Die Plitvicer Seen in Kroatien zählen sicherlich zu einer der Top Sehenswürdigkeiten in dem Land am Adriatischen Meer. So kommt es nicht von ungefähr, dass wir im Spätsommer einen Abstecher zum Nacionalni park Plitvička jezera (wie es in Landessprache heißt) gemacht haben.

Viele Schreibweisen sind übrigens möglich, angefangen von Plitzwitzer Seen (man beachte das Z vorne), über Plitvica Seen, Prošćansko Jezero und Plitvitka Lakes. Das Ergebnis ist aber immer das selbe.

Seitdem ich irgendwann einmal Bilder davon entdeckt hatte war ich fasziniert davon. Dabei kennt ihn vermutlich fast jeder – ohne es eigentlich zu wissen. Viele Karl May-Verfilmungen spielen nämlich hier, so zum Beispiel Winnetou und der Schatz am Silbersee.

Da wir nicht in einem Hotel wohnen wollten, haben wir uns für eine private Pension als Unterkunft entschieden. Diese befindet sich nur 4 km vom Parkeingang 1 der Plitvicer Seen, mitten im Örtchen Seliste Dreznicko.

Zur Einstimmung auf unseren Erfahrungsbericht gibt es – wie inzwischen üblich – einen kurzen Clip aus dem Netz der Netze.


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Anreise mit Flugzeug und Mietwagen

Wie kommt man nun aber eigentlich hin zu diesem Natur-Juwel in Europa? Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten und in unserem Fall haben wir uns überlegt, Flüge zu buchen. Die Anreise erfolgte daher vom Flughafen Köln/Bonn aus mit (seinerzeit) Air Berlin. Inzwischen wissen wir ja alle, dass es diese Option inzwischen nicht mehr gibt. Aber auch so ziemlich jede Billig-Airline fliegt in diese Richtung. Drei Flughäfen werden von Düsseldorf aus üblicherweise angeflogen, wir haben uns für Rijeka im Nordwesten Kroatiens entschieden. Einfacher Grund: Die Flugzeit dorthin beträgt gerade einmal 70 Minuten und von dort aus ist die Entfernung am kürzesten mit dem Auto.

Die Anzahl der Autovermietungen am Flughafen Rijeka ist an einer Hand abzuzählen. Europcar, Sixt, Avis und Goldcar – hab ich wen vergessen? Nö! Wobei nur Europcar und Sixt ein Büro hier haben. Wir hatten über billiger-mietwagen.de gebucht und als Vermieter Avis zugewiesen bekommen.

Die Fahrt mit dem Auto von Rijeka in Richtung Plitvicer Seen ist relativ problemlos. Teilweise zieht sich der Weg allerdings, da man sich über altertümliche und kurvige Gebirgsstraßen fortbewegt. Zwei Varianten gibt es um zu den Seen zu kommen von Rijeka aus. Entweder „unten rum“ die Küste entlang, via Senj und Brinje (dieser Weg besteht fast komplett aus Landstraßen). Oder aber über die Autobahnen A6 und A1 und weiter über Land via Plaski und Saborsko. Beide Varianten sind von den Kilometern her fast gleich lang.

Wir haben uns sowohl bei der Anreise als auch bei der Abreise für Möglichkeit 2 entschieden und die Autobahn benutzt. Bedenken sollte man hier bei dieser Option allerdings, dass dafür eine Maut fällig wird.

 

Plitvicer Seen | Klicken für interaktive Karte

Bei der oben dargestellten Anreise fährt man teilweise noch an Ortschaften vorbei, die einen um Jahre zurück zu Zeiten des Bosnischen Krieges versetzen. Oft sieht man noch abbruchreife Häuser und Ruinen mit Einschusslöchern an der Häuserfront. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. Mit dem Auto liegen bleiben möchte man an einigen Orten glaube ich trotzdem nicht wirklich.

 

 

Lage in Kroatien

Der Nationalpark Plitvicer Seen liegt im Prinzip unmittelbar an der Verbindungsstraße N1 von Zagreb nach Split, genau zwischen dem Mala Kapela Massiv und dem Pljesevica Gebirge. Geographisch gesehen und durch die „merkwürdige“ Grenzstruktur Kroatiens könnte man auch sagen, sie liegen UNGEFÄHR in der Mitte des Landes. Durch diese recht zentrale Lage werden die Plitvicer Seen jedes Jahr von mehr als 1 Millionen Besuchern – man muss es leider fast so ausdrücken – heimgesucht.

So leer, wie hier auf dem ersten Foto, wird man die hölzernen Stege daher nur selten vorfinden.

Leere Stege am frühen Morgen bei den oberen Plitvicer Seen

Leere Stege am frühen Morgen bei den oberen Plitvicer Seen

 

Je später es wird, umso mehr Menschen begegnet man auch

Je später es wird, umso mehr Menschen begegnet man auch

 

Bevor man überhaupt in den Nationalpark hinein geht, heißt es aber erst einmal an einem der zwei bekannten Parkplätze zu parken und sich Eintrittskarten zu besorgen. 110 KUNA p.Person werden dafür fällig. Besorgt man sich – wie wir – Karten für zwei aufeinander folgende Tage, bezahlt man dafür 180 KUNA. Wohnt man in einem der drei Hotels IM Nationalpark (Hotels Jezero, Plitvice oder Bellevue) kann man sich die Eintrittskarte für einen dritten Tag kostenlos abzeichnen lassen. Fürs parken selbst wird ebenfalls eine geringen Gebühr fällig, 7 KUNA/Std. werden dafür berechnet (oder maximal 70 KUNA am Tag). In der Nebensaison können die Preise niedriger sein.

Zugegeben, die Orientierung im National Park fällt am Anfang nicht ganz leicht und ich selber habe – trotz ausgiebiger Recherche vorher – irgendwie keine richtige Vorstellung gehabt, was man wie am besten machen sollte. Ist man dann vor Ort, bekommt man aber recht schnell einen guten Überblick. Es gibt insgesamt drei Parkplätze und Eingänge. Auf der Karte sind allerdings nur zwei davon eingezeichnet (Ulaz 1 und Ulaz 2). Der dritte Eingang (Ulaz 3) samt kostenfreien (!) Parkplatz befindet sich genau auf der gegenüberliegenden Seite der Plitvicer Seen.

Am besten nimmt man sich für die Erkundung der Seen mindestens zwei Tage Zeit. Bedenkt man die An – und Abreise sollte man also eigentlich vier Tage einkalkulieren für einen Abstecher hierher. Dann hat man am ersten Tag nach der Anreise die Möglichkeit die oberen Seen zu erkunden und am zweiten Tag kann man den unteren Bereich in Angriff nehmen.

Selbstverständlich lassen sich auch beide Bereiche an nur einem Tag miteinander kombinieren, ob DAS allerdings sinnvoll ist sei mal dahin gestellt. Zu wenig Zeit bleibt dann einfach um die Schönheit dieses Ortes auf sich wirken zu lassen. Außerdem hat man bei Sonnenschein eigentlich nur am Vormittag perfekte Fotobedingungen, da ab dem Mittag die meisten der Wasserfälle im Gegenlicht liegen. Und das ist fototechnisch betrachtet natürlich einfach Mist.

Die 12 oberen Plitvicer Seen Gornja jezera unterscheiden sich im übrigen ziemlich von den „nur“ vier unteren Donja jezera. Während die oberen allesamt in einer Dolomitsenke liegen und umgeben von Wald sind, befinden sich die unteren in einer Art Canyon. Sie sind durch den Einsturz von Höhlen entstanden, durch die das Wasser der oberen Seen dann abgeflossen ist.

Verbunden sind die 16 Seen durch insgesamt fast 90 Wasserfälle. Ihre Höhen sind völlig unterschiedlich, der kleinste ist gerade einmal 3m, der höchste 78m hoch! Die Zahl 78 bei der Höhenangabe des Veliki slap variiert dabei im übrigen hier und da, je nachdem bei welchen Quellen man nachliest. Zwischen 72m und 78m hab ich alle möglichen Angaben gefunden, was vielleicht auch daran liegt, dass der Wasserfall in der Tat in den letzten Jahrzehnten einfach „gewachsen“ ist !?

Die Namen der Wasserfälle leiten sich allesamt von unterschiedlichen Legenden und Sagen ab. So kommt der See Gavanovac jezero (oder auch Gavanovo jezero) zum Beispiel zu seinem Namen, weil einer Legende nach in diesem See der Schatz des Gavanovo verschwunden ist. Der See Kozjak jezero (Kozje jezero, auf Deutsch „Ziegensee“) erhielt seinen Namen, weil der Legende nach dreißig junge Ziegen auf der Flucht vor Wölfen im Winter im See ertranken, da das Eis nicht dick genug war sie zu tragen.

Oder aber der See Ciganovac jezero (der Zigeunersee) … der Legende nach sind in diesem See einige Zigeuner beim angeln ertrunken. Namensgeber des Sees Kaluderovo jezero war hingegen keine Legende, sondern ein Mönch, der früher einmal in einer Grotte über einem der Seen lebte. Man sieht, die Namen sind allesamt recht merkwürdiger Herkunft.

Wie oben schon kurz angedeutet, der Name der Plitvicer Seen variiert sehr häufig, wenn man im Internet danach recherchiert. Um jegliche Missverständnisse aus dem Weg zu räumen gibt es deshalb jetzt hier das offizielle Park-Schild. Damit sollte klar sein, WIE der Ort nun eigentlich korrekt heißt.

Viele Schreibweisen gibt es für die Plitvicer Seen, auf dem Schild steht der Name in kroatisch

Viele Schreibweisen gibt es für die Plitvicer Seen, auf dem Schild steht der Name in kroatisch

 

Der einzig richtige Name in Landessprache lautet also Nacionalni parkovi Hrvatske Plitvička jezera. Klar soweit? Alles ganz einfach also, vor allen Dingen auszusprechen.

 

 

Unterkunft für die Plitvicer Seen

Für unseren Kurzurlaub in Kroatien haben wir uns für die Übernachtung bei den Plitvicer Seen ganz bewusst gegen ein Hotel entschieden, da wir es lieber klein und persönlich haben wollten. Bei der Wahl für die Unterkunft vor Ort haben wir uns daher für die Pension Vucovic in Seliste Dreznicko entschieden. Grund dafür waren die durchweg guten Bewertungen auf Booking.com und das Preis/Leistungsverhältnis. Viele Zimmer gibt es hier zum Glück nicht, dafür aber gratis WLAN. Frühstück ist leider nicht inklusive, in Laufweite ist aber ein kleiner Supermarkt, wo man alles Nötige besorgen kann.

Direkt neben der Unterkunft befindet sich das Restaurant Winnetou (der Name ist sicherlich nur Zufall an diesem Ort). Abendessen lässt sich problemlos von dort mit rüber in die eigene Pension nehmen oder (so haben wir es gemacht) einfach im Garten essen. Die Preise für einen wahrlich überdimensionierten Teller beim Hauptgang bewegen sich dabei um die 10€.

Hier haben wir gewohnt, Pension Vucovic, N.14 in Seleste Dreznicko

Hier haben wir gewohnt, Pension Vucovic, N.14 in Seleste Dreznicko

 

Die Ansicht der Pension Vucovic von vorne

Die Ansicht der Pension Vucovic von vorne

 

... und einmal der Blick vom Garten aus aufs Haus

… und einmal der Blick vom Garten aus aufs Haus

 

Unser kleines, aber feines Zimmer in der Pension Vucovic

Unser kleines, aber feines Zimmer in der Pension Vucovic

 

An Gastfreundlichkeit sind die Eigentümer kaum zu überbieten, jeder Wunsch wurde einem quasi von den Lippen abgelesen bevor er ausgesprochen gewesen ist. Und zum abendlichen selbst gebrannten Schlummertrunk wird man auch immer eingeladen *burps* Eine gute Ausgangslage für scharfe Fotos also *lach*

 

 

Die oberen Plitvicer Seen (Gornja jezera)

Im folgenden beschreibe ich dann als erstes einen Rundgang um die oberen Plitvicer Seen, angefangen bei der Fahrt mit dem Pendelbus von der Haltestelle SP2 (dazu parkt man bei Parkplatz 2) zur letztmöglichen Haltestelle SP3. Interessanterweise wurden wir zu keinem Zeitpunkt kontrolliert, ob wir überhaupt eine Eintrittskarte gelöst hatten. Theoretisch hätten wir also parken und in den Pendelbus steigen können, ohne überhaupt bezahlt zu haben.

Entgegen einiger Meinungen, dass es am schönsten sei die Plitvicer Seen von unten nach oben zu laufen (weil man dann immer auf die Wasserfälle zu läuft), entscheiden wir uns für die genau entgegen gesetzte Variante. Wir fangen also oben an und arbeiten uns nach unten vor.

Der für mich persönlich ausschlaggebende Grund dafür war ganz einfach: Man läuft immer bergab! Ob ich die Wasserfälle bereits von weitem sehe oder nicht ist mir ehrlich gesagt auch egal. Oftmals finde ich es wesentlich schöner und spannender gar nicht zu sehen wo ich drauf zu laufe. Der Überraschungseffekt ist dann nämlich umso größer.

Auf der Grafik unten kann man ganz gut erkennen welchen Höhenunterschied man hier auf einer Wanderung bewältigt.

Grafische Ansicht des Gefälles bei den Plitvitzer Seen

Grafische Ansicht des Gefälles bei den Plitvitzer Seen

 

Auf einer Gesamtlänge von 7.2 km legt man gut erkennbar circa 150 Höhenmeter zurück. Zugegeben, das klingt erst einmal nicht viel und von etlichen Wanderungen ist man sicherlich auch ganz andere Strapazen gewohnt. Man darf sich allerdings nicht täuschen lassen von den Zahlen. Wir waren ehrlich gesagt recht froh, NICHT bergauf laufen zu müssen die ganze Zeit.

Unser Rundgang an den Plitvicer Seen beginnt dementsprechend am Proscansko jezero, dem größten aller Seen hier. Da man diesen allerdings nur umrunden kann ohne irgendwelche Wasserfälle zu sehen, schnäbeln wir diesen nur an und wandern auf den engen Holzplanken zum

Bereits auf den ersten Metern staunen wir immer wieder über das glasklare Wasser, in welchem sich auch zahlreiche Fische beobachten lassen. Ich kann mich nicht erinnern, irgendwo auf der Welt so etwas schon einmal gesehen zu haben. Die blaugrünen bis türkisen Farben kommen übrigens nicht von ungefähr. Sie entstehen durch Seekreide am Wassergrund, welche bei Sonnenschein das Licht bricht und somit die unglaublichsten Farben entstehen lässt. Das ganze ist sehr vereinfacht ausgedrückt, aber wozu sollte man das jetzt hier verkomplizieren !? Jeder würde wissen, dass ich das eh irgendwo nachlesen musste.

Was auf jeden Fall auch sehr interessant ist: Durch das sehr kalkhaltige Wasser hier „wachsen“ sozusagen die Felsen. Bis zu 3 cm pro Jahr können die Wasserfälle somit „größer werden“. Der Kalk sorgt nämlich für die Kalksinter-Ablagerungen und Kalktuff-Bildungen, welche sich in mehreren Tausend Jahren hier gebildet haben. Das Wasser sucht sich dann an einer weichen Stelle einen neuen Ort zum abfließen. Dadurch variiert auch die Form der Wasserfälle immer wieder mal.

Bereits nach einigen Minuten gelangt man schließlich an die ersten Wasserfälle. Einige davon liegen leider noch im Gegenlicht, andere haben die besten Uhrzeit zum Fotografieren bereits hinter sich. Keine ganz leichte Aufgabe also, wenn man auf der Suche nach dem optimalen Foto ist.

Im Hintergrund der erste Wasserfall am Okrugljak See ... leider noch im Gegenlicht

Im Hintergrund der erste Wasserfall am Okrugljak See … leider noch im Gegenlicht

 

Kleiner Wasserfall am Okrugljak See ...

Kleiner Wasserfall am Okrugljak See …

 

Nachdem man Teile des Okrugljak-Sees entlang gegangen ist kommt man zu einer Stelle, wo sich zum ersten Mal die Besucher knubbeln und die geradezu einlädt länger hier zu verweilen. Es ist der Übergang vom Okrugljak-See zum darunter liegenden Batinovac-See. Ein Holzsteg wurde hier über ein paar Kaskaden angelegt, wo das Wasser über mit Moos bewachsenen Steinen nach unten fließt. Durch das Sonnenlicht, welches sich heute durch die Baumwipfel bricht und Teile der Kaskaden aufhellt, wirkt die Stimmung fast schon märchenhaft.

Entlang des Batinovac-Sees läuft man wieder auf Holzstegen, bis man schließlich am Ende in ein Waldstück gelangt. Viele Besucher nutzen diese Stelle um an umgekippten Baumstämmen eine erste Rast einzulegen. FAST wären wir auch in die Versuchung gekommen, haben uns aber mangels Sitzgelegenheiten entschlossen noch das Stück durch den Wald nach unten zu gehen und erst am nächsten See zu pausieren.

Eine gute Wahl wie sich später herausstellen sollte, denn der schattige Wald verschafft am heutigen Tag (das Thermometer zeigt Werte von 36°C an) zum einen etwas Abkühlung, zum anderen sind ein paar Holzbänke vorhanden, wenn man am Ende des Waldstückes angelangt. Ganz nebenbei ist dort die für mich persönlich fotogenste Stelle der bisherigen Wanderung. Dicke Baumwurzeln ragen über wunderschöne Kaskaden, gefolgt von einem Abschnitt, der fast schon anmutet wie in einem tropischen Regenwald.

WAS für eine Baumwurzel

WAS für eine Baumwurzel

 

Das Regenwald-ähnliche Flair kommt nicht von ungefähr, die oberen Seen sind nämlich in der Tat vom letzten Urwald Europas, Čorcola Uvala, umgeben. Hätte mir das jemand vorher gesagt, ich hätte es nicht geglaubt. Er ist knapp 80ha groß und beheimatet noch echte Urwaldriesen, wie zum Beispiel 50 Meter hohe Fichten oder Tannen mit einem Stammdurchmesser von über 1.40 Metern.

Ein klein wenig kommt vereinzelt so eine Art "Urwald-Flair" auf

Ein klein wenig kommt vereinzelt so eine Art „Urwald-Flair“ auf

 

Hier an dieser Stelle machen wir eine gute Stunde Pause, viel Zeit geht dabei leider einfach fürs warten drauf. Warten auf DIE Momente, wo einem mal nicht irgendein Schlumpf durch das Bild hampelt oder meint, er sei fotogener als ein Wasserfall oder Baumstumpf. Manchmal könnte ich da einfach nur k*tzen. Auch, weil zwar überall Hinweisschilder stehen, das man die markierten Pfade nicht verlassen soll, sich aber sehr oft gar nicht daran gehalten wird.

Ich erinnere mich noch dunkel an die Diskussion um den Blue Canyon bei Tuba City damals, dass man solche Locations nicht preisgeben sollte, damit nicht zu viele fotowütige Touristen den fragilen (oder heiligen) Boden dort berühren und etliche tausend Jahre Entstehung zu Nichte machen. Hier in Kroatien scheint das niemanden zu interessieren. Anscheinend schwebt hier jeder über den Boden sobald er die markierten Wege benutzt !?

Wenn ich es recht in Erinnerung habe befinden wir uns jetzt hier unten am Ende des Waldes am Galovac-See. Auch hier gibt es wieder vereinzelt ein paar Wasserfälle zu sehen. Wobei viele leider einfach Jahreszeitbedingt nur noch schmale Rinnsale sind und vor sich hin plätschern.

Zur Info: Reisezeitraum war Ende August, also mitten im Sommer. Durch die wenigen stärkeren Niederschläge in den letzten Wochen/Monaten muss man das zu dieser Jahreszeit wohl leider in Kauf nehmen. Laut unserer Vermieterin in der Pension vor Ort sind die besten Reisemonate aber eh Mai oder Oktober. Es wäre also zu überlegen, ob wir nicht DANN noch einmal her kommen.

Wasserfall am Galovac See

Wasserfall am Galovac See

 

Vorbei am kleinen Vir-See (nur 5m tief) gelangt man schließlich zum Wasserfall Galovački buk, welcher sich seinen Weg nach hier vom gleichnamigen See weiter oben gebahnt hat.

Der Weg führt zu erst an einem U-Turn an seiner Abbruchkante vorbei. Hier knubbeln sich leider SO viele Besucher, dass an vernünftige Fotos nicht zu denken ist. Somit entsteht folgendes Bild, geknipst mit Links (obwohl ich Rechtshänder bin) und mit ausgestrecktem Arm über die Köpfe der Leute hinweg fotografiert … es könnte schlimmer sein.

Abbruchkante des Wasserfalls Galovački buk

Abbruchkante des Wasserfalls Galovački buk

 

Der Weg führt dann im weiteren Verlauf die Felswand nach unten, kurze Zeit später sieht man den Wasserfall dann vor vorne. Leider hat die Sonne kein Einsehen und der Wasserfall liegt bereits im Schatten. Leichter Unmut mach sich in mir breit, immerhin ist gerade DAS hier einer der Wasserfälle, die man ganz oft auf Bildern zu sehen bekommt, wenn man Berichte von hier liest oder im TV schaut.

Nun ja, leider lässt sich das jetzt heute nicht mehr ändern und jegliche Versuche ein halbwegs brauchbares Bild zu machen scheitern zum einen – logischerweise – am Licht und zum anderen an den Menschentrauben, die sich überall so geschickt platzieren, dass an vernünftige Fotos kaum zu denken ist.

Kleiner Wutausbruch zu den Menschenmassen hier an den Plitvicer Seen: Wenn man sich ständig nur aufregt, wie voll es hier ist, wie langweilig es ist und das man eh außer Wasser nichts zu sehen bekommt frage ich mich, WOZU man eigentlich hier her kommt !? Gruß an die beiden Motzschlümpfe hinter uns, die genau an DER Stelle hier meinten sich über uns auslassen zu müssen.

Ein Stückchen weiter gelangt man schließlich zum Mali Prtavac. Dieser liegt zwar nicht im Gegenlicht, leider lassen sich die Besucher aber nicht so einfach weg teleportieren und somit wird auch hier jedes Foto zur Geduldsprobe. Bedenkt man, dass es ungefähr Mittag war als wir hier angekommen sind und die Temperaturen jenseits der 35°C gelegen haben, kann man sich also wahrlich bessere Bedingungen vorstellen. Trotzdem, es macht irgendwie Spaß hier einfach nur herum zu laufen.

Mali Prtavac, eine der beeindruckendsten Stellen auf dem Rundgang

Mali Prtavac, eine der beeindruckendsten Stellen auf dem Rundgang

 

Mali Prtavac Wasserfall

Mali Prtavac Wasserfall

 

Der Mali Prtavac ist – soweit ich das beurteilen kann – DER Wasserfall, der in vielen Reiseführern so toll aussieht. Leider bin ich irgendwie zu blond dafür um ein ähnlich schönes Foto hinzubekommen. Jedenfalls ist es bei unserem Besuch der breiteste Wasserfall mit den meisten Einzelstrahlen (sagt man das so?) und viele Besucher versammeln sich hier genau an dieser Stelle auf dem nur wenige Meter breiten Holzsteg. Das saftige grün um diesen Wasserfall herum schaut im Winter übrigens so aus …

Wenige Meter weiter, nachdem man den Wasserfall hinter sich gelassen hat, gelangt man zu einem See der farbenmäßig finde ich ganz weit vorne liegt. Ich glaube es handelt sich dabei um den Milinovo jezero, ganz sicher bin ich mir da aber nicht mehr wirklich. Er ist nur 1m tief, einige umgestürzte Bäume „verzieren“ ihn und die Farben des Wassers sind in Wirklichkeit noch schöner als sie auf den Fotos unten aussehen *hüstel*

Milinovo jezero

Milinovo jezero

 

Hat man den See hinter sich gelassen gelangt man am Ende wieder zu einem fotogenen Wasserfall. Auch hier scheint es für einige wieder fast schon eine Art „Sport“ zu sein den Brettersteg zu verlassen und in der Pampa herum zu trampeln um eine geeignete Position fürs Foto hinzubekommen.

Hat man diesen Bereich hinter sich gelassen hat man es auch FAST geschafft bis zum Bootsanleger. Vorher kommt man aber erneut an eine Stelle, die an Schönheit kaum zu überbieten ist. Mehrere schmale Wasserstrahlen suchen sich ihren Weg von herabhängenden Zweigen und Ästen, teilweise tröpfelt es hier nur noch ohne das wirklich ein Wasserfall sichtbar ist – der Nachteil wenn man zur Sommersaison hierher kommt. Die Farbenpracht des Wassers entschädigt uns aber etwas.

Auch dies ist subjektiv betrachtet eine der schönsten Stellen der oberen Seen ...

Auch dies ist subjektiv betrachtet eine der schönsten Stellen der oberen Seen …

 

Kristallklares und türkisfarbenes Wasser ...

Kristallklares und türkisfarbenes Wasser …

 

... ein wunderschöner Anblick

… ein wunderschöner Anblick

 

Wäre das baden seit einigen Jahren hier nicht verboten, man käme definitiv öfter als einmal in Versuchung sich sofort die Klamotten vom Leib zu reißen und hinein zu springen. Selbst in der Karibik hab ich persönlich selten schöneres Wasser gesehen als hier bei den oberen Seen. Es ist sogar schwierig zu sagen, welcher See oder welche Stelle hier am beeindruckendsten ist. Irgendwie kommen ständig wieder neue Highlights, wenn man um die nächste Ecke biegt.

Auf den letzten paar Metern zum Bootsanleger am Jezero Kozjac kommt man noch an ein paar sehenswerten Kaskaden vorbei, bevor es dann auf dem Brettersteg noch einmal leicht bergab geht und man hoffentlich keine allzu lange Warteschlange hat um auf eines der Boote zu kommen. Die original Fotos sind bei meinem Datencrash vor einiger Zeit leider verloren gegangen, daher kommen hier zwei aus dem alten Reisebericht.

Traumhafte Wasserkaskaden säumen den Weg

Traumhafte Wasserkaskaden säumen den Weg

 

Bretterweg hinunter zum Bootsanleger

Bretterweg hinunter zum Bootsanleger

 

Am Bootsanleger angekommen kann man sich nun entscheiden. Entweder man fährt zurück zum Anleger P1 (von dort geht es zurück zum Parkplatz), oder aber man fährt hinüber zu P3. Dort wäre dann ein Rastplatz mit Essensmöglichkeiten und man kann weiter zu den unteren Seen gehen. Wir entscheiden uns für ersteres, denn die unteren Seen wollen wir erst Morgen besuchen und auch an P1 hat man die Möglichkeit etwas zu Essen.

Ein Steg wie aus dem Bilderbuch

Ein Steg wie aus dem Bilderbuch

 

Schlange stehen für die Überfahrt

Schlange stehen für die Überfahrt

 

Für alle die Spaß daran haben selber einmal mit einem Boot über den See zu fahren … man kann hier auch Ruderboote mieten.

Ruderboote, ein fast schon idyllischer Anblick

Ruderboote, ein fast schon idyllischer Anblick

 

Die Preise für Essen und Getränke im Park sind alle auf einem erfreulich erschwinglichem Niveau, für zwischendurch sollte man sich aber trotzdem ausreichend Flüssigkeit mitnehmen … außer an den beiden Rastplätzen gibt es keine Verpflegung im gesamten Park – zumindest haben wir keine gesehen, obwohl uns am Eingang gesagt wurde das an diversen Stellen noch die Möglichkeit besteht Würstchen und Getränke zu kaufen.

Genauso verhält es sich im übrigen mit stillen Örtchen. Still ist es hier zwar oft genug, Toiletten sind aber unterwegs ebenfalls NICHT vorhanden – bei den oberen Seen ebenso wenig wie bei den unteren … und genau DAHIN geht es jetzt als nächstes.

 

 

Die unteren Plitvicer Seen (Donja jezera)

Für die unteren Seen gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen wie man sie am besten erkundet. Entweder man parkt wieder an Eingang 2 und geht hinunter zum Pendelboot. Dort setzt man dann von P1 nach P2 über, wechselt das Boot und fährt dann rüber von P2 nach P3. Von dort kann man dann wählen: Entweder man geht die unteren Seen oben herum und landet schließlich am Vidikovac Sightseeing Point (der schönste Aussichtspunkt im gesamten Park). Von dort geht es serpentinenmäßig nach unten zum Fuße des höchsten Wasserfalls, dem 78m hohen veliki Slap. Jeder der früher Winnetou geschaut hat kennt die Szenerie, hier hat der Endkampf stattgefunden!

Wir haben uns jedoch für Variante 2 entschieden. Hierbei parkt man am Parkplatz 1 und geht dementsprechend auch durch Eingang 1, unmittelbar dahinter eröffnet sich einem bereits ein Blick hinunter auf die unteren Seen und auf Veliki Slap. Die Runde läuft man dann im Prinzip entgegen gesetzt zur Variante 1, der anstrengendste Teil dabei ist der Aufstieg mit etlichen U-Turns. Doch beginnen wir am Anfang, der Aussichtspunkt hinter dem Eingangsbereich.

Ausblick vom Scenic Point am Eingang 1

Ausblick vom Scenic Point am Eingang 1

 

Zugegeben, die Lichtverhältnisse am frühen Morgen sind wirklich nicht die Besten und die recht dürftigen Wasserfälle hauen einen jetzt auch nicht gleich vom Hocker, wenn man hier oben an dem Punkt steht. Trotzdem ist es schon ein beeindruckender Anblick. Ich denke mal, es ist genau DAS was diesen Ort aber auch ausmacht. Selbst jetzt im Hochsommer ist es schön, obwohl es der ungünstigste Reisezeitpunkt zu sein scheint.

Die anschließende Wanderung hinunter zu den Seen ist anfangs recht entspannend, hier und da lassen sich durch Gebüsche und Bäume erste Blicke auf Slap Plitvice bzw.Veliki Slap erhaschen …

Blick auf Slap Plitvice, der so gut wie kein Wasser zur Zeit führt

Blick auf Slap Plitvice, der so gut wie kein Wasser zur Zeit führt

 

Der Weg führt uns in großzügig angelegten Serpentinen hinab zum ersten Brettersteg. Überquert man diesen kann bzw.muss man sich am Ende entscheiden wie es nun weitergeht. Entweder man geht nach links, dann würde man die unteren Seen quasi bis zum Pendelboot nach oben laufen. Oder aber man geht nach rechts, dann gelangt man zu Veliki Slap und dreht dort entweder wieder um oder aber geht die scharfen U-Turns steil nach oben zur anderen Tal-Seite. Genau DAS haben wir vor.

Von dem kurzen Stück wenn man rechts abbiegt bis zum höchsten Wasserfall hier vor Ort hatte ich im Vorfeld beängstigende Bilder gesehen mit regelrechten MenschenMASSEN. Heute sah das ganze jedoch völlig anders aus, solche leeren Stege machen die Wanderung hier zu einem richtigen Genuss!

Zum Glueck ohne Stau ... das Teilstueck zum Slap Plitvice

Zum Glueck ohne Stau … das Teilstueck zum Slap Plitvice

 

Sobald man hinten um die Ecke biegt eröffnet sich einem der Blick auf den 78m hohen Slap Plitvice. Wie schon von weitem heute morgen zu erkennen war besteht der Wasserfall im Moment aber leider nur aus ein paar dünnen Rinnsalen … kein Vergleich dazu wenn man sich Bilder oder Bericht aus dem Frühling oder Herbst ansieht. Trotzdem scheint diese Stelle hier Anlaufpunkt Nummer 1 im gesamten Nationalpark zu sein, nirgendwo sonst versammeln sich so viele Menschen gleichzeitig – mal abgesehen von den Rastplätzen oder der Höhle.

Der untere Aussichtspunkt auf den Slap Plitvice

Der untere Aussichtspunkt auf den Slap Plitvice

 

Durch die ganzen Menschen ist es wieder einmal nicht so ganz leicht überhaupt brauchbare Fotos zu machen. Zwar sind hier keine störenden schwankenden Bretterstege, irgendeinen Kopf von einem mit den Armen rumfuchtelnden Spaßkeks hat man aber immer vor der Linse. Es gibt deshalb eigentlich nur eine Möglichkeit – man muss ganz nach vorne bis zur Absperrung gehen. Nachteil für viele Leute an dieser Stelle: Es wird ein Weitwinkel benötigt, je kleiner desto hui! 10mm sind optimal.

Slap Plitvice

Slap Plitvice

 

Nachdem wir uns satt gesehen haben kommt der anstrengendste Teil des heutigen Tages, die Switchbacks bzw. engen U-Turns hinauf zum Canyonrand. Ein bisschen erinnern sie an die Passage mit U-Turns auf der Wanderung im Zion NP nach Angels Landing. Vorteil hier in Plitvice ist aber eindeutig, dass man noch fitter ist als im Zion wenn sie beginnen, denn dort hat man bereits einige Kilometer bergauf hinter sich. Oben angekommen gelangt man dann zu einem hübschen Scenic Point, von welchem man einen guten Blick auf den Wasserfall hat.

Switchbacks nach oben zum Rim Trail

Switchbacks nach oben zum Rim Trail

 

Blick von oben auf Slap Plitvice

Blick von oben auf Slap Plitvice

 

An dieser Stelle gabelt sich der Weg wieder. Würde man nach links gehen folgt man dem Rim Trail entlang des Canyons, geht man nach rechts gelangt man zum schönsten Aussichtspunkt im gesamten Park, dem Vidikovac – Sightseeing Point.

Früh Morgens hat man hier allerdings noch mit Gegenlicht zu kämpfen, es war deshalb klar das wir zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal hierher zurückkommen müssen. Irgendwo hatte ich gelesen das man den Vidikovac-Point auch mit dem Auto erreichen soll bzw.in der Nähe parken kann und dann nach wenigen Metern bereits dort ist … genau zu DIESEN Punkt fahren wir dann nachmittags noch einmal.

Da offenbar bei einigen Leuten Unklarheit darüber herrscht, WIE man überhaupt mit dem Auto dorthin kommt (viele wissen glaube ich gar nicht, das dies überhaupt möglich ist), will ich einmal versuchen etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

 

 

Vidikovac-Point

Vom Örtchen Seleste Dresnicko kommend biegt man rechts ab und fährt die enge Serpentinenstraße bergauf durch ein Waldgebiet, bis man am House Katica Bicanic akommt. Hier teilt sich die Straße und man biegt vor dem grünen Haus nach links ab. Im Prinzip fährt man dann immer weiter … bis sich die Straße erneut teilt und in der Mitte ein großer, Schatten spendender Baum erscheint. Dort parkt man sein Auto.

Man kann die Stelle ganz gut daran erkennen, das unmittelbar DAHINTER links eine Art kleine Holzbrücke über die Straße führt. Würde man hier noch weiter fahren gelangt man irgendwann zu Parkplatz 3. Dort könnte man theoretisch kostenlos den Wagen abstellen. Ob das so gewollt ist weiß ich nicht, es gab aber weder einen Kassenautomaten, noch eine Schranke oder ähnliches.

Unter der oben genannten Brücke befindet sich der Zufluss vom Wasserfall. Mit etwas Glück versüßen zwei junge kroatische Gitarrenspieler unter dem Schatten spendenden Baum die paar Minuten hier vor Ort. Beim überqueren der Straße markiert nun ein schlichtes Holzschild den Beginn des kurzen Trails hinunter zum Scenic Point … zum ERSTEN Scenic Point wohlgemerkt, Gerüchten zu Folge soll es weiter unten noch einen zweiten geben – das hab ich aber selber erst beim schreiben des Berichtes in Erfahrung bringen können.

Die Aussicht vom Vidikovac Scenic Point an den Plitvicer Seen

Die Aussicht vom Vidikovac Scenic Point an den Plitvicer Seen

 

Der eigentliche Aussichtspunkt auf die Plitvicer Seen hält jedenfalls das, was man auch auf einigen Bildern im Internet so sieht. Er ist einfach unbeschreiblich schön. Und obwohl so wenig Wasser vor dem untersten See den Sastavci-Hang hinunter tröpfelt, man keine Fernsicht von 30 km oder mehr hat und man keinen gewaltigen Arch oder eine lustige Gruppe Hoodoos sieht, fehlen einem fast die Worte. Es gibt glaube ich wenige Stellen die ähnlich Eindruck bisher auf den ganzen Reisen gemacht haben. Es ist einfach das „Gesamtpaket“ hier was stimmt, nicht nur an genau diesem Punkt, sondern auch im gesamten Park!

Beste Tageszeit für einen Abstecher hier zum Sightseeing Point scheint im übrigen – wie weiter oben bereits kurz angedeutet – der Nachmittag zu sein. Dann steht die Sonne so, dass weite Teile des Tals ausgeleuchtet sind. Bei unserem Besuch am frühen Vormittag waren die Bedingungen bei weitem nicht so gut. Größtenteils hat man mit Gegenlicht zu kämpfen und selbst trotz Sonnenblende hatte ich den ungewollten Lens Flare – Effekt auf der Linse. Im Hintergrund kann man bei näherem hinsehen die Höhle im Fels erkennen, welche bei Karl Mays‘ Schatz im Silbersee vorgekommen ist.

Zu der Höhle kommen wir dann aber im weiteren Verlauf noch, jetzt gehen wir erst einmal weiter … weg vom Vidikovac Sightseeing Point und entlang des Rim Trails (zumindest nennen wir ihn einfach mal so). Menschenmassen sucht man hier oben vergeblich. Anscheinend scheuen die meisten den anstrengenden Aufstieg und begnügen sich mit dem Blick von unten nach oben. Wenn sie wüssten was sie verpassen.

Scenic Point mit Blick auf Jezero Anovac

Scenic Point mit Blick auf Jezero Anovac

 

Es ist nicht nur die fantastische Aussicht auf die unglaublichsten Farben des Wassers welche man immer wieder durch den Wald schimmern sieht, der naturbelassene Rim Trail bringt einen auch zu einem zweiten Aussichtspunkt der ebenfalls seines gleichen sucht.

Ich habe keine Ahnung ob dieser Punkt überhaupt einen Namen hat, meine mich aber erinnern zu können, dass ich nirgendwo ein Schild oder dergleichen gesehen habe. Trotzdem muss es ein offizieller Aussichtspunkt sein, da es eine kleine asphaltierte Plattform gibt und ein Gitter vor dem Abgrund schützt.

Danielle genießt den Blick auf Jezero Anovac

Danielle genießt den Blick auf Jezero Anovac

 

Scenic Point mit Blick auf Jezero Anovac

Scenic Point mit Blick auf Jezero Anovac

 

Wäre mehr Wasser vorhanden würde man vermutlich auch noch kräftigere Wasserfälle des Lanovacki Slap unten am Rand des Jezero Anovac sehen. So aber sind diese wieder recht spärlich. Bei dem großen See im Hintergrund handelt es sich übrigens wieder um den Jezero Kozjac. Das ist DER See, den man im Zweifelsfalle mit dem Pendelboot überquert.

Nachdem wir uns hier an diesem Punkt wieder an den unglaublichen Farben der Natur satt gesehen haben, dadurch aber nicht wirklich gesättigt sind, machen wir uns wieder auf den Weg. Dieser geht im weiteren Verlauf leicht bergab. Ein Anzeichen dafür, dass der einzig wirkliche Rastplatz hier an den Plitvicer Seen bald erreicht sein muss.

Wenige Minuten später sind wir dann bereits dort. Es ist noch recht leer und wir suchen und ein schattiges Plätzchen unter einem der riesigen Sonnenschirme und holen uns erst einmal Kuchen und Snacks im Restaurant.

Der Rastplatz am Jezero Kozjac

Der Rastplatz am Jezero Kozjac

 

Während wir hier sitzen und es uns gemütlich machen kann man quasi dabei zugucken wie es voller wird. Noch ist es zwar nicht allzu spät, trotzdem setzen immer mehr Besucher mit dem Pendelboot zu uns herüber. Wir bleiben gut eine Stunde hier, wer weiß wann es das nächste Mal etwas zu essen gibt *hüstel*

Als wir aufbrechen ist der Rastplatz gut gefüllt, aaaaaber man würde auch jetzt noch freie Tische bekommen. Der idyllische Blick auf den vermeintlich leeren Jezero Kozjak täuscht trotzdem ein wenig.

Jezero Kozjak

Jezero Kozjak

 

Langsam werde ich wibbelig, weil ich befürchte, dass wir später eventuell noch irgendwo im „Brettersteg-Stau“ stecken bleiben. Verlässt man den Rastplatz, überquert man als erstes den See auf einem der Bretterstege und gelangt so wieder auf die gegenüber liegende Seite.

Eigentlich ein Glück, denn dies ist die Schattenseite. In Anbetracht der heutigen Temperaturen von wieder einmal knapp 38°C kann man darüber fast schon froh sein. Kurz bevor wir die andere Seite erreichen werfen wir noch einen Blick zurück übers Schilf zum Jezero Kozjak.

Steg mit Blick auf Jezero Kozjak

Steg mit Blick auf Jezero Kozjak

 

Drüben angekommen läuft man im Prinzip wieder die ganze Zeit leicht bergab. Ich bin auch heute am zweiten Tag der Meinung, dass dies die bessere Variante ist – wobei das natürlich jeder für sich selbst entscheiden muss.

Erster Anlaufpunkt ist der Bereich am Lanovacki Slap beim Jezero Anovac. Hier kann man wieder sehr gut den Leichtsinn einiger Besucher beobachten, welche auf den rutschigen und mit Moos bewachsenen Steinen der Wasserkaskaden rum turnen, um irgendwelche hirnrissigen Selfie-Krampfbilder zu verwirklichen. Der eigentliche kleine Wasserfall am Übergang zu Kozjak See hat zum Glück einen „unverbaubaren Blick“, wie es im Wohnungsjargon so schön heißt.

Am Lanovacki Slap

Am Lanovacki Slap

 

Kleiner Wasserfall beim Lanovacki Slap

Kleiner Wasserfall beim Lanovacki Slap

 

Wieder einmal beeindruckend finde ich die Farben des Wassers. Oben am Aussichtspunkt meint man noch, dass es hier unten unmöglich genauso aussehen kann … und dann steht man hier und es ist tatsächlich so. Und auch wenn ich mich vielleicht wiederhole – ich habe selten schöneres Wass…okay, lassen wir das.

Der Weg, welcher hier auf dieser Seite die meiste Zeit bis zur Höhle ausnahmsweise mal NICHT aus Bretterstegen besteht, führt uns weiter zum nächst tiefer gelegenen See … dem Jezero Novac. Hier befinden sich die kleineren Veliki-Kaskaden, die allerdings nicht minder fotogen daher kommen.

Jezero Novac

Jezero Novac

 

Kleines Rinnsal am Jezero Novac

Kleines Rinnsal am Jezero Novac

 

Passiert man diese Kaskaden läuft man noch einige hundert Meter entlang einer Felswand mit schönem „Spiegel“-Blick auf den See …

Immer wieder hat man die Möglichkeit für solche tollen "Spiegel-Bilder"

Immer wieder hat man die Möglichkeit für solche tollen „Spiegel-Bilder“

 

Spiegel-Bild

Spiegel-Bild

 

… bevor es sich langsam anfängt zu stauen. Ein sicheres Indiz dafür, dass man sich langsam der Höhle nähert. Noch ein letzter leerer Blick auf die unteren Seen …

Blick auf die unteren Seen

Blick auf die unteren Seen

 

… dann geht man eine enge Holztreppe hinab und befindet sich fortan wieder auf einem Brettersteg. Linke Hand würde es weiter gehen auf die andere Seite in Richtung restliche unterer Seen, rechte Hand steht man quasi erst einmal Schlange. Es geht hinauf in die Supljara pecina, der legendären Höhle vom Schatz am Silbersee.

Erst aber ist einmal warten angesagt, auf den – für mein Empfinden – sehr engen Bretterstegen hier ist an ein vorankommen kaum zu denken. Erst nach ein paar Minuten lichtet sich der Andrang etwas.

Der Steg zur Höhle Supljara pecina

Der Steg zur Höhle Supljara pecina

 

Grotte Modra Pecina, die blaue Grotte

Grotte Modra Pecina, die blaue Grotte

 

Die blaue Grotte, Modra Oecina, konnte man früher mit dem Boot befahren. Set einigen Jahren ist dies aber wohl nicht mehr möglich. Schade! Der Aufstieg in die Höhle gestaltet sich schließlich abenteuerlich, immer wieder muss man anhalten um Leute vorbei zu lassen die uns entgegenkommen.

Aufstieg in der Supljara Pecina

Aufstieg in der Supljara Pecina

 

Irgendwie merkwürdig das es auf den Bildern immer recht leer aussieht, ich glaube der Fotograf *hust* hat immer günstige Momente erwischt … denn DAS täuscht wahrhaftig!

Aussicht auf die unteren Seen samt Holzstege

Aussicht auf die unteren Seen samt Holzstege

 

Man erkennt links unten glaube ich ganz gut den leichten Andrang am Abzweig zur Höhle …

Aussicht auf die unteren Seen samt Holzstege

Aussicht auf die unteren Seen samt Holzstege

 

Von hier aus könnte man jetzt oben nach rechts gehen in Richtung Eingang 1, man wäre dann recht schnell wieder am Parkplatz. Wir gehen aber zurück nach unten und wollen auch noch den Rest erkunden.

Zurück auf dem Brettersteg kommt man erstmal wieder in die Sonne, mittlerweile ist es nach Mittag und diese brennt erbarmungslos von einem wolkenlosen Himmel herab. Kleine Kaskaden plätschern links von uns hinab in den untersten der Seen …

Kaskaden neben dem Brettersteig

Kaskaden neben dem Brettersteig

 

Der untere See

Der untere See

 

… bevor man wieder auf der anderen Seite den rettenden Schatten erreicht. Entlang des Sees entschließen wir uns noch für eine kurze Rast auf einer der zahlreich vorhandenen Holzbänke, vermutlich stehen diese nicht umsonst hier an der Stelle.

Am frühen Nachmittag und nach einer letzten kurzen Rast verlassen wir schließlich den Park wieder auf die gleiche Art und Weise wie wir heute Morgen gekommen sind … über den serpentinenartig angelegten Aufstieg nach Eingang 1. Hinunter ging das irgendwie noch leichter, aber da war es ja auch noch ein paar Grad kühler.

Theoretisch könnte man, BEVOR man sich an den Aufstieg macht, noch abbiegen und ein paar Meter in Richtung Korana Fluss laufen. Dieser Weg ist aber gesperrt. Die Stege sind brüchig und zerfallen. Eventuell werden sie irgendwann wieder aufbereitet. Unsere Vermieter wussten darüber aber leider auch nicht wirklich Bescheid. Die Ecke dort unten jenseits der Touristenpfade sieht jedenfalls recht interessant aus. Und WENN irgendwann die Möglichkeit besteht auch hier unten wieder weiter zu laufen, könnte man theoretisch am Fluss entlang bis in den Ort zurück wandern!

Neues Ticket-System für die Plitvicer Seen seit 2019

Um den anhaltend großen Besucheransturm gerecht zu werden, gibt es seit 2019 ein neues Ticket-System für die Plitvicer Seen. Früher war es ausschließlich möglich, vor Ort an den Kassen die Tickets / Eintrittskarten zu kaufen. Nun gibt es seit kurzem auch zusätzlich ein e-Ticket-System, wo man vorab online seine Tickets bereits kaufen kann. Erklärtes Ziel ist es, die Zahl der Besucher zukünftig auf „nur noch“ 10.000/Tag zu beschränken. Immer noch eine stattliche Zahl, aber zumindest ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Wer zukünftig vor Ort erst eine Eintrittskarte besorgen möchte, der muss zudem damit rechnen, dass zu der Zeit keine mehr verfügbar ist, wenn die maximale Anzahl Besucher bereits erreicht ist für den Tag. So möchte mal wohl langfristig dafür sorgen, dass man bereits vorab über die Zahl der Besucher an den Tagen Bescheid weiß. Auf der e-Ticket-Webseite kann man zudem immer sehen, wie viele Eintrittskarten noch verfügbar sind für einen bestimmten Tag.

Hier geht es zum e-Ticket-System

 

Ich hab ein eTicket gekauft, wie geht es jetzt weiter?

Das eTicket musst Du ausdrucken und mitnehmen zu einem der offiziellen Eingänge der Plitvicer Seen. Dort wird Dein eTicket dann am Kassenhäuschen in eine reguläre Eintrittskarte umgetauscht.

 

Wie teuer ist der Eintritt?

Die aktuellen Preise betragen (Stand 09/2019)

Erwachsene: 250 KUNA / 33 EUR pro Tag. Ein 2-Tages-Ticket kostet 350 KUNA / 47 EUR.

Kinder  (7-18 Jahre): 120 KUNA / 16 EUR. Ein 2-Tages-Ticket kostet 170 KUNA / 22 EUR

Studenten: 160 KUNA / 21 EUR. Ein 2-Tages-Ticket kostet 250 KUNA / 33 EUR

 

 

Unser Fazit für die Plitvicer Seen

Was bleibt abschließend zu sagen? Das Thema Overtourism ist an den Plitvicer Seen längst keine Unbekannte mehr. Die Besucherströme in den Sommermonaten sind wirklich nicht mehr feierlich, aber was hat man für Alternativen? Außer die Seen im Winter zu besuchen wohl nicht wirklich viele.

Im Großen und Ganzen haben mir persönlich die oberen Seen jedenfalls besser gefallen als die unteren, obwohl letztere von den ganzen Bustouren angesteuert werden. Vermutlich aber auch nur wegen der Höhle und dem großen Wasserfall. Eigentlich ist das auch gut so, denn so hat man im oberen Teil wenigstens noch ETWAS mehr Luft zwischen den Massen an Besuchern. Wobei sich das vermutlich einfach nur besser verteilt, weil die Wanderwege im Gesamten einfach länger sind.

Es war – trotz alledem – ein lohnenswerter Ausflug nach Kroatien und die Freiflüge hätten meiner Meinung nach nicht besser „investiert“ werden können. Der Nationalpark braucht sich vor keinem Park in den USA zu verstecken und ich wüsste nicht, WO man in Europa überhaupt noch vergleichbare – oder zumindest ähnlich schöne – Natur vorfindet. Man muss schon lange suchen glaube ich.

 

 

Interessante Links für Deinen Urlaub in Kroatien

Falls Du selber einen Reiseblog haben solltest, zufällig über eines oder mehrere Ausflugsziele oder Sehenswürdigkeiten in Kroatien etwas geschrieben haben solltest und hier gerne verlinkt werden möchtest, dann gib mir einfach kurz Bescheid und ich werde Deine Seite gerne mit einpflegen.

9 Tage Kroatien Roadtrip inkl. Reisebericht & Reiseroute auf roads-and-rivers.com

Literatur zum Thema Plitvicer Seen (*)

 

 

Und jetzt Du

Bist du selber schon einmal hier in Kroatien bei den Plitvicer Seen gewesen? Und wenn ja, zu welcher Jahreszeit warst Du dort? Oder vielleicht würdest Du auch einfach gerne einmal dort hin? Dann hinterlasse doch gerne einen kurzen Kommentar, ich würde mich freuen.

 

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