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2.Tag (23.Februar 2013)

Joshua Tree National Park

 

 

 

Nach einem ausgiebigen Frühstück bin ich bereits um 6:20 Uhr unterwegs zum Parkeingang des Joshua Tree Nationalparks. Ich hab mir gestern noch schnell ein paar Infos geholt was man sich hier so ansehen kann, habe aber logischerweise Null Ahnung welche Location zu welcher Tageszeit am besten abzulichten ist. Es könnte also recht lustig werden und mit viel hin und her Fahrerei verbunden sein. Am Ende des Tages sollte ich über 100 Meilen hier zurück gelegt haben, und das obwohl die Park Road recht überschaubar ist von der Länge her.

 

 

Aber das ist nun einmal der Preis dafür das man schludert mit der Ausarbeitung im Vorfeld. Ich denke, wenn man alles vernünftig vorbereitet und ein bisschen liest kann man den Tag hier optimal ausreizen, ohne großartig die Wege doppelt fahren zu müssen. So aber musste ich als allererstes mal feststellen, das sowohl der Kugelfelsen als auch der sich verneigende Baum von gestern Abend morgens rein GAR NICHT aus der richtigen Richtung ablichten lassen – völliges Gegenlicht! Da hier nichts zu holen ist gerade fahre ich erst einmal weiter zum Barker Dam Reservoir - so zumindest der Plan, nach wenigen Meter werde ich von einem Kojoten gezwungen anzuhalten ...

 

Coyote

 

Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube sogar es war der erste Kojote überhaupt den ich hier drüben jemals gesehen habe. Fasziniert fahre ich weiter, halte aber wenige Meter später bereits wieder - ein paar Felsen haben es mir angetan welche ich aus dem Augenwinkel entdeckt habe. Unabhängig davon das der Kojote hier irgendwo herum streunern muss greife ich die Kamera und tobe mich erst einmal aus … ich gehe einfach mal davon aus das ich eh nicht besonders gut schmecke.

 

Boulders

 

Mein nächster Stopp war dann das vorhin bereits erwähnte Barker Dam Reservoir. Ich habe Bilder im Vorfeld gesehen wo das Reservoir mit Wasser gefüllt war und sich die Felsen dahinter in diesem gespiegelt haben – DAS wollte ich auch sehen. Die Realität sah jedoch leider völlig anders aus heute. Obwohl es ja eigtl.Winter/Frühjahr hier ist und man im Prinzip davon ausgehen sollte das sich etwas Regen oder Schmelzwasser angesammelt hat war alles knochentrocken. In meinem Auto war vermutlich durch Getränke mehr Flüssigkeit vorhanden als es hier der Fall gewesen ist. Beim lesen dieser Zeilen mus ich selber schmunzeln, "Schmelzwasser" in der Wüste, ja ne ... is klar.

 

Barker Dam Reservoir ... furztrocken!

 

Also hat auch die zweite Location auf der heutigen to-do-Liste erst einmal nicht wirklich das gehalten was ich mir von ihr versprochen hatte. Aber so schnell gibt man ja nicht auf, gleich "nebenan" ist quasi noch ein Trail, dieser führt zur Wall Street Mill, einer alten Goldmiene von der man sich noch die Überbleibsel ansehen kann. Auf dem Weg dorthin kommt man noch an einem recht fotogenen Schrottkarren vorbei – das Fotoherz geht erstmal wieder auf.

 

Schrottkarren

 

Ich frage mich allerdings WIE die Karre hier mitten in die Pampa kommt !? Und nö, die Wolken sind nicht pixelig, die WAREN einfach so merkwürdig.

 

Die Miene selbst reisst mich dann zwar nicht vom Hocker, trotzdem bleibe ich eine ganze Zeit hier und laufe auch noch ein Stück weiter um zu schauen ob evtl.noch etwas "kommt".

 

Wall Street Mill

 

Da ist aber nicht der Fall, bis auf eine zweite rostige Karre und irgendwelches alte Gerümpel ist die Suche nicht sehr ergiebig.

 

Old Car

 

Old Car

 

Ich könnte das jetzt hier noch mit jeder Menge sinnvollem Text füllen und einiges zur Geschichte der Miene erzählen, aber wozu gibt es google? ... *grins*

 

Irgendwann mache ich mich schließlich wieder auf den Rückweg zum Auto. Ich überlege kurz noch zum Wonderland Wash zu gehen, habe aber irgendwie keine richtige Lust gerade dazu. Der Tag ist schließlich noch lang und es gibt bestimmt jede Menge zu sehen!

 

Der vorhin noch menschenleere Parkplatz ist inzwischen gut gefüllt, die meisten Leute machen sich auf den kurzen Trail zum Barker Dam und mir liegt es auf der Zunge ihnen zu sagen das man sich das eigtl.schenken kann. Ich fahre die Park Road weiter und werde quasi immer in wieder genötigt anzuhalten weil ich irgendetwas tolles entdecke was sich abzulichten lohnt – so zum Beispiel ein "gespaltener Fels", der aussieht als wenn ihn irgendetwas in zwei Hälften geteilt hat.

 

Geteilter Fels

 

Ähnliche Formationen habe ich bisher eigentlich nur in Australien gesehen. Bei dieser Stelle hier bleibe ich eine ganze Zeit lang und tobe mich regelrecht aus, sie hat glaube ich keinen Namen und befindet sich quasi linke Hand auf dem Weg in Richtung Hidden Valley …

 

Beim Broken Rock

 

Beim Broken Rock

 

Scenic View beim Broken Rock

 

Zum Hidden Valley geht es dann auch als nächstes. Hier soll es eine Steinformation geben die aussieht wie ein Hühnegrab – aber auch diese befindet sich morgens leider völlig im Gegenlicht. Ich beschließe daher erst einmal zu frühstücken. Danach entscheide ich mich für den Hidden Valley Trail, der den Besucher auf einen Loop durch's Hidden Valley mit seinen Gesteinsformation führt. Ein gemütlicher Spaziergang, auf dem es einiges zu sehen gibt.

 

Hidden Valley Trail

 

Zwischendurch fahre ich irgendwann hoch nach Keys View, ich wollte eigentlich mal einen Blick auf DAS Ding werfen was irgendjemand nach mir benannt hat, die St.Andreas Fault. Nur schade das das Wetter SO diesig gewesen ist das daran kaum zu denken war. WAS die schlechte Sicht ausgelöst hat sollte ich im späteren Verlauf des Tages noch merken. Ein Sandsturm war nämlich im Anmarsch.

 

Keys View

 

Hier gab es jedenfalls nicht wirklich viel zu sehen heute, daher fahre ich nach kurzer Zeit bereits weiter. Nächster Stopp: Der Skull Rock. Der liegt aber quasi direkt am Straßenrand und somit beschränkt sich der Stopp tatsächlich nur auf wenige Minuten.

 

Skull Rock

 

Weiter geht es zum Split Rock. Der Name ist Programm, ein riesiger Fels ist hier quasi in der Mitte gespalten, als wenn ihn irgendwann einmal der Blitz getroffen und in zwei Hälften geteilt hätte. Vielleicht war es aber auch Odins Schwert. Oder Bruce Lee mit einem Handkantenschlag. Oder Chuck Norris hat ihn böse angeguckt. Man weiss es nicht. Schaut jedenfalls gut aus, aber meinen persönlichen "Split Rock" habe ich ja schon viel früher gefunden an dem Tag.

 

Split Rock

 

Der Fels ist riesig groß, eigentlich hätte ich mich mal davor stellen müssen für einen Größenvergleich! Ich laufe jedenfalls den kompletten Nature Trail am Split Rock, unterwegs muss ich allerdings tatsächlich manchmal stehen bleiben und mich neu zu orientieren. So ein "Nature Trail" ist halt nicht immer wirklich sehr gut ersichtlich.

 

Split Rock Trail

 

Split Rock Trail

 

Immer wieder findet man diverse "Splitted Rocks" hier, das ist ganz interessant. Ich weiss nicht, ob der Blitz hier so oft einschlägt oder so, was ist hier bitte los?

 

Kleiner Split Rock

 

Nach knapp 1.5 (!) Stunden bin ich schließlich zurück am Auto, was als kleine Wanderung geplant war hat sich also länger hingezogen als ich dachte ... was aber auch definitiv daran gelegen hat das ich manchmal echt gar nicht wusste wohin ich überhaupt laufen muss *flöt*

 

Nach der "kurzen" Wanderung mache ich mich schließlich auf zum White Tank Campground, hier gibt es einen kurzen Trail der zum Arch Rock führt. Und obwohl der Campground gut besucht ist bin ich total alleine auf dem Trail. Der Arch Rock ist gewaltig, ebenso wie der Split Rock lässt sich das ohne geeigneten Größenvergleich leider kaum erahnen. Zudem ist auch hier ein Weitwinkel absolut von Nöten, da man nach hinten raus kaum Möglichkeiten hat sich weit genug zu entfernen.

 

Arch Rock im Joshua Tree National Park

 

Ich kraxel ein wenig bei dem Arch herum, mache einen weiten Schritt auf einen Felsvorsprung ... und höre plötzlich nur noch ein grelles rrrrrrrrratsch! Wuah! Mein erster Gedanke: Bitte, lass nicht die Hose am Hintern gerissen sein. Und ich wurde erhört, die Hose war NICHT am Hintern gerissen, aber dafür von der vorderen Tasche rechts bis fast zum Knie! Aaahhhh !! Wie sieht DAS denn bitte jetzt aus? Ich gehe erstmal zurück zum Auto, um zu schauen ob man da eventuell noch irgendwie was "richten" kann so das es nicht GANZ so bescheuert aussieht. Mir kommt aber nicht der Hauch einer Idee, und so verbringe ich den Rest des Tages halt im Schlumpf-Look. Auch egal irgendwie, mich kennt ja hier niemand. Wenn jemand fragt sage ich halt das war der Kojote von heute Morgen, aber ihr solltet DEN erstmal sehen !!

 

Ich fahre nochmal zum Hidden Valley Parkplatz, der komische Hühnengrab-Felsen müsste inzwischen eigentlich halbwegs gut abzulichten sein. Aber irgendwie bin ich immer noch zu früh, auch hierbei scheint es sich also eher um eine Spätnachmittag-Location zu handeln - wie so vieles andere in diesem Park auch. Aber man kann ja nicht überall gleichzeitig sein ...

 

Huehnengrab

 

Als krönender Abschluß heute wollte ich noch einmal zu den beiden Felsen von gestern, die ich quasi im letzten Licht noch erwischt habe. Heute musste ich ja nicht suchen und wusste genau wo ich hin muss, ich konnte es also relaxt angehen lassen. Es folgen ein paar Bilder in loser Reihenfolge ... ausnahmsweise auch mal aus völlig anderen Perspektiven vom sich verneigenden Baum, einfach um mal zu zeigen wie es AUCH aussehen kann

 

Jumbo Rocks Area

 

Jumbo Rocks Area

 

Jumbo Rocks Area

 

In der Ecke beim Kugelfelsen treffe ich auf zwei Asiaten die versuchen bis ganz nach oben zu klettern. Ich sag's ja, die haben echt einen an der Waffel. Was wollen die oben machen ... die Kugel runter schubsen?

 

Jumbo Rocks Area

 

Jumbo Rocks Area

 

Ein gefühlter 50-Stunden-Tag neigt sich dem Ende zu, ich glaube ich hab mich zwischenzeitlich gefühlt wie ein kleines Kind was die Welt anfängt zu entdecken! WAS für ein toller Park! Und ich Depp bin schon zwei Mal hier gewesen vorher und habe nur an der Oberfläche gekratzt! Der Sonnenuntergang fällt wegen immer stärker aufkommenden Wind und jeder Menge Sand in der Luft adHoc aus, ich hoffe mal das sich das bis morgen wieder beruhigt!

 

Dann geht es weiter in Richtung Phoenix, wenn das Wetter mitspielt würde ich gerne den Apache Trail fahren. Schaun wir mal ...

 

 


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