3.Tag (21.Mai 2007)
Monument Valley - Kayenta
Heute morgen fahren wir nach dem Frühstück erstmal runter zum Lake Powell und halten an diversen Scenic Points, die wir bis dahin noch nicht so ausgiebig erkundet haben. Unser Plan sieht vor, erst so gegen Mittag im Monument Valley zu sein und somit haben wir noch etwas Zeit, die wir gerne hier verbringen. Es ist schon erstaunlich, wieviel wir hier entdecken was wir vorher noch gar nicht gekannt haben.
An der Marina machen wir eine Pause und beobachten mal genauer, wie die Hausboote ins Wasser gelassen werden. Dabei erkennt man zum ersten Mal auch die ungeheure Grösse solch eines Bootes!

Ursprünglich hatten wir überlegt, im Laufe der Vormittages evtl. nochmal zum Horseshoe Bend zu gehen oder dem Lower Antelope Canyon einen Besuch abzustatten ... da wir aber ein wenig trödeln und viel länger unten am See sind als vorgesehen verzichten wir kurzerhand darauf.

Die etwas weniger als 2 Stunden Fahrtzeit bis nach Kayenta vergehen dann eigentlich recht schnell, viel zu sehen gibt es auf diesen Abschnitt ja sowieso nicht und deshalb packe ich meinen Bleifuss aus und schaue mal, was der Dodge so hergibt. Nach einem kurzen Mittagessen können wir praktischerweise bereits im Best Western Wetherhill einchecken und machen davon dankbar Gebrauch. Anschließend fahren wir zur Gouldings Lodge, die wir letztes Mal einfach links haben liegen lassen. So doll finden wir es allerdings beide nicht und wir sind - ehrlich gesagt - froh, das wir nicht hier sondern in Kayenta übernachten.
Die restlichen Meter bis zum Monument Valley überlegen wir uns, ob wir nun selber durchfahren sollen oder lieber eine geführte Tour machen. Wir entscheiden uns für ersteres, ich hab eh inzwischen Spass an Offroadpisten gefunden, also was soll's. Das Navajo-Kassenhäuschen ist inzwischen übrigens ein wenig nach vorne versetzt worden und befindet sich jetzt nicht mehr unmittelbar am Visitor Center sondern bereits irgendwo kurz vorher auf der Stichstrasse. Und der Campground hier ist bis auf weiteres geschlossen, also nicht wundern. Dort soll wohl - wenn ich es recht verstanden habe - "The View" entstehen, ein Hotel. Die Preise für eine Übernachtung möchte ich allerdings dann mal lieber nicht wissen.

Wir machen uns auf jeden Fall auf den Weg ins Valley und ich bekomme bereits ziemlich am Anfang des Rundkurses erstmals Zweifel, ob es eine gute Idee war selber zu fahren. Die Piste ist SO bescheiden, das ich mich frage wie lange wir hier unterwegs sein sollen für den Rundkurs. Mel hatte irgendwo mal gelesen, das das aber Absicht ist auf den ersten Metern und die Navajos da sogar ein wenig nachhelfen um ängstliche Naturen dazu zu motivieren lieber eine geführte Tour mit einem Jeep zu machen. Sollte das stimmen find ich das schon fast eine richtige Frechheit. Durch diese Tatsache motiviert entsteht bei mir aber eine Art Jetzt-erst-Recht-Effekt und die Piste kann von diesem Moment an gar nicht schlecht genug sein. Schlechte Piste hin oder her, ich BIN die Piste. Weg da, jetzt komm ich !!
Nach ein paar Kilometern ändert sich plötzlich dann in der Tat der Zustand des Rundkurses und es ist fast schon richtig angenehm zu fahren auf dem überwiegend sandigen Untergrund. Stück für Stück, Scenic Point für Scenic Point fahren wir gemütlich die Strecke und tauchen ein in die Welt der Monolithen, die schon in unzähligen Western als Kulisse zu sehen waren. Selbst an den entlegendsten Haltepunkten stehen dabei immer wieder kleine Verkaufsstände der Navajos, die natürlich versuchen, Ihr Handwerk an den Mann zu bringen. Aufdringlich sind sie allerdings nie geworden, wir wurden immer in Ruhe gelassen wenn wir wollten!

Ich kann gar nicht so genau sagen, wie lange wir für den Rundkurs gebraucht haben, letzten Endes war es uns auch egal. Irgendwann zog sich der Himmel dann allerdings zu und es wurde übel windig, das war für uns das Zeichen langsam zum Ende zu kommen. Anscheinend war das auch keinen Moment zu früh, denn als wir wieder am Visitor Center ankommen pfeift der Wind dermassen über den Parkplatz das man vor lauter aufgewirbelten Sand und Staub in der Luft fast gar nicht aus dem Auto steigen kann. Wir sitzen die Situation eine zeitlang aus und gehen noch kurz ins Visitor Center, an Fotos oder gar einem schönen Sonnenuntergang ist eh nicht mehr zu denken ... mittlerweile hat sich der Himmel nämlich fast völlig zugezogen - sehr schade !! Da sich der Tag aber eh langsam dem Ende neigt fahren wir zurück nach Kayenta, gehen kurz was essen und verbringen den Rest des Abends gemütlich auf dem Zimmer ... morgen ist auch noch ein Tag und es geht weiter nach Moab, da freuen wir uns beide auch wieder drauf.
| Getankt: in Kayenta für 32,87 $ (10,243 Gallonen für 3,20/Gal.) bei Chevron ... Kein ZIP erforderlich |
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