionen hier ist der knapp 1km lange unterirdischen Fluß, welcher sich fast von einem Ende bis zum anderen Ende des Parks erstreckt . Hier kann man sich im glasklaren Wasser von der seichten Strömung durch Höhlen und Gänge treiben lassen. Diese Höhlen heissen in Mexiko Cenotes. Cenotes sind runde, steilwandige Wasserbecken, die durch den Einsturz einer Höhlendecke entstanden sind. Da wir das natürlich unbedingt auch erleben wollten, haben wir unsere Sachen alle in den dafür vorgesehen riesigen Seesack verstaut und haben uns Taucherbrille und Schnorchel ausgeliehen. Beim berühren meines dicken Zehs mit der Wasseroberfläche hat mich allerdings fast der Schlag getroffen. Laut Thermometer sind es unglaubliche 14°C Wassertemperatur !! Das soll wohl ein schlechter Scherz sein. Ich dachte erst, die Zahlen seien verdreht ... aber nix da! Naja, da müssen und wollen wir jetzt aber auch durch.
Am anderen Ende angekommen sind wir beide froh, das wir das mal miterleben durften. Ich habe glaube ich seitdem NIE wieder solch klares Wasser gesehen. Das schnorcheln im Höhlensystem hatte mitunter allerdings auch etwas unheimliches, da es an einigen Stellen auf einmal steil nach unten ging und man ausser der deep blue sea nichts mehr gesehen hat. "Wer weiss, was da unten alles auf einen lauert" ist es uns manchmal durch den Kopf gegangen ... was natürlich Blödsinn ist, hier ist es absolut sicher! Ausser ein paar harmlosen Leguanen haben wir auch nichts unheimliches an sonstigem Getier entdecken können.
Als nächstes haben wir ein wenig den Park erkundet. Dabei fallen einen immer wieder kleine versteckte Wassergrotten auf, in denen man schnorcheln kann wenn man möchte. Ein riesiges Becken mit Manatees gibt es hier auch, der Verrückte dort auf dem Seil bin überigens NICHT ich Ich frage mich gerade im Nachhinein, ob das balancieren über die beiden gespannten Taue überhaupt zulässig war für den normalen Parkbesucher. Egal, ist zum Glück nix passiert. Nicht auszudenken, wenn unser Kollege dort abgerutscht und auf einen Manatee gefallen wäre.
In einem vom Meer abgetrennten Bereich konnte man sich dann auch noch in grossen Luftreifen auf dem Wasser umhertreiben lassen. Neben einem sind dann manchmal Pelikane gelandet und man konnte ihnen beim fischen zusehen. Das war schon ziemlich einmalig, und so aus der Nähe hatten wir sowas ja auch bis dato noch nicht erlebt.
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Der Fischreichtum hier ist überigens wirklich unglaublich. Man kann sich theoretisch ins Wasser stellen und anfangen, diese sogar aus der Hand zu füttern. Wo gibt es sowas denn bitteschön? |
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Irgendwann haben wir für Mel dann endlich das Schwimmen mit den Delphinen reserviert für 12 Uhr. Um High Noon sollte es also zum Showdown Mensch - Säugetier kommen!
Nach einer kurzen Einweisung ging es dann los. Meinereiner hat das ganze von draussen beobachtet, irgendjemand muss ja schließlich auch die Bilder von so einem Erlebnis machen. Ich hab mich also für's Team geopfert.
In Xcaret haben die Delphine - im Gegensatz zu vielen anderen Orten auf der Welt, wo sowas angeboten wird - die freie Wahl, ob sie mit den Leuten im Wasser spielen möchten oder nicht. Haben sie keine Lust, können sie durch eine Öffnung in ein anderes, abseits gelegenes Becken , oder aber auch sogar ins freie Meer hinausschwimmen. Sie kommen trotzdem immer wieder zurück, wenn sie das machen ... von ganz alleine. Die hohe Geburtenrate hier in dem Park spricht ebenfalls für sich und zeigt, das das Zusammenspiel Mensch - Delphin hier wunderbar funktioniert. Das macht einen schon ein bischen neidisch - Delphintrainer hier an einem der schönsten Orte, wo wir bis jetzt gewesen sind ... WAS für ein Traumjob !!

Der ganze Spass dauert ungefähr eine Stunde, wobei darin ein 15-minütige Einweisung mit Erklärungen enthalten ist. Hier erfährt man unter anderem, das Delphine es gar nicht gerne haben, wenn man ihnen an die Rückenflosse fast und sich so von ihnen durch Wasser ziehen lässt (sowas sieht man ja leider in anderen Parks und/oder Shows oft genug!). Das ist nämlich das gleiche, als wenn uns jemand an der Naser durch's Wasser schleift ... ein wirklich toller Gedanke, den ich mal direkt wieder vergesse!
Der Zeitvertreib an sich im Wasser ist auch keine Show. So darf man sich das nicht vorstellen. Die Tiere sind NICHT dressiert im eigentlichen Sinn. Sie können zwar ein paar wenige Kommandos, wenn der Trainer mit seinen Händen bestimmte Gesten macht - das war es aber auch schon. Die Tiere machen hier wirklich alles aus freien Stücken ... und gerade DAS macht das ganze so einmalig wie ich finde!
Wenn sich der Tag dem Ende neigt, kann man sich am Abend noch eine Mayashow ansehen. Diese findet im Zentrum der gesamten Anlage statt, welches aus einer Art Musical-Theater-Bühne besteht; die Kulisse hier ist einem antiken Ballspielplatz damaliger Maya-Stätten nachempfunden. Die Zuschauer sitzen dabei wie in einem Stadion um die Bühne herum. Über 100 Künstler spielen hier unter anderem die Geschichte der Eroberung Mexikos nach.
Als alternative zu Xcaret gibt es überigens noch einen ganz ähnlichen Park, nämlich Xel-Ha ... was soviel bedeutet wie "wo das Wasser geboren wird". Früher stand an der Stelle wohl mal eine Mayaruine. Heute tobt dort der Tourismus. Wir haben uns damals gegen Xel-Ha und für Xcaret entschieden, deshalb können wir keinen persönlichen Eindruck vermitteln. Mittlerweile soll Xel-Ha aber fast schon Disneyähnliche Züge annehmen, was sicherlich nicht jedermanns Geschmack ist, wenn man sowas nicht gerade sucht.
Ein ganz anderer Tagesausflug brachte uns nach Cobá, was soviel bedeutet wie "vom Wind bewegtes Wasser" und nach Tulum, der einzigen Mayasiedlung am direkt am Meer. Übersetzt bedeutet Tulum "Mauer" oder auch "Festung", und spätestens wenn man an den ganzen fliegenden Händlern vorbei ist, welche sich unmittelbar vor Tulum tummeln (welch geniales Wortspiel *g) weiss man auch, warum ... um die ganze Anlage herum verläuft nämlich eine endlos erscheinende, 4 - 6m hohe Steinmauer. Vom Eingang bis zu den Maya-Ruinen ist es ein knapp zehnminütiger Fußmarsch. Wer nicht laufen möchte, kann aber auch mit einer Touristenbahn fahren.
Tulum ist nicht die architektonisch herausragendste Mayastätte, aber durch ihre Lage an der karibischen Küste vielleicht eine der schönsten. Auf jeden Fall ist sie die kleinste! Die Gebäude wurden zwischen dem 12. Jh. und Ende des 15. Jh. errichtet und hatten als Vorbild die Tempel aus Chichén Itzá. Das Hauptbauwerk in Tulum ist zugleich das bedeutendste Gebäude hier, der Tempel "des herabstürzenden Gottes". Ein weiteres wichtiges Gebäude ist das Castillo, welches auch vom Meer aus gut zu erkennen ist. Angeblich sieht das von dort so bedrohlich aus, das sich die die Spanier seinerzeit nicht getraut haben, hier an Land zu gehen.
Die Eindrücke, die man hier bekommt, sind einfach unglaublich.
Nach einem kurzen Stop auf dem Rückweg bei den fliegenden Menschen (Startfoto auf der ersten Seite), ging es weiter nach Cobá. Das Fliegenspiel der Voladores in Mexiko wird überigens vorzugsweise an hohen Feiertagen und vor allem während des acht Tage dauernden Fronleichnamsfest vorgeführt.
Während ein Musikant auf der Spitze eines hohen Mastes auf einem Instrument das Lied der Verzeihung in alle vier Himmelsrichtungen spielt, lassen sich 4 fliegende Menschen von oben hinabschweben; ihre Füße sind dabei durch ein Seil mit einem drehbaren Gestell an der Mastspitze verbunden. So beginnen sie mit dem Kopf nach unten um den Mast zu kreisen, bis sich das Seil abgewickelt hat und sie auf den Boden kommen. Es handelt sich dabei um einen Fruchttbarkeitstanz, welcher die Götter mit den Menschen vereinen sollte. Es sind 4 Flieger weil es 4 Himmelsrichtungen gibt. Der Mast symbolisiert dabei die Vereinigung der menschlichen mit der höheren Welt. Insgesamt müssen die Flieger 13 Runden drehen, da dies zusammen die Zahl 52 ergibt (13 Runden x 4 Flieger = 52). 52 war damals eine magische Zahl. Man dachte nämlich, daß sich die Erde alle 52 Jahre erneuert. Aber das nur am Rande.
Öffnungszeiten Tulúm:
8 Uhr (im Winter ab 9 Uhr) bis 17 Uhr.
Der Parkplatz ist gebührenpflichtig.
Die Fahrt ging weiter 50 Kilometer nordwestlich nach Cobá. Diese Maya-Ruine liegt zwischen den fünf Seen Laguna Cobá, Laguna Macanxoc, Laguna Xkanha, Laguna Zacalpuc und der Laguna Sina A Kal. Hier befindet sich die angeblich höchste Pyramide Yucatans. Sie trägt den Namen El Castillo oder Nohoch-Mul und ist 42m hoch. 120 teilweise stark beschädigte Treppenstufen bringen einen hoch auf die Spitze in einen kleinen Ritualraum. Von dort oben hat man einen grandiosen Blick auf die umliegende Gegend, den Regenwald, die Seen und die weiteren Tempelsegmente. Man sollte aber unbedingt Gebrauch von dem gespannten Tau machen beim besteigen, da man wirklich sehr genau aufpassen muss, WO man hintritt und auch leicht ausrutschen kann.
Cobá an sich ist riesengross, für Touristen ist allerdings nur ein kleiner Teil der Anlage zugänglich. Es mangelt der mexikanischen Regierung an Geld, um die komplette Anlage zu restaurieren. Ein Großteil von Cobá liegt deshalb noch komplett im Dschungel. Einiges davon kann man allerdings auf eigene Faust erkunden, man muss sich dann allerdings auf Trampelfaden den ungefähr acht Kilometer langen Weg durchs Urwalddickicht bahnen. Alterntiv dazu kann man sich aber auch am Eingang ein Fahrrad oder eine Rikscha mieten.
Cobá war bereits ca. 100 n.Chr. bis ins 15.Jh. besiedelt. Die Spanier entdeckten diese Siedlung überigens nie. In den besten Jahren lebten hier fast 40.000 Menschen.
Mitten im Urwald, vorbei an einigen Termitenhügeln, gelangt man dann plötzlich an einen alten Ballspielplatz. Über 600 Ballspielplätze wurden bisher insgesamt gefunden. Der Platz von Chichén Itzá ist mit 91 x 36 m der bisher größte. Das Hauptmerkmal der Ballspielplätze sind die Zielsteine, ihre Abgrenzung erfolgte durch Mauern oder Treppen, welche gleichzeitig als Sitzfläche für das Publikum dienten.
Bei dem Ballspiel versuchten zwei Mannschaften mit je drei bis sieben Spielern einen Kautschukball, dessen Größe vom Tennisball bis zum Fußball reichte, durch einen Ring zu schießen, wobei der Ball nur mit Hüften, Knien, oder Ellenbogen, nicht aber mit den Händen berührt werden durfte. |
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Öffnungszeiten Cobá: täglich von 9 bis 18 Uhr
Sicherlich gibt es noch viele andere Ausflüge, welche man hier unternehmen und viele Sehenswürdigkeiten, die man sich hier anschauen kann. So waren wir zum Beispiel gar nicht auf Cozumel, wo man angeblich hervorragend tauchen kann. Chichén Itzá haben wir irgendwie auch nicht gesehen. Aber das werden wir bestimmt irgendwann nachholen.
Als wir auf dem Rückflug sind merken wir glaube ich erstmal, wo wir gerade eigentlich gewesen sind in den letzten 15 Tagen. Aber das erlebt man ja oft - man lernt solche Urlaube immer erst NACH dem eigentlich Urlaub zu schätzen. Wir werden auf jeden Fall definitiv irgendwann nochmal hierher zurück kommen. Dafür haben uns Land, Kultur und auch die Menschen zu stark beeindruckt.
In diesem Sinne ... Adios, bis bald 
Hotelbewertungen für die Riviera Maya findest du genau hier bei holidaycheck!
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