5.Tag / Tuzigoot – Sedona Area

Die eh schon kurze Fahrt nach Sedona lockere ich noch mit Stopps im Städtchen Jerome, was zu dieser frühen Stunde noch wie ausgestorben ist, und mit dem Tuzigoot National Monument auf. Da ich keine Ahnung hab worum es sich dabei genau handelt folgt ein bisschen „Wiki-Wissen“ … *grins*

Das Tuzigoot National Monument ist eine Gedenkstätte vom Typ eines National Monuments im Yavapai County des US-Bundesstaats Arizona. Sie schützt ein großes Pueblo der Sinagua-Kultur aus dem 12. bis 14. Jahrhundert. Das National Monument wurde 1939 gewidmet und wird vom National Park Service verwaltet. Die Fläche des Schutzgebietes beträgt knapp 20 ha, die von Spendern der Bundesregierung 1939 für das Schutzgebiet übereignet wurden, das von Präsident Franklin D. Roosevelt ausgewiesen wurde. Die formelle Widmung umfasst etwa 3,2 km², davon werden aber nur die 5 % tatsächlich beansprucht, die dank der Spende in Bundesbesitz sind.

Tuzigoot National Monument

 

Tuzigoot National Monument

 

Tuzigoot National Monument

Der Name Tuzigoot stammt aus der Sprache der Apachen und bedeutet „geschwungenes“ oder „gekrümmtes Wasser“, nach dem mäandrierenden Lauf des Verde Rivers. Prima, jetzt haben alle wieder was gelernt, ich auch.

Weiter geht es nach Sedona, unterwegs erhasche ich aus dem Augenwinkel ein geschickt platziertes altes Auto … erinnert ein wenig an Hackberry, wie es hier so vor dem 60er Jahre Cafe abgestellt wurde – nur nicht ganz so fotogen alles und direkt neben der Durchgangsstraße.

Old Car

Jetzt geht es aber wirklich weiter nach Sedona. Ich hatte rein gar nix organisatorisch geplant und es hat unterm Strich irgendwie alles hin gehauen. Aber trotzdem hat die Stadt was gegen mich. Ich wollte als allererstes Red Rock Crossing besuchen, bei Holger (arizonasworld) stand das es eine Morning Location ist. Wobei mich das beim lesen schon gewundert hatte, ich hab immer Sunset-Bilder davon gesehen. Egal, ich also erstmal hin … und natürlich unverrichteter Dinge wieder gefahren, es herrscht ziemliches Gegenlicht morgens und generell war ich total auf der falschen Seite des Flusses weil man von hier aus unmöglich ein Foto MIT Wasser im Vordergrund machen konnte.

Wieso ich manchmal nicht einfach auf mein Bauchgefühl höre weiss ich selber nicht! Dafür finde ich aber eine andere schöne Stelle während ich mich auf dem Rückweg befinde und steige erst einmal wieder kräftig in die Eisen.

Ohne Worte ...

Unterwegs muss ich dann mal wieder tanken und studiere die Sedona-Karte die ich vorher auf’s iPad gespielt hatte, der nächste Punkt war schnell gefunden – ich wollte die Schnebly Hill Road fahren, eines DER Highlights hier. Kurz bevor der Asphalt aufhört dann aber die Ernüchterung – ein großes Hinweisschild das die Straße ab Meile 4 gesperrt ist lässt meine Laune wieder in den Keller sinken.

Ohne Worte ...

Irgendwie klappt heute morgen erst einmal nicht wirklich was. „Was tun“ sprach Zeus !?

Da ich wandermässig hier in der Ecke eigentlich nur die Devils Bridge auf der Liste hatte bin ich als nächstes dort hin gefahren. Im Internet war zu lesen das man mit dem Auto die (recht schlechte) Forest Road 152 bis zum Trailparkplatz fahren kann. Soviel zur Theorie, in der Praxis war die Forest Route 152 aber ab der asphaltierten Dry Creek Road gesperrt *kotz* … Das darf doch echt nicht mehr wahr sein! Zähneknirschend parke ich erst einmal und nehme mir vor den kompletten Weg nun zu Fuß zu gehen. Durch die Sperrung der #152 verlängert sich der Hike somit von 0.7 Meilen oneway auf (mal eben) 2.5 Meilen oneway. Dazu kam noch, das durch schmelzenden Schnee die ganze Strecke schön matschig gewesen ist … ich hätte mir nichts schöneres vorstellen können. Unterwegs sieht man dann auch WARUM die Anfahrt zum ursprünglichen Parkplatz zur Zeit nur schlecht möglich ist.

Ein nicht wirklich guter Zustand der Forest Route 152

 

Ein nicht wirklich guter Zustand der Forest Route 152

Solche Stellen gab es immer wieder zwischendurch, eigentlich hätte man die Strasse wenigstens für den örtlichen Jeep-Verleih zugänglich machen können – das wäre bestimmt ein nettes Nebengeschäft gewesen.

Nach einer gefühlten halben Ewigkeit (das laufen auf dem sandigen Untergrund macht nicht wirklich Spaß) komme ich am Trailparkplatz an, bis hierher bin ich keiner Menschenseele begegnet und ich hab mich zwischenzeitlich wirklich gefragt ob ich irgendwo den Abzweig verpasst habe.

Trailbeginn zur Devils Bridge

Ab sofort ändert sich nun der Zustand des Trails, er ist nicht mehr nur matschig, sondern oft noch über weite Strecken zugeschneit – je nachdem wie die Sonne tagsüber halt drauf scheint.

Matsch ...

 

Wenn man Glück hat ist der Trail "schneefrei"

Zwar ist der Schnee durch Fußspuren plattgetreten, es ist aber teilweise eine unschöne Eisschicht vorhanden die wiederum das wandern nicht wirklich einfacher bzw.ungefährlicher macht. Wer den Trail schonmal gelaufen ist hat vielleicht in Erinnerung das er zum Ende hin recht steil wird, man „arbeitet“ sich über zahlreiche natürliche Felsstufen langsam nach oben in Richtung Devils Bridge. Dabei bewegt man sich manchmal ziemlich nah am Abgrund, verbunden mit Eis und Schnee hat das in meinen Knien ein Gefühl ausgelöst was wohl am ehesten an Pudding erinnert. Schön war es wirklich nicht, und DAS war ja nur der Hinweg. Irgendwie musste ich ja später auch noch alles wieder zurück 🙁 Ich wollte auch gerne noch ein paar Fotos von den etwas kriminelleren Stellen machen, habe aber die Kamera später einfach nur eingepackt und erst an der Devils Bridge wieder heraus geholt!

Irgendwann sind die letzten Meter jedenfalls erreicht, die Aussicht entschädigt für die Schlotterknie …

Devils Bridge Sedona

 

Devils Bridge Sedona

Ich setze mich erstmal in aller Ruhe auf einen freigetauten Stein der von der Sonne leicht angewärmt ist. Pause! Essen, trinken, Gedanken für den Rückweg sortieren.

Bei der Devils Bridge

Ich bleibe eine gute halbe Stunde hier, einige Leute kommen und gehen wieder … dann mache auch ich mich wieder auf den Weg nach unten und nach nicht einmal 55 Minuten bin ich wieder zurück am Auto. Zum Glück ist alles gut gegangen, solche vereisten Wege brauche ich auf jeden Fall so schnell nicht noch einmal. Matsch ist mir egal, Höhe auch, Enge auch … aber dort wo es vereist ist hat man unter Umständen auch mal gerne keinen Einfluss mehr auf das was passiert – so etwas muss einfach nicht sein.

Da ich erst einmal keinen Plan habe was ich jetzt machen soll fahre ich die Dry Creek Road einfach mal komplett bis zum Ende durch in der Hoffnung das man vielleicht von irgendwo noch eine gute Aussicht hat …

Dry Creek Road

… mit dem Ergebnis das ich irgendwann vor einer Art bewachten Einfahrt zu einer der Wohnsiedlungen stehe – hier geht es also nicht mehr weiter. Man landet quasi an einem Dead End. Ich drehe um und da inzwischen früher Nachmittag ist entschließe ich mich der Chapel of the holy cross noch einen kurzen Besuch abzustatten. Die Gesteinsformationen lagen letzten Jahr dort ja alle noch im Gegenlicht weil wir am frühen Morgen dort waren, heute sollten eigtl.gute Fotobedingungen herrschen zu dieser Tageszeit! (Fotos folgen)

Zwischenzeitlich kommen mir Zweifel ob ich morgen hier noch Lust habe großartig was zu unternehmen. Ich hatte zwar zwei Nächte in Sedona gebucht, wollte aber irgendwie nur noch eine Nacht bleiben! Also mal kurz die Hotelbuchung gechecked, wenn ich bis 16 Uhr Ortszeit stornieren würde wäre es wohl kein Problem das ganze kostenfrei zu regeln. Mein nächster Stopp brachte mich also erst einmal zum Hotel um die Einzelheiten zu klären. Der gute Mann meinte allerdings, da dies eine Buchung sei die über Hotels.com gemacht wurde müsste ich mich daran wenden. Online war dies nicht mehr möglich, also die deutsche Hotline angerufen … die selbstverständlich schon nicht mehr besetzt gewesen ist (in D war es ca.23 Uhr abends). Was tun? Ohne großartig zu überlegen rufe ich einfach bei der amerikanische Hotline an, erkläre der Dame am anderen Ende mein Anliegen und bekomme in der Tat das Zimmer für die zweite Nacht storniert. Online erscheint sogleich in meiner Buchung nur noch die erste Übernachtung – DANKE! Ohne großartig zu überlegen buche ich jetzt erst einmal ein Zimmer in Tusayan am Grand Canyon South Rim. Ich wusste nämlich, das die Strasse nach Hermits Rest noch offen für PKWs ist und bin diese bisher noch nie gefahren. DAS ist also jetzt mein Tagesziel für morgen! Gut gelaunt gehe ich deshalb erstmal hier auf die Hoteleigene Besucherterrasse und geniesse die Aussicht!

Besucherterrasse der Sky Ranch Lodge

 

Blick von der Besucherterrasse der Sky Ranch Lodge

Dann mache ich mich auf den Weg nach Uptown Sedona, wo ich bisher zwar zweimal durchgefahren, aber noch nie ausgestiegen bin. Gemütlich schwofe ich durch die ganzen Souvenir – und Andenkenläden. Danach laufe ich noch ein bisschen den Airport Loop Trail, die Aussicht auf die umliegenden Berge von hier aus ist teilweise wirklich grandiose!

Airport Loop

 

Airport Loop

 

Airport Loop

Der Tag neigt sich dann irgendwann langsam dem Ende, es wird also Zeit sich noch einmal auf den Weg nach Red Rock Crossing zu machen. Merkwürdigerweise knubbeln sich an die 20 Fotografen auf einer Wiese vor einer alten Holzhütte … das Motiv ist zwar toll, es ist aber nicht wirklich DAS was ich sehen wollte!

Red Rock Crossing Sunset

Es dauert eine ganze Zeit lang bis ich die richtige Stelle finde wo sich der Castle Rock im Wasser spiegelt, die Suche wird aber mit einem grandiosen Anblick belohnt. Zwar stehen hier bereits einige Fotografen samt dicker Stative und machen sich recht breit, trotzdem finde ich ein passendes Plätzchen und erlebe wie die Felsen sich in ein traumhaftes rot-orange verfärben! WAS für ein toller Sunset! Die folgenden Bilder stammen wieder aus dem alten Reisebericht, da die original Fotos leider meinem großen Festplattencrash zum Opfer gefallen sind 🙁

Red Rock Crossing Sunset ... einfach nur WOW !!

Danach geht es zurück zur Sky Ranch Lodge, ich will noch einmal auf die Sky View Terrasse um das noch vorhandene Restlicht für ein letztes Foto zu nutzen …

Last light ...

Irgendwie war das ein total unorganisierter Tag, der auch mit viel Hin und Herfahrerei in Sedona verbunden gewesen ist. Trotzdem war er wirklich schön. Ich bin allerdings schon froh das ich nicht noch einen Tag hier bleiben „muss“. Nicht, weil es mir hier nicht gefällt … aber ich wüsste ganz einfach nicht was ich auf Grund der momentanen Straßen – und Wanderverhältnisse jahreszeitenbedingt hier noch machen soll.

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