Drohnen in den USA, ein immer wieder kontrovers diskutiertes Thema in letzter Zeit. Einige sind von ihnen genervt, andere können überhaupt nichts damit anfangen. Für Hobbyfotografen hingegen bieten Sie völlig neue fotografische Möglichkeiten. Ungeahnte und niemals zuvor gesehene Perspektiven eröffnen sich plötzlich.

Inzwischen lassen sich Drohnen auf Handtaschengröße zusammenfalten. Kopter wie die DJI Mavic Pro, die kleinere Spark oder gar die Mavic Mini machen es Reisenden relativ leicht, diese im Handgepäck zu verstauen und problemlos mit in den Urlaub zu nehmen.

So ist es kein Wunder, dass man Drohnen in den USA immer häufiger im Urlaub antrifft. Damit Dein Besuch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nicht zum Reinfall wird, wenn Du selber vorhast dort ein wenig zu fliegen, habe ich einmal einige hilfreiche Dinge zusammengefasst.

 

Drohnen in den USA » Registrierung, Gesetze, Flugverbotszonen (Stand 01/2020)

Als Erstes musst Du Deinen Kopter unter https://registermyuas.faa.gov registrieren. Dies ist mit einer einmaligen Gebühr in Höhe von 5 US$ verbunden. Diese Registrierung ist dann 3 Jahre lang gültig. Ist das geschehen, erhältst Du Deine persönliche Registrierungsnummer. Diese musst Du auf deinem Kopter, den Akkus sowie der Fernbedienung anbringen. Das war es im Prinzip schon.

Wichtig, auch wenn es obligatorisch sein sollte: Beachte UNBEDINGT die Flugverbotszonen in den USA !! In sämtlichen Nationalparks und State Parks herrscht striktes Flugverbot. Zuwiderhandlungen werden mit Geldbußen von 5.000 US$ oder auch Gefängnis geahndet!

In Städten wie New York City und Washington DC zum Beispiel herrscht ebenfalls komplettes Flugverbot. Ich appelliere an den gesunden Menschenverstand jedes „Piloten“, der drüben Aufnahmen aus der Luft machen möchte, sich an alle gängigen Gesetze und Verbote zu halten! Welche das genau sind, kannst Du hier nachlesen. Im Prinzip sind die Bestimmungen mit denen in Deutschland aber recht identisch.

Unbestätigten Aussagen nach können bei Missachtung der Registrierungspflicht Geldstrafen in Höhe von bis zu 27.500$ ausgesprochen werden!

Neu: Auch im gesamten Gebiet der Navajo Nation herrscht komplettes Flugverbot für Drohnen. An Orten, wie Beispielsweise dem Monument Valley oder dem Canyon de Chelly, darf KEINE Drohne in die Luft gelassen werden. Auch am Ship Rock ist dies zum Beispiel damit nun untersagt.

 

Regeln und Gesetze

Für die Nutzung von Drohnen in den USA, die über 250 Gramm wiegen (das betrifft also die meisten gängigen Modelle), gelten folgende Gesetze:

  • Die maximale Flughöhe beträgt 121 Meter (400 feet) über Grund
  • Die minimale Entfernung zu einem Flughafen beträgt 5 Meilen (8.047 Meter)
  • Fliegen außerhalb der Sichtweite des Kopters ist verboten
  • Die minimale Entfernung zu Personen beträgt 25 Fuß (=8 Meter)
  • Fliegen in ALLEN Nationalparks ist verboten (und NEIN, auch außerhalb starten und dann hineinfliegen ist NICHT erlaubt)
  • Fliegen in New York City und Washington D.C ist komplett verboten !!
  • Fliegen über oder in der Nähe von Regierungsgebäuden, Militärischen Einrichtungen und Kraftwerken ist verboten
  • Fliegen über oder in der Nähe von Polizeigebäuden/Feuerwehrgebäuden oder Polizei – und Feuerwehreinsätzen ist verboten
Sonderfall Hawaii

Für die Inseln gibt es erweiterte Regeln, welche Du auf hier nachlesen kannst! Wer komplett auf Nummer sicher gehen will, kann sich geführten Drohnen-Touren anschließen. Nähere Infos dazu auf hawaiidronetours (Seite ist aktuell nicht mehr erreichbar)

Des Weiteren versteht sich eine bestimmte Sache wohl von selbst:

  • Fliege NIEMALS über Tiere. Weder um die zu filmen, geschweige denn, um sie vor sich herzutreiben (zum Beispiel Pferde)
  • Respektiere die Privatsphäre Deiner Mitmenschen und respektiere private Grundstücke

Die Kontrollen bezüglich der Einhaltung dieser Gesetze nehmen deutlich zu. Missachtung wird mit empfindlichen Geldstrafen „belohnt“. Ich empfehle daher jedem, seinen gesunden Menschenverstand zu nutzen und sich an sämtliche geltenden Gesetze auch zu halten. Natur, Tiere, Anwohner und andere Reisende werden es Euch danken! Amerika bietet trotz der wenigen Verbotszonen jede Menge einmaliger Landschaften und Motive, sodass niemand irgendein Gesetz missachten braucht.

Auf Deinem Smartphone erhältst Du inzwischen einen guten Überblick über aktuelle Flugverbotszonen. Lade Dir dazu einfach die B4UFLY-App herunter und installieren sie auf Deinem Handy.

 

 

Sonderfall DJI Mavic Mini

Als DJI Ende Oktober 2019 die Mavic Mini (*) vorgestellt hat, da ist ein Punkt sofort ins Auge gesprungen. Die kleine Drohne wiegt exakt 249 Gramm und somit weniger, als die magische Grenze von 250 Gramm. In Deutschland hat dies kaum Auswirkungen auf den Betrieb, Du benötigst lediglich keinen Führerschein dafür und die Plakettenpflicht entfällt. Alles andere, also sämtliche Regeln was Flughöhe etc.angeht, bleibt selbstverständlich u   nverändert bestehen.

In den USA hingegen hat man unter 250 Gram einige entschiedene Vorteile. So wird die Mavic Mini nämlich nicht als Drohne im üblichen Sinne behandelt, sondern fällt in die Kategorie Spielzeug. Außerdem zählt die Mavic Mini dort auch nicht als „Teilnehmer im Flugverkehr“. Daher darf sie auch in öffentlichen Parks oder auf Grundstücken geflogen werden. Vermutlich darf man sie sogar in offiziell ausgewiesenen No-Fly-Zones fliegen lassen, ein letztes Urteil dazu steht aber noch aus. Ich rate trotzdem jedem, NICHT in National Parks zu fliegen!

Am wichtigsten ist aber für Dich: Die obligatorische Registrierung bei der FAA entfällt, wenn Du mit der Mavic Mini in die USA einreisen und dort fliegen möchtest! Beachte, dass mit Propellerschutz die 250 Gramm allerdings überschritten werden. Du kannst dort also nur ohne diesen Schutz fliegen. Ich persönlich habe diesen aber zum Beispiel noch nie angelegt.

Trotz alledem benötigst Du für die Mavic Mini natürlich eine Versicherung, wenn Du sie Dir in Deutschland kaufen solltest. Da sie unter 250 Gramm wiegt, kann es allerdings sein, dass Deine normale Haftpflichtversicherung diese bereits automatisch mit abdeckt. Bei der Gothar ist das zum Beispiel der Fall.

 

 

Verstöße von rücksichtslosen Piloten bei der FAA melden

Seit einiger Zeit ist es möglich illegales Flugverhalten, zum Beispiel wenn man jemanden in einem National Park fliegen sieht, auf einer öffentlichen Seite zu melden. Der Betreiber leitet diese Meldung dann direkt an die FAA weiter. Auch für den Fall, dass eine Drohne abhanden kommt oder Du zufällig irgendwo eine finden solltest, kannst Du darüber auf der Seite Meldung machen.

Hier geht es zum Meldeformular

 

Remote ID Technology

Am 25.12.2019 hat die FAA eine Bombe platzen lassen und angekündigt, zukünftig die neue Remote ID Technology anzuwenden. Diese soll dazu dienen, per Fernabfrage Drohnen zu identifizieren und die Piloten anzusprechen. Fliegen in No-Fly-Zones und über Menschenmengen soll damit stärker kontrolliert werden. In meinen Augen ein RICHTIGER und WICHTIGER Schritt, der die illegale Nutzung in bestimmten Gebieten hoffentlich einschränkt.

 

 

Gegenseitige Rücksichtnahme

Immer wieder kommt es zur Konfrontation von Drohnenpiloten und anderen Personen, die sich alleine durch das bloße Geräusch der Rotoren schon gestört fühlen. Nach meiner bisherigen Erfahrung lässt sich durch ein simples Gespräch relativ schnell jedes Streitpotential schon im Vorfeld beseitigen.

Viele Menschen sind einfach nur neugierig und möchten gerne einmal einen Blick auf den Bildschirm werfen. Und sollte man doch einmal auf jemanden treffen, der sich partout nicht erweichen lässt und auf seiner Meinung beharrt, dass die Luft über ihm samt in ihr liegender Ruhe IHM gehört, dann gehe ich gerne einfach 100m weiter. Die USA sind schließlich groß genug.

Und allen Nicht-Piloten sei gesagt: Drohnen bzw. Kopter sind nicht „böse“. Weder verschmutzen Sie die Natur, noch machen sie sonst irgendetwas worüber es sich lohnen würde aufzuregen. Es sei denn man hat quälende Langweile. Irgendetwas findet man ja immer, worüber man sich aufregen kann. Ja, so eine Drohne verursacht ein Geräusch. Na und? Etwa ab 50m Höhe nimmt man dieses Geräusch kaum noch wahr.

Sehen tut man den kleinen Punkt am Himmel auch nicht wirklich, wenn man ihn nicht seit dem Start verfolgt. Sich über solche Nichtigkeiten aufzuregen ist daher gleichermaßen überflüssig wie merkwürdig. Wie auch immer. Gegenseitige Rücksichtnahme fände ich auf jeden Fall wünschenswert. Wir sind schließlich alle aus einem bestimmten Grund in Amerika. Und der ist ganz bestimmt NICHT sich im Urlaub aufzuregen, sondern weil wir die Natur mögen.

 

 

Versicherung, ja oder nein?

Eine Pflicht diesbezüglich gibt es in den USA zwar (noch) nicht, diese Frage stellt sich aber eigentlich gar nicht erst. Da in Deutschland eine Drohnenversicherung eh Pflicht ist, gehe ich davon, aus das dieser Punkt selbsterklärend ist. Wer OHNE Versicherung abhebt und einen Unfall – egal ob verschuldet oder unverschuldet – verursacht, muss mit erheblichen Folgeschäden rechnen!

Bitte beachten: Bei den meisten Versicherungen ist die USA ausgeschlossen. Näheres zum Thema Versicherungen gibt es bei Bina und Francis auf my-road.de, die beiden halten Ihre Artikel immer recht aktuell.

 

 

Handgepäck oder Koffer?

Die Regelung bezüglich Handgepäck ist immer gleich, ganz egal mit welcher Airline und wohin Du fliegst. Akkus gehören IMMER ins Handgepäck. NIEMALS in den Koffer !! Der Kopter hingegen kann bedenkenlos ins Aufgabegepäck. Ob man das möchte, das hängt natürlich immer von einem selber ab.

Ich persönlich würde zum Beispiel niemals teures Equipment im Koffer aufgeben. Für solche Fälle habe mir damals für die Phantom 4 Pro extra einen geeigneten Rucksack mit Handgepäckmaßen (*) besorgt. Das Innenleben wurde von mir mit passgenauem, lasergeschnittenen Hartschaum versehen worden und bietet Platz für den Kopter, 4 Akkus sowie Zubehör.

Bei der Mavic ist das Hartcase der Flymore Combo inzwischen dermaßen klein, dass es sogar problemlos mit in den Fotorucksack passt. Und den gebe ich eh NIEMALS auf, sondern nehmen ihn immer als Handgepäck mit.

 

 

Und jetzt Du, hast Du Fragen bezügliche Drohnen in den USA?

Solltest Du weitere Anregungen oder Fragen bezüglich Drohnen in den USA haben, dann lasse es mich gerne wissen. Auch bei Infos zu etwaigen neuen Flugverbotszonen bin ich dankbar für eine kurze Nachricht in den Kommentaren.

 

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