„Was? DAS Foto hast du mit der iPhone Kamera geschossen?“

Solche Sätze höre ich interessanterweise des Öfteren und Sie waren nun auch mit ein Grund dafür, einmal etwas dazu zu schreiben. Die Meinungen im Netz dazu sind mindestens genauso vielfältig wie merkwürdig. Viele haben etwas dazu zu sagen, aber nur wenige bleiben dabei objektiv.

Da ich grundsätzlich immer völlig unvoreingenommen an so etwas herangehe, denke ich aber, dass ich durchaus relativ neutral ein paar Zeilen dazu schreiben kann, frei unter dem Motto:

Die iPhone Kamera als DSLR-Alternative auf Reisen – Sinn oder Unsinn ??

Warum ausgerechnet ein iPhone und nicht ein Samsung Galaxy, Huawei, Xiaomi oder was weiß ich nicht für ein Smartphone? Ganz einfach, ich nutze Apple nun einmal, seit 2009 das iPhone 3gs auf dem Markt kam. Zwischenzeitlich hatte ich zwar immer wieder einmal auch andere Geräte zum Testen zu Hause, letzten Endes bin ich aber Apple treu geblieben – wohl wissend, dass auch andere Handys durchaus ihre Vorteile haben.

Schon seit einigen Jahren habe ich es mir angewöhnt, parallel zur Spiegelreflex-Kamera auch immer einige Bilder mit dem iPhone zu machen. Zu Beginn eher just 4 fun und weil es halt Situationen gegeben hat, wo ich schlicht und ergreifend zu faul war für den einen Schuss jetzt wieder das ganze Kameragerödel auszupacken. Womit wir auch direkt schon beim größten Pluspunkt sind: Es ist halt einfach ungemein praktisch und klein. Handy raus, Bild gemacht, fertig. Das alles erfolgt quasi mit einem Griff in die Hosentasche.

Tolles Beispiel ist hier ein Besucher in einer Eishöhle, der erst Minuten lang sein Stativ aufgebaut hat, an der Kamera seine Einstellungen vorgenommen hat etc. Für mich war es ein „Aufwand“ von wenigen Sekunden dieses Foto von ihm zu machen, wie er ein Foto macht.

Simpler Schuss mit dem iPhone in der Lightroom Icecave

Simpler Schuss mit dem iPhone in der Lightroom Icecave

Aufgrund dieser Tatsache bin ich nach und nach dazu über gegangen dieselben Perspektiven etc. eines Motivs sowohl mit der iPhone Kamera, als auch mit der DSLR zu fotografieren. Eine sehr gute Möglichkeit, um einen identischen Blickwinkel hinterher zu erhalten, bieten sogenannte Blitzschuhadapter.

Im Prinzip sehen diese ähnlich aus wie eine Halterung wie man sie sich vorne an die Windschutzscheibe im Auto packt. Bloß das hier am unteren Ende ein kleiner Kugelkopf sitzt und sich darunter einen Adapter für den Blitzschuh der Kamera befindet. Das ist natürlich nichts wirklich Hochwertiges, es ist aber immer noch besser als freihändig auszulösen.

Durch solch einen Adapter entsteht wirklich annähernd derselbe Blickwinkel. Ein großer Vorteil hierbei ist natürlich auch, das das Handy nahezu verwacklungsfrei die Aufnahme machen kann. Wenn man es in der Hand hält kann man sich NOCH so anstrengen. Es wird niemals völlig ohne Wackler klappen.

Zwar schaut es im ersten Moment auf dem kleinen Display des Handys so aus, später am heimischen Monitor kommt aber oftmals schnell die Ernüchterung, weil eine deutliche Unschärfe auszumachen ist – und zwar eine, die nicht gewollt ist.

Diverse Apps, wie zum Beispiel Camera+ , bieten hier aber einen recht gute Lösung. Sie lösen nämlich ein Foto erst in DEM Moment aus wo das Handy gerade ruhig gehalten wird. Knackscharfe Ergebnisse sind somit kein Problem mehr.

Iphone 13 Kamera

Inzwischen hat sich einiges getan im Kamerabereich der Smartphones, so natürlich auch beim aktuellen iPhone 13. Die Pro und Pro Max Varianten dieser Serie haben komplett neue Kameras verbaut bekommen, was einem alleine schon aufgrund der deutlich größeren Linsen sofort ins Auge fällt. In den normalen iPhone 13 – Modellen hingegen steckt nun die Technik des iPhone 12 Pro und Max.

Der neue Makro-Modus über die Ultraweitlinse weiß zu begeistern und schaltet sich automatisch ein, sobald die Kamera näher als 14 cm an ein Motiv herangeführt wird.

Wichtigste Änderungen sind wohl, das der Sensor der Hauptkamera über eine größere Blende verfügt. Statt vorher f/1.6 sind es nun f/1.5. Beides ist allerdings schon enorm gut und lichtstark in meinen Augen.

Außerdem hat die Ultraweitwinkel-Kamera nun einen Autofokus spendiert bekommen. Des Weiteren ist der Zoombereich der Telekamera nun etwas größer, da der Vergrößerungsfaktor nun 3-fach beträgt (statt vorher 2,5-fach im iPhone 12 Pro Max).

Um einen kurze Übersicht zu bekommen folgen hier ein paar technische Daten des iPhone 14 in der Pro Max Variante:

iiPhone 14 Pro Max:

  • Hauptkamera: 48 MP,  24 mm, ƒ/1.78 Blende, optische Bild­stabilisierung mit Sensor­verschiebung der 2. Generation, Objektiv mit 7 Elementen, 100 % Focus Pixel
  • 12 MP 2x Tele (ermöglicht durch Quad‑Pixel Sensor): 48 mm, ƒ/1.78 Blende, optische Bild­stabilisierung mit Sensor­verschiebung der 2. Generation, Objektiv mit 7 Elementen, 100 % Focus Pixel
  • 12 MP 3x Tele: 77 mm, ƒ/2.8 Blende, optische Bild­stabilisierung, Objektiv mit 6 Elementen
  • 3x optisches Einzoomen, 2x optisches Auszoomen, 6x optischer Zoombereich, bis zu 15x digitaler Zoom
  • Ultraweitwinkel: 12 MP, 13 mm, ƒ/2.2 Blende und 120° Sichtfeld, Objektiv mit 6 Elementen, 100 % Focus Pixel

Bokeh, oh je !?

Ein beliebtes Thema, welches häufig zu Diskussionen führt, ist das Bokeh. Also die Qualität der Hintergrundunschärfe, wenn man etwas freistellt. Das kann entweder eine Person im Porträtmodus sein oder beispielsweise auch eine Blume auf einer Wiese.

Zwar haben die neuesten Smartphone-Generationen schon aufgeholt was die Darstellung der Unschärfe angeht, aber so wirklich „schön“ sieht das im Vergleich zu einer richtigen Kamera samt geeigneter Festbrennweite natürlich trotzdem nicht aus.

Wer nachträglich noch Hand anlegen und das Bokeh verändern möchte, der kann das mittlerweile ebenfalls machen. Die App Slør bietet die Möglichkeit, ein Foto vom Bokeh-Effekt zu lösen und diesen manuell zu manipulieren – sprich, zu verstärken oder zu verringern. Was es heutzutage nicht alles gibt.

Anhand dieses Beispiel-Fotos einer Sonnenblume auf einem Feld kann man glaube ich ansatzweise erahnen, was ich meine.

Bokeh bei einer Sonnenblume, aufgenommen mit der iPhone-Kamera

Bokeh bei einer Sonnenblume, aufgenommen mit der iPhone-Kamera

Langzeitbelichtungen

Seit iOS 11 ist es durch die Funktion „Live-Fotos“ auch möglich, mit der iPhone Kamera Langzeitbelichtungen durchzuführen. Der beliebte Fließwassereffekt bei Wasserfällen ist somit ebenfalls kein Problem mehr. Apps wie OSnap oder Slow Shutter Cam erfüllen allerdings denselben Zweck. Ein Stativ ist natürlich auch hier von Vorteil, zwingend nötig ist es aber nicht.

Der Bildausschnitt des finalen Fotos wird nämlich beschnitten und ist somit kleiner als der des sichtbaren Bildes zum Zeitpunkt der Aufnahme. Somit erzielt man auch ohne Stativ und mit lediglich einer halbwegs ruhigen Hand ganz gute Ergebnisse.

Hier unten an dem Beispiel vom Skogafoss im Süden Islands kann man gut erkennen, was ich meine.

Skogafoss mit Langzeit-Effekt der iPhone Kamera

Skogafoss mit Langzeit-Effekt der iPhone Kamera

Wie funktioniert dieser Effekt mit der Langzeitbelichtung aber nun genau?

Im Prinzip ist das ganz einfach!

  1. Das Foto muss zwingend im Live-Modus aufgenommen sein.
  2. Drei Sekunden BEVOR und 3 Sekunden NACHDEM Du den Auslöser betätigst, musst Du das iPhone in exakt derselben Position halten
  3. Nachdem Du damit fertig bist, wischst Du mit dem Finger auf dem Display von unten nach oben
  4. Es wird eine neue Zeile sichtbar, die „Effekte“ heißt. Dort kann das Foto mit drei Zusatzeffekten versehen werden: Endlosschleife, Abpraller und Langzeitbelichtung
  5. Hier wählst Du jetzt einfach die dritte Option aus und speicherst das Foto neu.
  6. Fertig!

Hinweis: Das Foto ist von nun an als Langzeitbelichtung gespeichert auf Deinem iPhone. Die ursprüngliche Aufnahme bleibt aber trotzdem im Hintergrund erhalten, ist allerdings nicht mehr sichtbar für Dich. Dieser Schritt kann aber jederzeit unter dem Punkt „Bearbeiten“ wieder rückgängig gemacht werden.

HDR-Modus

Bereits seit längerem gibt es die Möglichkeit automatisch im HDR-Modus zu fotografieren mit der original Kamera-App. Das bietet sich bei schwierigen Lichtverhältnissen geradezu an. Die Software errechnet dann automatisch aus drei Aufnahmen das bestmögliche Ergebnis, ohne das man auch nur ansatzweise Arbeit damit hätte. Während man bei DSLR & Co. meisten manuell alles einstellen muss ich solchen Situationen, nimmt einem das Smartphone also hier die Arbeit ab.

Im Gegensatz zu gängigen HDR-Aufnahmen von DSLRs wie man sie kennt, beschränkt sich das Ergebnis beim iPhone lediglich auf ein optimales Bildergebnis … und nicht auf ein künstliches Verfremden des Bildes.

Bei dem Sonnenuntergang hier habe ich einfach frontal in die untergehende Sonne fotografiert, die HDR-Automatik hat den Rest erledigt. Leider ist es nicht möglich mit dem iPhone eine Art Sonnenstern zu kreieren, dazu fehlen einfach die Lamellen eines normalen Objektivs. Aber auch diesen könnte man nachträglich natürlich noch einfügen.

Update: Seit dem iPhone 12 gelingt mit der Ultraweitwinkellinse sogar ein halbwegs brauchbarer Sonnenstern / Blendenstern. Natürlich nicht vergleichbar zu dem Ergebnis mit einem normalen Objektiv, aber immerhin ist es jetzt tatsächlich möglich.

Sonnenuntergang mit HDR Funktion der iPhone Kamera aufgenommen

Sonnenuntergang mit HDR Funktion der iPhone Kamera aufgenommen

ProRAW – Die Zukunft?

Bereits beim iPhone 7 ist im Gespräch gewesen, dass die Kamera Bilder im RAW-Format aufnehmen kann. Dies wurde dann aber vorerst wieder auf Eis gelegt. Seit iOS 14.3 liefert Apple aber nun seit dem iPhone 12 Pro und iPhone 12 Pro Max nicht nur RAW, sondern die Möglichkeit, Fotos in ProRAW aufzunehmen.

Bei ProRAW werden mehrere RAW-Fotos hintereinander gemacht, helle und dunkle Bereiche im Bild bereits ausgewogen bearbeitet und zu einem optimierten RAW-Foto im bekannten Rohformat DNG zusammengesetzt. Dieses lässt sich dann, wie alle bisherigen DNG-Fotos auch, beispielsweise in Lightroom bearbeiten. Die Qualität dieser ProRAW-Fotos ist tatsächlich außergewöhnlich gut.

Das ProRAW-Format kombiniert quasi die Rohdaten eines Fotos mit Apples Software-Routinen, wie zum Beispiel Deep Fusion oder SmartHDR. Es bietet also eine bessere Grundlage für die Bildbearbeitung. Interessant: Auch in Googles Pixel 3 wird mit Computational RAWs ein ähnlicher Ansatz verfolgt.

Mehr zu ProRAW, die Möglichkeiten und Meinungen dazu gibt es auch hier im Video.


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Lowlight-Fotos

Bisher waren die Ergebnisse im Lowlight-Bereich bei Smartphones eher suboptimal, weil die Fotos recht pixelig wurden und starkes Rauschverhalten aufgetreten ist. Dies wurde aber immer weiter verbessert.

Bereits die Lowlight-Kamera des iPhone 7+ war bereits eine klare Weiterentwicklung. Vorhandenes Rauschen wird durch die Software einfach rausgerechnet. Der eingebaute Bildstabilisator und die 1.8er Blende (welche laut Apple angeblich bis zu 50% mehr Licht einfallen lässt) sorgen zudem bereits seit längerem für wirklich gute Ergebnisse. Und durch das oben ernannte ProRAW sind die Unterschiede inzwischen wirklich enorm.

Lowlight Bildergebnis des iPhone 7 Plus

Lowlight Bildergebnis des iPhone 7 Plus

… zumindest so lange man nicht in das Bild hinein zoomt später mit Lightroom. Hier werden deutliche Schwächen sichtbar. Hier habe ich einfach mal in die obere linke Ecke gezoomt.

Pixelig und verwaschen beim herein zoomen

Pixelig und verwaschen beim hereinzoomen

Man merkt hier eindeutig noch die frühen Schwachstellen der kleinen Optik, die für solche Situationen damals schlicht nicht ausgelegt war.

Seit dem iPhone 11 und 12 sieht das allerdings schon wieder etwas anders aus und gerade Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen oder auch Nachtaufnahmen sind inzwischen Lichtjahre von denen mit dem iPhone 7 entfernt.

Das Foto hier unten von der Zeche Ewald im Ruhrgebiet wurde freihändig mit dem iPhone 12 Pro Max aufgenommen, knapp 30 Minuten nach Sonnenaufgang.

Das iPhone 12 Pro Max zaubert freihändig wirklich beeindruckende Fotos im Lowlight-Modus

Das iPhone 12 Pro Max zaubert freihändig wirklich beeindruckende Fotos im Lowlight-Modus

Panoramabilder

So gut wie alle Smartphones machen inzwischen hervorragende Panorama-Aufnahmen. Der Vorgang ist dabei immer identisch. Man hält das Handy waagerecht und bewegt sich dann dabei langsam im Kreis. Dabei schaut man, das man im Display innerhalb einer oberen und unteren Markierung bleibt. Alles, was darunter und darüber ist, wird automatisch beschnitten.

Das Ergebnis ist ein fertiges Panorama, welches automatisiert und bereits richtig zusammengesetzt ist. Einfacher geht es nicht, umständliches zusammenfügen der Einzelbilder am Rechner später zu Hause, wie es bei normalen Aufnahmen mit DSLRs der Fall ist, entfällt somit komplett.

Die ganze Schönheit des Fimmvörðuháls-Trails auf nur einem einzigen Panoramafoto

Die ganze Schönheit des Fimmvörðuháls-Trails auf nur einem einzigen Panoramafoto

Interessantes Zubehör

Mit Pictar, einem Kickstarter-Projekt, soll demnächst eine Art Griff kommen, welcher das iPhone zur Kamera umfunktioniert. Infos dazu gibt es hier. Durch eine Art Einschub kann das Telefon dann quasi wie eine normale Kamera in der Hand gehalten werden. Die Idee scheint ganz gut zu sein, ob es letzten Endes dann auch brauchbar ist und Käufer findet, bleibt abzuwarten.

Apps & Co.

Was die iPhone Kamera selbst nicht schafft, kann man mittlerweile durch einige Apps bewerkstelligen. So lässt sich beispielsweise mit der App camera+ ein Bild im mächtigen tiff-Format aufnehmen. Mit der App „Lapse It“ lassen sich Timelapse-Aufnahmen machen. Mit „MuseMage“ oder „ProCamera“ lässt sich Verschlusszeit und ISO-Wert manuell beeinflussen.

Das sind aber nur ein paar kleine Beispiele und über eines muss man sich dabei im Klaren sein: Es handelt sich lediglich um eine softwareseitige Manipulation des Bildes, die niemals qualitativ an eine echte Aufnahme herankommt. Das merkt man aber in aller Regel erst, wenn man sich die Fotos auf einem großen Monitor ansehen würde. Am Display des Handys schaut das erst einmal immer alles relativ „nett“ aus.

Beispielbilder der iPhone Kamera

Zum Abschluss kommen hier einfach mal ein paar Aufnahmen, die ich im Laufe der Zeit mit der iPhone Kamera aufgenommen habe. Ich denke, so kann man sich am besten ein Bild davon machen, wozu diese kleine Optik fähig ist. Die Fotos wurden mit Lightroom nachgeschärft und die Klarheit leicht erhöht. Das ist das, was ich mit den Aufnahmen der aktuellen Sony Alpha 7 Baureihe aber ebenfalls mache.

Erschwerte Fotobedingungen durch Sturm und Schnee

Erschwerte Fotobedingungen durch Sturm und Schnee

Sonnenuntergang bei Borganrnes. Im Hintergrund der Berg Hafnarfjall

Sonnenuntergang bei Borganrnes. Im Hintergrund der Berg Hafnarfjall

Und noch ein Sonnenuntergang in Borgarnes

Und noch ein Sonnenuntergang in Borgarnes

Am Diamond Beach in Island

Am Diamond Beach in Island

Der Eingang der Lightroom Eishöhle

Der Eingang der Lightroom Eishöhle

Sonnenblumen lassen sich mit dem iPhone besonders gut fotografieren

Sonnenblumen lassen sich mit dem iPhone besonders gut fotografieren

Ich hatte wirklich Glueck an diesem Morgen und einen tollen Sonnenaufgang bei fast voeliger Windstille erwischt

Ich hatte wirklich Glück an diesem Morgen und einen tollen Sonnenaufgang bei fast völliger Windstille erwischt

Ein Rapsfeld, ein Windrad, dunkle Wolken und ein Blitz ... fertig ist das Fotomotiv

Ein Rapsfeld, ein Windrad, dunkle Wolken und ein Blitz … fertig ist das Fotomotiv

Die wahre Schönheit liegt oftmals im Detail der Dinge, wie hier bei dieser kleinen Pusteblume

Die wahre Schönheit liegt oftmals im Detail der Dinge, wie hier bei dieser kleinen Pusteblume

Mammatuswolken über dem Ruhrgebiet bei Recklinghausen sind ein recht seltener Anblick. Zum Glück ist das Handy immer dabei.

Mammatuswolken über dem Ruhrgebiet bei Recklinghausen sind ein recht seltener Anblick. Zum Glück ist das Handy immer dabei.

Persönliches Fazit zur iPhone Kamera

Um zur Eingangsfrage zurückzukommen … kann die iPhone-Kamera tatsächlich eine Alternative zur DSLR oder Systemkamera auf Reisen sein? Ich würde (Stand Januar 2021) immer noch sagen: JAIN, mit einer optimistischen Tendenz zum JA, zumindest in bestimmten Anwendungsbereichen. Die Technik schreitet schnell voran. Daher möchte ich für die Zukunft nicht komplett ausschließen, dass Smartphones „irgendwann“ einmal tatsächlich den normalen Kameras den Rang ablaufen.

Beim iPhone 11 steckt in allen drei Modellen zusätzlich noch eine Ultra-Weitwinkel-Kamera mit einer Brennweite von 13 mm (Blende f/2,4). Dazu kommt das normale Weitwinkel von 26 mm (Blende f/1,8). In der Pro-Variante kommt zusätzlich noch ein Tele-Objektiv mit einer Brennweite von 52 mm (Blende f2) zum Einsatz. Wieder einmal ein enormer Fortschritt, im Vergleich zum Vorgängermodell.

Wenn Du ein paar Minuten Zeit hast, dann schau Dir mal in Ruhe das Video von Matti an. Es ist zwar in englischer Sprache, aber ich glaube, darin sieht man trotzdem relativ gut die Qualität der neuen iPhone 11 Kamera.


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Unterm Strich kann man glaube ich heute schon eines festhalten: Es kommt immer auf den Anwendungsbereich und natürlich Deinen persönlichen Verwendungszweck an! Sollen Deine Fotos zum Beispiel nur im Netz ihr Dasein fristen um – wie hier – in einem Artikel oder Reisebericht zu landen? Oder möchtest Du sie verwenden, um Bilder bei Instagram, Facebook & Co hochzuladen? Dann reicht Dein iPhone vermutlich vollkommen aus!

Wenn Du aber eventuell geplant hast, das Ganze auch großformatig auszudrucken oder entwickeln zu lassen – sei es nun als Poster, Leinwanddruck oder vielleicht auch nur als Kalender – dann solltest Du lieber auf Dein Smartphone verzichten und auf eine DSLR, Systemkamera etc.pp zurückgreifen. Ebenso bei einer professionellen Entwicklung, wie zB Ausstellungen etc. Aber ich denke, das versteht sich ja eh von selbst. Für professionelle Fotografen sind Smartphones keine wirkliche Alternative und werden es vermutlich auch niemals sein.

„Die beste Kamera ist DIE, welche man immer dabei hat!“

In diesem abgeranzten Zitat steckt im Falle der Smartphone-Kameras sehr viel Wahrheit drin. Denn wir alle haben unser Handy heutzutage ja so gut wie immer mit dabei.

Wenn man also per Zufall unterwegs einen tollen Sonnenuntergang, ein Blumenfeld, einen fotogenen Oldtimer oder was weiß ich nicht noch alles sieht und sich wieder einmal ein klein wenig ärgert, weil die große Kamera nicht mit im Auto ist, dann kann man bedenkenlos zum Smartphone greifen finde ich. In vielen Alltagssituationen machen Smartphones heute durchaus sehr gute Fotos.

Schwieriger wird es, wenn das Licht schlecht ist oder es in Richtung Langzeitfotografie geht. Wobei letzteres schon ganz ansehnlich gelöst wurde durch die LiveView Option beim iPhone finde ich.

Ganz klar benachteiligt sind Smartphones, wenn es darum geht zu zoomen. Ein Digitalzoom kann eben niemals den rein optischen Zoom eines Objektivs ersetzen. Alleine, wenn man beispielsweise nur wenige Meter in die gegenüber liegende Ecke des Raums zoomt, in welchem man sich gerade befindet, sind die Ergebnisse mit einem Smartphone ziemlich ernüchternd.

Aber es ist vermutlich nur noch eine Frage der Zeit, bis Smartphones auch beim Zoom einen weiteren Schritt nach vorne machen – wie auch immer das aussehen wird. Ob sie DANN unter Umständen für einige Leute auf Reisen tatsächlich eine echte Alternative sein werden bleibt abzuwarten und auch zukünftig wird es wohl IMMER eine Frage des Verwendungszweckes bleiben. Eines sind Smartphones allerdings jetzt bereits: Mehr als nur eine sinnvolle und hilfreiche Ergänzung!

Wenn die großen Kamerahersteller der Welt sich weiterhin vor den softwareseitigen Lösungen und Weiterentwicklungen verschließen und diese ignorieren, wird das langfristig sicherlich noch sehr interessant werden. Ich habe im letzten Island Urlaub über 2500 Aufnahmen nur mit dem iPhone gemacht. Im krassen Gegensatz dazu keine 750 mit der Alpha 7 III. Kann man ruhig einmal drüber nachdenken.