Das Frühstück ist wieder hervorragend. Da Finley irgendwie nicht wach werden will können wir auch alles mit aufs Zimmer nehmen und dort essen. Proviant für den Tag lässt sich somit auch ganz gut einstecken! Wir lassen alles ganz gemütlich angehen heute. Der Panama Rocks Scenic Park öffnet nämlich erst um 9 Uhr und die Fahrt dorthin ist wieder überschaubar. Pünktlich zur Öffnung sind wir vor Ort, allerdings mutet es irgendwie an als wenn heute geschlossen sei. Dafür scheint es fast so als wenn eine Geburtstagsparty vom jemanden stattfindet der die 1950er liebt. Komische Gestalten mit komischen Kleidern und komischen Geschenken in der Hand laufen umher. Wir kommen uns vor als wenn wir auf einer Party von Elton John gelandet sind.

Aber alles ist gut, wir finden das fast unscheinbar wirkende Kassenhäuschen irgendwann und besorgen uns zwei Tickets. Auch die Panama Rocks befinden sich in Privatbesitz. Und auch hier wurde wieder irgendwann darüber nachgedacht wie man vermutlich ohne großen Aufwand seinen Lebensabend finanzieren kann. Die Infos über diesen Ort waren fast noch dürftiger als von Rock City gestern. Ich fand nur einige Bilder im Netz faszinierend auf denen man Wurzeln sehen konnte die aus großen Felsen wachsen. Fast so wie man es in Angkor Wat immer sieht. Natürlich nur viel kleiner. Ob sich der Abstecher hier her aber wirklich lohnt wussten wir nicht.

 

 

Panama Rocks Scenic Park

Nach einer kurzen Einweisung bekommen wir noch einen Stempel auf die Hand (wofür auch immer?), erhalten eine Karte und machen uns auf den Weg. Anders als in Rock City muss man keine steilen Treppen klettern um zu den Felsen zu gelangen. Hier läuft man erst einmal eine zeit lang bergab durch ein Waldstück. Nach einiger Zeit erreichen wir dann die mit Moos behangenen Granitblöcke. Und auch eine fiese Moskitokolonie, die anscheinend nur darauf gewartet hat das endlich die ersten Besucher heute kommen *patsch-hau-klatsch-flücht* …

 

Panama Rocks

Panama Rocks

 

Der Rundkurs bei den Panama Rocks mutet teilweise an als wäre man in Angkor Wat

Der Rundkurs bei den Panama Rocks mutet teilweise an als wäre man in Angkor Wat

 

Danielle kann dem Ganzen hier irgendwie nicht wirklich was abgewinnen. In Anbetracht der Tatsache das Rock City Gestern ganz ähnlich gewesen ist muss ich sagen das sie damit sogar ein bisschen Recht hat. Sicher, es gibt hier Formationen die es gestern SO nicht gegeben hat. Und auch die Wurzeln welche sich an den Granitblöcken nach oben ranken hat man in der Art gestern vergeblich gesucht.

Eindrücke vom Rundkurs bei den Panama Rocks

Eindrücke vom Rundkurs bei den Panama Rocks

 

Eindrücke vom Rundkurs bei den Panama Rocks

Eindrücke vom Rundkurs bei den Panama Rocks

 

Eindrücke vom Rundkurs bei den Panama Rocks

Eindrücke vom Rundkurs bei den Panama Rocks

 

Trotzdem – und da sind wir uns hinterher beide einig – muss man nicht wirklich beide Parks besuchen wenn man in der Region ist. Welchem von beiden man den Vorzug gibt, das muss dann aber wiederum jeder für sich entscheiden.

 

 

Hätten wir nur den hier gemacht wären wir vermutlich begeistert gewesen. So aber bleiben die „Ah’s!“ und „Oh’s!“ leider aus und wir laufen den vom Regen aufgeweichten und teilweise extrem matschigen Trail eher gelangweilt. Wobei man das SO eigentlich auch wieder nicht sagen kann weil es sich negativer anhört als es war.

Eindrücke vom Rundkurs bei den Panama Rocks

Eindrücke vom Rundkurs bei den Panama Rocks

 

Nach einer knappen Stunde sind wir wieder zurück am Auto. Mehr Zeit sollte man für die Panama Rocks auch nicht einplanen – außer man ist extremer Moos-Steinfanatiker oder macht beim Experiment „Wie viele Mückenstiche passen auf einen Unterarm?“ mit. Hier gibt es ein hübsches Video.

Nach kurzer Pinkelpause im stillen Örtchen an diesem stillen Örtchen (wow, WAS für ein Wortspiel) fahren wir weiter in Richtung Niagara. Auf dem Weg liegen zwei interessante Orte. Zum einen das Zoar Valley, zum anderen die Eternal Flame Falls. Letztere wurden zum ersten mal beschrieben im Book of Secrets von Bruce Kershner. Da man für’s Zoar Valley zu viel Zeit benötigen würde beschließen wir, einfach weiter zu den Eternal Flame Falls zu fahren.

Wir hatten nur eine vage Ahnung wo genau der Trail überhaupt startet, aber der Chestnut Ridge Country Park und die Seufert Road sind dann doch recht schnell gefunden und der Beginn des Trails auf Grund etlicher parkender Autos davor nicht zu übersehen. Wir wussten allerdings nicht wie lang der Trail ist und somit hatten wir auch keine wirkliche Ahnung was uns erwartet. Wirklich was erkenne kann man auch nicht, der Weg führt in ein Waldstück hinein und verliert sich dann irgendwo. Die Infotafel am Eingang ist auch irgendwie ernüchternd: Lenght of trail 3.5 miles *wuah* Und ich dachte, es wäre lediglich ein kurzer Spaziergang! Laut Infos im Netz sollten es eigentlich 0,5 Meilen oneway sein!

Rätselraten macht sich breit, da Finley aber eh gerade schläft und ständig große Gruppen an Jugendlichen IN den Wald hineinlaufen beschließen wir dieses Vorhaben hier zu streichen. Selbst wenn wir jetzt gehen würden haben wir keine große Lust darauf das zig Leute vor dem Wasserfall rum hampeln. Vielleicht kurz noch etwas zum Namen der Fälle – diese heißen nämlich so weil IN ihnen tatsächlich eine Flamme brennt. Damit man weiß worum es überhaupt geht, gibt es hier ein kurzes Video der Eternal Flame Falls.

Ohne große Zwischenfälle fahren wir schließlich weiter in Richtung Niagarafälle. Die Grenzüberschreitung nach Kanada geht recht zügig von statten, unserer Reisepässe werden kontrolliert und ein paar stichprobenartige Fragen gestellt – das war es auch schon.

Hinterher fällt uns auf, das die Fragen allerdings schon präzise ausgesucht waren – vermutlich um herauszufinden, ob wir auch wirklich WIR sind und daher kommen woher wir vorgeben zu kommen etc. Das alles erinnert einen an die Einreise in die USA, nur in Schnell. Die Frage ob wir Alkohol im Auto mitführen habe ich im übrigen nicht korrekt beantwortet. Während Danielle große Augen bekam, hab ich schlichtweg vergessen das wir noch Bier im Kofferraum hatten. Da wären wir also, willkommen in Kanada.

 

 

Wenige Minuten später sehen wir bereits die aneinander gereihten Niagara-Hotels in einiger Entfernung. Allerdings sehen wir auch wie die Sonne anfängt sich hinter einer Wolkendecke zu verkriechen. Das Embassy Suites ist schnell gefunden. Während ich rein gehe und frage ob bereits der Check-In möglich ist organisiert Danielle draußen in perfektem Kauderwelsch, ohne es zu wissen, unser Valet Parking. Hab ich bisher noch nie gemacht (oder machen müssen), das war somit auch für mich eine Premiere.

Zugegeben, es ist schon schön wenn man einfach aus dem Auto hüpfen kann und sich dann um nichts mehr zu kümmern braucht. Aber wirklich haben MUSS ich das jetzt auch nicht. Ich empfinde es eigentlich eher als lästig jedes Mal zu einem Schalter laufen zu müssen um nach den Schlüsseln zu fragen wenn ich nur mal eben etwas aus dem Auto holen möchte. Vielleicht hat man ja mal was vergessen oder so. Aber das ist ein anderes Thema.

 

 

EmbassySuites Niagara Falls

Unser Zimmer liegt in der 34.Etage und hat einen Blick sowohl auf die Horseshoe Falls als auch auf die American Falls. Ich hatte das extra so gebucht, was im übrigen NUR über die Homepage des Hotels möglich ist. Dort hat man die Wahl zu welcher Seite man das Zimmer haben möchte, auf welchen Etagen, ob mit oder ohne Whirlpool etc.pp. Soweit ich recherchiert habe, ist auch der Preis auf der Webseite des Hotels immer billiger als über irgendeine Hotelpreisvergleichsuchmaschine.

Blick aus unserem Zimmer im Embassy Suites

Blick aus unserem Zimmer im Embassy Suites

 

 

Horseshoe Falls

Nachdem wir uns ein wenig im Hotel umgesehen haben fahren wir mit der lustigen Zahnradbahn hinunter zum Discovery Center. Dort schauen wir uns erst einmal kurz die Horseshoe Falls von der Abbruchkante aus an.

An der Abbruchkante der Horseshoe Falls

An der Abbruchkante der Horseshoe Falls

 

Immer wieder fängt es inzwischen leicht an zu nieseln, so das wir uns die restlichen Zeit aber eher im Inneren aufhalten. Oder halt durch die Gift Shops schlendern und/oder uns ansehen was man für Sachen hier unternehmen kann. Ganz oben ist dabei natürlich die Fahrt mit der Maid of the Mist zu erwähnen. Dann gibt es noch die Journey behind the Falls, Cave of the Winds, White Water Walk und wie sie alle heißen.

Maid of the Mist ... in the Mist

Maid of the Mist … in the Mist

 

Blick in Richtung Journey behind the Falls

Blick in Richtung Journey behind the Falls

 

Da es wettertechnisch heute nicht mehr besser zu werden scheint gehen wir noch kurz zum Margaritaville (ein Pflichtstopp, wenn sich irgendwo einer dieser Läden befindet) und anschließend was Essen. Auf dem Rückweg zum Hotel holt uns der Regen ein und wir sind froh noch halbwegs trocken anzukommen.

 

 

Suizid

Während wir so da sitzen am Fenster und die Szenerie beobachten bemerken wir irgendwann das die Rainbow Bridge plötzlich gesperrt ist, etliche Feuerwehr und Polizeifahrzeuge haben das Areal weiträumig abgeriegelt. Es war uns aber nicht ganz klar WAS nun überhaupt dort passiert sein könnte. Ich scherze noch das ja vielleicht ein Verrückter da runter gesprungen ist um sich das Leben zu nehmen – und mache aus dem Fenster heraus folgendes Foto.

Rettungsaktion

Rettungsaktion

 

Einen Tag später dann die schreckliche Gewissheit. In der Tageszeitung wird berichtet, dass ein Mann die Brücke hinunter in die Niagara Gorge gesprungen ist sich das Leben genommen hat. Mit dem oben auf dem Foto gut sichtbar ausgefahrenem Schwenkarm des Feuerwehrfahrzeuges wurde die Leiche des Mannes nach oben gezogen. Hier zwei youtube-Video zu dem Vorfall (1, 2).

Ich hab lange überlegt, ob ich hierzu überhaupt was schreiben soll. Ich denke aber, auch DAS sollte einmal erwähnt werden. Im Urlaub ist halt NICHT immer nur alles schön und rosig. Manchmal wird man durch die unvorhersehbarsten Dinge wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt.

Beim recherchieren für diesen Vorfall bin ich im übrigen noch auf einige anderen wirklich UNGLAUBLICHE Aufnahmen gestoßen. Zum einen ein Mann, der im Winter an der Sturzkante der Horseshoe Falls STEHT. Es wird wohl immer ein Rätsel bleiben WIE er da überhaupt hingekommen und wieso er da quasi „hängen“ geblieben ist, aber mir jagt es da einen regelrechten Schauer über den Rücken!


Hinweis: Zum Einbinden dieses Videos wird WP YouTube Lyte verwendet! Dadurch wird erst NACH dem Mausklick auf das statische Vorschaubild das eigentliche Video geladen. Mehr Infos, siehe Datenschutzerklärung.

 

Zum anderen dieses Video hier (Nachtrag Mai 2014: Das Video ist inzwischen von youTube gesperrt worden!). Der Vorfall ereignete sich nur zwei Tage später am 31.Mai, auch an DEM Tag waren wir ja noch an den Niagarafällen! Ich dacht erst es sei ein Fake. Je öfter ich mir das Video aber ansehe und je genauer man hin sieht bemerkt man, das die Frau tatsächlich mit den Armen zu rudern und mit den Beinen zu strampeln scheint !!! Und in der Tat, es ist KEIN Fake. Auch hierbei handelt es sich um einen realen Vorfall bzw.Selbstmord. Unfassbar eigentlich, wenn man sich anschaut wie entspannt die Frau im Wasser zu liegen scheint. Hier der Bericht dazu im Newser.

 

 

Feuerwerk

Da wir – wie gesagt – an dem Abend nicht wussten was passiert war sitzen wir später immer noch vor der großen Glasscheibe und beobachten das Feuerwerk. Eigentlich schon ein Hammer das an solch einem Tag das Feuerwerk überhaupt stattgefunden hat.

Feuerwerk am Abend

Feuerwerk am Abend

 

Kurze Zeit später folgt ein regelrechtes Unwetter. Blitze zucken durch die Luft, Donner grollt über uns und Starkregen plätschert gegen die Scheiben. Im Whirlpool sitzend ist uns das aber gerade wieder völlig egal. Trotzdem – tolle Aussichten für die nächsten Tage irgendwie. Und dabei hat der Wetterbericht ursprünglich was völlig anderes vorher gesagt. Na warten wir es einfach mal ab.