1.Tag / Hinflug LAX – Joshua Tree NP

Es ist ein merkwürdiger Flug dieses Mal, zum allerersten Mal überhaupt besteige ich nämlich alleine eine Maschine um in den Urlaub zu fliegen. Der Abschied von Danielle in Düsseldorf geht viel zu schnell, als das man sich großartig über das komische Bauchgefühl gerade Gedanken machen könnte. Viel zu früh gehe ich bereits durch den Security Check, wahrscheinlich will ich die Gunst der Stunde nutzen – nicht bevor die Jungs noch auf die tolle Idee kommen heute wieder spontan zu streiken und die Arbeit niederlegen. Viel zu oft war das in den vergangenen Wochen bereits der Fall. So sitze ich eine ganze Zeit vollkommen alleine vorm Abflug-Gate, auch SO etwas hab ich noch nicht erlebt bisher. Und zum ersten Mal gucke ich später ebenfalls nicht schlecht als ich in die Air Berlin Maschine steige, es gibt nämlich tatsächlich ein InSeat-Entertainment System.

Zusätzlich (bzw.ursprünglich war es ja „vorsorglich“) habe ich auch noch ein paar Filme auf’s iPad überspielt, Langeweile hat also keine Chance dieses Mal. Was ich persönlich als positiv ansehe: Im Bildschirm des InSeat-Systems ist ein USB-Anschluss integriert, leere Akkus von Handys und iPads oder ähnliches während dem Flug gehören somit also der Vergangenheit an!

Unterm Strich vergeht der Flug relativ schnell und ich muss leicht schmunzeln bei der Ansage des Kapitäns nach der Landung. „Bitte passen sie auf beim öffnen der Abdeckungen über ihnen, Ihr Gepäck könnte verrückt sein“. Ich frage mich, was das verrückte Gepäck so macht nachdem die Klappe geöffnet wurde … springt es wütend den Besitzer an weil es jetzt 11 Stunden eingesperrt gewesen ist!? Man weiss es nicht so genau …

Bei der Immigration habe ich glaube ich einen neuen und nicht zu unterbietenden Rekord aufgestellt, nach nichtmals einer Minute war ich eingereist. Keine Warteschlange, keiner vor mir aus der Maschine … perfekt. Der Asiatische Beamte war zudem noch gut drauf, konnte nur nicht verstehen warum ich direkt nach Twentynine Palms weiterfahre. Muss er auch nicht, ich weiss auf jeden Fall warum ich nicht hier in LA bleibe *hust* So schön die zügige Einreise auch gewesen ist, die Warterei auf den Koffer hat alles wieder zunichte gemacht. So ziemlich als letztes plumpste er aufs Gepäckband, im stillen habe ich mich schon beim Lost&Found-Schalter antanzen sehen. Das braucht man ja nun wirklich nicht.

 

Mietwagen vergleichen auf Deutschlands größtem Mietwagen-Preisvergleich

 

Zum Glück ist alles gut gegangen und die Fahrt mit dem Shuttle zum National Mietwagenverleih geht auch recht flott. Die Ernüchterung folgte jedoch umgehend, ganze vier Autos standen in der Midsize-Kategorie der Choiceline. 2x der neue Ford Escape, 1x ein Nissan Murano und dann DER dessen Auswahl mir bei dem Angebot nicht sonderlich schwer fiel – ein Jeep Patriot in passendem babyblau. Ich hatte schon oft die Hand an der Türe bei den Choiceline, habe mich bisher aber irgendwie immer für ein anderes Gefährt entschieden – dieses Mal sollte es also quasi eine Premiere sein. Nebenan steht zwar auch noch ein roter PickUp, aber ich bin ja nicht blöd .... und heisse Haiko *flöt*

Choiceline in LAX

Als ich die Mietwagenstation verlasse ist es kurz nach 14 Uhr, das Navi zeigt eine Fahrtzeit von knapp 2 Stunden an bis zum Joshua Tree an. Was das Navi natürlich nicht wissen konnte: Einige Amis sind heute zu blond zum autofahren und so darf ich unterwegs erst einmal an 4 (!) Unfällen vorbei fahren mit etlichen Kilometer Stau davor … und ich bin mittendrin. Lange Rede, kurzer Sinn, die errechneten zwei Stunden Fahrtzeit waren ein Witz, es wurden fast drei daraus und quasi mit dem letzten Licht erreiche in noch den Joshua Tree NP. Ich wollte heute wenigstens noch zwei Locations besuchen die es mir total angetan haben auf Fotos. Zum einen den runden Kugelfelsen, zum anderen den sich verneigenden Baum! Von beiden hatte ich im Vorfeld eigtl.keine Ahnung wo sie sich genau befinden, Dank Bille habe ich aber noch eine recht präzise Beschreibung bekommen … nach welcher ich beide auch tatsächlich recht schnell gefunden habe. Auf dem Weg zum Jumbo Rocks Campground (dort ist das Ziel) erhasche ich aus den Augenwinkeln den Mond, der gerade hinter einem Hügel auftaucht. Wow, die Senke des Berges davor passt wie Faust auf’s Auge und somit steige ich erst einmal kräftig in die Eisen – WAS für ein tolles Motiv!

Ohne Worte

Jetzt heisst es aber nichts wie weiter zu den Jumborocks, wo ich beide Motive quasi in letzter Sekunde noch vorm Sonnenuntergang ablichten kann. Das der Titel des Berichtes gleich am ersten Tag so zutreffen sollte hat mich selbst etwas überrascht – Schuld daran war aber eindeutig der Stau! Zuerst eiere ich zwar am Campgound ein wenig durch die Gegend, nach kurzer Orientierung ist aber schließlich klar wo beide Formationen sich „verstecken“.

Die Formation beim Kugelfelsen

 

Der Kugelfelsen

 

Seit ich den sich verneigenden Baum vor dem Felsen zum ersten Mal auf einem Foto gesehen habe hat es mir dieses Motiv angetan, ich wollte das unbedingt selbst einmal sehen. Und so war es eigtl.dieses kleine Bäumchen und der Felsen die letztendlich ausschlaggebend gewesen sind das ich den Joshua Tree dieses Mal überhaupt mit in die Runde eingebaut hatte.

Das lustige: Wenn man zu der Stelle kommt fragt man sich erst einmal WIE um alles in der Welt so ein Bild fotografiert ist was man immer auf diversen Seiten vorfindet. Ohne 10mm Weitwinkel geht jedenfalls schonmal gar nichts, dazu MUSS es eigentlich auch schon ein Klappdisplay an der Kamera sein, da man selbige im Prinzip fast schon auf dem Boden aufsetzen muss um den geeigneten Winkel zu erreichen der nötig ist um die Verneigung hinzubekommen. Das Ergebnis ist trotzdem wunderschön, auch wenn es in natura auf den ersten Blick rein gar nicht so spannend ausschaut …

Der Baum ist in Wirklichkeit VIEL kleiner als der Felsen, und der Felsen ist auch nicht nur so schmal wie auf dem Bild, sondern ein ganz schöner Brocken wenn man frontal davor steht. Morgen kommen noch ein paar andere Fotos, wo man es sich vielleicht ein bisschen besser vorstellen kann.

The old tree and a lady

Wie auch immer, nach diesem doch recht langen Tag fahre ich schließlich zum Hotel, über Priceline habe ich für 2 Nächte das Best Western Garden & Suites zugewiesen bekommen … eine gute Wahl wie sich hinterher herausstellen sollte – auch wenn ich ursprünglich auf das Fairfield Inn&Suites spekuliert habe. Aber, free WiFi (eigener Router auf dem Zimmer, daher super Verbindung) und free hot brkfst (mit wechselnden warme Sachen morgens) machen den Aufenthalt recht angenehm. Zudem ist das Zimmer super ruhig und schön groß, wenige Meter weiter ist ein Supermarkt für die nötigsten Besorgungen, es passt also alles. Für Morgen ist ein voller Tag Joshua Tree geplant, mal sehen was man ohne großartige Vorbereitung hier so alles anstellen kann – so wirklich geplant habe ich nämlich im Vorfeld für diesen Urlaub entgegen meiner Gewohnheit eigentlich fast gar nichts.

Dank gratis Skype-Abo-Monat telefoniere ich noch eine halbe Ewigkeit mit zu Hause, so ein „Testmonat“ ist schon was feines. Ziemlich tot falle ich schließlich irgendwann ins Bett … der Tag hat Spuren hinterlassen.

Add Comment

Click here to post a comment

10 + sechzehn =