Mexico Yucatan – Iberostar Paraiso del Mar

Mai 2002 … wir wollten endlich mal eine Fernreise unternehmen. Frauchen hatte in einem Katalog ein Hotel entdeckt was es uns beiden sofort angetan hatte. Es war das Iberostar Paraiso del Mar an der Riviera Maya auf der Halbinsel Yucatan … in Mexiko. Mit Mexiko hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt eigentlich immer Cocktails, Sombreros und Speedy Gonzales in Verbindung gebracht …

Also musste ich selbst erst einmal auf der Karte nachschauen WO GENAU Yucatan eigentlich liegt. Der rote Kreis unten auf der Karte kennzeichnet in etwa die Riviera Maya … dort befindet sich auch unser Hotel, unweit von Playa del Carmen.

 

Karte Mexiko

 

Das war also doch mal ideal, um ins Heimatland eines der Helden meiner Jugend zu fliegen! Der Iberostar-Hotelkomplex wurde im Winter 2000 eröffnet und besteht mittlerweile aus den Anlagen Paraiso del Mar, Paraiso Beach, Paraiso Maya dem Paraiso Lindo und einem Grand Hotel, wo nur Personen ab 18 Jahren Zutritt haben. Die beiden letzteren waren bei unserem Aufenthalt allerdings noch nichtmals ansatzweise irgendwo zu sehen. Das Hotel liegt ziemlich genau zwischen Cancun und Playa del Carmen. Der Transfer vom Flughafen Cancun dauert knapp 35 Minuten, was nach dem doch recht langen Flug noch im Rahmen des Erträglichen liegt.

Ankunft am Flughafen: Als wir die Gangway des Flugzeuges hinunter wandern, trifft mich fast der Schlag … SO warm hätte ich es mir nicht vorgestellt und auf einmal war die eigentlich viel zu kühl eingestellte Klimaanlage im Flieger wieder eine wirklich gute Vorstellung. Na ja, „das wird schon werden“ denken wir uns, spätestens sobald wir IM Flughafengebäude sind. Aber – nix da. Klimaanlagen gibt es hier auch nicht. Stattdessen steht alle hundert Meter mal ein Standventilator vom Ausmaße eines 19″ PC-Monitors rum. Der Wunsch, noch einmal kurz in den kühlen LTU-Flieger zurückzukehren wurde immer stärker *schwitz*

Aber … wozu sind wir schließlich hier. Schwitzen ist jetzt halt angesagt. Im Mai/Juni ist hier nämlich eigentlich das Ende der Trockenzeit und es beginnt die regenreiche Phase des Jahres. Das bedeutet: Hohe Luftfeuchtigkeit und ziemliche Schwüle, die Luft ist zum schneiden dick. Egal, das haben wir uns ja selber so ausgesucht, schließlich konnte man das in jedem Reiseführer vorher auch nachlesen. Unter Regenzeit versteht man in diesen Ländern übrigens nicht, das es durchgehend x Stunden am Tag regnet. Üblicherweise schauert es kurz und kräftig und danach scheint wieder die Sonne. Das durften wir dann auch ein, zwei Mal miterleben. Innerhalb kürzester Zeit stand alles knöcheltief unter Wasser. Kurze Zeit später war der Spuk dann aber auch wieder vorbei und es gab strahlend blauen Himmel. Nichtsdestotrotz ist im Mai touristsche Hochsaison auf Yucatan (mal abgesehen vom Spring Break im Februar). Man sollte sich also nicht von den paar Schauern abhalten lassen, mitunter ist es sogar eine richtige Wohltat und eine willkommene Abwechslung zum allgemein sehr schwülen Wetter.
Bei der Ankunft am Hotel trifft uns erst mal wieder der Schlag. Solch eine imposante Eingangshalle waren wir natürlich aus den ganzen anderen Urlauben in Europa gar nicht gewohnt. Und nicht nur die Empfangshalle, auch als wir weiter zu unserem Zimmer wanderten, stockte uns erst einmal der Atem. Was für eine unglaubliche Natur hier in der gesamten Anlage. Wir kamen aus dem staunen gar nicht mehr heraus …

 

Eingangshalle des Iberostar Hotels

 

… hier liefen Flamingos frei herum, Pfaue kreuzten unseren Weg … irgendwie war das alles ziemlich unwirklich im ersten Moment.

Flamingos im GartenGarten

Auf dem Zimmer angekommen (wir wurden übrigens mit einem Golfwagen dorthin gefahren, weil die Anlage so riesig ist), bestätigte sich der positive Gesamteindruck. Das war ja fast schon eine Luxuswohnung! Nachdem wir alles soweit ausgepackt hatten, wollten wir dann endlich den Pool erkunden. Von ihm hieß es, es sei die größte Poollandschaft der gesamten Karibik. Das konnten wir natürlich gar nicht glauben, wo es doch so viele Hotels mit riesigen Pools gibt. Was wir dann allerdings zu sehen bekommen haben, übertrifft wirklich alles, was wir – auch bis zum heutigen Zeitpunkt – an Poollandschaften gesehen haben.

 

Panorama Pool

 

Es ist unmöglich, den gesamten Poolbereich so zu fotografieren, das man ihn wirklich komplett auf ein Bild bekommt. Dazu bedarf es schon eine Luftaufnahme!! Es gab innerhalb des weitläufigen Poolbereiches sogar noch abgetrennte Bereiche für die Animation, einen Ruhepool, Wasserliegen, Yacuzzis, Wasserfälle und und und. Will man den gesamten Pool einmal zu Fuß umwandern ist man gut und gerne 15 Minuten unterwegs. Im Wasser dauert das ganze wegen der Trägheit natürlich umso länger. So etwas ist natürlich schon beeindruckend.

Jeden Tag wird der Pool von mehreren Angestellten gereinigt. Diese steigen dazu sogar ins Wasser und schrubben die Seitenwände von Hand (!) ab. Das passiert allerdings fast unmerklich, wenn man nicht drauf achtet bekommt man es gar nicht mit. Am Pool verteilt befinden sich mehrere SwimUp-Bars, an denen man sich einen Cocktail, Snacks und alles, was das Herz sonst so begehrt besorgen kann. Die Cocktails werden generell NUR mit Originalflaschen und frischen Früchten zubereitet! Auf Wunsch gibt es auch Softeis an den Bars.

Wasserfall im PoolLiegen im Pool

Wegen der Größe der Anlage (Laufzeit zu Fuß von der Rezeption zum Strand: circa 10 Minuten) verkehrt hier übrigens der Minizug „Paraiso Express“, der die etwas gehfauleren Urlauber durch die Anlage oder auch fast bis zum Strand fährt. Er hält an jedem zweiten der 2 – 3 stöckigen Wohnhäuser und an allen wichtigen Punkten.

Nachdem wir den Pool einmal umrundet hatten, machten wir uns – über einen kleinen Steg, welcher ein Stück mitten durch den Dschungel führt – auf dem Weg zum Strand. Dieser hat, entgegen der Erwartungen, allerdings keine einzige Palme vorzuweisen. Schade, dabei hatten wir uns doch so auf einen Karibik-Katalogstrand gefreut. Irgendwie tut das dem Ganzen aber keinen Abbruch, da der Strandbereich an sich schneeweiß ist und mit anderen Dingen punkten kann. So gibt es zum Beispiel einen kleinen Steg, der raus auf’s Wasser führt. Es gibt Hängematten am Strand. Duschen im Sand. Kristallklares Wasser. Eine Strandbar. Was will man eigentlich mehr? Hier kann man es sich schon gut gehen lassen. Man kann sich auf Wunsch auch hier massieren lassen am Strand, das hat schon was.

StrandStrand

Nachdem wir also im Verlauf des ersten Tages ausgiebig die Anlage erkundet haben, stand dann irgendwann Abends ja auch Essen auf dem Programm. Hierbei kann man aus unterschiedlichen Alternativen auswählen. Entweder man geht in eines der Buffetrestaurants, welche keine Seitenwände haben und man somit eigentlich fast im Freien sitzt (wenn man sich denn auch am Rand platziert), oder aber man wählt schon vorab durch Reservierung eines der Spezialitätenrestaurants aus. Davon gibt es 5 an der Zahl, einen Mexikaner, einen Japaner (ein wirkliches Erlebnis!), ein Steakhouse, einen Brasilianer (hier kann man unter anderem Affenfleisch essen) und ein mediterranes Restaurant.

Das Essen war die ganze Zeit über einfach nur genial, so gab es unter anderem auch mehrmals Lobster im Buffetrestaurant. Überhaupt war für jeden etwas dabei. Es gab sogar eine vegetarische Ecke mit einer ziemlichen Auswahl an Speisen. Voll war es in den Restaurants eigentlich zu keiner Zeit, da sich das ganze aufgrund der Größe und einer Zeitspanne von 4 Stunden, in der man Abends im Buffetrestaurant speisen kann, einfach ausreichend verteilt.Zudem ist man nicht unbedingt gezwungen, diese Hauptmahlzeit einzunehmen. Theoretisch könnte man nämlich hier 24 Stunden rund um die Uhr nur essen. Es gibt von 7 – 10h Frühstück, von 10 – 12 Uhr Spätaufsteherfrühstück, von 12 – 15 Uhr Mittag, von 15 – 19 Uhr Kuchen und Snacks , ab 19 Uhr bis 22 Uhr Abendbuffet, von 22 – 0 Uhr Steakhouse und von 0 Uhr bis morgens um 7 Uhr kann man noch in eine Pizzeria gehen. Abnehmen ist hier also fast ein Ding der Unmöglichkeit. Vielleicht sind deshalb hier auch einige früh morgens immer joggen gewesen!

Als kleine Zugabe kam beim Essen manchmal dann auch noch eine mexikanische Band durch die Restaurants, welche an jedem Tisch ein persönliches Ständchen vor spielte. Das war schon ganz schön romantisch.

Buffet Restaurantabendl. Tischmusik

Da wir aber auch ein wenig was vom Land hier sehen wollten, haben wir natürlich auch ein paar Ausflüge unternommen. Vom Hotel aus fährt ein Gratis-Busshuttle nach Playacar. Das ist die Hotelzone von Playa del Carmen, in welcher sich diese Hotels befinden. Die Fahrtzeit hierher beträgt knapp 20 Minuten. So führt uns unser erster Weg auch direkt dorthin. Hier kann man unter anderem auch alle Annehmlichkeiten des Hotels Iberostar Quetzal nutzen. Das AI-Bändchen aus unserem Hotel gilt dort nämlich auch.

Nachdem wir uns dort ein wenig im Inneren umgesehen haben, haben wir uns noch kurz den Hotelstrand angeschaut. Allerdings waren wir dann froh, das wir NICHT hier, sondern das anderer Hotel gebucht hatten. Viel zu voll und gar nicht so schön wie bei uns war es hier. Schnell weg. Dafür gibt’s hier im Hotel frei lebenden Affen. Hat auch was, das sieht man schließlich nicht jeden Tag.

 

Playacar

 

Draußen angekommen, sind wir dann ein wenig durch Playacar gewandert, bevor wir weiter geschlendert sind zur Promenade von Playa del Carmen. Hier pulsiert das Leben und ständig und an jeder Ecke wird man von den Einheimischen angesprochen. Wenn man nicht aufpasst, wird man förmlich in die diversen Souvenirläden hineingezogen. So etwas finde ich persönlich nicht gut, das muss einfach nicht sein. Schade, so etwas nimmt dem ganzen auch irgendwie den bis dahin positiven Gesamteindruck. Aber irgendwie ist das ja (fast) in jeder Touristenhochburg das Gleiche *stöhn* … Aus dem Nichts tauchte dann plötzlich auch noch ein Restaurant auf, was wir hier eigentlich gar nicht vermutet hätten. McD gibt es eben echt überall.

… und so viele Corona-Buden hab ich in meinem ganzen Leben auch noch nicht auf einem Fleck gesehen. Allerdings kam irgendwann auch noch sogar ein vernünftiger T-Shirt Laden, der Tag war also gerettet! Die Wahl fiel auf eine Shirt von einer Tommy-Hilfiger-Parodie mit einem Killerchihuaha und einer Coronaflasche im Arm.

McDPlaya del Carmen

Am Strand von Playacar haben wir dann noch kurz miterleben können, wie eines der größeren Kreuzfahrtschiffe wieder in See gestochen ist. Bei unseren Reisen in Europa haben wir solche riesigen Dampfer bis jetzt noch nicht live gesehen.

 

Kreuzfahrtschiff

 

Im Hotel hatten wir einem Flyer gesehen von einem Park mit dem geheimnisvollen Namen Xcaret. Der Ort war den Mayas heilig, heute ist es eine Art Naturpark, für dessen Besuch man einen ganzen Tag einplanen sollte. Da wir gelesen hatten, das man dort unter anderem auch mit Delphinen schwimmen kann, konnten wir es natürlich kaum erwarten endlich hin zu kommen.

Wir fuhren also mit einem Taxi zum etwa 20km vom Hotel entfernt liegenden Park. Der Eintritt heute beträgt lt. Internet 59$ p.P. , was durchaus ein gerechtfertigter Preis ist wie ich finde. Übers Jahr verteilt kommen hierher angeblich über eine halbe Millionen Besucher. Aber selbst wenn es voll ist, man merkt die Anzahl der Menschen nicht wirklich – dafür ist das gesamte Areal einfach zu riesig. Eine der Hauptattraktionen hier ist der knapp 1km lange unterirdischen Fluss, welcher sich fast von einem Ende bis zum anderen Ende des Parks erstreckt . Hier kann man sich im glasklaren Wasser von der seichten Strömung durch Höhlen und Gänge treiben lassen. Diese Höhlen heißen in Mexiko Cenotes. Cenotes sind runde, steilwandige Wasserbecken, die durch den Einsturz einer Höhlendecke entstanden sind. Da wir das natürlich unbedingt auch erleben wollten, haben wir unsere Sachen alle in den dafür vorgesehen riesigen Seesack verstaut und haben uns Taucherbrille und Schnorchel ausgeliehen. Beim berühren meines dicken Zehs mit der Wasseroberfläche hat mich allerdings fast der Schlag getroffen. Laut Thermometer sind es unglaubliche 14°C Wassertemperatur !! Das soll wohl ein schlechter Scherz sein. Ich dachte erst, die Zahlen seien verdreht … aber nix da! Na ja, da müssen und wollen wir jetzt aber auch durch.

LeguanCenote

Am anderen Ende angekommen sind wir beide froh, das wir das mal miterleben durften. Ich habe glaube ich seitdem NIE wieder solch klares Wasser gesehen. Das schnorcheln im Höhlensystem hatte mitunter allerdings auch etwas unheimliches, da es an einigen Stellen auf einmal steil nach unten ging und man außer der deep blue sea nichts mehr gesehen hat. „Wer weiß, was da unten alles auf einen lauert“ ist es uns manchmal durch den Kopf gegangen … was natürlich Blödsinn ist, hier ist es absolut sicher! Außer ein paar harmlosen Leguanen haben wir auch nichts unheimliches an sonstigem Getier entdecken können.

Als nächstes haben wir ein wenig den Park erkundet. Dabei fallen einen immer wieder kleine versteckte Wassergrotten auf, in denen man schnorcheln kann wenn man möchte. Ein riesiges Becken mit Manatees gibt es hier auch, der Verrückte dort auf dem Seil bin übrigens NICHT ich *rofl* Ich frage mich gerade im Nachhinein, ob das balancieren über die beiden gespannten Taue überhaupt zulässig war für den normalen Parkbesucher. Egal, ist zum Glück nix passiert. Nicht auszudenken, wenn unser Kollege dort abgerutscht und auf einen Manatee gefallen wäre.

XcaretXcaret

In einem vom Meer abgetrennten Bereich konnte man sich dann auch noch in großen Luftreifen auf dem Wasser umher treiben lassen. Neben einem sind dann manchmal Pelikane gelandet und man konnte ihnen beim fischen zusehen. Das war schon ziemlich einmalig, und so aus der Nähe hatten wir so etwas ja auch bis dato noch nicht erlebt.

Der Fischreichtum hier ist übrigens wirklich unglaublich. Man kann sich theoretisch ins Wasser stellen und anfangen, diese sogar aus der Hand zu füttern. Wo gibt es so etwas denn bitteschön?

XcaretFische

Irgendwann haben wir dann endlich das Schwimmen mit den Delphinen reserviert für 12 Uhr. Um High Noon sollte es also zum Showdown „Mensch – Säugetier“ kommen! Nach einer kurzen Einweisung ging es dann los. In Xcaret haben die Delphine – im Gegensatz zu vielen anderen Orten auf der Welt, wo so etwas angeboten wird – die freie Wahl, ob sie mit den Leuten im Wasser spielen möchten oder nicht. Haben sie keine Lust, können sie durch eine Öffnung in ein anderes, abseits gelegenes Becken , oder aber auch sogar ins freie Meer hinaus schwimmen. Sie kommen trotzdem immer wieder zurück, wenn sie das machen … von ganz alleine. Die hohe Geburtenrate hier in dem Park spricht ebenfalls für sich und zeigt, das das Zusammenspiel Mensch – Delphin hier wunderbar funktioniert. Das macht einen schon ein bisschen neidisch – Delphintrainer hier an einem der schönsten Orte, wo wir bis jetzt gewesen sind … WAS für ein Traumjob !!

Mel beim Delphinschwimmen

 

Der ganze Spaß dauert ungefähr eine Stunde, wobei darin ein 15-minütige Einweisung mit Erklärungen enthalten ist. Hier erfährt man unter anderem, das Delphine es gar nicht gerne haben, wenn man ihnen an die Rückenflosse fasst und sich so von ihnen durch Wasser ziehen lässt (so etwas sieht man ja leider in anderen Parks und/oder Shows oft genug!). Das ist nämlich das gleiche, als wenn uns jemand an der Nase durch’s Wasser schleift … ein wirklich toller Gedanke, den ich mal direkt wieder vergesse!

Der Zeitvertreib an sich im Wasser ist auch keine Show. So darf man sich das nicht vorstellen. Die Tiere sind NICHT dressiert im eigentlichen Sinn. Sie können zwar ein paar wenige Kommandos, wenn der Trainer mit seinen Händen bestimmte Gesten macht – das war es aber auch schon. Die Tiere machen hier wirklich alles aus freien Stücken … und gerade DAS macht das ganze so einmalig wie ich finde!

XcaretXcaret

Wenn sich der Tag dem Ende neigt, kann man sich am Abend noch eine Mayashow ansehen. Diese findet im Zentrum der gesamten Anlage statt, welches aus einer Art Musical-Theater-Bühne besteht. Die Kulisse hier ist einem antiken Ballspielplatz damaliger Maya-Stätten nachempfunden. Die Zuschauer sitzen dabei wie in einem Stadion um die Bühne herum. Über 100 Künstler spielen hier unter anderem die Geschichte der Eroberung Mexikos nach.

Als alternative zu Xcaret gibt es übrigens noch einen ganz ähnlichen Park, nämlich Xel-Ha … was soviel bedeutet wie „wo das Wasser geboren wird“. Früher stand an der Stelle wohl mal eine Mayaruine. Heute tobt dort der Tourismus. Wir haben uns damals gegen Xel-Ha und für Xcaret entschieden, deshalb können wir keinen persönlichen Eindruck vermitteln. Mittlerweile soll Xel-Ha aber fast schon Disneyähnliche Züge annehmen, was sicherlich nicht jedermanns Geschmack ist, wenn man so etwas nicht gerade sucht

Ein ganz anderer Tagesausflug brachte uns nach Cobá, was soviel bedeutet wie „vom Wind bewegtes Wasser“ und nach Tulum, der einzigen Mayasiedlung am direkt am Meer. Übersetzt bedeutet Tulum „Mauer“ oder auch „Festung“, und spätestens wenn man an den ganzen fliegenden Händlern vorbei ist, welche sich unmittelbar vor Tulum tummeln (welch geniales Wortspiel *lach*) weiß man auch, warum … um die ganze Anlage herum verläuft nämlich eine endlos erscheinende, 4 – 6m hohe Steinmauer. Vom Eingang bis zu den Maya-Ruinen ist es ein knapp zehnminütiger Fußmarsch. Wer nicht laufen möchte, kann aber auch mit einer Touristenbahn fahren.

TulumTulum auf der Halbinsel Yucatan

Tulum ist nicht die architektonisch herausragendste Mayastätte, aber durch ihre Lage an der karibischen Küste vielleicht eine der schönsten. Auf jeden Fall ist sie die kleinste! Die Gebäude wurden zwischen dem 12. Jh. und Ende des 15. Jh. errichtet und hatten als Vorbild die Tempel aus Chichén Itzá. Das Hauptbauwerk in Tulum ist zugleich das bedeutendste Gebäude hier, der Tempel „des herabstürzenden Gottes“. Ein weiteres wichtiges Gebäude ist das Castillo, welches auch vom Meer aus gut zu erkennen ist. Angeblich sieht das von dort so bedrohlich aus, das sich die die Spanier seinerzeit nicht getraut haben, hier an Land zu gehen.

Die Eindrücke, die man hier bekommt, sind einfach unglaublich.

TulumTulum

Nach einem kurzen Stopp auf dem Rückweg bei den fliegenden Menschen (Startfoto auf der ersten Seite), ging es weiter nach Cobá. Das Fliegenspiel der Voladores in Mexiko wird übrigens vorzugsweise an hohen Feiertagen und vor allem während des acht Tage dauernden Fronleichnamsfestes vorgeführt. Während ein Musikant auf der Spitze eines hohen Mastes auf einem Instrument das Lied der Verzeihung in alle vier Himmelsrichtungen spielt, lassen sich 4 fliegende Menschen von oben hinab schweben. Ihre Füße sind dabei durch ein Seil mit einem drehbaren Gestell an der Mastspitze verbunden. So beginnen sie mit dem Kopf nach unten um den Mast zu kreisen, bis sich das Seil abgewickelt hat und sie auf den Boden kommen. Es handelt sich dabei um einen Fruchtbarkeitstanz, welcher die Götter mit den Menschen vereinen sollte. Es sind 4 Flieger weil es 4 Himmelsrichtungen gibt. Der Mast symbolisiert dabei die Vereinigung der menschlichen mit der höheren Welt. Insgesamt müssen die Flieger 13 Runden drehen, da dies zusammen die Zahl 52 ergibt (13 Runden x 4 Flieger = 52). 52 war damals eine magische Zahl. Man dachte nämlich, dass sich die Erde alle 52 Jahre erneuert. Aber das nur am Rande.

Öffnungszeiten Tulúm: 8 Uhr (im Winter ab 9 Uhr) bis 17 Uhr.
Der Parkplatz ist gebührenpflichtig.

Die Fahrt ging weiter 50 Kilometer nordwestlich nach Cobá. Diese Maya-Ruine liegt zwischen den fünf Seen Laguna Cobá, Laguna Macanxoc, Laguna Xkanha, Laguna Zacalpuc und der Laguna Sina A Kal. Hier befindet sich die angeblich höchste Pyramide Yucatans. Sie trägt den Namen El Castillo oder Nohoch-Mul und ist 42m hoch. 120 teilweise stark beschädigte Treppenstufen bringen einen hoch auf die Spitze in einen kleinen Ritualraum. Von dort oben hat man einen grandiosen Blick auf die umliegende Gegend, den Regenwald, die Seen und die weiteren Tempelsegmente. Man sollte aber unbedingt Gebrauch von dem gespannten Tau machen beim besteigen, da man wirklich sehr genau aufpassen muss, WO man hin tritt und auch leicht ausrutschen kann.

CobaCoba

Cobá an sich ist riesengroß, für Touristen ist allerdings nur ein kleiner Teil der Anlage zugänglich. Es mangelt der mexikanischen Regierung an Geld, um die komplette Anlage zu restaurieren. Ein Großteil von Cobá liegt deshalb noch komplett im Dschungel. Einiges davon kann man allerdings auf eigene Faust erkunden, man muss sich dann aber auf Trampelfaden den ungefähr acht Kilometer langen Weg durchs Urwalddickicht bahnen. Alternativ dazu kann man sich aber auch am Eingang ein Fahrrad oder eine Rikscha mieten.

 

Coba

 

Cobá war bereits ca. 100 n.Chr. bis ins 15.Jh. besiedelt. Die Spanier entdeckten diese Siedlung übrigens nie. In den besten Jahren lebten hier fast 40.000 Menschen. Mitten im Urwald, vorbei an einigen Termitenhügeln, gelangt man dann plötzlich an einen alten Ballspielplatz. Über 600 Ballspielplätze wurden bisher insgesamt gefunden. Der Platz von Chichén Itzá ist mit 91 x 36 m der bisher größte. Das Hauptmerkmal der Ballspielplätze sind die Zielsteine, ihre Abgrenzung erfolgte durch Mauern oder Treppen, welche gleichzeitig als Sitzfläche für das Publikum dienten.

Bei dem Ballspiel versuchten zwei Mannschaften mit je drei bis sieben Spielern einen Kautschukball, dessen Größe vom Tennisball bis zum Fußball reichte, durch einen Ring zu schießen, wobei der Ball nur mit Hüften, Knien, oder Ellenbogen, nicht aber mit den Händen berührt werden durfte.

Öffnungszeiten Cobá: täglich von 9 bis 18 Uhr

Sicherlich gibt es noch viele andere Ausflüge, welche man hier unternehmen und viele Sehenswürdigkeiten, die man sich hier anschauen kann. So waren wir zum Beispiel gar nicht auf Cozumel, wo man angeblich hervorragend tauchen kann.

 

Ballspielplatz, Coba

 

Chichén Itzá haben wir irgendwie auch nicht gesehen. Aber das werden wir bestimmt irgendwann nachholen. Als wir auf dem Rückflug sind merken wir glaube ich erst einmal, wo wir gerade eigentlich gewesen sind in den letzten 15 Tagen. Aber das erlebt man ja oft – man lernt solche Urlaube immer erst NACH dem eigentlich Urlaub zu schätzen. Wir werden auf jeden Fall definitiv irgendwann noch einmal hierher zurück kommen. Dafür haben uns Land, Kultur und auch die Menschen zu stark beeindruckt.

In diesem Sinne … Adios, bis bald *wink*

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