8.Tag (05.September 2007)
Chiang Mai
Heute war der Tag, auf den wir uns beide irgendwie ziemlich gefreut haben, denn wir machen das, was ja fast bei jedem Ersttäter-Thailand-Besuch obligatorisch ist ... der Ritt auf einem Elefanten.
Bevor es losgeht, halten wir auf der Fahrt dorthin aber noch kurz auf einem Markt, dieses Mal ist mir allerdings dabei zum ersten Mal ziemlich übel geworden. Eigentlich war alles wie auf jedem anderen Markt auch, es gibt jede Menge scharfes Zeug und allerlei Obst und Gemüse, als wir aber in eine Ecke mit frischem Fleisch und einem halben Schweinekopf kommen schlägt mir der Geruch dort derart auf dem Magen das ich schnell rausgehen muss. Wäre ich nur ein bischen länger geblieben ... ich weiss nicht, ob mein Frühstück länger bei mir geblieben wäre. Aber das nur am Rande, ist ja nicht gerade appetitlich sowas ... trotzdem gibt es davon Bilder 
Nachdem ich also leicht schummrig wieder im Bus sitze geht es weiter ... auf direktem Wege zum Maetamann Elephant Camp etwas ausserhalb von Chiang Mai. Als wir ankommen haben wir Glück und es startet gerade eine der Touren, alles geht plötzlich ganz schnell. Wenn wir jetzt nicht noch auf die Rückkehr der Elefanten warten wollen müssen wir quasi unmittelbar nach unserer Ankunft aufsteigen und losreiten. Wir werden quasi ins kalte Wasser geschmissen und haben in diesem Moment gar keine Zeit unsere Gedanken zu sortieren oder sich über den Trip Gedanken zu machen. Vielleicht auch ganz gut so, hätte ich erst eine zeitlang beobachtet wie der "Sattel" oben auf den Dickhäutern schwankt hätte ich es mir vielleicht noch anders überlegt.
So sitzen wir schneller in einem der doppelsitzigen Sättel als uns lieb ist, wobei Sattel eigentlich falsch ausgedrückt ist. Eigentlich ist es eine Art breiter Holzstuhl, auf dem man zu zweit nebeneinander Platz nehmen darf ...
Die Umgebung hier durch die man reitet sieht auf jeden Fall dschungelmässig klasse aus ...
Irgendwann steigt unser Scout, der vorne quasi fast auf dem Kopf des Elefanten sitzt und ihn irgendwie lenkt, ab und knipst das obligatorische Foto ... danach fragt er mich, ob ich nicht Lust habe vorne auf den Kopf zu klettern und ein wenig zu navigieren. Ich dachte erst, der will mich verarschen und lehne natürlich lächelnd ab. Dann fragt er Mel ... und ich dachte erst, ich hab mich verhört - aber Mel nuschelte irgendwas von "Ja klar". Was sowas angeht ist sie ja echt schmerzfrei. Locker flockig balanciert sie runter vom Hocker nach vorne auf den Kopf und sitzt dort als wenn sie Ihr Lebtag nicht anderes gemacht hätte.
Sehr lustig dabei anzusehen ist, wie der Dickhäuter mit seine Ohren immer Mel's Bein umklammert wenn es irgendwie steil nach oben oder unten geht ... quasi fast so als wollte er sie damit festhalten. Sehr lustig anzuHÖREN ist auch, was so ein Elefant alles für Geräusche von sich geben kann. Ich dachte immer, ausser tröööten kommt da nichts - aber weit gefehlt. Sie können nämlich auch quietschen - was sich sehr merkwürdig anhört bei so einem großen Tier.
Als der gute dann allerdings doch mal trompetet ist das so laut, das uns beiden erstmal der Gehörgang freigepustet wird. Ich hab das ja schon einige Male gehört, im Fernsehen oder im Zoo ... aber wenn man unmittelbar auf so einem Tier drauf sitzt in dem Moment merkt man erstmal, was alleine darin schon für eine gewaltige Kraft steckt ... das ist schon ganz schön imponierend.
Ebenso beeindruckend ist der Moment, wo wir durch einen Fluß durchmüssen. Der ist an der tiefsten Stelle ungefähr so tief das er dem Elefanten bis knapp unter die Augen geht. Interessant dabei zu beobachten ist, wie er beim durchwaten seinen Kopf etwas nach unten neigt und quasi damit das Wasser keilförmig verdrängt. Selten hab ich mich im Wasser glaube ich auf einem Fortbewegungsmittel so sicher gefühlt, da kann kein Boot mithalten. Wie ein Fels in der Brandung steht bzw. bewegt er sich Meter für Meter fort als wenn es das leichteste der Welt wäre ... und die Strömung des Flusses war nicht ohne ;-)
Nachdem wir diesen "Ausritt" beendet haben schauen wir noch kurz den Elefanten beim baden zu, ein tägliche Prozedur die sie sichtlich gerne mögen ...
Um eine Erfahrung und viele Eindrücke reicher machen wir als nächstes eine Fahrt mit dem Bambusfloß auf dem Fluß, den wir vorhin noch durchquert haben. Die Ruhe hier die man dabei erlebt ist fast schon unheimlich, außer dem Fließen des Wassers hört man fast keine Geräusche. Und ich dachte immer, im Dschungel würde man Tiergeräusche ohne Ende wahrnehmen ... komisch !?
Knapp 45 Minuten sind wir auf dem Fluß unterwegs, zu unserer Überraschung überleben wir das ganze ohne einen einzigen Moskito - oder Mückenstich. Als auch dieser Trip zu Ende ist machen wir uns zurück nach Chiang Mai, es steht Mittagessen in einer Orchideenfarm an ... "Sai Nam Phung Orchid" nennt sich die Anlage, auf der man Orchideen ohne Ende zu sehen bekommt. Klein, gross, lila, gelb, rot ... es gibt sie in allen möglichen und unmöglichen Farben.
Nach einem wirklich leckerem Mittagessen und einer Runde durch die Anlage geht es weiter, irgendwie scheint heute Besichtigungstag zu sein. Eine Lack - und eine Schirmfabrik stehen nämlich als nächstes noch auf dem Programm ... eine Silberfabrik klemmen wir uns kurzerhand, darauf hat keiner mehr wirklich Lust heute.
Als wir wieder zurück im Hotel sind machen wir uns auf, die Stadt ein wenig zu Fuß zu erkunden und entdecken noch einen recht nett anzusehenden Wat ... leider hab ich den Namen vergessen, ich such den aber noch raus später - versprochen. Das schöne hier an diesem Wat ist, daß er eine frei zugängliche, uralte Mönchs-Bibliothek besitzt. Hier ist alles wirklich sehr verstaubt und altertümlich, man kommt sich fast vor wie in einem Film.

Abends geht es dann noch zum letzten Mal auf dieser Rundreise in ein Themenrestaurant, das Essen dort schmeckt recht gut und die Show kann sich ebenfalls sehen lassen. Die Kostüme und Fingerverrenkungen der Tänzerinnen sind wirklich sehenswert.

Damit neigt sich dieser Teil der Reise auch schon wieder dem Ende, morgen geht es via Flug zurück nach Bangkok und dann mit dem Auto nach Hua Hin zu unserem Hotel ... Wir sehen uns dann dort 
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