5.Tag (28.Mai 2006) Horseshoe Bend - Monument Valley - Goosenecks - Canyonlands NP - Moab
Schon um kurz vor 6h waren wir beim Frühstück. Das ist in dem Hotel übrigens einmalig, allein schon wegen der riesigen Glasfront im Frühstücksraum, durch welche man einen fantastischen Blick auf den Lake Powell und die Umgebung hat. Sowas schon beim frühstücken zu sehen hebt gleich die Stimmung.
Der Weg hinunter zum Bend wirkt anfänglich länger als er eigentlich ist. Wenn man erst einmal bergab geht, ist man eigentlich relativ schnell unten. Allerdings sollte man bedenken, das man zurück die gleiche Strecke auch wieder bergauf laufen muss. Also am besten etwas zu trinken mitnehmen! Unten angekommen erlebt man dann einen Aha!-Effekt der seinesgleichen sucht. Obwohl ich im Vorfeld bereits viele Bilder gesehen hatte und mir schon so meine Vorstellungen gemacht habe, ist es doch was völlig anderes wenn man selber vor dieser Schleife steht. Der absolute Wahnsinn!
Das Bild ist übrigens aus 2 hochkanten Bilder zusammengesetzt, ohne geeigneten Weitwinkelkonverter ist es aber trotzdem absolut unmöglich hier ein Foto zu machen, wo man die Schleife komplett bis zum Grund mitsamt Himmel drauf sieht. Dazu steht man einfach viel zu nah dran. Und wenn man nur ein paar Schritte vom Abgrund zurück geht, sieht man den Fluss schon nicht mehr. Absperrungen gibt es keine, eigentlich ist es verwunderlich das hier noch niemand abgestürzt ist. Leider lag die Schleife aufgrund der frühen Zeit noch ein wenig im Schatten, die beste Fotozeit ist also schätzungsweise erst so ab 9.30h würde ich vermuten. Dann dürfte auch der Rest komplett in der Sonne liegen. Wir geniessen ein wenig diesen fantastischen Anblick, bevor wir zurück zum Auto wandern und uns auf den Weg zum Monument Valley machen. Fahrtzeit von Page aus: Knapp 2 Stunden. Kurz hinter Kayenta, welches sich mittlerweile wohl langsam zum richtigen Touristenort entwickelt, bekommen wir dann erst einmal die beiden Hüter vom monumentalen Tal zu Gesicht. Die US163 verläuft genau zwischen ihnen hindurch.
Was übrigens ganz lustig anzusehen ist: Je näher man Richtung Visitor Center kommt, desto mehr Wohnmobile sieht man. Kommt einem fast vor, als wenn hier irgendwo ein Nest sein muss.
Wir fahren weiter bis zum Visitor Center und zahlen die Entrance Fee in Höhe von 8$. Der Nationalpark Pass hat hier nämlich keine Gültigkeit, das Gebiet gehört einzig und allein den Navajos! Da wir nicht vorhaben, durch's Valley selber zu fahren, wollen wir wenigstens von hier oben mal einen Blick drauf werfen. Beim nächsten Mal werden wir aber mit Sicherheit mal einen ganzen Tag für hier einplanen, vor allem um auch einmal ins Mystery Valley zu kommen, wo es auch jede Meng Arches zu sehen gibt. Dieses Tal liegt westlich vom Monument Valley und darf allerdings nur mit einem Navajoguide betreten werden. Wer genaueres darüber erfahren möchte kann ja mal bei Volker nachlesen.
Wir bestaunen ein wenig die Monolithen und ich wundere mich darüber, wie schlecht der Rundkurs durchs Valley wohl sein muss. Selten hab ich so langsam fahrende Autos gesehen. In dem Moment bin ich eigentlich ganz froh das wir uns entschieden haben, nicht selber durchzufahren. Aber wie gesagt - heute ist nicht aller Tage, wir kommen wieder, keine Frage. 2007 ist es übrigens soweit gewesen, hier kommst du direkt zu dem Tag an dem wir dann durchs Valley durchgefahren sind.
Beim verlassen des Tals gen Nordosten passiert dann etwas, wovon wir beide vermuten, das man es uns zu Hause eh nicht glauben wird. Wir fahren so schön gemütlich mit 35mp/h die US163 entlang, als ich in einiger Entfernung einen Jogger am Strassenrand entlanglaufen und auf uns zukommen sehe. Ich denk noch so bei mir "die Irren sterben auch nicht aus" und sag aus Jux "Du guck mal, wer ausser dem Läufer mit dem olympischen Feuer ist so bekloppt und joggt bitteschön HIERHER?" Als er näher kommt erkennen wir: Der trägt WIRKLICH das olympische Feuer
Wir machen ein paar Fotos, geniessen den Ausblick und fahren weiter bis nach Mexican Hat. Diese kleine Siedlung wird nach einer eigenartigen Formation mit einem großen flachen Stein von 20m Durchmesser benannt, der unsicher auf einer viel kleineren Basis auf der Spitze eines Hügels aufliegt.
Viel zu sehen gibt es hier eigentlich nicht, deshalb machen wir uns gleich weiter auf den Weg und biegen links ab auf die SR261. Nach ein paar Meilen kommt ein Abzweig Richtung Gossenecks State Park. Da wollen wir hin. Die Strasse wurde anscheinend extra für die Goosenecks angelegt, denn dort endet sie auch. Der Eintritt ist kostenlos, eine Registry-Box gibt es nicht. Bin mal gespannt wie lange noch.
Wir sind ganz alleine, die einzigen Besucher vor uns fahren gerade wieder als wir ankommen. Prima, so muss das sein ...
Wir staunen nicht schlecht, 3 Fluss-Schleifen des San Juan Rivers tun sich auf einmal vor uns auf. Wir laufen ein wenig umher und knipsen jede Menge Fotos. Jeder von uns versucht sein Glück mit einem Panoramabild, das beste hab ich mal hier oben reingestellt. Wenn wir Lust hätten könnten wir jetzt grillen, an einen geeigneten überdachten Platz dafür sowie eine Toilette hat man hier nämlich auch gedacht.
Nach einer Weile haben wir genug gesehen und sind kurz am überlegen, ob wir nun noch den Moki Dugway hochfahren sollen um die Aussicht vom Muley Point zu geniessen. Oder ob wir lieber direkt zurück auf die US191 fahren und uns somit etwas eher auf den Weg zum Canyonlands NP zu machen. Den wollen wir immerhin heute noch weitestgehend schaffen wenn alles klappt.
Ich hatte übrigens beim vorbeifahren die Vision, das die Wolken sich langsam mal in die ewigen Jagdgründe verabschieden - leider stellte die sich aber als falsch heraus. Im Nachhinein hab ich dann erfahren, das es sich bei den vermeintlichen Wolken um Rauch eines riesigen Waldbrandes westlich der Abajo Mountains handelte.
In Moab angekommen gehen wir kurz was essen und checken schonmal im Riverside Inn ein. Nachdem wir unser Gepäck auf's Zimmer verfrachtet haben machen wir uns auch gleich wieder auf den Weg zum Canyonlands National Park. Der Abzweig zum Park liegt etwa 8 Meilen ausserhalb von Moab, erreicht man ihn sind es nochmal circa 22 Meilen bis zum eigentlichen Parkeingang. Wir fahren zügig die Strecke entlang und lassen den Abzweig zum Dead Horse Point State Park links liegen. 7$ ist uns ein einziger Aussichtspunkt nicht wirklich mehr wert heute. Am Rangerhäuschen zeigen wir wieder unseren Pass vor, erhalten eine Map sowie ein paar gute Ratschläge und machen uns auf den Weg.
Auch auf dem kurzen, knapp 400m langen Trail zum Arch kommen uns immer wieder Leute entgegen, was auf ein reges Treiben schliessen lässt ... Und genau so war es dann auch. Letztendlich waren wir froh ein paar Momente auf den Bildern festhalten zu können, auf denen der Arch mal für sich allein zu sehen ist.
Wirklich unglaublich, was hier teilweise für ein Gewusel war. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie das bei Sonnenaufgang hier ist. Der war zu unserer Zeit übrigens um 5:40h morgens. Das war damals noch selbst uns ein wenig zu früh, wenn man die Fahrtzeit ZUM Arch noch hinzurechnet. Wir fuhren den Scenic Drive weiter ganz durch bis zum Grand View Overlook. Die Fernsicht hier sucht Ihresgleichen und ist bei gutem Wetter wirklich absolut einmalig. Leider lagen Teile des Canyons durch die hinter uns befindlichen Wolken im Schatten, was die Sicht nach unten etwas trübt. Trotz alledem ist es einfach ein unglaublicher Anblick.
Wir verweilen ein wenig und lassen uns den angenehm kühlen Wind durch die Haare sausen. Dann machen wir uns auf den Weg zum Green River Overlook. Von hier aus blickt man, 300 m über dem White Rim stehend, an guten Tagen bis zu 100 Meilen (!) weit. Als White Rim wird im übrigen die fast konstante weiße Sandstein-Kante bezeichnet, die die Konturen des dunklen von tiefen Schluchten durchzogenen Plateaus nachzeichnet. Durch Wasser und Erosion haben sich tiefe, breite Felsspalten gebildet, aus denen noch vereinzelt stehen gebliebene Zinnen herausragen. Und wieder einmal haben wir uns beide an einem Panoramabild versucht ... im Hintergrund kann man den Green River sehen, wie er sich unentwegt durch den Canyon windet. Den Abstecher zum Upheavel Dome haben wir uns geklemmt, irgendwie waren wir beide ziemlich müde mittlerweile und schließlich wollten wir ja auch noch ein wenig was von Moab sehen. Der Versuch, bei Pizza Hut was zu essen zu bekommen endete aber schon vor der Bestellung. Da Memorial Day Weekend war ist es nämlich rappelvoll gewesen und wir hätten ewig warten müssen. Da uns das irgendwann zu blöd war sind wir wieder gegangen, an Eddie McStiffs war eh gar nicht erst zu denken (wegen Überfüllung geschlossen), also haben wir uns auf Grund des knurrenden Magens mit einem leeren Burger King begnügt. Was soll's ... Nach dem Essen gab's dann noch kurz das lang verdiente T-Shirt und wir sind wieder zurück ins Hotel gefahren.
Denn ... auch hier gab es morgen früh wieder ein included Frühstück was wir rechtzeitig wahrnehmen wollten, damit wir nicht allzu spät im Arches National Park sind. Also war jetzt erst einmal wieder ausruhen und schlafen angesagt ... gute Nacht !
Things to do in Moab und Umgebung gibt es hier.
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