Die Plitvicer Seen in Kroatien zählen sicherlich zu einer der Top Sehenswürdigkeiten in dem Land am Adriatischen Meer. So kommt es nicht von ungefähr, dass wir im Spätsommer einen Abstecher zum Nacionalni park Plitvička jezera (wie es in Landessprache heißt) gemacht haben.

Viele Schreibweisen sind übrigens möglich, angefangen von Plitzwitzer Seen (man beachte das Z vorne), über Plitvica Seen, Prošćansko Jezero und Plitvitka Lakes. Das Ergebnis ist aber immer das selbe.


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Anreise mit Flugzeug und Mietwagen

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten hinzukommen und in unserem Fall haben wir uns überlegt, Flüge zu buchen. Drei Flughäfen werden von Düsseldorf aus üblicherweise angeflogen, wir haben uns für Rijeka im Nordwesten Kroatiens entschieden.

Zwei Varianten gibt es um zu den Seen zu kommen von Rijeka aus. Entweder „unten rum“ die Küste entlang, via Senj und Brinje (dieser Weg besteht fast komplett aus Landstraßen). Oder aber über die Autobahnen A6 und A1 und weiter über Land via Plaski und Saborsko. Beide Strecken sind von den Kilometern her fast gleich lang.

Wir haben uns sowohl bei der Anreise als auch bei der Abreise für Möglichkeit 2 entschieden und die Autobahn benutzt. Bedenken sollte man hier bei dieser Option allerdings, dass dafür eine Maut fällig wird.

Plitvicer Seen | Klicken für interaktive Karte

 

Lage in Kroatien

Der Nationalpark Plitvicer Seen liegt im Prinzip unmittelbar an der Verbindungsstraße N1 von Zagreb nach Split, genau zwischen dem Mala Kapela Massiv und dem Pljesevica Gebirge. Geographisch gesehen könnte man auch sagen, sie liegen UNGEFÄHR in der Mitte des Landes. Durch diese recht zentrale Lage wird der Nationalpark jedes Jahr von mehr als 1 Million Besuchern – man muss es leider fast so ausdrücken – heimgesucht.

So leer, wie hier auf dem ersten Foto, wird man die hölzernen Stege daher nur selten vorfinden.

Leere Stege am frühen Morgen bei den oberen Plitvicer Seen

Leere Stege am frühen Morgen bei den oberen Plitvicer Seen

 

Zugegeben, die Orientierung vor Ort fällt am Anfang nicht ganz leicht. Es gibt insgesamt drei Parkplätze und Eingänge. Auf der Karte sind allerdings nur zwei davon eingezeichnet (Ulaz 1 und Ulaz 2). Der dritte Eingang (Ulaz 3) samt kostenfreien (!) Parkplatz befindet sich genau auf der gegenüberliegenden Seite der Plitvicer Seen.

Am besten nimmt man sich für die Erkundung der Seen mindestens zwei Tage Zeit. Bedenkt man die An – und Abreise sollte man also eigentlich vier Tage einkalkulieren für einen Abstecher hierher. Dann hat man am ersten Tag nach der Anreise die Möglichkeit die oberen Seen zu erkunden und am zweiten Tag kann man den unteren Bereich in Angriff nehmen.

Selbstverständlich lassen sich auch beide Bereiche an nur einem Tag miteinander kombinieren, ob DAS allerdings sinnvoll ist sei mal dahin gestellt. Zu wenig Zeit bleibt dann einfach um die Schönheit dieses Ortes auf sich wirken zu lassen. Außerdem hat man bei Sonnenschein eigentlich nur am Vormittag perfekte Fotobedingungen, da ab dem Mittag die meisten der Wasserfälle im Gegenlicht liegen. Und das ist fototechnisch betrachtet natürlich einfach Mist.

Die 12 oberen Seen Gornja jezera unterscheiden sich ziemlich von den vier unteren Donja jezera. Während die oberen allesamt in einer Dolomitsenke liegen und umgeben von Wald sind, befinden sich die unteren in einer Art Canyon. Sie sind durch den Einsturz von Höhlen entstanden, durch die das Wasser der oberen Seen dann abgeflossen ist.

Verbunden sind die 16 Seen durch insgesamt fast 90 Wasserfälle. Ihre Höhen sind völlig unterschiedlich, der kleinste ist gerade einmal 3 Meter, der höchste 78 Meter hoch!

Die Zahl 78 bei der Höhenangabe des Veliki slap variiert dabei im übrigen hier und da, je nachdem bei welchen Quellen man nachliest. Zwischen 72 Meter und 78 Meter hab ich alle möglichen Angaben gefunden, was vielleicht auch daran liegt, dass der Wasserfall in der Tat in den letzten Jahrzehnten einfach „gewachsen“ ist !?

Die Namen der Wasserfälle leiten sich allesamt von unterschiedlichen Legenden und Sagen ab. So kommt der See Gavanovac jezero (oder auch Gavanovo jezero) zum Beispiel zu seinem Namen, weil einer Legende nach in diesem See der Schatz des Gavanovo verschwunden ist.

Der See Kozjak jezero (Kozje jezero, auf Deutsch „Ziegensee“) erhielt seinen Namen, weil der Legende nach dreißig junge Ziegen auf der Flucht vor Wölfen im Winter im See ertranken, da das Eis nicht dick genug war sie zu tragen.

Oder aber der See Ciganovac jezero (der Zigeunersee) … der Legende nach sind in diesem See einige Zigeuner beim angeln ertrunken. Namensgeber des Sees Kaluderovo jezero war hingegen keine Legende, sondern ein Mönch, der früher einmal in einer Grotte über einem der Seen lebte. Man sieht, die Namen sind allesamt recht merkwürdiger Herkunft.

 

Unterkunft für die Plitvicer Seen

Für unseren Kurzurlaub in Kroatien haben wir uns für die Übernachtung ganz bewusst gegen ein Hotel, sondern für die Pension Vucovic in Seliste Dreznicko entschieden.

Grund dafür waren die durchweg guten Bewertungen auf Booking.com und das Preis/Leistungsverhältnis. Frühstück ist leider nicht inklusive, in Laufweite ist aber ein kleiner Supermarkt, wo man alles Nötige besorgen kann.

Direkt neben der Unterkunft befindet sich das Restaurant Winnetou (der Name ist sicherlich nur Zufall an diesem Ort). Abendessen lässt sich problemlos von dort mit rüber in die eigene Pension nehmen oder (so haben wir es gemacht) einfach im Garten essen.

Plitvicer Seen Unterkunft - Pension Vucovic

Plitvicer Seen Unterkunft – Pension Vucovic

 

Unser kleines, aber feines Zimmer in der Pension Vucovic

Unser kleines, aber feines Zimmer in der Pension Vucovic

Die oberen Seen (Gornja jezera)

Im folgenden beschreibe ich dann als erstes einen Rundgang um die oberen Seen, angefangen bei der Fahrt mit dem Pendelbus von der Haltestelle SP2 (dazu parkt man bei Parkplatz 2) zur letztmöglichen Haltestelle SP3.

Entgegen einiger Meinungen, dass es am schönsten sei die Plitvicer Seen von unten nach oben zu laufen (weil man dann immer auf die Wasserfälle zu läuft), entscheiden wir uns für die genau entgegen gesetzte Variante. Wir fangen also oben an und arbeiten uns nach unten vor.

Der für mich persönlich ausschlaggebende Grund dafür war ganz einfach: Man läuft immer bergab!

Auf einer Gesamtlänge von 7.2 km legt man gut erkennbar circa 150 Höhenmeter zurück. Zugegeben, das klingt erst einmal nicht viel und von etlichen Wanderungen ist man sicherlich auch ganz andere Strapazen gewohnt. Man darf sich allerdings nicht täuschen lassen von den Zahlen. Wir waren ehrlich gesagt recht froh, NICHT bergauf laufen zu müssen die ganze Zeit.

Unser Rundgang an den Plitvicer Seen beginnt dementsprechend am Proscansko jezero, dem größten aller Seen hier. Die blaugrünen bis türkisen Farben des Wassers kommen übrigens nicht von ungefähr. Sie entstehen durch Seekreide am Wassergrund, welche bei Sonnenschein das Licht bricht und somit die unglaublichsten Farben entstehen lässt.

Kleiner Wasserfall am Okrugljak See der Plitwitzer Seen

Kleiner Wasserfall am Okrugljak See der Plitwitzer Seen

 

Nachdem man Teile des Okrugljak-Sees entlang gegangen ist kommt man zu einer Stelle, wo sich zum ersten Mal die Besucher knubbeln und die geradezu einlädt länger hier zu verweilen.

Es ist der Übergang vom Okrugljak-See zum darunter liegenden Batinovac-See. Entlang dieses Sees läuft man wieder auf Holzstegen, bis man schließlich am Ende in ein Waldstück gelangt. Viele Besucher nutzen diese Stelle um an umgekippten Baumstämmen eine erste Rast einzulegen.

WAS für eine Baumwurzel

WAS für eine Baumwurzel

 

Das Regenwald-ähnliche Flair kommt nicht von ungefähr, die oberen Seen sind nämlich in der Tat vom letzten Urwald Europas, Čorcola Uvala, umgeben.

Hätte mir das jemand vorher gesagt, ich hätte es nicht geglaubt. Er ist knapp 80ha groß und beheimatet noch echte Urwaldriesen, wie zum Beispiel 50 Meter hohe Fichten oder Tannen mit einem Stammdurchmesser von über 1.40 Metern.

Ein klein wenig kommt vereinzelt so eine Art "Urwald-Flair" auf

Ein klein wenig kommt vereinzelt so eine Art „Urwald-Flair“ auf

 

Wenn ich es recht in Erinnerung habe befinden wir uns jetzt hier unten am Ende des Waldes am Galovac-See. Auch hier gibt es wieder vereinzelt ein paar Wasserfälle zu sehen. Wobei viele leider einfach Jahreszeitbedingt nur noch schmale Rinnsale sind und vor sich hin plätschern.

Wasserfall am Galovac See

Wasserfall am Galovac See

 

Vorbei am kleinen Vir-See (nur 5 Meter tief) gelangt man schließlich zum Wasserfall Galovački buk, welcher sich seinen Weg nach hier vom gleichnamigen See weiter oben gebahnt hat.

Abbruchkante des Wasserfalls Galovački buk

Abbruchkante des Wasserfalls Galovački buk

 

Der Weg führt dann im weiteren Verlauf die Felswand nach unten, kurze Zeit später sieht man den Wasserfall dann vor vorne. Leider hat die Sonne kein Einsehen und der Wasserfall liegt bereits im Schatten.

Ein Stückchen weiter gelangt man schließlich zum Mali Prtavac. Dieser liegt zwar nicht im Gegenlicht, leider lassen sich die vielen Besucher aber nicht so einfach weg teleportieren und somit wird hier jedes Foto zur Geduldsprobe.

Bedenkt man, dass es ungefähr Mittag war als wir hier angekommen sind und die Temperaturen jenseits der 35°C gelegen haben, kann man sich also wahrlich bessere Bedingungen vorstellen. Trotzdem, es macht irgendwie Spaß hier einfach nur herum zu laufen.

Mali Prtavac, nur einer vdervielen Plitvicer Seen Wasserfälle

Mali Prtavac, nur einer vdervielen Plitvicer Seen Wasserfälle

 

Der Mali Prtavac ist – soweit ich das beurteilen kann – DER Wasserfall, der in vielen Reiseführern so toll aussieht. Leider bin ich irgendwie zu blöd dafür um ein ähnlich schönes Foto hinzubekommen.

Jedenfalls ist es bei unserem Besuch der breiteste Wasserfall mit den meisten Einzelkaskaden (sagt man das so?) und viele Besucher versammeln sich hier genau an dieser Stelle auf dem nur wenige Meter breiten Holzsteg.

Wenige Meter weiter, nachdem man den Wasserfall hinter sich gelassen hat, gelangt man zu einem See, der farbmäßig finde ich ganz weit vorne liegt. Ich glaube es handelt sich dabei um den nur 1 Meter tiefen Milinovo jezero.

Milinovo jezero

Milinovo jezero

 

Hat man den See hinter sich gelassen gelangt man am Ende wieder zu einem fotogenen Wasserfall. Auch hier scheint es für einige wieder fast schon eine Art „Sport“ zu sein den Brettersteg zu verlassen und in der Pampa herum zu trampeln um eine geeignete Position fürs Foto hinzubekommen.

Hat man diesen Bereich hinter sich gelassen hat man es auch FAST geschafft bis zum Bootsanleger.

Kristallklares und türkisfarbenes Wasser ...

Kristallklares und türkisfarbenes Wasser …

 

Auf den letzten paar Metern zum Bootsanleger am Jezero Kozjac kommt man noch an ein paar sehenswerten Kaskaden vorbei, bevor es dann auf dem Brettersteg noch einmal leicht bergab geht und man hoffentlich keine allzu lange Warteschlange hat um auf eines der Boote zu kommen.

Am Bootsanleger angekommen kann man sich nun entscheiden. Entweder man fährt zurück zum Anleger P1 (von dort geht es zurück zum Parkplatz), oder aber man fährt hinüber zu P3.

Dort wäre dann ein Rastplatz mit Essensmöglichkeiten und man kann weiter zu den unteren Seen gehen. Wir entscheiden uns für ersteres, denn die unteren Seen wollen wir erst Morgen besuchen und auch an P1 hat man die Möglichkeit etwas zu Essen.

Ein Steg wie aus dem Bilderbuch

Ein Steg wie aus dem Bilderbuch

 

Schlange stehen für die Überfahrt

Schlange stehen für die Überfahrt

 

Für alle die Spaß daran haben selber einmal mit einem Boot über den See zu fahren … man kann hier auch Ruderboote mieten.

Die Preise für Essen und Getränke im Park sind alle auf einem erfreulich erschwinglichem Niveau, für zwischendurch sollte man sich aber trotzdem ausreichend Flüssigkeit mitnehmen … außer an den beiden Rastplätzen gibt es keine Verpflegung im gesamten Park – zumindest haben wir keine gesehen, obwohl uns am Eingang gesagt wurde das an diversen Stellen noch die Möglichkeit besteht Würstchen und Getränke zu kaufen.

Genauso verhält es sich im übrigen mit stillen Örtchen. Still ist es hier zwar oft genug, Toiletten sind aber unterwegs ebenfalls NICHT vorhanden – bei den oberen Seen ebenso wenig wie bei den unteren. Und genau DAHIN geht es jetzt als nächstes.

 

Die unteren Seen (Donja jezera)

Für die unteren Seen gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen wie man sie am besten erkundet. Entweder man parkt wieder an Eingang 2 und geht hinunter zum Pendelboot.

Dort setzt man dann von P1 nach P2 über, wechselt das Boot und fährt dann rüber von P2 nach P3. Von dort kann man dann wählen: Entweder man geht die unteren Seen oben herum und landet schließlich am Vidikovac Sightseeing Point (der schönste Aussichtspunkt im gesamten Park).

Von dort geht es serpentinenmäßig nach unten zum Fuße des höchsten Wasserfalls, dem 78m hohen veliki Slap. Jeder der früher Winnetou geschaut hat kennt die Szenerie, hier hat der Endkampf stattgefunden!

Wir haben uns jedoch für Variante 2 entschieden. Hierbei parkt man am Parkplatz 1 und geht dementsprechend auch durch Eingang 1, unmittelbar dahinter eröffnet sich einem bereits ein Blick hinunter auf die unteren Seen und auf Veliki Slap.

Die Runde läuft man dann im Prinzip entgegen gesetzt zur Variante 1, der anstrengendste Teil dabei ist der Aufstieg mit etlichen U-Turns. Doch beginnen wir am Anfang, der Aussichtspunkt hinter dem Eingangsbereich.

Ausblick vom Scenic Point am Eingang 1

Ausblick vom Scenic Point am Eingang 1

 

Die anschließende Wanderung hinunter zu den Seen ist anfangs recht entspannend, hier und da lassen sich durch Gebüsche und Bäume erste Blicke auf Slap Plitvice bzw.Veliki Slap erhaschen.

Der Weg führt uns in großzügig angelegten Serpentinen hinab zum ersten Brettersteg. Überquert man diesen kann bzw.muss man sich am Ende entscheiden wie es nun weitergeht. Entweder man geht nach links, dann würde man die unteren Seen quasi bis zum Pendelboot nach oben laufen.

Oder aber man geht nach rechts, dann gelangt man zu Veliki Slap und dreht dort entweder wieder um oder aber geht die scharfen U-Turns steil nach oben zur anderen Tal-Seite. Genau DAS haben wir vor.

Von dem kurzen Stück wenn man rechts abbiegt bis zum höchsten Wasserfall hier vor Ort hatte ich im Vorfeld beängstigende Bilder gesehen mit regelrechten MenschenMASSEN. Heute sah das ganze jedoch völlig anders aus, solche leeren Stege machen die Wanderung hier zu einem richtigen Genuss!

Zum Glueck ohne Stau ... das Teilstueck zum Slap Plitvice

Zum Glueck ohne Stau … das Teilstueck zum Slap Plitvice

 

Sobald man hinten um die Ecke biegt eröffnet sich einem der Blick auf den 78 Meter hohen Slap Plitvice. Wie schon von weitem heute morgen zu erkennen war besteht der Wasserfall im Moment aber leider nur aus ein paar dünnen Rinnsalen … kein Vergleich dazu wenn man sich Bilder oder Bericht aus dem Frühling oder Herbst ansieht.

Trotzdem scheint diese Stelle hier Anlaufpunkt Nummer 1 im gesamten Nationalpark zu sein, nirgendwo sonst versammeln sich so viele Menschen gleichzeitig – mal abgesehen von den Rastplätzen oder der Höhle.

Der untere Aussichtspunkt auf den Slap Plitvice

Der untere Aussichtspunkt auf den Slap Plitvice

 

Durch die ganzen Menschen ist es wieder einmal nicht so ganz leicht überhaupt brauchbare Fotos zu machen. Zwar sind hier keine störenden schwankenden Bretterstege, irgendeinen Kopf von einem mit den Armen rumfuchtelnden Spaßkeks hat man aber immer vor der Linse.

Nachdem wir uns satt gesehen haben kommt der anstrengendste Teil des heutigen Tages, die Switchbacks bzw. engen U-Turns hinauf zum Canyonrand. Ein bisschen erinnern sie an die Passage mit U-Turns auf der Wanderung im Zion National Park nach Angels Landing.

Vorteil hier in Plitvice ist aber eindeutig, dass man noch fitter ist als im Zion wenn sie beginnen. Denn dort hat man bereits einige Kilometer bergauf hinter sich. Oben angekommen gelangt man dann zu einem hübschen Scenic Point, von welchem man einen guten Blick auf den Wasserfall hat.

Switchbacks nach oben zum Rim Trail

Switchbacks nach oben zum Rim Trail

 

An dieser Stelle gabelt sich der Weg wieder. Würde man nach links gehen folgt man dem Rim Trail entlang des Canyons, geht man nach rechts gelangt man zum schönsten Aussichtspunkt im gesamten Park, dem Vidikovac – Sightseeing Point.

Frühmorgens hat man hier allerdings noch mit Gegenlicht zu kämpfen. Es war deshalb klar, dass wir zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal hierher zurückkommen müssen. Irgendwo hatte ich gelesen das man den Vidikovac-Point auch mit dem Auto erreichen soll bzw.in der Nähe parken kann und dann nach wenigen Metern bereits dort ist … genau zu DIESEN Punkt fahren wir dann nachmittags noch einmal.

Da offenbar bei einigen Leuten Unklarheit darüber herrscht, WIE man überhaupt mit dem Auto dorthin kommt (viele wissen glaube ich gar nicht, das dies überhaupt möglich ist), will ich einmal versuchen etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

 

Vidikovac-Point

Vom Örtchen Seleste Dresnicko kommend biegt man rechts ab und fährt die enge Serpentinenstraße bergauf durch ein Waldgebiet, bis man am House Katica Bicanic akommt. Hier teilt sich die Straße und man biegt vor dem grünen Haus nach links ab. Im Prinzip fährt man dann immer weiter, bis sich die Straße erneut teilt und in der Mitte ein großer, Schatten spendender Baum erscheint. Dort parkt man sein Auto.

Man kann die Stelle ganz gut daran erkennen, das unmittelbar DAHINTER links eine Art kleine Holzbrücke über die Straße führt. Würde man hier noch weiter fahren gelangt man irgendwann zu Parkplatz 3. Dort könnte man theoretisch kostenlos den Wagen abstellen. Ob das so gewollt ist weiß ich nicht, es gab aber weder einen Kassenautomaten, noch eine Schranke oder ähnliches.

Unter der oben genannten Brücke befindet sich der Zufluss vom Wasserfall. Mit etwas Glück versüßen zwei junge kroatische Gitarrenspieler unter dem Schatten spendenden Baum die paar Minuten hier vor Ort.

Beim überqueren der Straße markiert nun ein schlichtes Holzschild den Beginn des kurzen Trails hinunter zum Scenic Point … zum ERSTEN Scenic Point wohlgemerkt. Gerüchten zu Folge soll es weiter unten noch einen zweiten geben – das hab ich aber selber erst beim schreiben des Berichtes in Erfahrung bringen können.

Die Aussicht vom Vidikovac Scenic Point an den Plitvicer Seen

Die Aussicht vom Vidikovac Scenic Point an den Plitvicer Seen

 

Der eigentliche Aussichtspunkt auf die Seen hält jedenfalls das, was man auch auf einigen Bildern im Internet so sieht. Er ist einfach unbeschreiblich schön. Und obwohl so wenig Wasser vor dem untersten See den Sastavci-Hang hinunter tröpfelt, man keine Fernsicht von 30 km oder mehr hat und man keinen gewaltigen Arch oder eine lustige Gruppe Hoodoos sieht, fehlen einem fast die Worte.

Beste Tageszeit für einen Abstecher hier zum Sightseeing Point scheint im übrigen – wie weiter oben bereits kurz angedeutet – der Nachmittag zu sein. Dann steht die Sonne so, dass weite Teile des Tals ausgeleuchtet sind. Bei unserem Besuch am frühen Vormittag waren die Bedingungen bei weitem nicht so gut.

Im Hintergrund kann man bei näherem hinsehen die Höhle im Fels erkennen, welche bei Karl Mays‘ Schatz im Silbersee vorgekommen ist.

Zu der Höhle kommen wir dann aber im weiteren Verlauf noch, jetzt gehen wir erst einmal weiter … weg vom Vidikovac Sightseeing Point und entlang des Rim Trails (zumindest nennen wir ihn einfach mal so).

Es ist nicht nur die fantastische Aussicht auf die unglaublichsten Farben des Wassers welche man immer wieder durch den Wald schimmern sieht, der naturbelassene Rim Trail bringt einen auch zu einem zweiten Aussichtspunkt der ebenfalls seines gleichen sucht.

Ich habe keine Ahnung ob dieser Punkt überhaupt einen Namen hat, meine mich aber erinnern zu können, dass ich nirgendwo ein Schild oder dergleichen gesehen habe. Trotzdem muss es ein offizieller Aussichtspunkt sein, da es eine kleine asphaltierte Plattform gibt und ein Gitter vor dem Abgrund schützt.

Scenic Point mit Blick auf Jezero Anovac

Scenic Point mit Blick auf Jezero Anovac

 

Nachdem wir uns hier an diesem Punkt wieder an den unglaublichen Farben der Natur satt gesehen haben, dadurch aber nicht wirklich gesättigt sind, machen wir uns wieder auf den Weg. Dieser geht im weiteren Verlauf leicht bergab. Ein Anzeichen dafür, dass der einzig wirkliche Rastplatz hier an den Plitvicer Seen bald erreicht ist.

Der Rastplatz am Jezero Kozjac

Der Rastplatz am Jezero Kozjac

 

Während wir hier sitzen und es uns gemütlich machen kann man quasi dabei zugucken wie es voller wird. Noch ist es zwar nicht allzu spät, trotzdem setzen immer mehr Besucher mit dem Pendelboot zu uns herüber. Wir bleiben gut eine Stunde hier, wer weiß wann es das nächste Mal etwas zu essen gibt.

Als wir aufbrechen ist der Rastplatz gut gefüllt, aaaaaber man würde auch jetzt noch freie Tische bekommen. Der idyllische Blick auf den vermeintlich leeren Jezero Kozjak täuscht trotzdem ein wenig.

Langsam werde ich wibbelig, weil ich befürchte, dass wir später eventuell noch irgendwo im „Brettersteg-Stau“ stecken bleiben. Verlässt man den Rastplatz, überquert man als erstes den See auf einem der Bretterstege und gelangt so wieder auf die gegenüber liegende Seite.

Eigentlich ein Glück, denn dies ist die Schattenseite. In Anbetracht der heutigen Temperaturen von wieder einmal knapp 38°C kann man darüber fast schon froh sein. Kurz bevor wir die andere Seite erreichen werfen wir noch einen Blick zurück übers Schilf zum Jezero Kozjak.

Steg mit Blick auf Jezero Kozjak

Steg mit Blick auf Jezero Kozjak

 

Erster Anlaufpunkt ist der Bereich am Lanovacki Slap beim Jezero Anovac. Der eigentliche kleine Wasserfall am Übergang zu Kozjak See hat zum Glück einen „unverbaubaren Blick“, wie es im Wohnungsjargon so schön heißt.

Am Lanovacki Slap

Am Lanovacki Slap

 

Wieder einmal beeindruckend finde ich die Farben des Wassers. Oben am Aussichtspunkt meint man noch, dass es hier unten unmöglich genauso aussehen kann … und dann steht man hier und es ist tatsächlich so.

Der Weg, welcher hier auf dieser Seite die meiste Zeit bis zur Höhle ausnahmsweise mal NICHT aus Bretterstegen besteht, führt uns weiter zum nächst tiefer gelegenen See … dem Jezero Novac.

Passiert man diese Kaskaden läuft man noch einige hundert Meter entlang einer Felswand mit schönem „Spiegel“-Blick auf den See.

Immer wieder hat man die Möglichkeit für solche tollen "Spiegel-Bilder"

Immer wieder hat man die Möglichkeit für solche tollen „Spiegel-Bilder“

 

Danach fängt es langsam an sich zu stauen. Ein sicheres Indiz dafür, dass man sich langsam der Höhle Supljara pecina nähert.

Erst aber ist einmal warten angesagt, auf den – für mein Empfinden – sehr engen Bretterstegen hier ist an ein vorankommen kaum zu denken. Erst nach ein paar Minuten lichtet sich der Andrang etwas.

Der Steg zur Höhle Supljara pecina

Der Steg zur Höhle Supljara pecina

 

Grotte Modra Pecina, die blaue Grotte

Grotte Modra Pecina, die blaue Grotte

 

Die blaue Grotte, Modra Oecina, konnte man früher mit dem Boot befahren. Set einigen Jahren ist dies leider nicht mehr möglich. Der Aufstieg in die Höhle gestaltet sich schließlich abenteuerlich, immer wieder muss man anhalten um Leute vorbei zu lassen die uns entgegenkommen.

Aufstieg in der Supljara Pecina

Aufstieg in der Supljara Pecina

 

Irgendwie merkwürdig das es auf den Bildern immer recht leer aussieht, ich glaube der Fotograf *hust* hat immer günstige Momente erwischt … denn DAS täuscht wahrhaftig!

Aussicht auf die unteren Seen samt Holzstege

Aussicht auf die unteren Seen samt Holzstege

 

Man erkennt links unten glaube ich ganz gut den leichten Andrang am Abzweig zur Höhle …

Aussicht auf die unteren Seen samt Holzstege

Aussicht auf die unteren Seen samt Holzstege

 

Von hier aus könnte man jetzt oben nach rechts gehen in Richtung Eingang 1, man wäre dann recht schnell wieder am Parkplatz. Wir gehen aber zurück nach unten und wollen auch noch den Rest erkunden.

Der untere See

Der untere See

 

Entlang des Sees entschließen wir uns noch für eine kurze Rast auf einer der zahlreich vorhandenen Holzbänke, vermutlich stehen diese nicht umsonst hier an der Stelle.

Am frühen Nachmittag und nach einer letzten kurzen Rast verlassen wir schließlich den Park wieder auf die gleiche Art und Weise wie wir heute Morgen gekommen sind … über den serpentinenartig angelegten Aufstieg nach Eingang 1. Hinunter ging das irgendwie noch leichter, aber da war es ja auch noch ein paar Grad kühler.

Theoretisch könnte man, BEVOR man sich an den Aufstieg macht, noch abbiegen und ein paar Meter in Richtung Korana Fluss laufen. Dieser Weg ist aber gesperrt. Die Stege sind brüchig und zerfallen. Eventuell werden sie irgendwann wieder aufbereitet.

 

Neues Ticket-System für die Plitvicer Seen seit 2019

Um den anhaltend großen Besucheransturm gerecht zu werden, gibt es seit 2019 ein neues Ticket-System. Früher war es ausschließlich möglich, vor Ort an den Kassen die Tickets / Eintrittskarten zu kaufen.

Nun gibt es seit kurzem auch zusätzlich ein e-Ticket-System, wo man vorab online seine Tickets bereits kaufen kann. Erklärtes Ziel ist es, die Zahl der Besucher zukünftig auf „nur noch“ 10.000/Tag zu beschränken. Immer noch eine stattliche Zahl, aber zumindest ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Wer zukünftig vor Ort erst eine Eintrittskarte besorgen möchte, der muss zudem damit rechnen, dass zu der Zeit keine mehr verfügbar ist, wenn die maximale Anzahl Besucher bereits erreicht ist für den Tag.

So möchte mal wohl langfristig dafür sorgen, dass man bereits vorab über die Zahl der Besucher an den Tagen Bescheid weiß. Auf der e-Ticket-Webseite kann man zudem immer sehen, wie viele Eintrittskarten noch verfügbar sind für einen bestimmten Tag.

Hier geht es zum e-Ticket-System

Ich hab ein eTicket gekauft, wie geht es jetzt weiter?

Das eTicket musst Du ausdrucken und mitnehmen zu einem der offiziellen Eingänge. Dort wird Dein eTicket dann am Kassenhäuschen in eine reguläre Eintrittskarte umgetauscht.

Wie teuer ist der Eintritt?

Die aktuellen Preise betragen (Stand 01/2023)

Erwachsene: 299 KUNA / 39,80 EUR pro Tag. Ein 2-Tages-Ticket kostet 450 KUNA / 59,70 EUR.

Kinder  (7-18 Jahre): 68 KUNA / 9 EUR. Ein 2-Tages-Ticket kostet 170 KUNA / 22 EUR

Studenten: 124 KUNA / 16,50 EUR. Ein 2-Tages-Ticket kostet 308 KUNA / 41 EUR

 

Unser Fazit für die Plitvicer Seen

Was bleibt abschließend zu sagen? Das Thema Overtourism ist an den Plitvicer Seen längst keine Unbekannte mehr. Die Besucherströme in den Sommermonaten sind wirklich nicht mehr feierlich, aber was hat man für Alternativen? Außer die Seen im Winter zu besuchen wohl nicht wirklich viele.

Im Großen und Ganzen haben mir persönlich die oberen Seen jedenfalls besser gefallen als die unteren, obwohl letztere von den ganzen Bustouren angesteuert werden. Vermutlich aber auch nur wegen der Höhle und dem großen Wasserfall. Eigentlich ist das auch gut so, denn so hat man im oberen Teil wenigstens noch ETWAS mehr Luft zwischen den Massen an Besuchern. Wobei sich das vermutlich einfach nur besser verteilt, weil die Wanderwege im Gesamten einfach länger sind.

 

Interessante Links für Deinen Urlaub in Kroatien

Falls Du selber einen Reiseblog haben solltest, zufällig über eines oder mehrere Ausflugsziele oder Sehenswürdigkeiten in Kroatien etwas geschrieben haben solltest und hier gerne verlinkt werden möchtest, dann gib mir einfach kurz Bescheid und ich werde Deine Seite gerne mit einpflegen.

h++ps://roads-and-rivers.com/9-tage-kurztrip-roadtrip-kroatien-kueste/

 

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Und jetzt Du

Bist du selber schon einmal hier in Kroatien bei den Plitvicer Seen gewesen? Und wenn ja, zu welcher Jahreszeit warst Du dort? Oder vielleicht würdest Du auch einfach gerne einmal dort hin? Dann hinterlasse doch gerne einen kurzen Kommentar, ich würde mich freuen.