Beim Blick aus dem Fenster heute Morgen greife ich unweigerlich als Erstes wieder zum Fotoapparat. Zu beeindruckend sind die morgendlichen Nebelschwaden, welche die American Falls und das Umland abermals in Watte packen. Aber etwas ist anders heute. Der Himmel ist nämlich wolkenlos! Wieder sitzen wir einfach nur so da und beobachten den Sonnenaufgang – DAS ist Urlaub!

 

Sonnenaufgang bei den Niagarafällen

Sonnenaufgang bei den Niagarafällen

 

The Sun, was für ein unglaublicher Anblick

The Sun, was für ein unglaublicher Anblick

 

Geniale Stimmung durch den Morgennebel

Geniale Stimmung durch den Morgennebel

 

Das Frühstück war wieder genauso gut wie gestern. Am liebsten würden wir glaube ich die ganze Küche samt Personal ins Auto verfrachten und mit durch die Gegend fahren während des Urlaubes. Kurz ausladen, wenn man Hunger bekommt, der Omelette-Typ kocht kurz, Linda vom Service räumt alles weg, fertig.

Nachdem wir unser Gepäck fertig und dem Valet-Service Bescheid gesagt haben, bekommen wir unser Auto wieder. Vielleicht werden wir in Zukunft öfter Valet Parking nutzen – mal sehen. Ist halt wirklich ganz praktisch, trotzdem habe ich persönlich lieber das Auto direkt vorm Zimmer geparkt.

Für die nächste Nacht hatte ich einen Hotelwechsel geplant, wir ziehen um ins Country Inn & Suites. Da es logischerweise jetzt noch zu früh ist um dort einzuchecken, fahren wir direkt weiter über die Rainbow Bridge auf die andere Seite zu den American Falls. Hier muss man wieder eine Passkontrolle über sich ergehen lassen, denn dort „drüben“ ist man bereits wieder in den USA.

 

 

Terrapin Point

Die erneute Einreise geht recht flott, wieder werden uns einige Fangfragen gestellt, anscheinend sind wir aber immer noch vertrauenswürdig und dürfen weiterfahren. Wir biegen direkt hinter der Grenze rechts ab in Richtung Goat Island zum Niagara Falls State Park. Er ist der älteste aller US-State Parks und wurde bereits 1885 dazu ernannt. 8US$ Parkgebühr werden fällig, erster Anlaufpunkt für uns ist der gut ausgebaute Terrapin Point.

Die amerikanische Seite der Niagara Fälle

Die amerikanische Seite der Niagara Fälle

 

Terrapin Point

Terrapin Point

Von hier aus hat man einen guten Blick auf Teile der Horseshoe Falls (je nach Sicht) und die American Falls & Bridal Veil Falls … zumindest im Normalfall, wenn … ja WENN nicht gerade zwei Reisebusse voller Inder angekommen wären.

Ich muss langsam anfangen meine Einstellung zu überdenken, das Asiaten das schlimmste sind, was einem passieren kann im Urlaub! Inder sind ihnen durchaus ebenbürtig! Ich hab bis heute nicht verstanden WAS in aller Welt so toll daran ist sich mit unserem Kind fotografieren zu lassen. Hallo? Anfangs war das ja noch recht lustig, irgendwann nach dem sechsten oder siebten Mal kann man aber das U durch ein Ä bei „lustig“ ersetzen. Vielleicht sollten wir mal checken, ob das Kind bei der Geburt nicht vertauscht wurde und wir zufällig mit einem Mini-Shah Rukh Khan durch die Gegend fahren !?

 

 

American Falls

Doch zurück zum Wesentlichen: Die Aussicht von hier auf die Wasserfälle ist logischerweise eine völlig andere als von der kanadischen Seite aus, trotzdem ist es nicht minder beeindruckend unmittelbar neben der Sturzkante zu stehen und die Wassermassen zu beobachten! Vom Terrapin Point aus gehen wir in Richtung Bridalveil Falls, diese sind gerade einmal 17 Meter breit.

 

Blick auf den Luna Point

Blick auf den Luna Point

 

Kurz dahinter befindet sich Luna Point, ebenfalls eine Art Aussichtspunkt von dem man auch unter anderem einen sehr guten Blick nach unten auf die Holzplanken der Wind of Caves hat. Und es schaut schon recht beeindruckend aus, wenn die Leute sich einen Spaß daraus machen so dicht wie möglich an die Wasserfälle zu gelangen, um möglichst schön nass zu werden …

Blick hinunter nach Cave of the Winds

Blick hinunter nach Cave of the Winds

 

Blick hinunter nach Cave of the Winds

Blick hinunter nach Cave of the Winds

 

Luna Point hat uns beiden sehr gut gefallen, die seitliche Sicht auf die Wasserfälle und der Blick nach unten auf die Wind of Caves ist einfach irre!

Naturgewalten ... American Falls

Naturgewalten … American Falls

 

Just watching

Just watching

 

 

Observation Tower

Von hier aus gehen wir noch ein Stückchen weiter. Über eine Brücke gelangen wir so zum Observation Tower an den American Falls. Von hier hat man ebenfalls die Möglichkeit eine Tour mit der Maid of the Mist zu machen. Komischerweise kostet sie hier aber 3 Dollar weniger als auf der kanadischen Seite *grübel* Klarer Tipp ist aber auch auf JEDEN Fall der Tower selbst.

 

Observation Tower

 

Blick vom Observation Tower

 

Dieser kostet gerade einmal 1 US$ Eintritt, dafür kann man vorne auf die Plattform gehen und nach unten fahren und dort die Stufen links neben den American Falls hochklettern bis zum sogenannten Crows Nest. Warum viele Leute die Wind of Caves – Tour machen verstehe, wer will. Ich persönlich finde, hier bekommt man einen nicht weniger imposanten Eindruck der American Falls. Und das sogar fast umsonst.

Crows Nest

 

Man kann sich zwar nicht direkt UNTER den Wasserfall stellen, aber so etwas muss ja eh nicht jeder haben.

Wow!

 

Der Weg zum Crows Nest

 

Wer sich entscheidet von hier aus die Maid of the Mist – Tour zu machen bezahlt im Übrigen nichts extra für den Observation Tower und Crows Nest. Beide sind bereits im Fahrtpreis inkludiert. Es gibt also eigentlich gar keinen Grund die Tour von der kanadischen Seite aus mitzumachen. Zumal die Boote hier auf der Seite der American Falls immer wesentlich leerer sind .

Wir halten uns recht lange unten am Fuße des Towers auf und beobachten einfach nur die Wasserfälle. Hier und da muss Finley wieder mit Asiaten oder Indern ein Fotoshooting abhalten, aber ansonsten ist alles ganz entspannt. Hätten wir für jedes Bild 10 US$ genommen wären wir vermutlich reich geworden an dem Tag. Memo an mich selbst: Merken! *lach*

 

 

Jenseits von …

Gegen Mittag verlassen wir Goat Island wieder und fahren in Richtung Fashionoutlets @ Niagara. Man darf ja nicht vergessen, Danielle ist das erste Mal hier drüben und will natürlich „alles mitnehmen“ wo man Schuhe bekommen könnte. Komischerweise hat sie hinterher zwar KEINE Schuhe, dafür aber wieder mal eine Esprit-Tüte in der Hand. Frauen sind schon komisch, 8000 Kilometer weg von zu Hause, aber Esprit muss irgendwie immer sein. Na ja. Da die Mall nicht sehr groß ist essen wir noch kurz was im Food Court und fahren schließlich zurück. Auf dem Weg halten wir noch kurz am sogenannten Whirlpool.

 

 

Whirlpool

Niagara Whirlpool

 

Recht unspektakulär eigentlich, eine Seilbahn fährt hier in einigen Metern Höhe über den Fluss. Da er hier einen Knick macht, entsteht ein Strudel, der Whirlpool. Warum man darüber eine Seilbahn bauen muss weiß ich nicht. Da aber eh gerade Feierabend ist und die letzte Gondel zurückkommt, erübrigt sich die Frage, ob wir die Fahrt mitmachen.

Mittlerweile sollten wir ja auch eigentlich im Hotel einchecken können. Genau so ist es dann auch. Gebucht hatten wir wieder eine Whirlpool-Suite für 79 US$, bekommen haben wir eines der vermutlich besten Zimmer in der oberen Etage mit Blick auf die Rainbow Bridge. Bis jetzt lässt sich also definitiv nichts gegen diese Art der Hotelbuchung bei Carlson sagen. Es klappt anscheinend immer reibungslos. Nachdem wir uns ein wenig frisch gemacht haben gehen wir wieder los und wandern ein bisschen in dieser Ecke hier herum. Hard Rock Cafe, Rainforest Café, Souvenirshop hier, Foto knipsen da. 08/15-Touristenprogramm könnte man das fast betiteln.

Weiter geht es irgendwann in Richtung Rainbow Bridge, von dort hat man einen guten Blick auf die American Falls und den Observation Tower. Betritt man die Brücke, muss man durch eine Art Self-Check-Out gehen und einen Obolus von 50 Cent in einen lustigen Automaten werfen, denn ab hier reist man quasi wieder aus Kanada aus.

Blick von der Rainbow Bridge

 

Die Brücke selbst ist anscheinend Niemandsland, denn erst auf der anderen Seite würde man ja wieder in die USA einreisen. Ungefähr auf der Hälfte des Weges rüber zur anderen Seite hat man die Möglichkeit GENAU an einer bronzefarbenen Markierung seine Füße auf zwei Staaten gleichzeitig zu setzen. Die USA und Kanada nämlich, so etwas Ähnliches kannte ich bisher nur von 4 Corners. Die Platte befindet sich hier nur nicht auf dem Boden, sondern am Brückengeländer.

 

 

Illuminierte Niagarafälle

Mittlerweile geht die Sonne langsam schon wieder unter und Finley ist müde, Zeit also den Tag langsam ausklingen zu lassen. Als es bereits dunkel ist, gehe ich aber noch einmal kurz alleine los, um mir die illuminierten Wasserfälle anzusehen. Und auch wenn man mal wieder durch die Gicht nicht wirklich ein klares Bild hat, ist es doch recht nett, wenn die Beleuchtung alle paar Minuten die Farbe wechselt und die American Falls in einem anderen Licht erstrahlen.

Illuminations an den American Falls ...

Illuminations an den American Falls …

 

Reflections of Water

 

Die leichte Unschärfe bitte ich zu entschuldigen, das lag … öhm … an der Erdrotation, der relativen Mondfeuchtigkeit, Koffeinmangel und einem Seebeben in der Antarktis, welches noch bis hier hin zu spüren gewesen ist *hüstel* … Auuuuuußerdem war ich es mittlerweile ja gewohnt, ohne Stativ zu fotografieren, deshalb hatte ich auch jetzt keins mitgenommen. Mehr Bilder gibt es in meinem Artikel Niagarafälle im Winter.

Zurück im Hotel gucken wir uns noch kurz die Etappe für Morgen an, es dürfte recht entspannt werden auf der Fahrt nach Toronto. Gerade einmal 90 Minuten soll man angeblich unterwegs sein … das hört sich gut an. Gute Nacht.