Reiseberichte Rügen

 

 

 

Prolog

Ostern ... lange Ohren und vor allem: Ein langes Wochenende. Die Wetteraussichten? Durchweg sonnig. Rügen ... die flächemässig größte deutsche Insel am Arsch der Wel ... öhm ... am anderen Ende Deutschlands.

Auch wenn es gut 30 Jahre her ist das ich zum letzten Mal an der Ostsee gewesen bin (damals war es das beschauliche Örtchen Dahme), die Feiertage um Ostern herum sollten dazu dienen sich "mit neuer Mannschaft" ein bisschen auf den bevorstehenden Urlaub einzustimmen und vor allem nach zwei aufreibenden letzten Jahren mal wieder etwas "runterzukommen" und zu verschnaufen. Die Suche nach einem Reiseziel für die paar Tage war gar nicht so einfach, zur Diskussion standen noch Andalusien und die Türkei, beides war aber preislich auf den ersten Blick nicht gerade SO das es in Frage gekommen wäre. Also wieso nicht einfach mal im eigenen Land urlauben?

 

Die erste Idee, das Elbsandsteingebirge, scheiterte an den nicht mehr vorhandenen freien Zimmern über die Osterfeiertage. Bis mir dann plötzlich wieder einfiel, das ich irgendwann irgendwo mal irgendeine Dokumentation über die Kreidefelsen auf Rügen im Fernseher gesehen hatte. Rein zufällig gab es auch noch einige wenige freie Zimmer, am günstigsten waren diese erstaunlicherweise über booking.com zu bekommen. Also wozu lange hin und her überlegen, einfach mal buchen. Gesagt, getan!

Wie die letzten Male auch bei den Kurztripps wird der Bericht wieder nicht chronologisch, sondern eher eine Zusammenfassung der vier Tage und von dem Erlebten sein. Die Things-to-do beziehen sich dabei hauptsächlich auf die Ecke Binz und Umgebung. Sicherlich gibt es auf Rügen noch viel mehr zu entdecken, da in erster Linie aber Erholung angesagt war standen Erkundungen nur nebenbei auf dem Programm. Trotzdem will ich es natürlich nicht versäumen hier einiges versuchen niederzuschreiben ... und vielleicht kommt ja der ein oder andere hinterher auch einmal wieder auf die Idee im eigenen Land zu urlauben - oder eben auch nicht, aber dazu gibt es dann ein etwas ausführlicheres Fazit *zwinker*

 

Bericht

Wo aber fange ich am besten nun an? Wie gewohnt für Urlaube wurde eigens
für die paar Tage ein Wagen angemietet, da ein SUV logischerweise für
Rügen überflüssig war und der Fahrkomfort auf der knapp 700km langen Anfahrt
trotzdem nicht leiden sollte entschieden wir uns für einen BMW X1 bei Sixt ...
Vorteil von Sixt: Es gibt dort ADAC-Discount oder Lufthansa-Meilen bei Anmietung.

 

Bei der Suche nach einem Hotel bzw.einer Pension fiel die Wahl auf's bel-Vital im Ferienort Binz. Diese Selbstverpflegungsunterkünfte liegen in zweiter Strandreihe und bieten Zimmergrößen von 49 - 75 Quadratmetern. Wer "echten" Meerblick haben will sollte zusehen das er ein Zimmer in der vierten Etage bekommt, darunter wird die Sicht nach vorne vom Dorint-Hotel gegenüber versperrt! Im Nachhinein denke ich, es wäre auch durchaus möglich gewesen
auf gut Glück einfach loszufahren und vor Ort bei den diversen Pensionen nachzufragen ob noch Zimmer frei sind, vermutlich wäre DAS die günstigste Variante gewesen. Ausreichend Unterkünfte mit den obligatorischen "Vacancy"-Schildern waren jedenfalls vorhanden ... und das obwohl Ostern gewesen ist.

 

Alternativ könnte man sich natürlich auch eine Ferienwohnung auf Rügen nehmen, evtl.mach wir DAS dann beim nächsten mal. Wieso aber überhaupt ausgerechnet Binz !? Ganz einfach, es war im Internet einer DER Orte, wo überhaupt noch einige wenige freie Zimmer über die Feiertage zu bekommen gewesen sind. Das dies vermutlich gar nicht so gewesen ist in der realen Welt, hab ich oben ja bereits erwähnt, aber man ist ja bequem geworden heutzutage und alles was es nicht im Netz gibt kann es im realen Leben ja auch nicht geben.

 

Binz ist - zumindest auf den ersten Blick - ein Ostseebad wie es im Buche steht. Das Örtchen liegt an einer der angeblich schönsten Buchten von ganz Rügen, der Prorer Wiek. Es gibt eine 3.2km lange Strandpromenade mit ebenso langem Strand, einen 370m langen Steg (der hier Seebrücke heisst) ...

 

Sunrise Seebrücke Binz

 

Sonnenaufgang an der Seebrücke in Binz

 

... über 1800 Sonnenstunden im Jahr und viele der alten Häuser und Villen im Stile der so genannten Bäderarchitektur versetzen einen hier und da zurück in eine andere Zeit. Ich wusste ehrlich gesagt gar nicht das es so etwas überhaupt noch in Deutschland gibt, man hat manchmal das Gefühl sich irgendwie in den Südstaaten der USA zu befinden.

 

Strandpromenade Binz

 

Nein, der Ort war keineswegs völlig ausgestorben wie das Foto der Strandpromenade oben vermuten lässt, um 5.45h Uhr morgens bewegt sich hier nur noch niemand nach draußen und man hat Binz quasi ganz für sich allein. Eine ideale Zeit um einige hübsche Schnappschüsse zu machen ... egal ob am Strand oder sonstwo.

 

 

Alone ...

 

Muscheln

 

Der Ort selbst ist auch deshalb nicht gerade unbekannt weil der rasende Roland hier beheimatet ist. Der rasende W-E-R? Es handelt sich hierbei um eine 24km lange Eisenbahnstrecke auf der mit historischen Lokomotiven und Waggons ein relativ normaler Fahrbetrieb stattfindet. Die dampfbetriebene Schmalspurbahn "rasender Roland" verbindet dabei die Orte Putbus, Binz, Sellin, Baabe und Göhren. In Binz gibt es zudem ein Museum der Bahn.

Ufos gibt es hier im übrigen auch, zumindest hat der ehemalige Turm der Rettungsschwimmer von "Malibinz" (Malibu + Binz = Malibinz) den Anschein als wenn DDR-Architekt Ulrich Müther (von ihm stammt der Entwurf für den Turm) ein großer Ufo-Fan gewesen ist. Heute hat das Türmchen keine besondere Bedeutung mehr für den Badebetrieb, dafür werden jetzt hier Trauungen abgehalten ...

 

Ufos in Binz?

 

Wer hierher kommt und den Turm nicht gleich ausfindig machen kann, er steht am Strandaufgang No.6 ... jenseits der Seebrücke und in Richtung "gehobenere Hotels". Was viele vielleicht gar nicht wissen: 1912 gab es einen Unfall auf der Seebrücke bei dem 17 Menschen den Tod gefunden haben ... ein Jahr später wurde dann genau hier der DLRG gegründet. WAS man nicht alles so erfährt wenn man ausnahmsweise mal in Deutschland Urlaub macht - und danach einen kurzen Bericht darüber schreibt und dafür im Internet recherchiert *grins*

Binz hat noch einen weiteren großen Vorteil gegenüber anderen Orten - von hier aus ist man mit dem Auto schlicht und ergreifend recht schnell überall an den meisten Stellen der Ostküste die sehenswert sind ... und das sind nicht gerade wenig. Das Jagdschloss Granitz zum Beispiel ist nur einen Katzensprung entfernt, das alte DDR-Seebad Prora (mit dem immer noch längsten Gebäude der Welt) liegt quasi "nebenan", den Ort Sellin mit der schönsten Seebrücke Rügens (beste Fotozeit zur Blue Hour) erreicht man in kaum 10 Minuten mit dem Auto ...

 

Seebrücke Sellin kurz vor Sonnenuntergang

 

... der große Jasmunder Bodden (reizvoll für Segler und Wanderer) ist nicht allzu weit weg, nach Kap Arkona sind es ebenfalls nur knappe 40 Minuten ... und schlußendlich natürlich die Kreidefelsen! In gerade einmal 20 Minuten ist man bereits in Sassnitz, dem ersten Punkt von dem aus man Zugang zum Nationalpark Jasmund und den Kreidefelsen hat. Sassnitz selbst hat uns irgendwie nicht wirklich gefallen, außerdem gab es hier die ekeligste Currywurst seit Menschengedenken - ein K.O.-Kriterium für den Ort ... *grins*

 

Die Ausschilderung IN Sassnitz zu einem vernünftigen Aussichtspunkt auf die Kreidefelsen lässt meines Erachtens leicht zu wünschen übrig und verwirrt etwas, wenn man zum ersten Mal hier vor/im Ort ist. So ist es im Prinzip ziemlich unlogisch als zweites Hinweis-Schild einen Wegweiser zu den Wissower Klinken vorzufinden - diese sind nämlich im Herbst 2010 ins Meer abgerutscht. Zudem ist der Weg dorthin für einen normalen PKW recht grenzwertig und mit Schlaglöchern und Kopfsteinpflaster der übleren Sorte gespickt. Als Nichtsahnender fährt (bzw.schleicht, fahren sieht irgendwie anders aus) man etliche Kilometer durch ein Waldstück ohne das ein Ende in Sicht ist.

 

Wald, Wald, Wald ...

 

Zugegeben, der Wald hat schon einen gewissen Reiz! Es gibt Bäume ... kleine, große, grüne, grünere, ganz besonders grüne ... und überhaupt! Das es sich hierbei aber um einen Fahrradweg handelt hätte ruhig schon irgendwo zu Beginn stehen dürfen/können/sollen. Nach gefühlten 2000km (es waren sicherlich ein paar Nullen weniger) wenden wir und fahren deshalb unverrichteter Dinge wieder zurück zur Hauptstrasse und zurück zu Parkplatz Nummer 1 von Sassnitz aus gesehen. Dieser ist kostenpflichtig (2€ für 2 Stunden), von hier aus sind es 2.5km bis zur Küste von wo aus man zum ersten Mal einen Blick auf einen Teil der Klippen hat. Alternativ dazu gibt es einen Waldparkplatz am unteren Ende des Ortes. Dieser ist jedoch nicht ausgeschildert, man folgt einfach am Kreisverkehr NICHT den Schildern in Richtung Jasmund sondern fährt geradeaus weiter bis es nicht mehr weiter geht. Von hier aus gelangt man sowohl nach oben zu den Klippen als auch zu einem Abstieg hinunter zum Steinstrand.

 

Für Foto-Interessierte: Gute Lichtverhältnisse herrschen hier eigentlich NUR am früheren Vormittag da die Sonne bereits recht früh hinter den hohen Felsen verschwindet. Das gilt aber generell für die ganze östliche Inselseite, wer hier optimale Bilder machen möchte sollte also auch in seinem Urlaub rechtzeitig aufstehen ...

 

Panorama der Kreidefelsen bei Sassnitz

 

So wie oben auf dem Foto schaut es leider fast überall aus wenn man nachmittags hierher kommt, der meiste Bereich der Felsen liegt im Schatten und die Farben kommen leider gar nicht so gut zur Geltung. Und NEIN, der Strich in der linken Bildmitte war kein Fleck auf der Linse sondern es handelt sich hierbei um einen Stab der im Wasser steckt.

 

Bekanntester Punkt im Nationalpark Jasmund ist der Bereich um den Königsstuhl. Hier hin gelangt man aus Naturschutzgründen nicht mehr mit dem eigenen PKW sondern nur noch via Shuttle-Bus. Die Fahrt dauert nur wenige Minuten und endet an einer Art Visitor Center, will man zum eigentlichen Bereich um den Königsstuhl (samt Kino, diversen Vorführungen und Ausstellungen etc.) wird dafür ein Obolus fällig der in meinen Augen in keiner Relation zu irgend etwas steht was man dafür zu sehen bekommt. Für die 6€ Eintritt pro Person (als Familie bezahlt man bei 2 Erwachsenen und mit 2 Kindern "nur" 12€) hat man außerdem Zutritt zur Aussichtsplattform AUF dem eigentlichen Königsstuhl. So richtig begeistern konnte uns das allerdings nicht wirklich ... die Sicht nach links ist recht begrenzt, nach vorn blickt man auf die Ostsee und nach rechts schaut man auf einen kleinen Streifen der Küste samt Kreidefelsen und Victoria-Aussicht.

 

Blick vom Königsstuhl auf die Victoria-Aussicht

 

Zur letzterer geht ein kurzer Weg bergauf (60 Stufen), zur Küste hinunter sind es ein paar unbedeutende Stufen mehr ... 412 um genau zu sein.

 

Holztreppe ...
... auf dem Weg vom Königsstuhl zum Strand

 

118 Höhenmeter überwindet man auf dem Weg nach unten welcher bergab noch recht angenehm zu laufen ist. Erst bergauf trennt sich hier die Spreu vom Weizen. Unten am Strand angekommen hat man einen tollen Blick auf den hoch oben thronenden Königsstuhl und das Weiss der Kreidefelsen. In Verbindung mit dem grün der Bäume und dem heute (zum Glück) polfilterblauen Himmel ist das schon recht beeindruckend. Am Strand lassen sich immer wieder Leute beobachten die anscheinend Steine sammeln - wozu auch immer !? Zum Glück wird man hier ja nicht dafür eingebuchtet. Einige Familien scheinen sogar zu picknicken ...

 

Unten am Strand

 

So sieht es aus der Nähe aus ...

 

Das Laufen hier unten gestaltet sich anstrengender als man im ersten Moment vermutet, die kleinen Steine machen es einem schwer sich vernünftig fortzubewegen und fordern für längere Wanderungen am Strand schon etwas Kondition! Wer deshalb den Weg nach unten scheut sollte wenigstens hoch zur Victoria-Aussicht gehen, die sich am besten als "frei schwebender Steg in den Felsen" erklären lässt. Errichtet wurde sie zum Gedenken an König Wilhelm I. und Kronprinzessin Viktoria von Preußen und deren Besuch am 10.6.1865. Der Weg dorthin zweigt unmittelbar vor den Stufen zum Strand nach rechts ab. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf den eigentlichen Königsstuhl. Etwas Geduld ist je nach Besucheraufkommen allerdings erforderlich, die kleine eiserne Plattform an der Aussicht bietet gerade einmal Platz für eine normale Person (oder fünf Asiaten auf Europa-Rundreise), es entsteht also gerne schon mal eine kleine Schlange und man muss mit etwas Wartezeit rechnen. Der Blick ist dafür fast besser als von der Königsstuhl-Plattform, aber seht selbst ...

 

Blick auf den Königsstuhl von der Victoria-Aussicht aus gesehen

 

Blick nach unten

 

Blick nach unten

 

Ähnliche Formationen - nur in einer anderen Farbe - habe ich bisher nur auf Fotos gesehen ... nämlich bei den Chimney Bluffs am Lake Ontario. In nicht allzu ferner Zukunft werden wir den direkten Vergleich dazu ziehen können - die Chimney Bluffs sind fest eingeplant beim Finger Lakes - Trip in Kürze ... *zwinker*

Weiteres kleines Highlight "in der Nähe" des Königsstuhls: Der Moorsee !! Idyllisch am Wegesrand gelegen kann einem fast schon mulmig werden wenn man hier vor steht und sich die früheren Filme a la "Das Ding aus dem Sumpf" durch den Kopf gehen lässt.

 

Moorsee

 

Moosbaum


Was gibt es sonst noch zu entdecken? Auf dem Weg von hier nach Kap Arkona (der absolut überlaufenste Punkt der Insel und somit Grund genug diesen nicht zu besuchen) kommt man an der Millionen-Metropole Nessesitz vorbei. Ein Ort, der mindestens genau so spannend ist wie eine Weltmeisterschaft im Fußnägelweitknipsen die von Fernsehpfarrer Jürgen Fliege moderiert wird *rofl*... Zur Zeit findet hier aber eine Art Dauerausstellung von Sandskulpturen statt. Diese werden von den "weltbesten Sand-Künstlern", ach was sag ich, den besten Sand-Künstlern der ganzen Galaxis und aller umliegenden schwarzen Löchern, erschaffen und auf 5000 Quadratmetern der Öffentlichkeit präsentiert. Damit zählt die Ausstellung zu den größten weltweit - ach was sag ich, der ganzen Galaxis *grins*

 

Mona Lisa aus Sand
... und natürlich die Statue of Liberty

 

Hier mal zur Abwechslung ein erster Foto-Versuch mit der 3D-Kamera ... um das Bild plastisch erscheinen zu lassen wird eine Brille mit rot/blau bzw.cyan Farben benötigt.

 

Präsidenten aus Sand ... nur korrekt sichtbar mit einer 3D-Brille

 

Eintrittspreis:  7,50€/Erw.+ 5,50€/Kind. Zeitaufwand: eine gute Stunde mit vieeel fotografieren, ansonsten ist man in ein paar Minuten durch.

 

Nicht allzu weit entfernt, liegt eine weitere Sehenswürdigkeit Rügens - das Hühnengrab Riesenberg beim Örtchen Nobbin. Die Fahrt dorthin führt entlang einer der zahlreichen sehenswerten Alleestraßen der Insel ...

 

Allestraße

 

Das Grab ist eines der größten Steingräber Norddeutschlands, die Einfassung aus großen Randsteinen ist 34 Meter lang und 11 bis 8 Meter breit. Die großen Begrenzungs - bzw.Wächtersteine am Ende des Grabes erinnern einen fast schon an Dolmen und lassen sich eigentlich nur durch die Nähe zu Skandinavien erklären. Zwei Grabkammern gibt es, bei Ausgrabungen wurden unter anderem schon Pfeilspitzen und Knochen aus der jüngeren Steinzeit gefunden sowie eine Urne aus dem 5.Jhd.v.Chr.

 

Hühnengrab Risenberg bei Nobbin

 

Hier gibt es eine Luftaufnahme bei Wikipedia welche die Dimensionen besser verdeutlicht ...

Sicherlich hat Rügen noch viel mehr zu bieten, wir haben aber auch nur die östliche Seite der Insel angekratzt und die paar Tage gemütlich angehen lassen. Schaut man sich im Internet einige Bilder aus unterschiedlichen Jahreszeiten an scheint die Insel - zumindest für Fotofreunde - ein Ganzjahresziel zu sein. Aus eigener Erfahrung können wir nun sagen, der April hat sich wettertechnisch zwar von seiner besten Seite gezeigt, die Temperaturen waren aber die meiste Zeit noch jenseits von Gut und Böse so das wir uns sogar noch Thermojacken gekauft haben!

 

 

Fazit


Dies war seit langem wieder der erste Urlaub im eigenen Land, Gründe weiter weg zu fliegen wenn man ein paar Tage was erleben oder auch nur relaxen möchte gab es immer genügend ... und auch jetzt muss ich sagen, das ich persönlich lieber irgendwo anders hinfliege als Geld im eigenen Land auf den Kopf zu hauen.

Warum? Ganz einfach ...

* Ich hatte schon seit langem die Einstellung das man überall Urlaub machen kann, aber fast nirgends ist es so teuer wie in Deutschland. Für den Preis den wir hier unterm Strich nun für 5 Tage bezahlt haben wären wir mit l'tur auch schon auf die Balearen gekommen ... inkl.Flug und Halbpension.  

* Man wird "verarscht" wo es nur geht. Da wird einem am Parkplatz Königsstuhl vorgegaukelt der Preis für's parken beträgt für den ganzen Tag 3,50€ ... dabei handelt es sich hierbei um einen völlig anderen Parkplatz der weiter weg ist. Der öffentlich Parkplatz auf den jeder fährt der sich dort nicht auskennt wird stundenweise berechnet - aber DAS steht natürlich nirgendwo. Generell stellt man sich auf Rügen die Frage: Warum muss jeder popelige Parkplatz kostenpflichtig sein?

* Wieso gibt es überall NUR XXXL-Currywürste zu essen die dementsprechend teuer sind? 5,50€ ist wohl ein schlechter Scherz ... und für jeden mit "normalen" Hunger übertrieben.

* Will man einen Strandkorb mieten hat man mehrere Möglichkeiten. 1 Std. (2€), 2 Std (4€), halbtags (5€) oder einen ganzen Tag (8€). Zusätzlich gibt es noch eine Flatrate 14 Uhr bis Tagesende (ebenfalls 5€). Wenn ich um 14 Uhr einen Korb miete für zwei Stunden - wieso werde ich dann nicht darauf hingewiesen das ich für nur einen EURO mehr das Teil für den Rest des Tages mein eigen nenne? Nö, stattdessen werden noch einmal 2€ abkassiert wenn man den Korb um eine Stunde verlängern möchte. Kleinkariert werden einige jetzt sagen und genau DAS war ich nie und werden WIR auch in Zukunft nie sein. Aber sind halt diese Kleinigkeiten wo man sich denkt "Pfft, woanders wäre es vermutlich nicht so!"

* Der Sinn einer "Kurtaxe" hat sich mir bis heute nicht erschlossen. Da wir nicht zur Kur dort waren und eh bereits wie jeder brave Mensch steuern in diesem Land bezahlen verstehe ich den Sinn dieser zusätzlichen Steuer nicht wirklich. Der Strand war doch auch schon vorher da, Mutter Natur hat ihn erschaffen - nicht das Steueramt von Binz.

* Jeder der zum Fotos machen nach Rügen kommt und mit dem Auto unterwegs ist sollte darauf achten das man keine hübschen Fotos von IHM knipst. Ich kann mich nicht erinnern schon einmal irgendwo ein solch dichtes Netz an stationären Blitzanlagen gesehen zu haben bisher. In meinen Augen auch an völlig unlogischen Stellen aufgebaut, da dort unmöglich Unfallschwerpunkte sein können - ergo dient dies auch nur zum abzocken.

Letztendlich hat der Urlaub dazu gedient ein paar Tage auszuspannen und sich vom Alltagsstreß zu erholen - nicht mehr und nicht weniger. Mit der Erfahrung und den Eindrücken der ganzen letzten Jahre hat er eines gezeigt: Auch Deutschland hat schöne Ecken, die Kreidefelsen haben schon einen gewissen Reiz - auch wenn man von den ganzen Superlativen der USA ja schon recht verwöhnt ist inzwischen. Ob es uns noch einmal irgendwann hierher zurück zieht weiss ich nicht, dazu sind die Erinnerungen nicht bleibend genug bisher und die Welt einfach zu groß. Aber irgendwann ist bestimmt mal wieder Ostern ...

 

Gruss aus Rügen

Als nächstes geht es jetzt wieder in vertrautere Gefilde ...

 

Ich hoffe Ihr hattet trotzdem etwas Spaß bei diesem etwas "anderen" Bericht aus dem eigenen Land.

 

Man liest sich... *wink*