Der Titel sagt es bereits. Es ist Zeit ein wenig Luft abzulassen. Nach nunmehr über 14 Jahren, wo ich eine eigene Homepage (bzw. heutzutage schimpft sich so etwas ja „Blog“) betreibe, entwickelt sich das Internet samt Content Marketing heutzutage in eine Richtung, die mich mit Fragezeichen über dem Kopf zurücklässt.

In einer Zeit, wo Reiseblogger Ihren mit Herzblut gepflegten Blog aufgeben und stilllegen, wo sterile und austauschbare 08/15-Reiseportale bei Google offensichtlich höher ranken, als liebevoll und leidenschaftlich gepflegte Reiseblogs mit Mehrwert und Informationen, von denen jeder Reiseführer in Papierform nur träumen kann … in einer Zeit, wo Influencer werden tatsächlich ein Berufswunsch ist und 15-jährige „Kinder-YouTuber“ mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, als man ab einem gewissen Alter verstehen kann … da muss ich mich langsam wirklich fragen, in welchem Paralleluniversum ich irgendwann aufgewacht bin.

Ich wollte solch einen Artikel eigentlich letztes Jahr bereits veröffentlichen, habe es aber immer wieder auf die lange Bank geschoben. Aber so langsam muss ich meine Gedanken mal aufschreiben, sonst vergesse ich das alles noch irgendwann wieder. Man wird ja schließlich nicht jünger.

Es ist ein Artikel, bei welchem ich nicht einmal ansatzweise darauf geachtet habe, was Google gerne von mir möchte beim schreiben. Es gibt nur zwei Screenshots, nicht ein einziges Foto und auch sonst keinen SEO-Schnickschnack. Dafür gibt es aber einige nette Clips und endlos viele externe Links zu weiterführenden Quellen.

 

Ein Instagram Profil ist KEIN Blog!

Immer öfter lese ich heutzutage, dass der oder diejenige einen tollen Blog mit schönen Fotos hat. Hinterfragt man die URL des Blogs, dann handelt es sich dabei plötzlich um ein schlichtes Profil bei Instagram. Ich habe wirklich KEINE Ahnung, was das mit einem Blog zu tun haben soll. Aber ein Instagram-Profil ist nichts weiter als genau das – ein x-beliebiges Profil auf einer Social Media Plattform.

Wer selber einen Blog betreibt, der hat exorbitant viel mehr Arbeit zu investieren, als irgendein*e User*in, der/die irgendwann einmal ein steriles und austauschbares Instagram-Profil erstellt hat. Wenn Du tatsächlich einen Blog hast, dann musst Du:

  • in den Blog etliche Stunden Zeit in der Woche, im Monat und im Jahr investieren
  • Dich mit dem Layout der Seite befassen
  • Recherche betreiben für Artikel, Reiseberichte etc. (alleine DAS kann Wochen in Anspruch nehmen)
  • Dich mit dem Google Ranking, Keywörtern, Algorithmen, SEO etc. auseinandersetzen
  • im Zweifel für das oben genannte noch Kurse besuchen und logischerweise auch bezahlen
  • Dich mit der DSGVO und der allgemeinen Rechtslage beschäftigen
  • die Kosten fürs Webhosting und/oder diverse Tools bezahlen, damit die Seite überhaupt online ist

… und noch vieles mehr. Was genau davon muss der Betreiber eines Instagram-Profils machen? Ein Blog bedeutet Herzblut, Lebenszeit und authentische Texte, die den Leser mitnehmen und im besten Falle auch noch anregen. Bei einem Blog geht es nicht um Klicks oder anonyme Likes. Hier geht es darum, Leuten unter die Arme zu greifen, Wissen weiterzugeben und ihnen durch ein anonymes Medium personalisierte Hilfe zu geben.

Die „Followerzahlen“ entwickeln sich über Jahre, ja sogar Jahrzehnte hinweg. Und irgendwann werden aus Followern treue Stammleser. Bezahlt oder gekauft ist davon kein einziger. Diese Leute folgen einem, weil sie es möchten. Weil sie vielleicht Hilfe auf dem Blog, in meinem Falle eben dieser Reiseblog, gefunden haben, ihre Planung vereinfacht und die Reise letzten Endes dadurch vielleicht besser gelang, als sie Vorfeld gehofft hätten.

Die Bezahlung für uns, die wir einen Reiseblog betreiben, kommt letztlich in Form von Kommentaren. Es mögen im Schnitt vielleicht 5 bis 10 im Monat sein, die nicht von Reisebloggern, sondern von Leuten kommen, die sich tatsächlich bedanken oder Fragen haben vor einer Reise oder während ihrer Internetrecherche. Es sind genau DIESE Kommentare und eMails, bei denen wir immer merken, warum wir das alles eigentlich machen.

Wenn ich dann lese, dass ein Instagram-Profil ein Blog sein soll, dann kann ich nur energisch mit dem Kopf schütteln. Von allen Kommentaren unter einem Bild bei Instagram werden vielleicht 10% kommentiert vom Betreiber. Hinterlässt ein Besucher einen Kommentar auf meinem Blog, wird auch jeder einzelne davon individuell beantwortet. Ganz einfach, weil es eine Selbstverständlichkeit für mich ist.

Kennst Du eine Instagram-Influencer-Timeline, dann kennst Du auch die meisten anderen. Aber kennst Du einen Reiseblog, kennst Du von 100 anderen gerade einmal nur diesen einen. Jeder der 99 anderen ist individuell und unterschiedlich. Jeder Reiseblogger schreibt anders und bietet einen unterschiedlichen Mehrwert für den Besucher.

Die Reiseblogs von heute sind die Reiseführer von morgen. Ich behaupte sogar, dass sie besser sind als jeder Reiseführer, denn keine Information ist so alt wie die auf gedrucktem Papier.

 

 

Instagram = Overtourism

Hm, Instagram soll mit verantwortlich sein für Overtourism? Ja! Als ich im Juli 2014 zum ersten Mal ein Foto vom Vollmond auf Instagram hochgeladen habe, da war mir nicht bewusst, welche Auswirkungen diese Plattform irgendwann einmal haben könnte. Ich habe Instagram als Foto-Portal gesehen, wo man sich vielleicht Anregungen für eigene Reisen oder zu bestimmten Orten holen kann.

Dass sich heutzutage jeder semiprofessionelle Fotograf damit brüstet, dort Orte zu vertaggen und Namen zu nennen von Locations, die danach von ganzen Horden von Menschen zertrampelt werden … wer konnte das seinerzeit schon ahnen? „Schaut her, ich war einer der Ersten dort und weiß, wo es ist“ scheint ganz gerne mal das Motto zu lauten.

Inzwischen gibt es ganze Kampagnen GEGEN das Taggen und Nennen von Locations, die bisher eher unbekannt sind. Mit Grauen erinnere ich mich an den wunderschönen Bruarfoss in Island, den ich 2014 zum ersten Mal besucht habe und danach sowohl die Wegbeschreibung, als auch die Koordinaten bei Instagram und auf dem Blog veröffentlicht habe. Als erster deutschsprachiger Blog seinerzeit. Bis dahin gab es nur eine vage Beschreibung auf Englisch bei einem Reiseblog aus den Niederlanden.

Hätte ich geahnt, welch weitreichenden Folgen meine Veröffentlichung haben würde, dann hätte ich mir wohl selber in den Allerwertesten gebissen! Von einer Handvoll Besuchern an einem Tag ging die Entwicklung bis hin zu mehreren tausend Besuchern an nur einem einzigen Wochenende. Die Folgen sind hinreichend bekannt für all jene, die sich ein wenig mit Island als Reiseziel beschäftigt haben in letzter Zeit.

Der Weg in die Siedlung beim Bruarfoss wurde geschlossen, ein komplett neuer Wanderweg extra dafür angelegt. Einfache Länge: 3,5 km. Trotz eigens angelegtem Weg zertrampeln die Leute aber links und rechts davon sämtliche Botanik und Sträucher. Der Untergrund ist inzwischen dermaßen kaputt und matschig, dass das komplette Gelände nachhaltig geschädigt ist für mehrere Jahre.

Dasselbe Schicksal ereilte den Fjaðrárgljúfur Canyon im Süden Islands. Lange Zeit eher stiefmütterlich beachtet, war es vermutlich Justin Bieber mit seinem Musikvideo, der bei vielen zum ersten Mal den Canyon zurück auf den Schirm geholt hat. Als ich 2014 zum ersten Mal dort gewesen bin, gab es weder Absperrungen noch Begrenzungen, man konnte einfach überall hingehen und musste aufpassen, an den steilen Wänden nicht abzurutschen.

Besucht man den Canyon heute, dann kommen einem fast die Tränen. Absperrungen wohin man sieht, ein breiter Wanderweg mit dicken Gummimatten führt entlang des Rims bis zum Ende zu einer rostfarbenen „Aussichtsplattform“, die nicht fehlplatzierter sein könnte. Den wunderschönen Wasserfall gegenüber kann man von dort aus noch nicht einmal sehen. Dazu muss man erst über die Plattform drüber klettern – und genau DAS machen natürlich viele Leute.

Fotos vom Fjaðrárgljúfur Canyon wurden bei Instagram damals dermaßen häufig gepostet, dass es wohl nur eine Frage der Zeit war, bis die Touristenhorden sich über ihn hermachen. Dabei hat der Hashtag #fjaðrárgljúfur in verschiedensten Schreibweisen gerade einmal knapp 20.000 Einträge. Der Bruarfoss hat sogar nur um die 10.000 Einträge. Schaut man dann auf Locations, die teilweise mit 50.000 oder 100.000 Fotos bei Instagram vertaggt sind, dann braucht man sich nicht mehr zu wundern, wenn alles kurz und klein getrampelt wird dort.

Ein Paradebeispiel war für  mich auch der Tag in Holland, wo ich zur Tulpenblüte im Mai 2019 ein wenig durch die Gegend gefahren bin. Niemals zuvor habe ich irgendwo so viele bunte Instagram-Kleidchen gesehen wie dort. Augenscheinlich war es ein unbedingtes „Muss“, sich als selbsternannter Influencer massentauglich mitten in ein Tulpenfeld zu stellen, alles plattzutreten und dann in einer merkwürdig anmutenden Pose in die Kamera des Insta-Boyfriends zu lächeln, der in seinen Dreiviertel-Slimfitboogiewoogie-Jeans grazil zwischen den Tulpen hin und her hechtet. Zu viel für mich, ich wollte einfach nur schöne Blumen fotografieren, mehr nicht. Hätte ich eine Komödie sehen wollen, wäre ich ins Kino gegangen.

Sucht man nach dem Hashtag #tulips bei Instagram, erhält man über 5 Millionen (!) Treffer. Viele davon zur Tulpenblüte von hippen Instafluencienen mit Hippster-Boyfriend-Anhang aufgenommen. Kein Wunder also, dass die niederländischen Tulpenzüchter und Bauern 2019 zum ersten Mal die Nase voll hatten und sehr häufig folgende Schilder zu finden gewesen sind:

Enjoy the Flowers, Respect our Pride

Ein erster Appell an alle, doch einfach außerhalb der Felder Fotos zu machen und nicht achtlos in sie hineinzulaufen und die Blumen zu zertrampeln. Ich möchte nicht unken, aber spätestens in ein oder zwei Jahren schätze ich, dass viele Felder schlicht komplett für die Öffentlichkeit gesperrt werden. Sollte das der Fall sein, hat Instagram auch hier wieder ganze Arbeit geleistet.

Im kalifornischen Antelope Valley konnte man ebenfalls beobachten, wie sehr Instagram Einfluss auf eine Gegend nehmen kann. Die extreme Klatschmohnblüte 2019, eine sogenannte Superbloom, hat durch Instagram tausende Besucher angelockt. Und die haben ganze Arbeit geleistet, wie man auf diesem Vorher/Nachher Foto sehen kann. Auf Publiclandhatesyou gibt es dazu einen erschreckenden Artikel.

Ich wusste zwar bisher nicht, dass Pflanzen auch ins Internet können, aber die Klatschmohnblüte hat sogar eine eigene Instagram-Seite mit dem passenden Namen Thesuperbloomhatesyou.


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Andere Insta-Profile wie Instawrecked haben es sich zur Aufgabe gemacht, aktiv gegen Influencer-Fehlverhalten vorzugehen und posten inzwischen fast täglich in ihrem Status Links zu Profilen, die wieder einmal gnadenlos das Hirn zu Hause vergessen haben. Mit teilweise enormem Erfolg.

So hat letztens erst Olympus das Vertaggen der Marke einer relativ bekannten deutschen Influencerin untersagt, nachdem diese offensichtlich ganz bewusst in Island Absperrungen missachtet hat. Daraufhin ging ein regelrechter Shitstorm unter dem Bild los. Mit der Folge, das sie die Kommentare deaktiviert hat (sehr „professionelles“ Vorgehen by the way) und Olympus aus den Tags entfernt werden musste.

Hin wie her lässt sich glaube ich festhalten, dass Instagram heutzutage einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf unsere Umwelt und Reiseziele ausübt. Früher mag es noch ein positiver Einfluss gewesen sein, weil man sich „nur“ Anregungen geholt hat. Heutzutage ist es einfach nur noch ein sehr negativer Einfluss, weil Overtourism gefördert und die Natur nachhaltig zerstört wird. Dazu habe ich vor geraumer Zeit aber schon einen eigenständigen Artikel geschrieben: Overtourism und die Folgen – Meine Verantwortung als Blogger

In dem Clip What happens when Nature goes viral bekommt man halbwegs einen Eindruck, wovon ich eigentlich rede.


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Bin ich als Reiseblogger nicht Teil des Problems?

Mit dem Thema Overtourism wird man zwangsweise immer häufiger konfrontiert, wenn man einen Reiseblog betreibt. In jedem Reisebericht oder Beitrag, den man veröffentlicht, sind eventuell Fotos enthalten, die andere Leser dazu anregen selber einmal dort hinzufahren/fliegen, wo man gewesen ist. Dessen sollte man sich immer bewusst sein. Auch wenn man glaubt, keine wirklich große Reichweite zu haben … der Beitrag muss nur einmal durch Zufall von einer Seite geteilt werden, die genau diese nicht vorhandene Reichweite hat. Und plötzlich sehen zig tausend potenzielle Besucher Deine Fotos.

Jeder von ihnen könnte selber dort hinreisen und die Natur unter Umständen nachhaltig zerstören. „Es braucht nur einen Fußabdruck, damit tausend andere folgen“ , heißt es so treffend. Man muss sich das wie mit parkenden Autos vorstellen. Wenn Du irgendwo hinkommst und alles ist bereits zugeparkt, dann braucht es nur einen ersten Autofahrer, der sein Auto vielleicht auf den Seitenstreifen abstellt, wo es eigentlich nicht erlaubt ist. Kurze Zeit später ist garantiert der komplette Seitenstreifen mit Autos dicht. Menschen sind wie Lemminge, macht einer etwas vor, dann machen viele andere es – ohne das Gehirn einzuschalten – einfach nach.

Übersteigt also nur eine Person irgendwo auf dem Planeten eine Absperrung, läuft über sensibles Moos, durchstreift gesperrte Gebiete oder ähnliches und jemand anderes sieht das (oder vielleicht auch nur ihre Fußabdrücke), dann ist die Chance extrem groß, dass der Nächste folgt. Und der Nächste und Übernächste etc. Und langsam aber sicher wird dann aus einer eher wenig bekannten Location ein Ziel, das jeden Tag von mehr Leuten besucht wird.

Aktuellstes, mir bekanntes Beispiel ist wohl der Stuðlagil Canyon im Osten Islands. Bis vor einem Jahr ungefähr war dieser Canyon noch so gut wie unbekannt. Ich wusste zwar bereits wo er ist, bin aber selber noch nie dort gewesen. Eines Tages tauchte dann eine sehr detaillierte Wegbeschreibung dorthin auf einem isländischen Blog auf. Parallel dazu haben drei recht bekannte isländische Fotografen, die auf Instagram sehr präsent und aktiv sind, quasi mehrmals wöchentlich Fotos dazu in ihrer Timeline gepostet und die Location vertaggt und markiert. Der Anfang vom Ende.

Wenn man heutzutage Fotos von dem Canyon sieht, dann erkennt man bereits tiefe Trampelpfade im Gras und hat aus jeder Perspektive mindestens 5 oder 6 Menschen dort herumturnen. Mein letzter Wissensstand ist, dass inzwischen dort sogar Bustouren hinfahren. Ob es wirklich stimmt weiß ich nicht, aber das wäre dann eine wirklich mehr als traurige Entwicklung. Das ist nur ein Beispiel von vielen, was im Prinzip beliebig austauschbar ist.

Der Clip hier unten von dem Canyon ist sicherlich nicht der beste, aber hier sieht man sehr schön, was dort los ist und wo sich inzwischen überall Trampelpfade gebildet haben.


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Reiseblogs, Instagram-Timelines und Fotografen sind definitiv ein Teil dieses Problems. Und zwar immer dann, WENN sie Ortsangaben zu einem Foto machen, Locations vertaggen (also markieren) oder unter dem Druck der nachfragenden Leute einbrechen und preisgeben, wo genau dieser oder jener Ort genau ist.

Vor kurzem hatte ein Fotograf bei YouTube zum Beispiel zum allerersten Mal eine sehr detaillierte Wegbeschreibung zu einer absolut unbekannte Location im isländischen Hochland auf seinem Kanal eingestellt. Kaum jemand hatte den Ort bis dato überhaupt tatsächlich gesehen. In dem Video wurde präzise die Anfahrt dorthin beschrieben, welches Fahrzeug dafür nötig ist usw. Stefan Forster war es schließlich, der auf Facebook das ganze nur eine Stunde nach Veröffentlichung des Videos publik gemacht hat. Sein emotionales Posting, wie kontraproduktiv solch ein Video für solche Orte ist, hat enorme Resonanz hervorgerufen. Mit dem Ergebnis, das der Fotograf den Clip nur eine weitere Stunde später wieder aus YouTube entfernt hat.

In diesem Fall hatte also offensichtlich noch einmal jemand Einsehen und verstanden, worum es heutzutage geht. Es gibt Menschen, Reisende, Urlauber, die zerstören auf Ihren Trips unseren Planeten nachhaltig und irreparabel. Und es kümmert sie anscheinend nicht die Bohne. Zäune, Barrikaden und Absperrungen, die häufig zum Schutz der Flora und Fauna dienen … all diese Absperrungen gelten offensichtlich nur für alle anderen, aber nicht für diese Leute. Und genau aus dem Grund nenne ich seit geraumer Zeit keine Namen mehr von eher unbekannten Locations. Und ich werde auch zukünftig von bestimmten Orten keine Namen mehr nennen. Aus meinen POI-Listen sind viele Locations bereits wieder entfernt, von denen ich glaube, dass es nicht gut wäre sie weiter dort drinstehen zu lassen.

 

 

Influenzerchen – die Krankheit der Neuzeit

Definition Influencer, was ist das überhaupt?

Der Begriff Influencer hat es inzwischen sogar bis ins Lexikon geschafft. Zeit also, sich diese neue Spezies Mensch einmal näher anzuschauen. Wikipedia definiert den Begriff Influencer folgendermaßen:

„Als Influencer (von englisch to influence ‚beeinflussen‘) werden Personen bezeichnet, die aufgrund ihrer starken Präsenz und ihres hohen Ansehens in sozialen Netzwerken als Träger für Werbung und Vermarktung in Frage kommen“

Aha. Jetzt wissen wir also, dass Influencer im Prinzip nichts weiter sind als Werbefiguren. Genau wie Frau Antje oder der Duracell-Hase seinerzeit, wollen Firmen durch Influencer ihre Marken verkaufen. Das ist auch schon alles. Da das Internet immer mehr das TV-Programm ablöst, liegt es natürlich relativ nah, dass man sich dazu dann auch Personen bedient, die in den „neuen Medien, die für uns ja alle Neuland sind“ sozusagen zu Hause sind. Schwupps, schon ist der „Beruf“ Influencer geboren, der sich natürlich moderner anhört, als wenn man „Werbeträger“ sagen würde.

Betrachtet man das ganze einmal nüchtern, dann werden junge Leute von Marketing-Giganten vor ihren Karren gespannt und dazu benutzt, noch jüngere Leute in ihrem Kaufverhalten zu beeinflussen. Das lässt sich nicht schönreden und ist unterm Strich gleichermaßen banal wie erschreckend.

Wenn diese Generation irgendwann jenseits der zwanzig ist, dann wird sie vielleicht merken, wer Ihr tatsächlich die Jugend geraubt hat!

Es sind diese verfluchten Influencer-Marketingfirmen. Fast bietet es sich an zu sagen: HOW DARE YOU? You have stolen their dreams and their childhood with your empty words!

Wie könnt Ihr es wagen, den Jugendlichen tagaus tagein Lebenszeit zu entziehen und Ihrer Jugend zu berauben, indem Ihr sie durch die Maske von Influencern permanent mit irgendeinem kommerziellen Schwachsinn vor die Displays oder Monitore lockt und ihnen eine Scheinwelt vorgaukelt, die es überhaupt nicht gibt? Die gesellschaftliche Verdummung ist dadurch vorporgrammiert. Aber was interessiert es einen Großkonzern schon, hauptsache der Rubel rollt und der kleine Influencer, der es mangels Lebenserfahrung gar nicht besser weiß, wird mit ein paar Kröten abgespeist.

Du denkst, Du bist Influencer? An dieser Stelle möchte ich ausnahmsweise mal die gute alte „Welt“ zitieren:

„Influencer“ kann man sich guten Gewissens nennen, wenn man Michelle Obama heißt, komponiert wie der neue Mozart oder man den Nahostkonflikt gelöst hat. Aber nicht, wenn es darum geht, 14-Jährige in der Annahme zu bestärken, dass sie sich ohne ein bestimmtes Paar zerrissener Jeansshorts oder den neuen Mango-Marshmallow-Duschschaum nicht mehr in die Schule trauen können.

 

 

Instagram-Influencer und Marketing

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, woher der Begriff Instagram-Influencer irgendwann gekommen ist und wer sich diesen Schwachsinn ausgedacht hat. Heutzutage hört man diesen Terminus aber fast schon täglich in irgendwelchen Medien. Influencer oder Influencerin XY hat wieder irgendein aufgehübschtes Foto gepostet in einer völlig unrealistischen Pose, die genauso gut einem Fifty Shades of Grey Roman entsprungen sein könnte. Dabei wird dann irgendein austauschbares Produkt in die famous Instaboyfriend-Kamera gehalten und sich innerlich kaputtgelacht, dass es dafür sogar noch Kohle gibt. Das ganze nennt sich dann „Arbeit als Influencer“. Bitte WAS? Mit Arbeit hat das nicht einmal im Ansatz etwas zu tun.

Leute, Ihr seid austauschbare Werbefiguren einer Milliarden-Dollar-Maschinerie! Früher ist Frau Antje über den Fernsehbildschirm gehüpft oder der Duracell-Hase hat auf seiner Trommel rumhegämmert mit seinen Sticks. Die Leute haben es gekauft. Heute zeigt Ihr Produkt YX auf meist mittelprächtig präsentierten Fotos in die Kamera und glaubt, Ihr seid etwas „besseres“ als Frau Antje oder der Duracel-Hase? Nein, das seid Ihr nicht. Ihr seid Werbefiguren für irgendwelche Firmen. Ihr seid Frau Antje 2.0 oder der Duracell-Hase Reloaded, mehr nicht. Von mir aus nennt Euch Influencer. Streng genommen habt Ihr aber nur so viel „Influence“, wie die Influencer Marketing Firmen es Euch erlauben.

Wenn der Hype zu Ende geht (und das dürfte innerhalb der nächsten Jahre schneller der Fall sein als manch einem lieb ist, durch das Coronavirus vielleicht sogar noch schneller als gedacht), dann steht Ihr dort ohne jegliche Ausbildung. Vielleicht täte der ein oder andere also gut daran, einen Plan B in der Hinterhand zu haben und vor allen Dingern erst einmal eine vernünftige Lehre zu absolvieren – BEVOR man sich in die Internetwelt flüchtet. Denn die rosarote Blase, die viele anhimmeln, existiert schlicht und ergreifend nicht. Sie wird Euch wissentlich vorgegaukelt von den Marketing-Firmen, denen es völlig egal ist, wie jung Ihr Beute ist, mit denen sie dann noch jüngere beeinflussen möchte.

Es sei denn man macht es wie Kim Kardashian, ist eine eigene Marke und vermarktet sich selbst. Mit 155 Millionen Abonnenten hat sie eines der erfolgreichsten Instagram-Profile überhaupt. Nur Ariana Grande ist mit 170 Millionen Followern noch erfolgreicher. Ausnahmen, denen niemand nacheifern braucht.

 

 

Update 23.März 2020

Corona und die Influenzer

Da befinden wir uns also nun, mitten in der Corona-Krise. COVID-19 legt die Weltwirtschaft lahm. Und plötzlich merkt man sehr schnell, dass die kleinen 80/15-Influencer (egal, aus welchen Bereich diese kommen und wie viele „Follower“ vorhanden sind) ganz allgemein so gut wie keine Rolle mehr spielen. Obwohl ein Großteil der Bevölkerung zu Hause ist und sich das Leben aktuell mehr als jemals zuvor im Internet abspielt, sind die, die das Internet als Ihren Spielplatz ansehen, plötzlich untergetaucht und unwichtig.

Aufträge und Kooperationen bleiben ganz offensichtlich aus. Dabei würde es doch gerade JETZT Sinn machen, im Internet präsent zu sein. Aber Konsum spielt halt nicht wirklich eine Rolle, jetzt, wo es auf die wirklich wichtigen Dinge ankommt. Fast klingt es wie in einer x-beliebigen Kolumne der Boulevardpresse, die den reißerischen Titel „Wie das Coronavirus die Influencerseuche besiegt hat“ tragen könnte.

Ich bin der Meinung, nicht alles, was Corona mit uns macht, ist unbedingt schlecht. Viele Missstände wurde offengelegt, sei es nun gesellschaftlich oder wirtschaftlich. Das Virus zeigt uns gnadenlos und jeden Tag aufs Neue, wie schnell ein über Jahrzehnte aufgebautes Weltwirtschaftssystem zusammenbrechen kann. WENN Corona irgendwofür gut gewesen ist am Ende, dann vielleicht auch dafür, dass diese illusorische Influenzerblase endlich geplatzt ist. Vermissen wird sie definitiv kein normaldenkender Mensch.

 

 

Travel-Influencer

Die Sorte Travel-Influencer die ich häufig sehe auf meinen Reisen zeichnet sich sehr häufig vor allen Dingen durch eines aus: Respektlosigkeit und absolute Gleichgültigkeit was Regeln und Gesetze außerhalb der eigenen vier Wände angeht. Absperrungen werden ignoriert, Regeln gebrochen, Müll achtlos liegen gelassen, der gesunde Menschenverstand ausgeschaltet – sofern überhaupt einer vorhanden ist. Und wofür das alles? Für austauschbare Fotos einer Timeline XY.

Dabei müssen es gar nicht immer Leute in gelben oder roten Influencerjäckchen sein. Auch stinknormale Touristen scheinen immer öfter vollkommen kopflos durch die Gegend zu laufen … stets auf der Suche nach dem besten Foto einer bestimmten Location, die man vielleicht mal bei irgendeinem selbsternannten Foto-Influencer gesehen hat. Häufig bringen sie sich dabei noch selber in Gefahr und man wird an den Darwin-Award erinnert. Auch dazu kann man einiges in meinem Fettnäpfchenführer für Island lesen.

Nein, ich möchte das hier nicht pauschalisieren, es gibt sicherlich auch noch genügend „andere“, die sich normal verhalten, an Regeln halten und vielleicht sogar eine Location einfach mal NICHT vertaggen und/oder den Namen nennen. Ich möchte also hier garantiert nicht pauschal alle in einen Topf schmeißen. Aber jeder, der sich diesen Schuh jetzt anzieht, sollte sich fragen, warum er ihn sich anzieht. „Take only pictures, leave only footprints“, diesen Satz sollte einfach jeder beherzigen, der durch die Gegend reist. Achte einfach darauf, wohin Du Deine Fußabdrücke setzt. Dein Planet wird es Dir danken. Du hast nämlich nur diesen einen!

Noch während dieser Artikel hier gerade einen Tag online gewesen ist, tauchte auf der größten isländischen Facebook-Seite Guide to Iceland übrigens zum allerersten Mal überhaupt namentlich dieser Canyon hier unten auf, der bis dato selbst bei den meisten Fotografen immer noch völlig unbekannt ist. Ich hab den Namen im Screenshot extra mal unkenntlich gemacht. Wenn man sich die Anzahl der Aufrufe, Kommentare und Teilungen ansieht, kann man sich aber leicht vorstellen, was DAS jetzt wieder bedeutet.

ALLE haben bisher geschwiegen, wie der Name des Canyons heißt, dann kommt Guide to Iceland daher und posaunt den Namen heraus.

ALLE haben bisher geschwiegen, wie der Name des Canyons heißt, dann kommt Guide to Iceland daher und posaunt den Namen heraus.

 

Wie man es lösen könnte, das sieht man hier im Clip am Beispiel desselben (bisher) unbekannten Canyons. Ich war dort bisher nicht persönlich, weiß aber, um welchen Canyon es sich handelt und wie man hinkommt. Dazu befragt worden bin ich auch schon, habe aber keinerlei Infos genannt. Und auch hier im Video gibt es dazu keinerlei Auskünfte von dem Urheber. Ob es sich dabei nun um einen Influencer handelt oder nicht, das lasse ich einfach mal dahingestellt. Aber genau SO ist es richtig.


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Mit Grauen erinnere ich mich an den russischen Social Influencer Alexander Tikhomirov, der mit einem dicken Allradfahrzeug im Norden Islands mit voller Absicht Offroad durch die Gegend gefahren und sich bei Instagram damit gebrüstet hat, mit dem Auto steckengeblieben zu sein. Er wurde zwar mit auf die Polizeiwache genommen danach und durfte umgerechnet 5000US$ Geldstrafe dafür zahlen, seine erste Tat, als der die Wache wieder verlassen hat, war allerdings eine Offroadfahrt mit demselben Auto quer durch die Botanik und ein Post auf Instagram. Was geht bitte in den Köpfen solcher Idioten vor? Da wird Natur mit voller Absicht zerstört für ein paar lausige Klicks auf einer Social Media Plattform? Ernsthaft?

Update 6.Juni 2020

Aktuelleste Beispiel ist die selbsternannten „Influencerin“ und ehemalige Laiendarstellerin Yvonne Pferrer, die man früher anscheinend auch des Öfteren in Köln 50667 über die Mattscheibe flimmern sehen konnte. Anfang Juni hat sie auf Ihrem Instagram-Account ein Foto eines Naturpools in Bayern veröffentlicht und in Ihrer Story den Weg dorthin samt Drohnenflug präsentiert. Mal ganz angesehen davon, das die Nutzung von Drohnen in dem entsprechenden Nationalpark per Gesetz strikt verboten ist, sind an dem Ort schon mehrere Personen zu Tode gekommen. Von der Zahl der Schwerstverletzten möchte ich gar nicht erst reden!

Yvonne wurde sowohl vom Nationalpark als auch von zig hunderten Lesern und Naturfotografen gebeten, das Foto doch bitte zu löschen, da sie aufgrund ihrer recht großen Reichweite andere dazu animieren könnte, dort ebenfalls hinzugehen.

Tjoa, den Rest kann man sich denken. Es interessiert sie, sorry für die plumpen Worte, offensichtlich einen absoluten Scheiß, was Ihr jemand sagt und ob es irgendwelche Regeln, Gesetze oder Strafen gibt. Negative Kommentare oder Kritik wird gar nicht erst beantwortet, ausschlißelich auf positive Bussiglubschiherzchen-Kommentare wird mit plumpen Kussmund-Emojis reagiert. Das Foto ist nicht nur weiter online, nein … als Krönung wurde nur einen Tag später noch ein weiteres Foto von derselben Location gepostet! SERIOUSLY ??? So kann man sich natürlich auch selber demonitieren und dafür sorgen, dass man nie wieder eine Kooperation in Zukunft bekommt. Ein wenig Grips sollte man im Hirn schon haben, wenn man sich in diesem medialen Bereich aufhält.

Aber nun gut, was will man erwarten, von jemandem, der in der Story mit den Worten „Dieser Wanderung und dieser Ort ist wirklich gefährlich!!!“ vor dem Ort „warnt“ *hust*

Weitere Infos dazu: Klick  – Klack  – Klöck

Und als wäre der Shitstorm über das eine Foto nicht genug, folgt nur wenige Tage später der nächste Klops. Yvonne und Ihr Freund gehen wild campen im Schwarzwald, übernachten dort, befahren für Fahrzeuge gesperrte Forstwege und filmen das ganze auch noch mit Ihrewr Drohne. Alle 4 Dinge sind per Gesetz im Nationalpark Schwarzwald VERBOTEN! Aber was juckt es jemandem, der für Klicks alles macht und kein Gewissen hat? Anscheinend nichts. Influencer im Jahre 2020 ?? Wenn alle so sind wie in diesem Beispiel, können die einfach nur abgeschafft werden!

Noch mehr Gedanken zum diesem Thema auf reisevergnuegen.com

 

Instaboyfriends, was zur Hölle geht mit Euch?

Hinter vielen schnieken Instagram-Instafluencer-Auftritten steckt häufig eine ganz eigene Spezies Mensch, der sogenannte Instasklav….äh, Instaboyfriend (der Instagram-Account hat inzwischen über 182.000 „Follower“). Der gemeine Instaboyfriend zeichnet sich vor allem durch diverse Life-Hacks aus: Endlose Geduld, einen Lachanfall herunterschlucken zu können, fotografisches Geschick, er ist allzeit bereit für den spontanen Schuss und er hat sämtliche Insta-Repeat Motive auswendig gelernt und im Kopf.

Als Lewi-G, ein Reddit-User, im Juli 2018 dieses Foto aufgenommen hat, ging es bereits kurze Zeit späte viral. Auf sämtlichen Social Media Plattformen wurde darüber gelacht und geschmunzelt, wie zig Influencerperlen allesamt zur gleichen Zeit von ihrem Instaboyfriend in der Maya Bay auf Ko Phi Phi quasi ein identisches Foto machen lassen. Das ist die Realität heutzutage und nicht ausgedacht. Interessanterweise werden die Instaboyfriends auf diversen Plattformen inzwischen sogar mehr gefeiert als das Motiv vor ihrer Linse. Warum das so ist … verstehe es wer will. Vermutlich ist es Mitleid, eine andere Erklärung hab ich so adhoc nicht dafür.

Warum Reiseblogger übrigens nur in Ausnahmefälle als Influencer taugen, das sieht man wunderschön und augenzwinkernd auf wandernd.de im Artikel Influencer-Posen nachgestellt von Reisebloggern.

 

Let’s „do it for the gram“

Unter dem Hashtag #doitforthegram finden sich inzwischen über eine halbe Millionen Fotos. Egal ob vom Essen, unterwegs auf Reisen, geschminkte Püppchen oder austauschbare 08/15-Motive, dort ist quasi alles vertreten. Was „Do it for the Gram“ anrichtet, das kann man auf der ganzen Welt beinahe täglich beobachten. Orte werden wegen Überfüllung geschlossen, Natur wird durch zu viel Müll oder Overtourism zerstört, Leute sterben für irgendein dämliches Fotos an einer Klippe oder weil sie in Island am Strand von Reynisfjara mal testen möchten, ob die Wellen wirklich so tödlich sind wie immer behauptet wird.

Fun Fact am Rande: Pro Jahr sterben inzwischen mehr Menschen durch Selfies als durch Hai-Angriffe. Zwischen Oktober 2011 und November 2017 sind weltweit über 259 Menschen bei Selfies gestorben. Altersdurchschnitt: 23 Jahre! Im selben Zeitraum haben Haie gerade einmal 50 Menschen getötet. Offensichtlich ist es also gefährlicher mit seinem Handy ein Selfie zu machen, als vor Südafrika im Meer schwimmen zu gehen. Mehr muss man eigentlich nicht wissen.

Und mal ehrlich, wer so völlig merkbefreit ist und im Yellowstone einem Bison dermaßen nahe kommt, der muss sich nicht wundern, wenn es sein letzter Besuch dort gewesen ist. Gerade im Yellowstone National Park scheint es dermaßen viele dämliche Selfiegeile-Menschen zu geben, dass man sich fragen muss, was bei denen nicht mehr richtig im Kopf ist. Der Instagram-Account Tourons of Yellowstone zeigt regelmäßig solch hirnloses Verhalten und auch auf mycountry955.com gibt es eine nette Galerie mit dem bezeichnenden Namen Best of the Worst Tourons of Yellowstone.


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In einer Zeit, wo durch LTE-Empfang in den entlegensten Winkeln der Urlaub nur einen Blick in die Instagram-Timeline entfernt ist, wo Flüge selbst ans andere Ende der Welt erschwinglich sind und sogar in Tasmanien die ersten Instagrammer auftauchen, da ist jedes gepostete Foto unter Umständen das letzte, was einen Ort in dieser unberührten Form zeigt. Und glaube mir, Du möchtest nicht Schuld daran sein, wenn ein bisher eher unbekannter Ort Opfer von Massentourismus wird irgendwann – bloß, weil Du einmal ein Foto davon gepostet und den Namen verraten hast.

Do it for the Gram, so ein elementarer Blödsinn. Do it fot the brain. Und zwar für Dein eigenes. Do it verdammt nochmal verantwortungsvoll und behalte solche Orte für Dich. Genieß doch einfach mal den Moment, lasse die Kamera einfach Kamera sein und sauge die Faszination eines Ortes nur in Deinen Erinnerungen auf. Denn Deine Erinnerungen, die hast Du bis zum Rest Deines Lebens. Dein „Instagram-Ruhm“ kann schneller vorbei sein als Dir lieb ist.

 

 

Wohin geht die Reise der gelben Influencer-Jacken und Foto-Faker?

Tja, eine gute Frage. Wohin geht die Reise? Wie viel von unserem Planeten möchten diese selbsternannten „wichtigen Leute“ denn noch zerstören, bevor die erste „Blog-Greta“ aus dem Staub empor steigt und allen Reisenden dieser Welt die Leviten liest. Latscht nicht in das Moos, beachte doch einfach Regeln und Gesetze, verhalte Dich nicht wie ein Elefant im Porzellanladen … bloß, für ein Selfie in irgendeinem Blumenfeld, von dem Du Dir wieder ein paar anonyme Klicks erhoffst. Die Banalität des Besonderen, wie es auf netzpolitik.org so schön heißt.

Klicks, die für Dich als Neu-Influenzerchen wiederum heißen, dass Du vielleicht von irgendeiner 08/15 Marketing-Agentur ein Angebot für eine Kooperation bekommst. Hier mal ein Fläschchen Shampoo ganz authentisch vor einer Klippe in die Kamera halten, dort mal die neuen Sneaker gekonnt in Szene setzen, während Du so tust, als ob Du joggst – obwohl Du das eigentlich hasst. Das Du dabei nur Mittel zum Zweck bist und die Bezahlung in jugendlicher Aufmerksamkeit erfolgt, das ist eher nebensächlich – außer für Deine Ego, das braucht diese gefakte Anerkennung vielleicht.

Wenn Du dann noch irgendeinen Fake-Filter von Instagram über das tolle Foto legst, sieht es sogar fast so aus, als wenn Du Spaß dabei hast zu joggen. Oder besser noch, tausche mit Luminar 4 doch einfach direkt den ganzen Himmel aus und mache aus einem Regentag den perfekten Tag mit Sonnenschein. Aber pass dabei auf, dass Du nicht aus Versehen immer denselben Himmel ins Foto stempelst. Sonst kann es schnell peinlich werden.

Ich habe zwar selber noch ein Instagram-Profil, nutze dies aber kaum noch. Der Grund ist die stetig sinkende Resonanz, ganz egal, wie häufig man etwas postet. Ich bin auch schlicht nicht ambitioniert genug, um mit kribbeligen Fingern jeden Tag vor einer App zu sitzen und mir zu überlegen, welches Fake-Foto ich heute mal wieder poste – bloß, damit mir die Follower nicht weglaufen. Aber auch andersrum ist das durchaus möglich, denn selbst einige Influencer haben manchmal einfach die Nase voll.


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Glaubwürdigkeit? Pustekuchen!

Es ist irgendwie merkwürdig. Da werden Fotos gefaked um Likes zu bekommen von anderen, die ebenfalls Fotos faken um Likes zu bekommen. Was für ein Hohn, den Sinn dahinter muss man nicht wirklich verstehen denke ich.

Realität und Instagram könnten weiter nicht auseinander liegen. Nichts ist, wie es scheint. Fast hat es den Anschein, als könnte man einen Kreisel drehen, um zu sehen, ob man in der Realität ist oder träumt – ganz so wie Leonardo DiCaprio in Inception. Bloß, dass es im Falle von Instagram viel leichter herauszufinden ist.

Es grenzt fast schon an ein Paradoxon, dass Influencer immer vorgeben, möglichst authentisch zu sein und wie ein Prediger von Authentizität sprechen, sie dann ihren Followern aber das Blaue vom Himmel in ihrer Timeline vorlügen. Wie authentisch ist man dann noch, bitte? Unangenehmer Nebeneffekt: Stets und ständig muss man aufpassen, dass man nicht „auffliegt“.

Es scheint ein neuer Trend zu sein, sich Follower durch eine Fantasywelt aufzubauen, die ebenso real ist wie die Elben im Herr der Ringe Film. Inzwischen gibt es sogar viele YouTuber, die absichtlich Reisen etc.faken und dann hinterher darüber aufklären, damit man einmal sieht, wie leicht es eigentlich ist die reale Welt da draußen auf den Arm zu nehmen. Instagram ist NICHT das wahre Leben!

Die Abschaffung der Like-Anzeige in Instagram ist für viele ein Schritt in die richtige Richtung, damit der Like-Geilheit einiger vielleicht endlich mal ein Riegel vorgeschoben wird. Und auch ich persönlich würde es begrüßen, wenn man überhaupt nicht mehr sieht, wie viele Likes irgendein bestimmtes Foto bekommen hat. Denn wie aussagekräftig sind solche auf den ersten Blick hohe Reichweiten eigentlich, wenn gekaufte Fake-Follower oder Bots gefakte Bilder liken?


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Viele hoffen inzwischen, dass diese merkwürdige Blase – wie schon des öfteren inzwischen vorhergesagt – sich in Kürze in Luft auflöst und kein Hahn mehr danach kräht. Aktuell ist das noch Wunschdenken, aber wer weiß. Es kommt vermutlich nicht von ungefähr, dass gerade 2019 die Glaubwürdigkeit von Influencern einen ersten groben Einbruch um 13% im Vergleich zum Vorjahr erlitten hat.

Glaubwürdigkeit … was für ein großes Wort eigentlich. Wenn man sich dann mal vor Augen führt, dass einige der großen Influencer-Accounts von BBC Three ganz nett hinters Licht geführt wurden (Facebook-Account wird zum anzeigen des Clips benötigt), indem man ihen eine gefakte Kooperation angeboten hat, wo sie Werbung für Blausäure machen sollen, dann krempelt sich mir echt die Hutschnur hoch und ich kann abermals nur Greta an dieser Stelle zitieren: „HOW DARE YOU?

Wie könnt Ihr es wagen, für so etwas tatsächlich Werbung zu machen. Offensichtlich wurde das Produkt, ohne es auch nur im Ansatz zu hinterfragen, tatsächlich von den entsprechenden Accounts beworben. Nur mal zum Verständnis: Blausäure ist hochgiftig und wurde im zweiten Weltkrieg in den Konzentrationslagern benutzt !!

Ich wette, keiner von den Duracell-Hasen in dem Facebook-Video hat überhaupt jemals von Blausäure gehört. Warum sollte man es also hinterfragen? Wer tatsächlich denkt, dass Influencer auch nur ansatzweise wissen, was sie da überhaupt bewerben, dem ist nicht mehr zu helfen. Offensichtlich spielt tatsächlich nur Geld eine übergeordnete Rolle. Wenn der Lohn stimmt, dann wird anscheinend selbst für jedes noch so fragwürdige Produkt in die Kamera gelächelt und so getan, als würde man den heiligen Gral bewerben.

Schon 2017 hat Coral Spott und Hohn geerntet, als das Unternehmen die wohl bekloppteste Instagram-Werbung überhaupt damals bei einigen Influenzerchen mit dem Hashtag #coralliebtdeinekleidung in Auftrag gegeben hat. Auf leitmedium.de ist das wunderbar zusammengefasst.

Drei ganz lustige Seiten zum Thema Instagram Fails:

Perlen des Influenzermarketings | Facebook

Failfluencers (@failfluencers) | Twitter

Influencerreality (@infoluencer) | Twitter

 

 

Influencer werden als Traumberuf. Ernsthaft, „Generation Internet“?

68 Prozent der Digital Natives (so bezeichnet man inzwischen Jugendliche, die in der digitalen Welt aufgewachsen sind), können sich ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. 69 Prozent sind sogar fest davon überzeugt, dass die digitale Welt sie glücklich macht. Und fragt man 10 bis 18-jährige heutzutage nach ihrem Berufswunsch, dann wundert es nicht, dass Influencer oder YouTube-Star tatsächlich eine weit verbreitete Antwort ist.

Früher wollten die Jungs noch Feuerwehrmann oder Fußballer werden. Mädels mochten es, Kindergärtnerin oder Krankenschwester zu sein, wenn sie „mal groß“ sind. Die „Generation Internet“ interessiert sich dafür heute nicht mehr. Sie bleibt anscheinend lieber bei dem, was sie kann … das Internet benutzen.

Einer der Gründe für diesen „Berufs“wunsch ist vermutlich, dass sich in den Köpfen der Jugendlichen eines inzwischen manifestiert hat: Als Influencer bekommt man viele Dinge einfach völlig umsonst. Hier mal ein Produkt testen und danach behalten, dort mal eine kostenlose Übernachtung im 5*-Hotel. Alles völlig „normal“ offensichtlich. Das dem nicht so ist und man sich einfach nur durch die Gegend schmarotzt … wer soll ihnen das schonend beibringen?

Wen wundert es da, dass der ein oder andere nicht gerne solch einen „Beruf“ ausüben möchte, wenn man in diesem Irrglauben gelassen wird? Für einen Beruf benötigt man eine mehrjährige Ausbildung samt Prüfung – und nicht bloß einen Monitor mit einem Social Media Account! Und das mir jetzt keiner damit kommt und sagt, aber Otto bietet demnächst eine Ausbildung zum Influencer an.

Dass Influencer oder YouTube-Star kein wirklicher Beruf ist, das muss den Generationen Y und Z wohl erst einmal noch jemand schonend beibringen. Denn beides hat gesellschaftlich betrachtet nicht ansatzweise einen Nutzen oder Stellenwert. Würde beides nicht existieren, die Welt würde sich weiterdrehen und niemand würde es vermissen. Was aber, wenn Feuerwehrleute, Elektriker, Zahnärzte, Lehrer, Busfahrer oder ein Bruchteil der arbeitenden Bevölkerung aus vorherigen Generationen nicht mehr existieren würde? Ein Leben, wie es die heutige Jugend gewohnt ist, wäre nicht mehr denkbar.

Irgendjemand ist verantwortlich dafür, dass Ihr überhaupt einen Fernseher oder ein eigenes Zimmer zu Hause habt. Oder das das Flugzeug tatsächlich fliegt, mit welchem ihr um die Welt reist. Oder ein Handy in der Hand haltet. Ihr keine Schmerzen mehr habt, wenn Ihr einen Arzt aufsucht oder Euch gegenseitig auf TikTok beömmeln könnt. Irgendjemand war so schlau, all das zu entwickeln. Unvorstellbar, dass man einen Lichtschalter betätigt und die Lampe an der Decke geht tatsächlich an, oder? Warum passiert das? Wer ist dafür verantwortlich? Ein YouTuber? Ein Influencer, der gerade völlig authentisch in der Wanne mit einem Föhn sitzt und seine gegelten Haare in Form bringt und das Foto dazu per Filter hochlädt? Wohl kaum!

Während Ihr Euch heutzutage mit sinnentleerten und menschenfeindlichen Plattformen wie TikTok die Langweile vertreibt, waren Eure Eltern in dem Alter noch draußen an der frischen Luft. Wir haben fangen gespielt und Schlammschlachten geschlagen, uns auf buckeligen Ackern ein Fußballfeld zurecht gebastelt oder sind mit klapprigen Fahrrädern losgefahren um die Stadt zu erkunden.

Das Leben als Jugendlicher hat sich draußen abgespielt. „Draußen“, das ist da, wo die Fantasywelt von Handy, Tablet, PlayStation & Co. aufhört und hinter der Haustüre das tatsächliche Abenteuer beginnt.

Glaubt man einer Studie, dann sind 80% aller Jugendlichen der Generation Internet heute alleine gar nicht überlebensfähig. Da ich selber zwei Kinder im Alter von aktuell 9 und 16 Jahren habe, würde ich soweit zwar nicht gehen. Zumal man als Eltern darauf ja auch immer noch ein wenig Einfluss hat … oder zumindest haben SOLLTE, sofern es die Eltern denn auch interessiert.

Wenn ich aber eines auch im eigenen Familien – und Bekanntenkreis beobachten kann, dann ist es, dass selbständiges Denken nicht wirklich möglich zu sein scheint für einen erschreckend großen Teil. Die Gehirnzellen von sich aus einmal in Wallung zu bringen, scheint eher eine Ausnahme als die Regel zu sein. Man muss als Erwachsener den Kids also tatsächlich erst bestimmte Dinge vorgeben, sonst passieren sie schlicht und ergreifend nicht – obwohl sie sich quasi schon vor der Nase befinden und mit einem 100m langen Zaunpfahl winken.

Wenn man sich die Allgemeinbildung der kommenden Generation einmal ansieht, dann kann einem auf alle Fälle nur angst und bange werden. Gebt Ihnen einen Hammer samt Nagel um ein Bild aufzuhängen und schaut, was passiert. Selbst solche simplen Dinge bekommt von der Generation Z kaum noch jemand hin.

Passend dazu ist mir der Artikel „Was werde ich, wenn ich doof bin?“ ins Auge gesprungen und auch ein Video hab ich wieder ausgegraben. Ja, der Clip schon älter, aber alle neueren dieser Art, die ich gefunden habe, werden von merkwürdigen Gestalten in Fußgängerzonen durchgeführt, die man nicht wirklich zeigen möchte.


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Was für ein merkwürdiger Artikel

Betrachtet man den Artikel hier jetzt als Ganzes, dann dürfte er im Prinzip niemals nicht in irgendwelchen Suchergebnissen bei Google auftauchen. Er ist beschissen formatiert, hat zu lange Absätze und viel zu viel Text zwischen den einzelnen Überschriften. Außerdem ist er mit über 6900 Wörtern und 25 Minuten Lesezeit im Ganzen deutlich zu lang, besitzt keine Bilder als Auflockerung vom Fließtext, nach Keywörtern hab ich gar nicht erst gesucht und ein optimiertes Rich Snippet existiert ebenfalls nicht.

Damit wäre der Beitrag aus der Sicht eines SEO-Menschen absoluter Müll. Aus meiner persönlichen Sicht ist er das aber nicht. Ich weiß schließlich, dass ich damit keinen Blumentopf gewinnen möchte. Es ist mir schnurzegal, ob ich damit auf Position 0, 1, 27 oder 2.456 bei Google in den Suchergebnissen gelistet werde. Oder vielleicht auch überhaupt niemals dort auftauche. Ich wollte den Artikel einfach nur schreiben. Für Dich. Natürlich auch für mich. Aber garantiert nicht für Google.

Sicherlich wird jetzt auch der ein oder andere wieder sagen „Was regst Du Dich eigentlich über so etwas unwichtiges wie Influencer auf und verschwendest Lebenszeit damit, überhaupt diesen Text zu tippen. Scroll weiter, wenn Dich etwas nicht interessiert und fertig“. Dann gibt es sicherlich noch die, die glauben mit einem dieser ulkigen „Mimimi“-Sprüche punkten zu können. Auch „Heul leise“ liest man ja immer öfter heutzutage. Vermutlich wird es auch Leute geben die sich denken „Aus dem spricht der pure Neid“.

All diesen Leuten sei gesagt, ich rege mich weder auf, noch bin ich „neidisch“ in irgendeiner Form. Worauf denn bitte auch? Ich war schon hier, da waren einige YouTuber noch nicht einmal geboren. Und ich werde auch immer noch hier sein, wenn diese längst wieder in der Versenkung verschwunden sind. Fakt ist leider: Man kommt an all diesen Themen heutzutage kaum mehr vorbei, wenn man eine Homepage einen Blog selber betreibt oder ganz allgemein auch nur das Internet nutzt. Und klar, auch ich benutze es logischerweise. Ganz einfach, weil heutzutage ohne kaum noch etwas geht.

Also nein, ich rege mich nicht auf, ich beobachte lediglich und nutze die Möglichkeit, die mein Blog mir bietet, meine Beobachtungen einmal mit dem Rest da draußen zu teilen. Denn genau dafür ist ein Blog schließlich da. Ein Blog, der früher mal eine Homepage gewesen ist. Früher … wo alles noch besser war, als es diese Influencer Influenza der Marketingfirmen noch nicht gegeben hat.

In diesem Sinne …

 

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