17.Tag (09.Juni 2006) Monterey - 17-Mile-Drive - Highway #1 - San Simeon
Heute war wieder einer dieser Tage, auf die ich mich persönlich ganz besonders gefreut habe. Wir fahren entlang einer DER Traumstaßen dieser Welt, es geht in südlicher Richtung den Highway #1 entlang bis nach San Simeon, wo wir übernachten werden. Leider hat uns das Wetter heute zum ersten Mal einen richtig dicken Strich durch die Rechnung gemacht ... es war fast durchgehend bewölkt und sah sogar nach heftigem Regen aus. Zum Glück ist der aber ausgeblieben. Wir verlassen also San Francisco schon recht früh am Morgen und machen uns auf Richtung Gilroy, wo wir ersteinmal ein wenig in den Gilroy Premium Outlets shoppen gehen wollen. Pünktlich gegen 10h sind wir vor Ort und lassen ein wenig unsere Dollars dort, bevor wir uns gegen Mittag auf den Weg Richtung Monterey machen.
Am Yachthafen und bei Fishermans Wharf (wusste gar nicht, das es unter diesem Namen sowas nochmal gibt) stoppen wir kurz und laufen ein wenig den Pier entlang. Eigentlich hatten wir uns zu Hause überlegt hier Whale watching zu machen, da wir aber in Gilroy ziemlich getrödelt haben und das Wetter eher bescheiden ist streichen wir dieses Vorhaben. Stattdessen fahren wir weiter Richtung Monterey Aquarium. Hier steppt der Bär, unzählige Schulklassen belagern den Eingang und nehmen uns den Willen, hineinzugehen. Das holen wir aber irgendwann beim nächsten Mal noch nach, versprochen. Wir laufen ein wenig die Cannery Row entlang und linsen immer wieder mal in die ganzen Souvenirgeschäfte rein. Dabei fallen uns die doch recht hohen Preise hier auf. Ganz egal WAS wir in die Hand nehmen, irgendwie ist alles teurer als anderswo. Scheint also ein nicht ganz billiges Pflaster zu sein hier !?
Den weissen Seelöwen haben wir übrigens von einem Aussichtspunkt beim Aquarium gesehen, schade das man den nicht als Sperrgepäck aufgeben kann ... Wir verlassen Monterey und fahren über Carmel weiter zum 17-Mile-Drive, der zum damaligen Zeitpunkt 8,75$ Maut kostet. Mir scheint, die armen Reichen die dort wohnhaft sind brauchen Geld. Anders kann ich mir diese stetige Preissteigerung nicht erklären !? Der Weg führt durch Pebble Beach, eines der vornehmsten Naturreservate Amerikas. Mit sieben weltweit berühmten Golfplätzen, einer Nobelhotellerie sowie Millionen-Anwesen der oberen Zehntausend ist Pebble Beach eine Spielwiese für Millionäre, die wir Normalsterblichen gegen Gebühr besichtigen dürfen. Leider war es immer noch sehr bewölkt, so das uns die angebliche Schönheit dieses kurzen Teilabschnittes verborgen geblieben ist.
Ein Holländer sprach uns an und meinte, daß selbst das Meer in Holland dagegen noch warm sein ... aber das nur am Rande. Warum ich das eigentlich erwähne? Ohne Holland fahr'n wir nach Berlin Wir setzen unsere Reise fort und halten immer wieder an den vielen Scenic Points, die sich am 17-Mile-Drive befinden ... ein paar der schöneren Bilder hab ich hier mal zusammen getragen.
Schliesslich kommen wir dann zu dem Punkt, wegen dem die meisten Leute überhaupt hierher kommen, der Lone Cypress. Ein Baum, der seit 250 Jahren alleine auf einem Felsvorsprung im Meer wächst. Er soll angeblich der meistfotografierte Baum der Welt sein! Keine Ahnung wer das herausgefunden haben will. Ich wette aber dagegen und sage, die Bäume am Grand Canyon werden - durch Zufall - wesentlich öfter fotografiert.
Wir verlassen langsam wieder den 17-Mile-Drive. So richtig lohnenswert fand ich persönlich dieses gebührenpflichtige Teilstück jetzt eigentlich nicht wirklich. Kann aber auch am schlechten Wetter gelegen haben, ich bin mir nicht ganz sicher. Eine interaktive Karte von dem Drive gibt's hier. Kurze Zeit später erreichen wir schliesslich Big Sur. Hier beginnt der schönste und dramatischste Abschnitt des Highway #1 ... zumindest bei Sonnenschein würde ich vermuten. Leider haben wir das Glück nämlich nicht und so erleben wir diesen Teil der Strecke, der zu den schönsten Strassen der Welt zählen soll, nur bei Wolken.
Trotzdem ist alleine schon die Fahrt über die kurvige, an den Felshängen entlang gebaute Strasse ein wahres Vergnügen. Schneller als 35 - 40mp/h kann man eh nicht fahren, da alle Nase lang eine Kurve kommt. Ich möchte mir gar nicht vorstellen wie diese Strasse bei schönsten Bedingungen zu fahren sein muss, es wird wohl ein absoluter Traum sein. Wir machen dennoch das Beste aus der Situation und werden dafür ab und zu mit ein paar Sonnenstrahlen belohnt, die durch die Wolken brechen.
Das man aber nicht zwingend immer strahlenden Sonnenschein benötit, zeigt das folgende Bild ...
Getreu dem Motto "der Weg ist das Ziel" folgen wir entspannt dem Highway und ich bin froh, das ich frühzeitig noch vollgetankt habe. Orte, geschweige denn Tankstellen, gibt es hier auf diesem Streckenabschnitt nämlich so gut wie gar nicht. Kurz vor San Simeon erreichen wir dann eine See-Elefantenkolonie. Hier gibt es auch einen grösseren Schotterparkplatz, wo schon jede Mege Autos stehen und die Leute den hier wild lebenden Tieren bei ihren Paarungsritualen oder einfach nur beim faulenzen zusehen.
Wir bleiben eine zeitlang hier und freuen uns darüber, diese Tiere in freier Wildbahn noch einmal erleben zu dürfen. Danach machen wir uns auf den Weg nach Simeon, wo wir im Silver Surf einchecken und doch tatsächlich am Ende des Tages noch mit einem Sonnenuntergang versöhnt werden. Danke!
Morgen geht es dann weiter nach Los Angeles, wo wir die letzten 4 Tage unseres Urlaubes verbringen werden. Mal sehen, was wir da so alles erleben diesmal ... Bis denn ..
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