Der Wecker klingelt heute Morgen wieder um 4.30 Uhr, um kurz nach 5.00 Uhr sitzen wir im Auto und brechen auf nach Norden via Fort Laramie nach Richtung Rapid City. Eigentlicher Grund dort zu nächtigen war natürlich der Mt.Rushmore. Wir sind jedenfalls auf einen längeren Fahrtag eingerichtet, die vorausberechnetet Route hat irgendwas um die 400 Meilen (ca. 644 km) ergeben. Es sollten Ende des Tages genau 455 sein, das sind immerhin umgerechnet 732 Kilometer.

 

Fort Laramie

Erwartungsgemäß passiert erst einmal ewig lange gar nichts. Rechts und links des Highways kann man einiges fast schon als Badlands, manchmal auch als Grasland bezeichnen. Deshalb beschließen wir, die Fahrt ein wenig aufzulockern. Kurzerhand fahren wir nach Fort Laramie, was keinen großen Umweg für uns darstellt.

Wir verlassen irgendwo hinter Wheatland die I-25 und fahren über die SR26 schnurstracks an einigen Oregon Trail Markern zu dieser vom National Park Service verwalteten National Historic Site. Dass der National Park Pass hier in Fort Laramie gilt, wussten wir übrigens gar nicht. Bezahlen müssen wir also erfreulicherweise nichts.

Altes Gebaeude in Fort Laramie

Altes Gebäude in Fort Laramie

 

Unten am Fluss

Unten am Fluss

 

Da es gerade einmal erst kurz nach halb 9 Uhr ist haben sich recht wenig Leute hierher verirrt. Fast ganz alleine können wir somit diesen Ort genießen, der ursprünglich 1834 von zwei Trappern errichtet worden ist. Aufgrund seiner strategisch guten Lage wurde der Ort 1849 von der US-Regierung kurzerhand gekauft und in ein Fort bzw. Militärstützpunkt umgewandelt.

Mehrmals wurden in Fort Laramie Friedensverträge zwischen Weißen und Indianern geschlossen, die allerdings immer wieder gebrochen wurden. Außerdem hat Butch Cassidy 1896 hier für anderthalb Jahre wegen Viehdiebstahl hinter Gittern gesessen. Ein recht geschichtsträchtiger Ort also, was man ihm an allen Ecken und Enden auch ansehen kann.

Fort Laramie Impression

Fort Laramie Impression

 

Alte Kanone in Fort Laramie

Alte Kanone in Fort Laramie

 

Im Fort Laramie Visitor Center erfährt man anhand eines Films und vielen Bilderdokumentationen allerlei Wissenswertes über diesen Ort. Ein paar wenige Souvenirs kann man hier natürlich auch erwerben.

Wenn mich nicht alles täuscht, handelt übrigens der Film Postman mit Kevin Costner von dem hier auf einer Tafel erwähnten Pony-Kurier-Express. Eine schicke Brücke kann man ganz in der Nähe von Fort Laramie auch noch anschauen …

Army Bridge bei Fort Laramie

Army Bridge bei Fort Laramie

 

Nach diesem kurzen „Stopover“ machen wir uns schließlich über die SR-85 auf nach Lusk. Hier halten wir kurz an einem Subway und ich muss mir drinnen im Laden das Lachen echt runterschlucken, weil der er total leer war. Nur hinten links in einer Ecke saßen drei Hardcore Cowboys an einem Tisch, die anscheinend gerade unterwegs nach Brokeback Mountain gewesen sind. Dass mir so warm war, lag allerdings glaube ich DOCH an den inzwischen schätzungsweise 30°C draußen.

Nach einem typisch leckeren Baguette machen wir uns dann auf den Weg Richtung Jewel Cave, an der wir allerdings genau 5 Minuten NACH Beginn einer der Führungen ankommen, die wir eigentlich mitmachen wollten.

Jewel Cave Schild

Jewel Cave Schild

 

Wir müssten jetzt 2 Stunden auf die nächste warten, da uns das definitiv zu lange ist schauen wir uns nur ein wenig im und am Visitor Center um und fahren kurzerhand weiter. Blöde Höhle. Als Nächstes erreichen wir den südlichen Eingang zum Custer State Park, der seinerzeit 10 US$ für uns kostete (5 US$ p.P oder 12 US$ pro Auto). Das Ticket ist übrigens immer für die nächsten 7 Tage gültig.

 

 

Custer State Park

Der Ranger am Eingang erzählt uns noch kurz, dass es sich im Moment lohnen würde den Wildlife Loop zu fahren. Jede Menge Tiere wären wohl im südlichen Bereich zu sehen. Diesen Teil des Parks haben wir allerdings erst für morgen vorgesehen. Heute fahren wir den Needles Highway und danach noch zum Mt.Rushmore … so haben wir es zumindest geplant. 14 Meilen (ca. 23 km) ist dieser Scenic Drive lang, der sich wunderschön durch die Black Hills windet und an zahlreichen nadelförmigen Gesteinsformationen vorbeiführt.

Immer wieder kommt man dabei an verschiedenen Haltepunkten vorbei, die fast alle einen kurzen Stopp lohnen. Zu schnell sollte man hier allerdings nicht fahren, da man immer mit Tieren auf der Straße rechnen muss. Besonders Rehe sind uns hier mehrmals in einiger Entfernung vor das Auto gelaufen!

Das eigentliche "Needles Eye"

Das eigentliche „Needles Eye“

 

Einer der kleinen Tunnel im Custer SP

Einer der kleinen Tunnel im Custer SP

 

Höhepunkte auf der Strecke sind zweifelsohne die Needles Eye – Formation und der idyllisch gelegene Sylvan Lake, an dem wir auch – trotz inzwischen wieder recht frischer Temperaturen – einige Angler und Tretbootfahrer sehen. Hier gibt es auch einen Gift-Shop, an dem man wieder jede Menge Shirts und ähnlichen Kram bekommt. Anschließend machen wir uns auf den Weg nach Rapid City.

Dort halten wir noch kurz an einigen Bruchstücken der Berliner Mauer, die man in einem kleinen Park sehen kann. Recht unspektakulär, aber wenn man schon mal hier in der Nähe ist …

Bruchstuecke der Berliner Mauer in Rapid City

Bruchstuecke der Berliner Mauer in Rapid City

 

Danach geht es aber auf zum Hotel, das Quality Inn in der Nähe der Rushmore Mall sollte es heute sein. Zimmer war wieder okay, nur der Lüfter im Bad ließ sich nicht abstellen und war super nervig. Ist aber laut Angabe eines Mechanikers in jedem Raum so. Das Zimmer zu wechseln machte also wenig Sinn.

Danach haben wir noch kurz in der Rushmore Mall vorbeigeschaut, es gab noch was zum Abend essen und der Tag war schon wieder vorbei. Für morgen ist Mount Rushmore geplant und es ist keine Wolke in Sicht, zumindest laut Weather Channel. Na mal sehen …