Das Frühstück heute haben wir gestern Abend noch von 8 Uhr auf 7 Uhr vorverlegen lassen, die Hinfahrt heute auf die Halbinsel Snaefellsnes dauert immerhin etwas und wir würden gerne zeitig dort sein. Das Wetter unterwegs ist … na ja, sagen wir mal „suboptimal“. Immer wieder fängt es zwischenzeitlich an zu regnen.

Unterwegs überlege ich kurz, wie rum es heute Sinn machen würde die Halbinsel abzuklappern. Die Entscheidung fällt auf „erst Nordküste, dann Südküste“. Dazu biegen wir im Süden auf die #56 ab, erster geplanter Stopp war hier im oberen Drittel das Hobbit Hole. Zumindest war hier der Wunsch wohl Vater des Gedankens, der Parkplatz war nämlich eine einzige Eisfläche und der ansonsten sichtbare Pfad zum Wasserfall war durch schätzungsweise 40cm hohen Schnee nicht einmal ansatzweise zu erahnen.

 

 

Ankunft auf der Halbinsel Snaefellsnes

Da es zudem stark bewölkt und am nieseln gewesen ist, hat sich Punkt 1 auf der heutigen Agenda also schon mal erledigt. Hm, das fängt ja gut an.

Das winterliche Snaefellsnes erwartet uns

Das winterliche Snaefellsnes erwartet uns

 

Das nächste Ziel war eine DER Locations, die Robert unbedingt die ganze Zeit sehen wollte. Die Rede ist vom relativ bekannten Berg Kirkjufell samt Wasserfall. Eigentlich würde ich jetzt schreiben „aber gerade als wir auf den Parkplatz fahren fängt es wieder an zu schütten“. Aber … weit gefehlt.

Denn ab diesem Zeitpunkt wurde es ein durchweg fantastischer Tag heute. Die Wolkendecke beginnt nämlich aufzureißen, wir können unser Glück kaum fassen. Auf der Wiese befinden sich zudem einige nette Pfützen, die uns ein Spiegelbild des Kirkjufell vor die Linse zaubern. Fast zu schön um wahr zu sein.

 

 

Kirkjufell

Reflexion des Kirkjufell in einer größeren Pfütze nahe des Parkplatzes

Reflexion des Kirkjufell in einer größeren Pfütze nahe des Parkplatzes

 

Huiuiui, wieder einmal eine Location wo ich mir immer solche Bedingungen gewünscht habe bisher … und heute ist es tatsächlich soweit. Ich kann gar nicht oft genug Danke sagen eigentlich.

Der Bereich vorm Kirkjufellfoss hat einige fotogene Eisschollen zu bieten

Der Bereich vorm Kirkjufellfoss hat einige fotogene Eisschollen zu bieten

 

Am Wasserfall selber ist es etwas tricky mit dem fotografieren, der Weg an der Seite nach unten ist noch voller Schnee und stellenweise spiegelglatt. Vorsichtig tasten wir uns also an das Motiv der Begierde, das Stativ dient dabei als Wanderstock und zum abstützen.

Robert setzt den Upper Kirkjufellfoss gekonnt in Szene

Robert setzt den Upper Kirkjufellfoss gekonnt in Szene

 

Auch aus der Luft gibt es wieder einige Fotos …

Kirkjufellfoss Aerial Shot, mittlerweile ist dort leider eine Flugverbotszone

Kirkjufellfoss Aerial Shot, mittlerweile ist dort leider eine Flugverbotszone

 

… und frontal von unten …

Kirkjufellfoss Lower Falls

Kirkjufellfoss Lower Falls

 

Auch hier gilt irgendwann wieder: Loseisen ist angesagt, der Ort ist einfach nur magisch wenn man ihn durch die Linse betrachtet und nicht umsonst eine der am meisten fotografierten Stellen von ganz Island. Irgendwann fahren wir schließlich weiter. Wirklich weit kommen wir allerdings nicht, beim Blick in den Rückspiegel werden wir wieder gezwungen anzuhalten. Der Ausblick ist einfach nur schön finde ich.

Allerdings erkennt man auch, dass es hier bis vor wenigen Augenblicken noch geregnet haben muss. Davon haben wir ein paar Kilometer weiter vorne rein gar nichts mitbekommen. So kann es gehen.

Die Straße, welche von Grundarfjördur nach Olafsvik führt.

Die Straße, welche von Grundarfjördur nach Olafsvik führt.

 

Vergleichsfoto aus 40m Höhe …

Der Norden von Snaefellsnes aus knapp 50m Höhe

Der Norden von Snaefellsnes aus knapp 50m Höhe

 

Am Abzweig der #54 biegen wir auf die Passstraße ab, welche die Insel einmal von Nord nach Süd durchquert und stoppen an dem inzwischen gut ausgebauten Scenic Point im unteren Viertel, wo man heute einen wahrlich beeindruckenden Blick entlang der Südküste hat.

Die Route #54 führt vom Norden in den Süden von Snaefellsnes

Die Route #54 führt vom Norden in den Süden von Snaefellsnes

 

 

Búðakirkja

Bei der Búðakirkja erlebe ich es zum ersten Mal das man dort nicht alleine ist, bisher war hier nie etwas los bei meinen Aufenthalten und man konnte bedenkenlos fotografieren ohne sich Gedanken machen zu müssen das man vielleicht ständig andere Menschen mit auf den Fotos hat. Heute ist das kaum möglich. Luxusprobleme *lach* …

Búðakirkja, eine von wenigen schwarzen Kirchen auf Island

Búðakirkja, eine von wenigen schwarzen Kirchen auf Island

 

Búðakirkja Aerial Shot

Búðakirkja Aerial Shot

 

Ich freue mich so sehr über das gute Wetter bisher das mir so etwas völlig egal ist. Wir könnten auch Regen, Schnee oder Sturm haben, von daher ist alles im hellgrünen Bereich. Hellgrün ist auch alles hier in dem kurzen Clip, da er wohl im Sommer gedreht wurde und welcher ausschließlich von dieser Halbinsel handelt … irgendwann hab ich ihn mal im Netz gefunden und ich denke, hier passt er gut rein jetzt.


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Wir fahren weiter …

Blick über die Südküste von Snaefellsnes

Blick über die Südküste von Snaefellsnes

 

 

Rauðfeldsgjá Gorge

… und stoppen an der Rauðfeldsgjá Gorge, einem mit Moos behangenen Slotcanyon durch welchen ein Bachlauf fließt. Zwei Mal wollte ich hier eigentlich bereits halten in den letzten Urlauben, beide Male hat es zeitlich aber nicht wirklich gepasst. Heute ist das aber alles kein Problem, wir haben noch schön früh und den ganzen Tag Zeit für die Südküste. Unsere Unterkunft liegt nämlich strategisch günstig in Borgarnes, so dass wir keine allzu lange Fahrt am Ende des Tages mehr vor uns haben werden.

Auf dem Parkplatz am Canyon stehen einige wenige Autos, alleine ist man auch hier anscheinend nicht mehr. Bis vor kurzem kannte diesen Ort kaum jemand, inzwischen steht an der Straße aber bereits ein kleines Hinweisschild.

Wir schnüren jedenfalls unser Fotogepäck und machen uns auf den Weg hoch zur Schlucht. Ein Blick zurück, kurz vorm Eingang des Canyons, eröffnet uns einen fantastischen Anblick entlang der Snaefellsnes-Südküste.

Gigantischer Ausblick vor der Rauðfeldsgjá Gorge über die Südküste von Snaefellsnes

Gigantischer Ausblick vor der Rauðfeldsgjá Gorge über die Südküste von Snaefellsnes

 

Der Strand den man erkennen kann ist der Hraunlandarif, inzwischen weiß ich auch wie man dort bis ans Wasser kommt … gut für einen der nächsten Urlaube hier.

In die Schlucht selber kommt man nur durch herumbalancieren über ein paar große Steine, man muss nämlich quasi durch den Bach gehen. Eine andere Wahl hat man schlicht und ergreifend nicht. Aber das kennt man ja schon aus den USA und wäre es hier 15 Grad wärmer würde es auch einen Menge Spaß machen. So aber ist man ständig darauf bedacht keine nassen Füße zu bekommen. Wobei es dann im Zweifelsfall auch egal ist irgendwann hab ich gemerkt.

Nach wenigen Metern hat man eine Stelle erreicht, von wo aus man ein Stück weit in den Canyon hinein gucken kann. Rein theoretisch könnte man von hier aus jetzt die Wanderung durch den Slot starten.

Rauðfeldsgjá Gorge

Rauðfeldsgjá Gorge

 

Rauðfeldsgjá Gorge Blick nach oben

Rauðfeldsgjá Gorge Blick nach oben

 

Ich meine mich zu erinnern, das ich irgendwo mal ein Foto gesehen habe, wo weiter drin noch ein Wasserfall kommt … wirklich sicher bin ich mir aber nicht. Vielleicht finden wir es ja irgendwann einmal heraus. Wir schaffen es jedenfalls trockenen Fußes wieder zurück zum Auto und fahren als Nächstes nach Arnarstapi.

 

 

Arnarstapi

Irgendwie hat das etwas von Stopp-and-go hier im Süden von Snaefellsnes. Man kommt nicht wirklich vom Fleck, weil man alle naselang anhalten muss. Hier in Arnarstapi gibt es jetzt seit neuestem auch einen Fish&Chips Stand. Anscheinend haben die Besucher genau DARAUF gewartet, die Warteschlange ist nämlich nicht von schlechten Eltern.

Das wohl am meisten fotografierte Haus in Arnarstapi

Das wohl am meisten fotografierte Haus in Arnarstapi

 

Langzeitbelichtung vom Hafen in Arnarstapi

Langzeitbelichtung vom Hafen in Arnarstapi

 

 

Eystrigja

Wir machen hier die üblichen verdächtigen Fotos und begeben uns dann auf die Suche nach einer Art Natural Bridge, die ich auf Fotos bereits etliche Male gesehen habe, welche mir aber bisher hier nicht über den Weg gelaufen ist.

So wandern wir also, immer brav entlang der Küste, bis wir schließlich zu einem Holzschild mit der Aufschrift Eystrigja gelangen. Und ich bin in diesem Moment der festen Überzeugung, dass es sich hierbei um das Objekt der Begierde handelt.

Erst zu Hause werde ich später feststellen, dass es die falsche Natural Bridge gewesen ist und die richtige erst ein paar Meter weiter gekommen wäre. Da wir aber nach diesem Foto zurück zum Auto gegangen sind konnten wir das natürlich nicht wissen *hust*

Estrigja Arch Arnarstapi

Estrigja Arch Arnarstapi

 

Hin wie her ist das Ding trotzdem recht fotogen, auch wenn es selbst mit 15mm recht schwierig ist alles auf ein Foto zu bekommen wegen der schieren Größe.

Als Nächstes folgt der inzwischen obligatorische Fotostopp beim Gatklettur. Ich versuche hauptsächlich das Ding von oben mit dem Kopter abzulichten … bin hinterher aber nicht wirklich zufrieden mit dem Ergebnis.

Vermutlich liegt es daran, das ich nicht wirklich dorthin gekommen bin wo ich wollte. Wenn die Luft voller Möwen ist hat man halt doch ein bisschen mit Angst und Respekt zu kämpfen. Denn, falls die Drohne hier über dem Wasser abstürzen sollte, ist sie halt einfach futsch. Ich fliege daher meistens höher als die Vögel und das ist nicht wirklich das was ich wollte. Aber egal.

Aerial Shot vom Gatklettur Sea Arch

Aerial Shot vom Gatklettur Sea Arch

 

 

Dagverðará a Snaefellsnesi

Wir beobachten danach noch eine ganze Zeitlang wie die gewaltigen Brecher von Wellen durch den Arch durch peitschen und fahren irgendwann weiter. Hellnar lassen wir aufgrund des einzigen kurzen Regenschauers heute einfach links liegen und parken erst wieder bei einem so genannten Lost Place, dem Dagverðará a Snaefellsnesi.

Schaut nett aus, auch mit dem Regenbogen der sich dahinter gerade seinen Weg durch die Regenwolken bei Hellnar bahnt und welchen ich leider genau verpasse für ein Foto. Ich mag solche verlassenen Gebäude ja, irgendwie haben sie was … was genau weiß ich nicht.

Dagverðará a Snaefellsnesi, ein Lost Place an der Südküste von Snaefellsnes

Dagverðará a Snaefellsnesi, ein Lost Place an der Südküste von Snaefellsnes

 

Fast schon idyllisch ist es hinter dem Dagverðará a Snaefellsnesi

Fast schon idyllisch ist es hinter dem Dagverðará a Snaefellsnesi

 

 

Lóndrangar

Weiter geht es zu den Klippen bei Lóndrangar, wo von Regenwolken keine Spur mehr ist. Schon kurios, da fährt man ein paar Kilometer weiter und findet völlig anderes Wetter wieder. Wir sind vollkommen alleine hier zu Beginn, erst später kommt eine asiatische Reisegruppe dazu. Das es dann auch vorbei mit der Ruhe gewesen ist brauche ich vermutlich nicht extra zu erwähnen.

Die Klippen bei Lóndrangar am Nachmittag im Gegenlicht

Die Klippen bei Lóndrangar am Nachmittag im Gegenlicht

 

 

Djúpalónssandur

Der Strand bei Djúpalónssandur war eigentlich gar nicht als besonderes Ziel eingeplant, genau als solches sollte er sich aber später herausstellen. Das Licht hier an dem Tag und die gewaltigen Wellen die an den Strand peitschen waren fast schon einer der Höhepunkte würde ich meinen … nicht nur heute, sondern ganz allgemein. Wir haben hier Wellen gesehen, dagegen mutet das Meer bei Vik fast an wie ein Kindergeburtstag.

Genau wie bei Vik gibt es auch hier die gefährlichen Sneaker Waves, welche ewig weit den Strand hoch gerollt kommen und die beim Sog zurück ins Meer alles mit sich ziehen was nicht niet- und nagelfest ist. Wer hier leichtsinnig agiert oder nicht aufpasst begibt sich schnell in Lebensgefahr! Heute fasziniert mich aber bereits die Anfahrt runter zum Strand durch das Lavafeld mit Blick auf den Snaefellsjökull, der bei diesem tollen Wetter majestätisch zu thronen scheint.

Majestätisch thront der Snæfellsjökull hinter einem Lavafeld

Majestätisch thront der Snæfellsjökull hinter einem Lavafeld

 

Am Parkplatz angekommen wählen wir dieses Mal den „Path of the Bulls“ um an den Strand zu gelangen, aus irgendeinem Grund bin ich bisher immer links vom Parkplatz gelaufen und dann verpasst man diesen extrem fotogenen Weg, welcher durch bizarre Lavaformationen und vorbei an einem kleine Arch führt. Der Name stammt noch von früher, als die Rinder diesen Weg gelaufen sind, um aus der Lagune unten zu trinken.

Path of Bulls bei Djúpalónssandur

Path of Bulls bei Djúpalónssandur

 

Arch am Path of Bulls bei Djúpalónssandur

Arch am Path of Bulls bei Djúpalónssandur

 

Am Strand gelangt man als Erstes zur Lagune Djúpalón (unschwer zu erraten der Namensgeber für den Ort hier) sowie zu den verrosteten Wrackteilen des Trawlers Epine GY7, welcher im März 1948 hier im Meer kenterte während eines Sturms. Lediglich 5 Männer der 19-köpfigen Besatzung konnten von einem Rettungsteam nach zwei Stunden gerettet werden, die übrigen haben es nicht geschafft.

Die verrosteten Wrackteile des Trawlers Epine GY7

Die verrosteten Wrackteile des Trawlers Epine GY7

 

Die Wrackteile hat man absichtlich hier liegen lassen, um an das damalige Ereignis zu erinnern. Sie sind, genauso wie die schwarzen Steine aus denen der Strand besteht, übrigens geschützt und dürfen NICHT entwendet werden! Aber ich denke, das versteht sich von selbst!

Die Steine tragen übrigens den Namen „Black Pearls of Djúpalón“, vermutlich weil sie größtenteils vom Wasser extrem rund und glatt geschliffen sind.

Mächtige Wellen türmen sich am Strand vom Djúpalónssandur auf, ähnlich denen bei Reynisfjara

Mächtige Wellen türmen sich am Strand vom Djúpalónssandur auf, ähnlich denen bei Reynisfjara

 

Wir haben auf alle Fälle jede Menge Spaß dabei zu versuchen die Wellen zu fotografieren wie sie brechen und schleichen den Strand rauf und runter. Heute ist das auch kein Problem, es ist nicht sonderlich windig und der Wellengang ist überschaubar.

Trotzdem MUSS man hier immer ein Auge auf das Meer haben, denn auch hier existieren – genau wie am Black Beach bei Reynisfjara – die extrem gefährlichen Sneaker Waves, welche etliche Meter den Strand hochkommen und alles wieder mit sich ziehen auf dem Weg zurück. Damit man sich einmal ansatzweise vorstellen kann, wie so etwas aussieht, kommt hier mal ein kleines Beispielvideo … eben genau von diesem Strand hier


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Wer an solchen Tagen auch nur ansatzweise in die Nähe des Wassers geht, dem ist wohl einfach nicht mehr zu helfen. Aber wie gesagt, hier und heute war alles in Butter und man konnte recht gemütlich den Strand rauf und runter wandern, an dessen linken Ende man auf recht interessante Formationen stößt.

Der Strand mutet teilweise an wie in einem Endzeitfilm

Der Strand mutet teilweise an wie in einem Endzeitfilm

 

Wir bleiben eine halbe Ewigkeit hier, genau genommen bis die Sonne beginnt unterzugehen und die Umgebung bereits in ein güldenes Licht getaucht wird. Einfach nur traumhaft …

Djúpalónssandur Golden Hour

Djúpalónssandur Golden Hour

 

Irgendwann tauchen schließlich ein paar dickere Wolken auf und das Schauspiel ist vorbei.

Djúpalónssandur

Djúpalónssandur

 

Djúpalónssandur

Djúpalónssandur

 

Als wir eigentlich schon auf dem Rückweg zum Auto sind, taucht unerwartet plötzlich etwas völlig anderes auf – ein Polarfuchs trabt gemütlich den Strand entlang in Richtung Wasser. Häääää? Ich hab zwar noch nie einen gesehen bisher, aber wenn es einen Ort gibt, wo ich definitiv nun GAR nicht damit gerechnet hätte irgendwann mal einem zu begegnen, dann irgendwo an einem Strand bzw. am Meer.

Natürlich habe ich gerade kein geeignetes Objektiv parat und der Knabe steht jetzt schätzungsweise 15m weit weg auf einem Lavaklumpen. Die Fotos sind daher nicht wirklich brauchbar, aber ich wollte sie trotzdem einmal zeigen da diese Begegnung für mich etwas ganz Besonderes ist.

Unerwarteter Gast bei Djúpalónssandur ... ein Polarfuchs

Unerwarteter Gast bei Djúpalónssandur … ein Polarfuchs

 

Arctic Fox Djúpalónssandur

Arctic Fox Djúpalónssandur

 

Egal wie toll ein Wasserfall, ein Arch, ein Slotcanyon oder was weiß ich alles sein mag – jeder, der die Berichte auf unserer Seite schon länger kennt und verfolgt weiß ja, dass ich sofort alles stehen und liegen lassen würde für die Begegnung mit seltenen Tieren!

Beim Blick auf die Uhr stellen wir schließlich fest, dass wir uns hier jetzt fast 2 Stunden aufgehalten haben … die Zeit ist vergangen wie im Flug irgendwie und der Ort war für mich persönlich eine Art Highlight des Tages – und das, obwohl ich ihn gar nicht so wirklich auf der Liste hatte gedanklich und eigentlich nur hier gehalten habe, weil es quasi „auf dem Weg“ gelegen hat und weil es in Hellnar gerade am Regnen gewesen ist.

Apropos Hellnar, das haben wir auf dem Rückweg irgendwie wohl vergessen stelle ich beim Schreiben gerade fest *hust* Wie auch immer, langsam aber sicher machen wir uns auf den zu unserer Unterkunft in Richtung Borgarnes.

Noch schnell ein Foto irgendwo unterwegs und ein letzter Blick gen Osten auf die Halbinsel Snaefellsnes …

Abendstimmung auf Snaefellsnes

Abendstimmung auf Snaefellsnes

 

… dann kommen wir irgendwann im dunklen im Hotel Hafnarfjall an und beziehen dort das Appartement unterm Dach. Eine gute Wahl, mit eigener Terrasse, zwei Schlafzimmern, voll ausgestatteter Küche und großem Wohnraum. Von der Terrasse aus blickt man in Richtung Borgarnes und nach Norden, würde es Polarlichter geben könnte man sie also quasi fotografieren, ohne das Zimmer zu verlassen. Aber das wäre wohl zu viel des Guten.

Allerdings hatte ich heute Morgen beim Frühstück Hallgrimur bei Facebook angeschrieben, einen isländischen Fotografen, der durch zahlreiche, atemberaubende Polarlichtfotos im Netz auf sich aufmerksam gemacht hat. Er hatte mir geantwortet, dass im Gesamten die Aussichten für heute durch die starke Bewölkung eher nicht so gut sind.

Wenn wir allerdings in der Nähe vor Borgarnes wären könnten wir Glück haben, da dort der Himmel relativ wolkenlos sein soll und er daher gegen Mitternacht mit einigen, so wörtlich, „Explosionen“ am Himmel rechnet. Ich hab keine Ahnung woher er das 12-14 Stunden vorher wissen möchte … aber nun gut. Rein zufällig sind wir ja in Borgarnes, das Schicksal meint es also anscheinend gut mit uns.

Nach dem Abendessen wollte ich dann eigentlich nur kurz das Dachfenster etwas öffnen, weil die Heizung volle Pulle aufgedreht gewesen ist und es so warm im Schlafzimmer war … und traue meine Augen kaum. Da ist sie wieder, Lady Aurora is back again! Bis Mitternacht – wie Hallgrimur es vorausgesagt hatte – war es zwar noch ein wenig hin, aber wen juckt das schon.

Innerhalb weniger Sekunden ist die Tatsache vergessen, dass wir eigentlich auch von der Terrasse aus fotografieren könnten … neben dem Hotel hat man eben doch bestimmt bessere Motive.

Also nichts wie den Fotokrempel zusammen packen und schnell nach unten alles aufbauen. Das Schauspiel dauert heute fast wieder zwei Stunden und ist mal mehr, mal weniger stark zu sehen. Erneut lassen sich am Himmel die Sternenhaufen Plejaden und Hyaden samt Aldebaran leicht ausmachen.

Nordlichter vorm Hotel in Borgarnes

Nordlichter vorm Hotel in Borgarnes

 

Nordlichter bei Borgarnes

Nordlichter bei Borgarnes

 

Nordlichter Swirl bei Borgarnes

Nordlichter Swirl bei Borgarnes

 

Nordlichter über Borgarnes

Nordlichter über Borgarnes

 

Die Nordlichter formen eine Hand

Die Nordlichter formen eine Hand

 

Zum Ende hin versuche ich mich dann noch an ein paar Spaß-Fotos, von denen kaum eines etwas geworden ist. Bei drei Sichtungen in nur einem einzigen Urlaub kann man eben auch schon mal kurzzeitig den Verstand verlieren.

Aber die Idee, mit einem Leuchtstick so zu tun, als wenn ich die Aurora an den Himmel male, hatte ich schon vor ganz langer Zeit, also musste das einfach mal sein *grins*

Lightpainting the Aurora

Lightpainting the Aurora

 

Lightpainting

Lightpainting

 

DAS war wirklich wieder der perfekte Abschluss eines eh schon perfekten Tages und auch eines im gesamten fast perfekten Urlaubes. Bei keinem anderen Aufenthalt hier war das Wetter so gnädig wie dieses Mal, doch mehr dazu später im Fazit – sonst würde das jetzt hier zu lang werden an dieser Stelle.

Wirkliche „Explosionen“ waren jetzt zwar nicht mit dabei, wer so etwas trotzdem einmal sehen möchte, der kann sich ja mal dieses kurze Video anschauen eines so genannten „Aurorastorms“. Davon ist die Rede bei KP-Werten ab 5 und man kann mit einer Farbpalette am Himmel rechnen die von grün über rot und orange bis hin zu gelb geht. Einfach nur WOOOOOW!


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Tjoa, was soll man dazu noch sagen, da bleibt mir glatt die Spucke weg. Davon konnten wir natürlich hier und heute nur träumen. Durchgefroren und trotzdem völlig zufrieden sind wir jedenfalls irgendwann gegen Mitternacht wieder auf dem Zimmer und in Gedanken vermutlich schon beim morgigen Rückflug.

Für alle die sich mal näher damit beschäftigen möchten wie man im Zweifelsfall vorgeht, habe ich in der Zwischenzeit einen Artikel verfasst zum Thema Polarlichter fotografieren.

In diesem Sinne. Bis Morgen früh. Gute Nacht …