11.Tag (03.Juni 2006)
Death Valley - Lake Isabella - Bakersfield
Heute war der Tag, vor dem ich eine gehörige Portion Respekt im Vorfeld hatte. Es ging nämlich durchs Death Valley, dem Tal des Todes, welches sich auf einer Gesamtlänge von knapp 225 Kilometern durch Bergketten am Rande der Sierra Nevada windet. Oft ist hier der heisseste Ort der USA, Temperaturen jenseits der 50°C sind keine Seltenheit. Beim durchfahren soll man die Klimaanlage ausstellen, damit sich der Motor nicht überhitzt. Es sollen sogar schon Autoscheiben zerprungen sein, weil es draussen so heiss und im Fahrzeug so kalt gewesen ist. Aber eins nach dem anderen ...
Wir verliessen Vegas und machten uns auf den Weg Richtung Pahrump, von wo aus wir Richtung Death Valley Jct. weiterfuhren. Nach knapp 2 Stunden erreichten wir das Eingangschild zum National Park, die Temperaturen waren zu der Zeit sogar noch ganz angenehm. Es war genau 8:44h, also noch relativ früh am Tag ...
Der erste Abstecher bringt uns dann auf die rund 20km lange Zufahrtstrasse zum Dantes View. Der Weg beginnt kontinuierlich steiler zu werden, Behälter mit Kühlwasser stehen in regelmäßigem Abstand am Strassenrand und deuten darauf hin, das es hier anscheinend immer wieder zu Überhitzungen bei Fahrzeugen kommt. Kurz vor erreichen des Scenic Points am Dantes View wird die Strasse so steil und die Kurven so eng, das eine Zufahrt mit einem allzu langen Wohnmobil schon gar nicht mehr möglich ist. Oben angekommen eröffnet sich uns dann ein unglaublicher Ausblick.
Uns fehlen erst einmal die Worte, solch einen Aussicht hat man schließlich nicht oft. Auf dem Parkplatz steht ein Wohnmobil, die Besitzer haben anscheined hier oben übernachtet. Kein schlechter Ort dafür!

Von hier oben, in 1.669 m Höhe, blickt man auf Badwater, mit 85.5m unter dem Meeresspiegel der tiefste Punkt der USA. Gleichzeitig erhebt sich auf der anderen Seite mit dem 4418m hohen Mount Whitney der höchste Berg der USA (ausserhalb Alaskas). Das ist schon ein beeindruckender Anblick! Hier oben ist es sogar angenehm frisch, zudem weht ein nicht gerade schwacher Wind.
Wer einen Blick von NOCH weiter oben auf's Tal des Todes werfen möchte, der schaut einfach hier nach. Wir bleiben eine Weile, machen uns dann aber wieder auf den Rückweg und fahren Richtung Zabriskie Point. Hier ist es bereits merklich wärmer und der kurze Anstieg zum Scenic Point schlaucht uns sogar schon ein wenig ...
... trotzdem frage ich mich, wer um alles in der Welt sich bitteschön auf die hier aufgestellten Bänke setzen möchte um die Aussicht zu geniessen !? |
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Oben angekommen sehen wir dann ein ziemliche braun-beige-grau-gelbes Farbengewirr. Die stark zerklüfteten Berghänge der Amargosa Range sind das Produkt ausgeprägter Erosionsprozesse. Neben der Wassererosion sorgen aber auch Wind und hohe Temperaturen für eine rasche Zersetzung des Gesteins.

Wieder einmal sind wir die einzigen Besucher hier, die anderen kommen erst, als wir uns bereits wieder auf dem Rückweg zum Auto befinden. Wir verlassen den Parkplatz und fahren weiter bis zur Furnace Creek Ranch. Die Ranch liegt 60 Meter unter dem Meeresspiegel und verfügt über einen Saloon, zwei Restaurants, ein Geschäft, Swimmingpool mit Quellwasser,ein Borax-Museum und einen 18-Loch-Golfplatz. Wer hier übernachten will sollte das Zimmer lange im vorraus buchen.
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Wir halten kurz, um uns ein wenig im Shop abzukühlen ... immerhin war es hier dank Klimaanlage schön kühl. Ein lustiges T-Shirt gab es ausserdem auch noch, so ein Zufall. |
Sicherheitshalber hab ich dann noch kurz an der Tankstelle etwas nachgefüllt, man weiss ja nie, wo hier die nächste Gas Station auf einen wartet. Der Preis von 3,83 pro Gallone ist natürlich aber schon recht heftig gewesen - zumindest zum damaligen Zeitpunkt..
Weiter ging es mitten durch's Tal des Todes, vorbei an den Dünen bei Stovepipe Well ...
Zwischendrin hat uns dann irgendwann ein Ranger mit nahezu Schallgeschwindigkeit in seinem Jeep überholt. Geschwindigkeitsbegrenzungen scheinen also für Parkangestellte nicht zu gelten, komisch !? Aber wehe, man fährt selber mal minimal zu schnell, dann steht hundertpro irgendwo ein Streifenwagen versteckt im Gebüsch.
Die Landschaft wurde übrigens nicht wirklich abwechslungsreicher zwischendurch, gleichbleibend beeindruckend war sie aber trotzdem irgendwie ...
Mel ist dann irgendwann eingeschlafen, war ja auch nicht wirklich spannend so als Beifahrerin kann ich mir vorstellen. Verfahren konnte ich mich ja auch unmöglich, also kein Thema. Über den Towne Pass bin ich dann kurz vor Panamit Springs auf die 178 in südliche Richtung abgebogen, unterwegs hatte ich ernsthafte bedenken, ob der Wagen den restlichen Weg wirklich überleben würde. Es war brütend heiss draussen und der Strassenzustand war auch nicht wirklich der allerbeste. In dem kleinen Hyundai merkte man jedes Schlagloch gleich doppelt. Ich zog ein bischen die Geschwindigkeit an, um diese gottlose Gegend endlich hinter uns zu lassen. Mel war ja immer noch am schlafen. Irgendwann erreichen wir dann endlich Trona, ein kleines Nest, was wohl nur wegen der dort ansässigen Fabrik entstanden ist.
Ein paar merkwürdige, kristallähnliche Gesteinsbrocken ragen am Strassenrand plötzlich aus einem Hügel. Ein Stückchen weiter kann man dann in einiger Entfernung schon auf der linken Seite die Trona Pinnacles sehen, welche man aber wohl nur mit einem 4WD erreicht.
Wir fahren deshalb zügig weiter und sind froh, als wir endlich Ridgecrest erreichen. Unsere Laune steigt gleich nochmal um 180%, als wir dort sogar einen McDonalds entdecken. Free refill und Eiswürfel ohne Ende, danke grosser Burgergott!
Nach einem prima Burger-Menu, welches selten besser geschmeckt hat als an diesem Tag, folgen wir weiter der 178 fahren über den Walker Pass, wo urplötzlich mehr Joshua Trees auftauchen, als wir jemals im eigentlichen Joshua Tree Park gesehen haben ...
Vorbei am Lake Isabella, wo sogar einige Surfer sichtlich ihren Spass bei dem doch recht frischen Wind haben ...
... fahren wir dann weiter durch eine Gegend, welche ich auf keiner Karte vorher als besonders sehenswert eingetragen gefunden habe. Ich wüsste auch nicht, das ich in irgendeinem Bericht schonmal großartig was davon gelesen habe. Auf jeden Fall sind das laut Holzschild schon Ausläufer vom Sequioa National Forest, obwohl der eigentliche Sequioa Park ja noch über 100 Meilen entfernt liegt.
Die Fahrtstrecke hier zwischen Lake Isabella und Bakersfield gehört für mich zu den landschaftlich schönsten unserer gesamten Rundreise. Ich hab keinen Plan, wieso niemand das schonmal irgendwo erwähnt hat. Auf jeden Fall geht es die ganze Zeit leicht bergab, parallel zur Strasse, welche dem Kern River folgt, türmt sich links und rechts die Sierra Nevada auf.
Immer wieder gibt es diverse Scenic Points, auf denen wir den doch recht gut genährten Fluss beobachten und seinem wilden rauschen lauschen. Sein Wasser bezieht er übrigens nur von der Schneeschmelze am Mount Whitney, also kann es gut sein, das hier kurz vorm Winter nur noch ein kleines Bächlein am tröpfeln ist !?
Irgendwann am Nachmittag erreichen wir dann Bakersfield, die mit Abstand schäbigste (sry, aber anders kann ich es einfach nicht ausdrücken) Stadt während unseres Urlaubes. Zumindest der Teil, den wir davon gesehen haben. Zum Glück haben wir wenigstens ein vernünftiges Hotel, wir haben im Holiday Inn Express vorgebucht. Da es schon später Nachmittag war, fuhren wir nur noch kurz in den WalMart und haben uns mit neuen Vorräten eingedeckt, anschließend gab es mangels Alternativen ein Festmahl bei Burger King und danach ging es ab aufs Zimmer zum Kräfte tanken ...
Gute Nacht ...
Things to do in Bakersfield gibt es (trotzdem) hier.
| Getankt: in Vegas für 9,24$ (3,31$ / Gallone) |
| Getankt: in Furnage Creek für 12,41$ (3,83$ / Gallone) |
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