Das Fazit, es wird dieses Mal etwas länger ausfallen als sonst üblich und nicht nur in „das hat uns gut gefallen“ etc. gegliedert sein. Der Grund ist ganz einfach, das meiste lässt sich dieses Mal nicht in Zweizeilern erklären! Außerdem wird DIESES Fazit gesplittet sein und auch einige Zeilen von Danielle beinhalten. Sie hat selbst ein bisschen was geschrieben um ihre Sichtweise zu erklären … für den ein oder anderen, gerade auch für frisch gebackene Eltern, ist das vielleicht ganz interessant.

Die meisten Leute denen ich gesagt hatte das Finley mit dabei ist haben mir einen Vogel gezeigt. „Zu weit“, „zu lange Entfernungen“, „zu langweilig für ihn“ waren die Bedenken die man ständig hören durfte. Inzwischen kann ich einiges davon entkräften, anderes stimmt allerdings auch. So finde ich zum Beispiel selbst, das ich den überwiegenden Teil der Tagesetappen viel zu lang geplant hatte.

Mir als Fahrer macht das nichts aus, als Beifahrer oder gar hinten im Kindersitz an mehreren Tagen hintereinander 400 Meilen zurückzulegen ist aber sicherlich nicht wirklich spannend. Ich weiß allerdings auch nicht wieso mir das an einigen Tagen passiert ist, die Strecke war teilweise erheblich länger als ich gedacht hatte. Da kann man mal sehen das einem selbst nach so vielen Jahren immer wieder mal solche fauxpas passieren können. Und DAS, obwohl ich mir feste vorgenommen habe zukünftig immer nach dem Motto „Weniger ist mehr“ zu planen.

Das Problem dieses Mal war aber: Es gab drei Punkte die ich persönlich unbedingt einbauen wollte weil ich dort bisher noch nie gewesen bin. Die Alabama Hills, die Bisti Badlands und White Sands. Die meisten Leute würde diese drei niemals zusammen in eine 16-tägige Reise packen weil die Entfernungen einfach ZU weit sind. Aber gerade darin hab ich auch die Herausforderung gesehen.

Wäre ich alleine gefahren hätte ich als Startpunkt Vegas und nicht Los Angeles gewählt, die Stadt der Engel kann mir persönlich nämlich gestohlen bleiben. So aber musste ich eine Route basteln die mir des öfteren Kopfzerbrechen bereitet hat weil sie nicht „rund“ ist wie man so schön zu sagen pflegt … irgendetwas hat mir immer nicht gepasst, und jeder der selber schon mal eine Route geplant hat weiß wie sehr einen so etwas wurmt!

Letztendlich ist nun DAS dabei heraus gekommen was Ihr hier nachlesen konntet, es war eine Erfahrung die ich SO nicht noch einmal wiederholen möchte und ich habe auch durch diesem Urlaub wieder etwas dazu gelernt: Man KANN den Aufenthalt drüben noch so akribisch planen, vor Ort ist eh alles anders und man braucht immer eine Idee mehr als ursprünglich vorgesehen … oder zumindest einen Ausweichplan.

Über allem steht auf jeden Fall die Erkenntnis das diese Rundreise für mich die bisher komplizierteste gewesen ist was die komplette Planung angeht. Da nicht eindeutig klar gewesen ist ob ich alleine oder halt in der jetzigen Konstellation die Reise antreten würde habe ich quasi gleich zwei mögliche Rundreisen entworfen. Viel Spielraum für eine Route bietet der Monat März im Prinzip nicht, eine Rundreise muss sich eigentlich südlich von Page abspielen … alles weiter nördlich kann man vergessen weil es einfach zu kalt ist!

Das die Temperaturen im Gesamten jetzt trotzdem viel zu frisch waren, obwohl das südliche Arizona und Kalifornien wie New Mexiko eigentlich recht „sicher“ sind vom Reisemonat her … darauf war ich in DER Form überhaupt nicht vorbereitet. Alleine die Klamotten waren größtenteils völlig falsch zusammen gepackt.

Die Temperaturen und die langen Fahrtstrecken haben dann auch oftmals für eine brodelnde Stimmung gesorgt, ich kann mich ehrlich gesagt nicht erinnern das ich mich im Urlaub schon mal dermaßen gezofft habe. Das Blöde daran war nur, ich hab ja im stillen eigentlich gewusst das mir zu Recht vorgeworfen wurde das die Etappen viel zu lang sind und auf dem Weg eigentlich ZU wenig liegt was man sich zwischendurch noch ansehen kann. Da ich aber leider nicht der Schöpfer himself bin kann ich für die geografischen Lange der einzelnen Orte nix. Hätte ich sie planen müssen vor ein paar Millionen Jahren wäre die Welt eh bananenförmig und keine Scheibe … was? Moment mal … rund? Seit WANN bitte ist die Erde rund ?????

Was bleibt sonst noch festzuhalten? Die via Priceline gebuchten Hotels waren allesamt – bis auf den Ausrutscher in Las Cruces – absolut zufriedenstellend. In jedem einzelnen von ihnen war es problemlos möglich zu wählen, ob man ein Kingsize Bed mit Zustellbett oder zwei Queensize Beds bekommen möchte. Im Vorfeld hatte ich diesbezüglich ziemlich unterschiedliche Erfahrungen nachlesen können im Internet.

Im gesamten hat sich diese Buchungsvariante aber als absolut empfehlenswert heraus gestellt! Ebenso wie die Buchung der Hotels mit Hilfe von Gutscheinen. Gerade an Orten wo es nur selten Rabatte gibt oder an Wochen mit Feiertagen fährt man oftmals besser wenn man via Portalen wie weg.de oder auch AIDU bucht und dann einen 40€-Gutschein setzt. Wichtig ist halt zu beachten das die Gutscheine auch immer auf NUR HOTELBUCHUNGEN bzw. EIGENANREISE gültig sind !!

Unterm Strich war es eine Reise aus der man quasi aus allen ausgefallenen Locations wieder einen neue basteln könnte, ob ich das jemals wirklich tun werde bleibt abzuwarten. Bevor es die erste wirklich sinnvolle Father&Son-Tour mit einem wanderfähigen Finley gibt werde ich New Mexiko vermutlich nicht mehr so schnell bereisen … dazu sind mir im gesamten die Entfernungen einfach zu weit.

Danielle entpuppt sich inzwischen eh eher als Stadturlauber, New York und Vegas waren toll … aber Steine? Nö, lass mal. Aber dazu wird sie weiter unten auch noch ein paar Worte schreiben. Finley entpuppte sich jedenfalls als Wolf im Schafspelz, oder auch als Teufel mit Blondschopfperücke. ER bestimmt letztendlich, WANN man morgens wegkommt von einem Ort und WANN man unterwegs WO WIE WAS wirklich SO durchführen kann wie geplant. Aber glaube mir Sohnemännchen, das bekommst du alles irgendwann wieder auf Heller und Cent zurück !! Das Bild ist nur der Anfang …

Rache ist Blutwurst ...

Rache ist Blutwurst …

 

In kursiv dargestellt nun, um es ein bisschen von meiner Schreibe abzuheben, folgt das Fazit von Danielle …

Mein Fazit fängt gleich zu Beginn mit der wichtigsten Aussagen an, nämlich das ich diese Reise SO nicht wieder machen würde!
Viel zu viele Meilen kamen in einem ZU kurzen Zeitraum zusammen, ein wirkliches „Urlaubsgefühl“ blieb somit aus. Da ich eher ein Stadtmensch bin, war ich natürlich direkt zu Beginn enttäuscht als L.A. nicht einmal innerhalb eines Vormittages abgefertigt werden „musste“.

Dazu kommt, ich begeistere mich nicht wirklich für Felsen, ganz egal ob sie rot, gelb oder braun sind! Vielleicht kann man sich deshalb auch ein klein wenig vorstellen, das Stundenlanges bespaßen eines Kleinkindes während der langen Fahretappen – nur um mal wieder irgendwelche Steine zu sehen – weder Urlaubsfeeling noch Entspannung bei mir auslöste!? Ich war zunehmend genervter von diesem Urlaub.

Finley tat mir natürlich auch leid, denn wenn wir mal gutes Wetter hatten, ging es ja trotzdem im Auto weiter weil wir die Etappe „schaffen“ mussten. Dermaßen genervt war der Canyon de Chelly zB irgendwann zwischendurch für mich nur noch „ein Loch“, mehr nicht!

Viele Dinge habe ich mir anders vorgestellt. Zur besseren Übersicht folgt eine Art Liste …

* Den Grand Canyon kannte ich von Fotos und aus Filmen, dementsprechend hoch war die Erwartung. Und dann? Nix Abgrund, man steht neuerdings vor Zäunen und Geländern (Anmerkung Andreas: Vielleicht musst du einfach mal rechts und links des Mainstreams weitergehen …!)

* Der Upper Antelope hat mir gut gefallen, ist in meinen Augen aber preislich überzogen.

* White Sands war endlich mal wie Urlaub: Warm, Sand, es fehlte eigentlich nur noch das Wasser. Finley konnte dort frei laufen und toben, wie es sich letzten Endes für ein Kind mit 15 Monaten gehört.

* Santa Fe dachte ich wäre eine tolle Stadt, aber ich fand sie schäbig!

* Page und Sedona waren schön, aber ich muss jetzt nicht unbedingt noch einmal hin.

* Monument Valley waren die einzigen „Steine“ wo ich unbedingt hin wollte,
aber statt – wie die meisten – hab ich keinen Sonnenuntergang genossen, sondern die wilden Hunde vor unserem Balkon gefüttert und mit Wasser versorgt. Ich werde von den anderen Touristen dafür wie eine Außerirdische angeguckt … anscheinend ist es nicht normal so etwas zu tun – obwohl es das eigentlich sein sollte.

* Mein Bild von den Indianern und auch von den Cowboys wurde weitestgehend zerstört, denn ich dachte wenigstens SIE gehen mit Ihren Tieren gut um.
Stattdessen stehen im Monument Valley die Pferde unterernährt in der Hitze und man kann gegen Bezahlung ausreiten. Ein Pferd ist angebunden und wird jedes Mal zu einem Aussichtspunkt geritten wenn jemand ein Foto (gegen Bezahlung natürlich!) haben möchte. Und in Tombstone müssen wundgescheuerte Pferde 8 dicke Personen ziehen! Geht es noch?

* In Phoenix musste ich ganz am Schluss noch mit den Tränen kämpfen. In einer Mall war ein Zoogeschäft und ich habe mir dort die Rassehunde in allen Größen in Glaskäfigen angeschaut, zum Spottpreis kann sich hier jeder einen mit nach Hause nehmen. Viel zu klein, um von der Mama weg zu sein und bis heute denke ich an einen kleinen schwarzen Hund der sich quasi schon aufgegeben hatte … ! Wäre der Rückflug nicht bereits am nächsten Tag gewesen hätte ich ihn entgegen aller Vernunft mitgenommen – aber SO bestand leider keine Chance die Papiere für ihn auf die Schnelle zu bekommen!

DIESE Dinge stehen in keinem Reisebericht und ich bin „überrascht“ und schockiert zugleich, wie man sie einfach ausblenden kann.

Nein, ich kann auch nach diesem Urlaub nicht viel mit Steinen anfangen, die langen Fahrten nerven mich … dazu kommt, es gibt kaum Menschen um einen herum und wenn man während der Fahrt aus dem Auto schaut ist da NICHTS !!! Kommt dann diese Profitgier dazu (weder ziehen die Einheimischen die Kutschen, noch haben sie den Antelope Canyon „erschaffen“, der war schon lange vorher da) und der Umgang mit Tieren samt dessen Elend, ist dieses Reiseziel einfach nicht meins!

Las Vegas wäre sicher mal für ein paar Tage mit mehreren Leuten ganz witzig und beim nächsten Mal würde ich die anderen Rides auf dem Stratosphere Tower auch noch machen. Im Grunde würde es mich aber dann doch eher wieder nach NYC und zu den Niagarafällen ziehen!

Zur Zeit denke ich aber, dass Orte, wo auch die Kinder Spaß haben, eher ein Ziel darstellen sollten. Wäre die Große auch noch dabei gewesen, wäre DIESE Reise zur Katastrophe geworden. Mit unserem Kleinen sind Rundreisen durchaus gut möglich, er möchte was erleben, laufen, etc. … aber auch für ihn ist der Westen mit den großen Etappen erst einmal nichts.

5 Stunden im Auto zu sitzen, um dann mal kurz zu laufen, kann auch nicht seinem Wunsch entsprechen, denn oft konnte er nicht wie er wollte weil es einfach zu gefährlich war. Der Westen steht jedenfalls nicht wirklich sehr weit oben auf meiner Wunschliste … dem typischen Strandurlaub kann ich aber auch nichts abgewinnen. Evtl. ist ein Zwischending ganz interessant oder einfach mal eine Kreuzfahrt und in ein paar Jahren dann nach Disneyland :-))))

Mal gucken …

 

Soweit eine zweite Meinung, sicherlich gibt es genügend Zündstoff wenn man wollte …

Das soll es dann auch schon wieder gewesen sein für dieses Mal, wir schau’n mal wohin uns die Reisewut als nächstes so verschlägt … und ob es eine Vernunftsentscheidung oder eine Bauchentscheidung wird! Potentielle Ziele und Ideen schwirren mir genügend im Kopf herum, ob sie sich verwirklichen lassen muss man dann einfach mal sehen! Ihr werdet es irgendwann erfahren, gleiche Stelle, gleiche Welle.