Du planst Deinen ersten Florida Urlaub und bist Dir unsicher, was genau Du Dir eigentlich anschauen oder wie viele Tage Du dafür einplanen sollst? Macht eine Florida Rundreise Sinn und falls ja, wie könnte diese überhaupt aussehen? Und „lohnt“ sich Miami eigentlich?

Ich habe einmal versucht, mit den Erfahrungen aus 5 Reisen in den Sunshine State, ein paar Tipps aufzuschreiben, was man als Ersttäter beachten sollte und wie Dein Florida Urlaub (hoffentlich) kein Reinfall wird.

Am Anfang stellt sich für die meisten eigentlich immer die Frage, welche Art Reise überhaupt sinnvoll ist. Soll man sich ein Ferienhaus im Süden Floridas nehmen und von dort aus Standortausflüge machen ins Umland? Oder sind vielleicht drei, vier Orte zum Übernachten sinnvoll, von wo aus man sich dann alles anschauen kann? Eine kleine Rundreise also quasi.

Letzten Endes ist das natürlich immer eine Frage des eigenen Geschmacks. Ich persönlich würde immer dazu raten, tatsächlich eine Rundreise in Florida zu machen und an mehreren Orten zu übernachten. Der Grund dafür ist relativ einfach, in Florida gibt es schlicht und ergreifend extrem viel zu sehen. Und die Entfernungen sind mitunter weiter als man denkt.

Wenn man allerdings mit Baby oder kleineren Kindern unterwegs ist, dann würde sich vielleicht tatsächlich ein Ferienhaus irgendwo in guter Lage anbieten. Von dort aus kann man dann einige Standortausflüge machen, gleichzeitig aber auch sämtliche Vorzüge eines eigenes Pools oder vom Strand genießen.

 

Orlando

Wer Orlando in seinen Florida Urlaub mit einbezieht, macht das eigentlich nur aus einem einzigen Grund. Und der heißt: Freizeitparks! Walt Disney World, Universal Studios, Sea World und zahlreiche kleinere Parks reihen sich hier wie die Perlen einer Kette aneinander.

Wenn Du Orlando besuchen möchtest, kannst Du davon ausgehen, dass es teuer wird und Deine Reisekosten rasant steigen werden. So gut wie jeder Freizeitpark dort kostet inzwischen über 100 US$ Eintritt und Rabatte gibt es nur selten. Falls doch, dann sind sie oft nur anwendbar, wenn Du mehrere Tage hintereinander die Parks besuchst.

Dem entgegen stehen mit die günstigsten Übernachtungspreise, die es drüben in den USA gibt. Kaum irgendwo sonst wirst Du so geballt dermaßen viele und gute Unterkünfte zu einem so guten Preis finden wie hier. Das Ziel ist klar, wer günstig wohnt, der gibt mehr Geld außerhalb der Unterkunft aus. In Las Vegas ist das Prinzip ganz ähnlich, schließlich sollen die Leute dazu animiert werden in den Casinos zu zocken. Und das geht am ehesten, wenn alles drum herum nicht so teuer ist.

Ganz egal, ob Du Dich nun für einen der Parks im Walt Disney World Resort, einem von Universal oder auch einem der Annheuser Parks entscheidest. Dein Besuch sollte gut geplant sein.

Beschäftige Dich daher bereits VORHER mit jedem einzelnen Park und den Attraktionen dort. Werde Dir darüber im Klaren, was Dich oder Euch als Familie überhaupt am meisten interessiert. Hast Du das herausgefunden geht es weiter.

Versuche Dir zu verinnerlichen, wo in welchem Park was genau liegt. Was genau sind die Hauptattraktionen, wo lohnt es sich eventuell, einen FastPass zu nutzen? Sehr viel Zeit in den Parks verbringt man einfach in irgendwelchen Warteschlangen vor den Attraktionen, daher ist eine gute Vorbereitung für einen Besuch hier definitiv nicht verkehrt. Man möchte ja schließlich auch so viel wie möglich haben von einem Besuch.

Solltest Du Disney & Co. mit in Deinen Florida Urlaub einbauen wollen, dann schaue einmal in den entsprechenden Artikel dazu von mir, in dem es ausschließlich um die ganzen Orlando Freizeitparks geht. Welcher Park ist für wen geeignet, was gibt es dort zu sehen etc.

Auch die zahlreichen Outlets sollte man in Orlando nicht unbeachtet lassen. Egal, ob es nun die Vineland Premium Outlets oder die International Premium Outlets sind am Ende des International Drives. Die Preise dort sind durch die Bank weg wirklich sehr gut. Wer noch mehr sparen möchte, der geht zur Information der jeweiligen Outlet Mall und besorgt sich ein Heft mit Rabatt-Coupons, welches in aller Regel dort gratis ausliegt.

Mein persönlicher Tipp für ein wirklich tolles Hotel in Orlando: Das Fairfield Inn&Suites im Marriott Village. Super gute Lage, ein wirklich fantastisches Frühstück, große Familienzimmer und in alle Regel ein genialer Preis dafür.

Der Cheetah Hunt Coaster in Busch Gardens mit seinem "Knoten"

Der Cheetah Hunt Coaster in Busch Gardens mit seinem „Knoten“

 

 

Miami

Miami ist eine Stadt an der sich die Geister scheiden. Die einen lieben Sie, andere können mit ihr nicht wirklich etwas anfangen. Ich muss ehrlich gestehen, inzwischen gehört ich zur zweiten Kategorie. Miami ist trotzdem für Ersttäter sicherlich einen Besuch wert. Man kennt es halt aus Filmen und Serien.

Spätestens wenn man den Ocean Drive im Art Déco District bei Miami Beach hinunter flaniert, kommen bei den Älteren von uns unweigerlich wieder Erinnerungen an Miami Vice zum Vorschein. Wenn Crockett und Tubbs durch die Straßen von Miami cruisen und in 80er Jahre Jackets mit Schulterpolstern auf Drogenjagd gingen, waren die Straßen zu Hause im kalten Deutschland damals leergefegt.

Doch was genau kann man sich jetzt hier in dieser riesigen Stadt, in der mehr spanisch als englisch gesprochen wird, eigentlich als Tourist ansehen? Klar, den Ocean Drive hab ich ja oben schon erwähnt. Dort angrenzend befindet sich der Lummus Park, wo die Leute joggen gehen oder sonstigen Sportarten nachgehen. Der Strand mag für einige auch einen Besuch wert sein, dort gibt es immerhin die bekannten Rettungsschwimmer-Häuschen. Sie sehen denen, welche man aus Baywatch kennt, relativ ähnlich.

Wer hier in South Beach in Strandnähe übernachten möchte, der sollte sich auf Preise zwischen 150 und 200€/Nacht einstellen. Dazu kommen häufig Parkgebühren für den Mietwagen zwischen 30$ und 50$/Nacht. Öffentliche Parkgaragen sind günstiger, davon gibt es allerdings nicht sehr viele und mitunter muss man einige Blocks zum Hotel zurücklaufen. Die Frage ist dann, will man das?

Persönliche Hotelempfehlung für South Beach: Hilton Bentley

Die günstige Alternative zu South Beach, welche mit dem Mietwagen zudem nicht wirklich weit entfernt liegt, lautet Fort Lauderdale. Hier geht es ruhiger zu und die Hotelpreise sind wieder etwas angenehmer für den Geldbeutel. Von dort aus kann man dann theoretisch mit dem Auto nach South Beach, dort irgendwo parken und sich mal einen Vormittag lang das Ganze „antun“.

Persönliche Hotelempfehlung für Fort Lauderdale: Silver Seas Beach Resort

In unmittelbarer Nähe von Miami, auf Key Biscane, möchte ich auf alle Fälle den Bill Baggs Cape Florida State Park noch erwähnen. Wer einmal frei lebende Waschbären sehen möchte, der hat dort eine fast 100%ige Garantie auch welche zu Gesicht zu bekommen.

Auf dem Foto hier unten erkennt man den Miami Causeway, der Downtown mit Miami Beach verbindet. Dahinter liegen zig Villen der Reichen und Schönen, welche man sich – zum Beispiel im Rahmen einer Tour mit einem Speedboat – auch aus der Nähe anschauen kann. Das Foto wurde nicht mit einer Drohne, sondern vom Oberdeck eines Kreuzfahrtschiffes aufgenommen.

Der Miami Causeway in Richtung Miami Beach, unzählige Male hat man ihn in Serien wie Miami Vice im TV gesehen

Der Miami Causeway in Richtung Miami Beach, unzählige Male hat man ihn in Serien wie Miami Vice im TV gesehen

 

 

Die Everglades

Oft hört man die Leute sagen „Und dann besuchen wir noch die Everglades“. Alles schön und gut, aber wie muss man sich das genau vorstellen? Wo hat man überhaupt die Gelegenheit dazu?

Die Everglades sind ein riesiges Sumpfgebiet am südlichen Zipfel von Floridas Festland. Sie reichen quasi vom Tamiami Trail, der Florida einmal von der Westküste zur Ostküste verbindet, bis runter zu den Keys. Auch an anderen Stellen Floridas findet man sehr häufig solche Sumpfgebiete. Nur nicht in diesem Ausmaß.

Verschiedene Möglichkeiten gibt es, um die Everglades zu erkunden. Zum einen kann man mit einem der Air Boats einen Besuch dort machen. Entlang des Tamiami Trails bieten etliche Anbieter solche Ausflüge an.

Zum anderen könnte man aber auch beispielsweise mit dem Mietwagen die Loop Road fahren. Das ist eine rund 24 Meilen lange Gravel Road, welche quasi in einiger Entfernung parallel zum Tamiami Trail mitten durch die Marschlandschaft führt. 1 – 2 Stunden Zeit sollte man dafür einplanen, abhängig davon, wie viele Tiere einem unterwegs begegnen. Häufig stehen die Chancen gut, dass man hier Alligatoren links und rechts der Straße sieht.

Persönliche Hotelempfehlung für Ausflüge in die Everglades: Fairway Inn Florida City

Anhinga Trail

Den Anhinga Trail erreicht man von Homestead aus nach einer guten halben Stunde Fahrtzeit. Er ist Teil des Everglades National Parks. Falls man keinen Nationalpark Pass haben sollte, dann werden hier 30 US$/Auto (Stand: 01/2020) Eintritt bzw. Gebühr fällig. Ein leicht zu verschmerzender Betrag, in Anbetracht dessen, was einen dort erwartet.

Der eigentlich Anhinga Trail ist zwar „nur“ knapp 0.5 Meilen (ca. 8 km) lang. Man sieht dort aber meistens mehr Alligatoren, Vögel und sonstiges Viehzeug als irgendwo sonst (mit Ausnahme der Loop Road vielleicht). Auch der Gumbo Limbo Trail ist empfehlenswert.

Big Cypress

Die Big Cypress National Preserve liegt etwas höher als die eigentlichen Everglades. Die wenigen Meter reichen aber aus, um hier eine völlig andere Flora und Fauna vorzufinden. Zwei kleinere Parks gibt es hier, welche in meinen Augen sehenswert sind.

Zum einen den HP Williams Roadside Park. Dabei handelt es sich eigentlich eher um eine Art Rastplatz, neben dem sich ein Gewässer befindet. So gut wie immer ist aber ein Ranger anwesend, weil es hier häufig von Alligatoren nur so wimmelt.

Zum anderen der Kirby Storter Roadside Park. Hier gibt es einen tollen Holzsteg durch den Sumpf, auf dem man – etwas Glück vorausgesetzt – jede Menge Tiere beobachten kann.

Shark Valley

Der Abzweig ins Shark Valley liegt unmittelbar neben dem Tamiami Trail. Der „Eintritt“ dort beträgt ebenfalls 30 US$/Auto (Stand: 02/2019), da dieser Bereich Teil des Everglades National Parks ist. Wenn man den Parkplatz erreicht geht es ab dort entweder zu Fuß, mit einem gemieteten Fahrrad oder der Shark Valley Tram Tour weiter. Mit der Tram Tour legt man dann in zwei Stunden mit einer Art Bimmelbahn gut 24 km Strecke zurück. An mehreren Punkten zwischendurch kann man auch aussteigen.

Am Observation Tower, dem höchsten Punkt im Shark Valley, hat die Tour dann 30 Minuten Aufenthalt. Dort hat man Gelegenheit für einen Blick in die Umgebung und zahlreiche Fotos.

Zu empfehlen ist auch der Otter Cave Nature Trail. Der Weg ist nicht asphaltiert, führt dafür aber wunderschön über Planken, Bächen und kleinen Brücken durch ein Dickicht aus tropischem Mischwald.

Ein Highlight im Florida Urlaub. Am Ende des Boardwalks vom Anhinga Trail erwartet einen diese "Alligator-Sammelstelle"

Ein Highlight im Florida Urlaub. Am Ende des Boardwalks vom Anhinga Trail erwartet einen diese „Alligator-Sammelstelle“

 

 

Die Florida Keys

Eine Fahrt über die Florida Keys gehört für viele Urlauber einfach mit dazu, wenn man in Florida Urlaub macht. Für die rund 180 Meilen über den Overseas Highway sollte man Minimum 4 Stunden Fahrtzeit einplanen. Unterwegs hält man nämlich mit Sicherheit immer wieder einmal an. Zwar nicht unbedingt auf Key Largo, der ersten Insel der Keys, wenn man vom Festland kommt, aber spätestens bei Anne’s Beach auf Islamorada wird man einen Stopp einlegen.

Auf Islamorada gibt es auch das Theatre of the Sea, wo man zum Beispiel mit Seelöwen oder mit Delphinen schwimmen kann. Dabei handelt es sich nicht um irgendwelche „Shows“ im herkömmlichen Sinne, sondern hier werden kranke Tiere wieder aufgepäppelt. Mit diesen kann man dann zusammen ins Wasser. Alles, was die Delphine machen, ist dabei völlig freiwillig.

Bei Marathon liegt die 7-Mile-Bridge, die ebenfalls einen Stopp wert ist. Entweder geht man sie ein Stück weit zu Fuß auf der parallel liegenden, nicht mehr benutzten Brücke. Oder man mietet sich zum Beispiel einfach auf Marathon ein Fahrrad.

Hat man die 7-Mile-Bridge passiert gelangt man nach Bahia Honda. Ein Besuch des gleichnamigen State Parks lohnt ebenfalls. Ein hübsches Panorama auf die alte Eisenbahnbrücke eröffnet sich und das Wasser an den verschiedenen Stränden der Insel ist kristallklar. Drei Strandabschnitte gibt es, der schönste ist vermutlich Sandspur Beach – trotz vorhandenem Seegras, welches hier immer wieder angespült wird.

Am Ende der Keys angekommen landet man schließlich auf Key West. Es ist ein merkwürdiger Ort, finde ich. Entweder man mag ihn, oder eben nicht. Ich persönlich finde ihn super, da er ein ganz eigenes Flair hat.

Viele Aussteiger sind auf Key West gelandet, einige von ihnen versuchen sich als Straßenkünstler. Und davon gibt es wirklich viele sehr begnadete hier. In Key West lohnt es sich definitiv einen vollen Tag, also auch eine Übernachtung (vielleicht sogar zwei) einzukalkulieren.

Es gibt viel zu entdecken, wie zum Beispiel das Hemingway Home, den Fort Zachary Tayler Historic State Park, Smathers Beach, oder auch den Southernmost Point der USA. Und natürlich ist auch der Mallory Square ein Muss. Dort trifft man sich allabendlich, um den Sonnenuntergang zu zelebrieren. Und man kann wirklich sagen was man will, aber die Sonne geht hier eindeutig schöner unter als anderswo.

Persönliche Hotelempfehlung für Key West: Blue Marlin

Ein Sonnenuntergang, wie man ihn wohl nur in Key West am Mallory Square erleben kann

Ein Sonnenuntergang, wie man ihn wohl nur in Key West am Mallory Square erleben kann

 

 

Die Golfküste

Die Golfküste in Florida strotzt nur so von traumhaften Stränden, die teilweise wie aus einem Bilderbuch anmuten. Zahlreiche kleinere Parks oder vorgelagerte Inseln laden zum Entspannen und relaxen ein. An der Golfküste kann man Ruhe und Trubel gleichermaßen vorfinden.

Ruhig geht es zum Beispiel auf Honeymoon Island zu, Cayo Costa oder auch Boca Grande. Dort kann man tatsächlich noch fast alleine sein. Wer Trubel haben möchte, der findet ihn zum Beispiel in St.Pete Beach, bei Fort Myers Beach oder auf Siesta Key. Alle drei Orte haben traumhafte Strände, aber auch ein lebhaftes Nachtleben.

Die Golfküste bedeutet aber auch Adrenalin pur. Schließlich befindet sich in Tampa Busch Gardens. Nirgendwo in Florida wird man bessere Achterbahnen finden als hier – zumindest im Moment. Der Freizeitpark ist aber auch für die Jüngsten durchaus geeignet, es gibt zahlreiche Fahrgeschäfte für den Nachwuchs.

Und auch Naturliebhaber finden an der Golfküste garantiert die Erfüllung. Orte wie das J.N. Ding Darling National Wildlife Refuge auf Sanibel Island, der Myakka River State Park in der Nähe von Sarasota oder auch das Audubon Corkscrew Swamp Sanctuary sollten definitiv auf der To-do-Liste stehen. Und wer ein Once-in-a-Lifetime-Erlebnis haben möchte, der fährt nach Crystal River und schnorchelt dort mit Manatees.

Powershopper kommen in den Miromar Outlets auf Ihre Kosten. Ich glaube, bessere Preise als dort habe ich bisher in keinem anderen Outlet gesehen.

Das sind jetzt natürlich nur ein paar wenige Ziele am Golf von Mexiko. Es gibt dort wirklich noch etliche mehr und alleine für diesen Bereich würde ich empfehlen 3-4 Tage einzuplanen.

Persönliche Hotelempfehlungen für die Golfküste:

Best Western Crystal River Resort

Best Western Plus Yacht Harbor Inn in Dunedin

Beach House Hotel St.Pete Beach

Outrigger Beach Resort Ft.Myers Beach

Nur einer von unzähligen hölzernen Boardwalks durch Mangrovenwälder an der Golfküste

Nur einer von unzähligen hölzernen Boardwalks durch Mangrovenwälder an der Golfküste

 

 

Die Ostküste

Die Ostküste Floridas bietet in meinen Augen gar nicht sooo viel wirklich Sehenswertes, daher ist die Fahrt hoch von Miami nach Cocoa Beach auch in einem Tag erledigt. Wenn man von Miami gen Norden startet, lohnt als Erstes ein Stopp bei den Green Cay Wetlands in Boynton Beach würde ich meinen.

Ganz in der Nähe befindet sich das Loxahatchee National Wildlife Refuge. Im weiteren Verlauf sollte man ruhig einmal schön gemütlich durch Palm Beach cruisen, um sich dort an den Villen der Reichen und Schönen sattzusehen.

Bei Jupiter biegt man dann ab in Richtung Meer zur Blowing Rocks Nature Preserve. Hier gibt es einen für Florida eher untypischen Strandabschnitt aus Kalk und Sandsteinablagerungen, wo sich einige Blowholes gebildet haben. Bei Flut wird hier also Wasser durch Löcher im Sandstein nach oben gedrückt.

Bis Cocoa Beach passiert dann im Prinzip nicht wirklich viel. Dort lohnt sich auf alle Fälle ein Besuch des Ron Jon Surf Shops. Es ist das Headquarter der Marke. Auf zwei Etagen und einer riesigen Verkaufsfläche sollte hier jeder die Strandklamotten seiner Wahl finden.

Persönliche Hotelempfehlung Cocoa Beach: Westgate Cocoa Beach Resort

Nur wenig Kilometer weiter, auf Cape Canaveral, liegt das Kennedy Space Center. Einen halben Tag sollte man für den Besuch dort einplanen.

Verbinden kann man den Aufenthalt mit einem Abstecher nach Merrit Island auf den Wildlife Loop. Der Name ist Programm, die Chancen dort jede Menge Tiere vor die Linse zu bekommen sind nicht gerade gering. Wir haben dort sogar einen Florida Panther im Gebüsch entdeckt und einen stattlichen Weißkopfseeadler. Auch Alligatoren und Manatees (am Haulover Canal) kann man sehen.

Wer drauf steht, der sollte auch ruhig noch etwas weiter nördlich nach Daytona Beach fahren. Den Strand kann man mit dem Auto befahren und es lohnt sich für den ein oder anderen Interessierten bestimmt ein Besuch des berühmten Daytona 500 Oval.

Ziemlich in der nördlichsten Ecke Floridas gelangt man schließlich in die älteste Stadt der USA, nach St.Augustine. Wenn man hier ankommt und in Miami gestartet ist, hat man gut 500km zurückgelegt, das nur mal als Anhaltspunkt. Sehenswert in St.Augustine sind zum Beispiel das Flaggler College oder auch die Cathedral Basilica of St. Augustine.

Auch Powershopper kommen an der Ostküste auf Ihre Kosten. Westlich von Fort Lauderdale liegt nämlich die Sawgrass Mills Mall, die größte Outlet Mall in Florida. Ausreichend viel Zeit und eine zweite Kreditkarte sollte man hier definitiv in der Hinterhand haben ;-)  Und auch ganz oben bei St.Augustine gibt es noch Premium Outlets.

Die Abschussrampe im Kennedy Space Center

Die Abschussrampe im Kennedy Space Center

 

 

Panhandle

Der Panhandle ist der nordwestlichste Zipfel Floridas und erstreckt sich auf einer Länge von circa 370 KM von West nach Ost. Vieles dort erinnert durch das subtropisch feuchte Klima bereits mehr an die Südstaaten als an Florida, wozu der Bereich rein geografisch nämlich eigentlich zählt.

Auch hier findet man viele traumhafte Strände, wie zum Beispiel Navarre Beach, Pensacola Beach (sehenswert in der Nähe: Fort Pickens) oder auch Gulf Islands National Seashore. Der Strand beim Perdido Key State Park ist ebenfalls sehenswert.

Bei Marianna erwartet einen etwas völlig untypisches für Florida, der Florida Caverns State Park. Hier gibt es eine richtige Tropfsteinhöhle und ein paar nett angelegte Wanderwege. Ebenso untypisch ist der Falling Waters State Park beim Örtchen Chipley, wo man doch tatsächlich einen netten Wasserfall vorfindet. Auch ein paar Sinkholes kann man entlang der Wanderwege entdecken.

Tallahasse, die eigentliche Hauptstadt Floridas, bietet eigentlich nichts wirklich Sehenswertes und könnte lediglich dazu dienen recht günstig eine Zwischenübernachtung einzuschieben. Die Unterkünfte sind hier deutlich billiger als in Strandnähe und auf dem Weg dort hin kann man noch dem Wakulla Springs State Park einen Besuch abstatten. Dort bietet sich eine der Boots-Touren durch die Sümpfe an.

Persönliche Hotelempfehlung Panhandle:

Surf & Sand Hotel Pensacola Beach

Beachside Resort Panama City Beach

FLCaverns-Jan2007.jpg
By Tim RossOwn work, Public Domain, Link

 

 

Beste Reisezeit für Florida

Die beste Reisezeit für einen Florida Urlaub lässt sich nicht so einfach auf bestimmte Monate festlegen finde ich. Für den Panhandle ist zum Beispiel eine völlig andere Zeit optimal ist wie für Südflorida oder auch Key West. So ein bisschen liegt es also ganz alleine an Deiner Reise bzw. Deinen Zielen, wann dafür der beste Monat ist.

Betrachtet man es aber ganz nüchtern und sachlich für ganz Florida, dann würde man wohl folgendes aufschreiben:

  • Hauptsaison: März – August
  • Zwischensaison: Februar / September
  • Nebensaison: Oktober – Januar

Sicherlich hast Du bereits davon gehört, es gibt in Florida auch eine sogenannte „Wet Season„, also quasi die Regenzeit. Diese fällt in die Monate von Mitte Mai bis circa Mitte September. Dann gibt es, meistens Nachmittags, wirklich heftige Regenschauer. Diese dauern in aller Regel dann ein oder zwei Stunden und lassen dann wieder nach.

Zu dieser Zeit gibt es auch die meisten Moskitos in Florida, ein guter Schutz dagegen sollte also stets griffbereit sein. Kaufe Dir das Zeug am besten vor Ort in Florida irgendwo, aus Deutschland mitgebrachte Sprays sind in aller Regel eher nutzlos.

Hurricane Season ist im Prinzip von Juli bis November, zumindest wenn man sich die Entwicklung so in den letzten Jahren betrachtet. Eigentlich kann man das aber auch nicht wirklich mehr vorhersagen, da die Tendenz eher dazu geht, dass sich alles extrem verschiebt heutzutage, was solche Wetterphänomene angeht.

Vorteil dieser Saison ist definitiv, dass die Hotelpreise in aller Regel etwas günstiger sind. Wenn man dann aber tatsächlich das Pech haben sollte und ein Hurricane ist im Anflug, dann spielt das wohl eher eine untergeordnete Rolle.

Reist man zur Nebensaison, muss man sich im Norden Floridas mitunter auf nicht mehr ganz so angenehme Temperaturen gefasst machen. Am Panhandle kann das Meer dann zum Beispiel nicht mehr unbedingt zum Baden einladen, was die Temperaturen angeht.

Die Zwischensaison ist eigentlich optimal, finde ich. Es sind weniger Touristen unterwegs, die Übernachtungspreise sind relativ angenehm und die Temperaturen stimmen auch. Moskitos gibt es zudem nicht, da es schlicht zu trocken ist.

Nachteil im Monat Februar: Die Everglades führen nur wenig Wasser. Alligatoren ziehen sich daher in bestimmte Gebiete zurück, wo sich immer noch letzte Wassertümpel befinden. Es kann also durchaus sein, dass man nicht wirklich viele zu Gesicht bekommt.

Sonnenaufgang a la Florida, hier in St.Pete Beach

Sonnenaufgang à la Florida, hier in St.Pete Beach

 

 

Wie viel Zeit sollte man für eine Florida Rundreise einplanen?

Eine Frage bei der sich sicherlich die Geister scheiden. Klar ist, wenn man wirklich alle Bereiche in Ruhe erkunden möchte, reicht ein „normaler“ Florida Urlaub kaum aus. Als normal würde ich jetzt mal 2 oder 3 Wochen bezeichnen. Halt das, was die meisten Leute an Zeit einräumen für Ihre Urlaube.

Wenn Du 14 Tage Zeit hast, dann kannst Du trotzdem ganz entspannt eine Florida Rundreise in Angriff nehmen. Ich würde mich dann aber auf den Bereich zwischen Orlando und Key West konzentrieren und dazwischen die Rundreise zusammenbasteln. Also beispielsweise in Miami oder Fort Lauderdale landen und dann als Erstes an der Ostküste gen Norden nach Orlando hochfahren. Dort dann ein paar Tage bleiben und dann in aller Ruhe und schön gemütlich an der Golfküste wieder zurück mit ein, zwei Tagen Key West zum Ende hin.

Wenn Du 21 Tage Zeit hast, dann würde es sich anbieten auch den Panhandle im Norden noch mit einzubauen. Das lässt sich bei drei Wochen ganz gut bewerkstelligen, ohne das es in Stress ausartet. Oder man verbringt eine komplette Woche in Orlando, die Zeit bekommt man dort völlig problemlos rum in Anbetracht der Fülle an Freizeitparks.

Fakt ist jedenfalls, jeder Tag mehr ist ein Gewinn für Deine Reise, aber das ist ja bei so ziemlich jedem Reiseziel der Fall.

 

 

Klassische Rundreisen für einen Florida Urlaub

Eine klassische Florida Rundreise mit 14 Tagen könnte zum Beispiel folgendermaßen aussehen:

  1. Tag: Ankunft Miami
  2. Tag: Fort Lauderdale erkunden und Sawgrass Mills Outlet Mall besuchen
  3. Tag: Fahrt nach Cocoa Beach, auf dem Weg Besuch der Blowing Rocks, Loxahatchee und der Green Cay Wetlands
  4. Tag: Kennedy Space Center, Merrit Island, Weiterfahrt Nachmittags nach Orlando
  5. Tag: Orlando Freizeitparks
  6. Tag: Orlando Freizeitparks
  7. Tag: Orlando Freizeitparks
  8. Tag: Fahrt nach Crystal River (schnorcheln mit Manatees), Clearwater Beach, St.Pete Beach
  9. Tag: Busch Gardens in Tampa
  10. Tag: Gamble Plantation, Bradenton Beach, Longbot Key, Siesta Key, Myakka River State Park, Sanibel Island
  11. Tag: Fort Myers Beach, Lovers Beach, Estero Outlets, Audubon Corkescrew Swamp Sanctuary, Naples
  12. Tag: Fahrt entlang des Tamiami Trails durch die Everglades (Loop Road nicht vergessen) nach Key West
  13. Tag: Key West
  14. Tag: Abflug Miami

 

Eine klassische Rundreise mit 21 Tagen könnte folgendermaßen aussehen:

  1. Tag: Ankunft Miami
  2. Tag: Fort Lauderdale erkunden und Sawgrass Mills Outlet Mall besuchen
  3. Tag: Fahrt nach Cocoa Beach, auf dem Weg Besuch der Blowing Rocks, Loxahatchee und der Green Cay Wetlands
  4. Tag: Kennedy Space Center, Merrit Island, Weiterfahrt nach Daytona Beach
  5. Tag: St.Augustine
  6. Tag: Wakulla Springs State Park, Fahrt nach Pensacola
  7. Tag: Perdido Key, Miramar Beach, Panama City Beach, Cape St George Island State Reserve, Cedar Key
  8. Tag: Crystal River (schnorcheln mit Manatees), Orlando
  9. Tag: Orlando Freizeitparks
  10. Tag: Orlando Freizeitparks
  11. Tag: Orlando Freizeitparks
  12. Tag: Fahrt nach Crystal River (schnorcheln mit Manatees), Clearwater Beach, St.Pete Beach
  13. Tag: Busch Gardens in Tampa
  14. Tag: Gamble Plantation, Bradenton Beach, Longbot Key, Siesta Key, Myakka River State Park, Sanibel Island
  15. Tag: Fort Myers Beach, Lovers Beach, Estero Outlets, Audubon Corkescrew Swamp Sanctuary, Naples
  16. Tag: Fahrt entlang des Tamiami Trails durch die Everglades (Loop Road nicht vergessen) nach Homestead
  17. Tag: Everglades National Park, Anhinga Trail, Fahrt bis Flamingo, Ü wieder in Homestead
  18. Tag: Key West
  19. Tag: Key West
  20. Tag: Fahrt nach Miami
  21. Tag: Rückflug von Miami aus

Das sind natürlich jetzt nur zwei individuell von mir aus dem Hut gezauberte Beispiele und keine Patentrezepte für einen perfekten Florida Urlaub. Beide Varianten sind aber in meinen Augen völlig stressfrei durchzuführen. Man sieht jede Menge, hat ein relativ volles Programm und kann es trotzdem völlig relaxt angehen lassen. Ich habe Miami bewusst mal etwas außen vor gelassen, außer Miami Beach gibt es dort in meinen Augen rein gar nichts was man sich ansehen müsste.

In meinem Reisebericht kannst Du das Beispiel einer 15-tägigen Florida Rundreise mit Kids sehen. Schau einfach mal rein. Vielleicht bist Du ja hinterher schon wieder ein wenig schlauer.

Auch das ist Florida, so sieht es auf Sanibel Island aus

Auch das ist Florida, so sieht es auf Sanibel Island aus

 

 

Wie teuer ist Florida?

Ein Florida Urlaub ist teuer. Punkt. Zwar bekommt man regelmäßig inzwischen halbwegs günstige Flüge in den Sunshine State, die Unterkünfte sind dafür aber oftmals nicht wirklich billig. Ich vermute, das liegt unter anderem auch daran, dass es eigentlich keine richtige Nebensaison mehr gibt.

Von November bis Februar sind die ganzen Winter Birds dort, also die Leute, die der Kälte entfliehen und in Florida angenehmere Temperaturen suchen. Danach folgt quasi schon der Spring Break, wo die Übernachtungspreise schnell mal exorbitant in die Höhe schießen. Ab Mai beginnt dann schon fast die Vorsaison, bedingt durch einige Feiertage. Das ganze geht dann nahtlos über in die Sommerferienzeit und ehe man sich versieht, hat man schon wieder September oder Oktober.

Wenn Du also eine Rundreise planst, dann rechne vor allem in Key West, Miami Beach und an der Golfküste mit Übernachtungspreisen jenseits der 150$/Nacht. Einzig Orlando sticht eigentlich zu jeder Jahreszeit mit attraktiven Hotelpreisen aus der Menge heraus. Den Grund dafür hatte ich ja weiter oben bereits angedeutet.

Eine gute Möglichkeit um den teuren Übernachtungspreisen entgegenzuwirken ist AirBnB. Wenn Du über diese Plattform buchst Du eigentlich in ganz Florida wirklich gute Unterkünfte zu oftmals besseren Preisen als auf anderen Buchungsportalen. Mehr über AirBnB und wie Du am meisten sparen kannst, wenn Du online Hotels buchen möchtest, habe ich unter anderem hier geschrieben.

Dazu kommen die nicht gerade günstigen Preise für Mietwagen und ebenfalls recht teure Spritkosten. Auch die Freizeitparks schlagen im Schnitt mit 100$/Person und Park zu Buche. Wenn man als Familie den Besuch mehrere Parks beabsichtigt, kann man dafür also schnell mal einen vierstelligen Betrag auf die Gesamtkosten aufschlagen.

Wenn Du mit dem Mietwagen in Miami unterwegs bist und dort übernachtest, dann kommen ziemlich sicher noch hohe Parkgebühren auf Dich zu. Wie so oft wird dort nämlich nur Valet Parking von den Hotels angeboten. Und Preise ab 30$/Nacht sind da keine Seltenheit.

Auch die Eintritte für die ganzen State Parks können sich mitunter zu einer großen Summe aufaddieren. Einen pauschal gültigen Pass gibt es nämlich nicht, jeder Park muss einzeln gezahlt werden. Da kann unter Umständen ganz schön was zusammen kommen.

Unterm Strich lässt sich eines mit Sicherheit festhalten: Florida ist nicht gerade billig. Ganz gleich zu welcher Jahreszeit.

 

 

Florida Sehenswürdigkeiten Karte

Sämtliche hier erwähnten Highlights kannst Du Dir auch noch einmal auf der von mir erstellten Googlemaps-Karte ansehen. Damit wird etwas besser ersichtlich, wo überhaupt was genau liegt.

Florida Sehenswürdigkeiten Karte

 

 

Und jetzt DU, was sind Deine Tipps für einen gelungenen Florida Urlaub?

Bist Du selber schon in Florida gewesen oder planst vielleicht gerade Deine erste Reise dort hin? Hast Du noch Fragen zu Deinem Florida Urlaub oder einer Rundreise, die vielleicht in dem Artikel nicht geklärt wurden? Dann hinterlasse mir doch einen kurzen Kommentar, ich würde mich sehr freuen.

 

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